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Archive for the ‘Humanitäre Hilfe / Rot-Kreuz-Zentrum’ Category


Um die Jahreswende gingen fast eintausend Euro an Spenden aus verschiedenen Zuwendungen von Erlangen nach Wladimir, die nun im Rahmen der gemeinsamen Aktion „My Wmeste“ – „Wir zusammen“ verwendet wurden. Der Journalist Michail Mojsejantschik, selbst maßgeblich an der Initiative beteiligt, berichtete nun über dieses gute Werk der Städtepartnerschaft.

Im Rahmen der Aktion „Wir zusammen“ erhielten drei medizinische Einrichtungen in Wladimir je 17 Pulsoximeter aus den Händen von Ehrenamtlichen der Regionalabteilung der Allrussischen Volksfront. Die Mittel zur Anschaffung der Geräte zur Messung der arteriellen Sauerstoffsättigung hatte Peter Steger, zuständig für die Städtepartnerschaft zwischen Wladimir und Erlangen, überwiesen. Unsere Städte sind schon einige Jahrzehnte lang eng verbunden.

Michail Mojsejantschik bei der Übergabe der Sachspenden

Die Geräte helfen bei der Diagnostik von Corona und sind nun in Händen von ärztlichem Personal in den Krankenhäusern Nr. 2, Nr. 5 und Nr. 6. Hilfreich sind die Meßinstrumente übrigens auch bei der Klärung, ob jemand überhaupt an einer Lungenerkrankung leidet, einsetzbar ohne großen Aufwand ambulant wie stationär. „Aus diesem Grund verteilten wir die Geräte auch sofort in den verschiedenen Abteilungen“, bemerkte die medizinische Direktorin des Krankenhauses Nr. 2, Irina Pawlowa, denn auch gleich bei der Übergabe. Die Idee zu dieser guten Tat hatte der treue Partner unserer Aktion „Wir zusammen“, Peter Steger, der unsere Städtepartnerschaft betreut. Wegen der Pandemie bleibt er derzeit in Deutschland, hört aber nicht auf, auch unter diesen Bedingungen die Ehrenamtlichen und Mediziner in Wladimir zu unterstützen, das ihm zur zweiten Heimat wurde.

Fingerpulsoximeter

Gemeinsam mit unserem deutschen Freund kamen wir überein, die Spenden im Kampf gegen die Corona-Infektion am besten einzusetzen, indem wir diese Fingerpulsoximeter anschaffen. Und so konnten wir jetzt also 51 Apparate übergeben, je 17 an drei Krankenhäuser. Drei weitere erhielten unsere gemeinsamen Partner von der Elterninitiative „Swet“, die sich um Familien mit behinderten Kindern kümmert. Doch damit sind die Partnerschaftsaktionen und gemeinsamen Projekte bestimmt noch nicht zu Ende, vielmehr sollen sie weiter an Fahrt aufnehmen.

Michail Mojsejantschik im Interview

Die kleinen Apparate finden nun hauptsächlich in der Erstdiagnose beim Verdacht auf eine Ansteckung mit COVID-19 Verwendung, zum Einsatz kommen sie aber auch bei Patienten, die ambulant therapiert werden. In jedem Fall haben die Ärzte nun ständig die Möglichkeit der Prüfung, ob der Sauerstoffgehalt im Blut sich absenkt.

Ärztlicher Dank für die Spende

Erinnern möchte ich bei der Gelegenheit noch an die Aktion von „Wir zusammen“ im Mai vergangenen Jahres, als wir mit der Hilfe von Peter Steger für zehn kinderreiche Familien Essen aus den besten Restaurants Wladimir bestellen konnten. Siehe: https://is.gd/cQwMzD

Michail Mojsejantschik

Hier noch die Links zu drei TV-Reportagen über die Aktion: https://is.gd/LNMhLg https://is.gd/lvYxY3 https://is.gd/O8gWvj

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30 Jahre ist es nun her, seit Ansbach, Hauptstadt von Mittelfranken, sich der Erlanger Aktion „Hilfe für Wladimir“ anschloß und das Kinderkrankenhaus unterstützte.

Karl Hanneder, Peter Steger und Igor Schamow; im Hintergrund links Wladimir Weretennikow, der damalige Wirtschaftsreferent und stellv. Bürgermeister von Wladimir

Nun berichtete gestern die Fränkische Landeszeitung – Dank an Dieter Kümpers für die Zusendung des Artikels! – noch einmal über jene Gemeinschaftsinitiative der beiden Städte in Zusammenarbeit mit dem BRK Erlangen-Höchstadt, eine Reportage, die im Rückblick noch einmal erlebbar macht, was damals für Kraftakte geleistet wurden.

Auch wenn es im Rahmen dieser Aktion leider nicht zu einer weiteren fränkisch-russischen Städtepartnerschaft kam, entstanden doch zwischenmenschliche Kontakte, die bis heute nachwirken. Lesen Sie dazu den nun auch schon wieder fast fünf Jahre alten Bericht im Blog: https://is.gd/BFOhAT

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Der Blog berichtete bereits mehrfach über die „Fernhilfe“ aus Wladimir für Menschen, die besonders unter den Corona-Einschränkungen leiden. Hierzu u.a. https://is.gd/Q3mn9B. Nun erreichte die Redaktion folgender Dankbrief einer älteren Dame:

Teilnehmerinnen an der Hilfsaktion

Bevor ich über mich selbst schreibe, möchte ich Ihnen von ganzem Herzen für diese große und so willkommene Hilfe danken. Ein großes Dankeschön für die materielle wie moralische Unterstützung. Ich brauchte gerade beides, und Sie haben mir ein Fest bereitet!

Doch nun kurz zu mir: Da mir der Brief gewisse Grenzen vorgibt, schreibe ich nur über die wichtigsten Dinge, obwohl jeder Autor ein ganzes Buch über mein langes und recht schweres Leben verfassen könnte. Ich heiße Ljubow Suchowa und wurde im Januar 1935 in einem Dorf der Region Wladimir geboren, ich bin also schon 85 Jahre alt. Meine Eltern waren Bauern und zogen im Herbst jenes Jahres nach Moskau. So lebte ich also seit meinem neunten Monat bis ich achtzehneinhalb Jahre alt war in der Hauptstadt. Ich beendete dort meine Ausbildung zur Bibliothekarin und wurde mit vier weiteren Mädchen nach Sachalin entsandt. Dort arbeitete ich vier Jahre in der Bibliothek der Kleinstadt Boschnjakowo, dort heiratete ich, brachte einen Sohn zur Welt, und wir zogen nach Wladimir, wo ich seit 1958 lebe. Den Sohn erzog ich seit seinem fünften Lebensjahr allein, der jetzt 63 Jahre alt und ebenso wie ich nach seinem dritten Schlaganfall behindert ist.

Wollte ich mein ganzes Leben beschreiben, würden keine zehn Seiten ausreichen. Ich lebe allein in einer Einzimmerwohnung. Ich habe zwei Enkel und drei Urenkel, zwei Mädchen von drei und fünf Jahren und einen Jungen, der im Juni zwei wird. Vor dem Unglück mit dem Corona-Virus bekam ich, wenn auch nicht häufig, so doch immer wieder Besuch von der Familie. Und es war immer eine große Freude, sie alle zu sehen, besonders die Kleinen. 2018 ereilte mich ein Unglück, ich stürzte und erlitt einen Oberschenkelhalsbruch. Mit viel Mühe setzte mein Sohn durch, daß man mich operierte. Den Eingriff übernahm Dr. Wolkow, dem ich bis heute dankbar bin, weil ich mich, wenn auch mühselig, so doch mit Krücken im Zimmer bewegen kann. Seit zwei Jahren komme ich nicht mehr aus der Wohnung, obwohl ich mich einfach nicht daran gewöhnen kann, zu Hause zu sitzen. Allerdings ging ich schon vor dem Sturz am Stock, nachdem ich mit 70 Jahren einen schweren Schlaganschlag mit einer rechtsseitigen Lähmung erlitten hatte. Auch damals hatte ich großes Glück mit dem behandelnden Arzt, der mich sozusagen aus jener Welt zurückholte. 2019 war ich dann wieder dem Tod sehr nah. Als ich schon einigermaßen an Krücken laufen gelernt hatte, bildete sich ein Lungenödem. Bevor ich das Bewußtsein verlor, konnte ich gerade noch meine Nachbarin anrufen und ihr sagen: „Lena, ich sterbe.“ Sie hatte einen Schlüssel zu meiner Wohnung, sie rief die Sanitäter und verständigte meinen Sohn. Dann wiederbelebte man mich einen ganze Stunde, da ich einen Herzstillstand hatte. Ich kam dann wieder zu mir, doch seither verschlechtert sich meine Gesundheit zusehends.

Ich komme aus dem Staunen nicht heraus, warum ich so lange lebe. Mütterlicherseits hatten nämlich alle ein kurzes Leben, und ich habe jetzt schon zwei Schlaganfälle und drei schwere Operationen hinter mir, seit meiner Kindheit leide ich an Arthritis und Schuppenflechte, ich höre nur auf einem Ohr (wegen einer Entzündung wurde der Schädel geöffnet), ich bin kurzsichtig und hatte schon jede Menge anderer Erkrankungen und Brüche. Jetzt leide ich nicht nur Schmerzen, sondern habe auch einen Juckreiz, gegen das keines der vielen Medikamente hilft, die ich schon ausprobiert habe. Wahrscheinlich lebe ich nur so lange, weil ich so lebensfroh und vielseitig interessiert bin. Am meisten wünsche ich mir, daß die Menschen aufhören, einander zu bekriegen, daß in allen Ländern der Welt die Waffen abgeschafft und alle Kämpfe auf das Schachbrett und den sportlichen Wettstreit verlagert werden.

Ich erinnere mich an Anfang und Ende des Zweiten Weltkriegs nicht nur aus Filmen. Ich weiß noch, wie meine Mama meine jüngere Schwester und mich packte und im Laufschritt in den Luftschutzkeller brachte, sobald das Sirenengeheul erklang und der Radiosprecher, Jurij Lewitan, ankündigte: „Bürger, Luftalarm!“ Mein Vater kehrte 1943 an Krücken von der Front zurück. Er hatte zwei Verwundungen, wurde mit fünf Orden ausgezeichnet und war besonders stolz auf die Medaille „Für Heldenmut“. Zwei meiner Onkel mütterlicherseits kamen an der Front ums Leben, der dritte galt als vermißt, und seine Frau wartete zehn Jahre auf ihn. Der Sohn war erst zwei Jahre alt und erinnerte sich später nicht mehr an den Vater, während ich Onkel Wanja noch vor Augen habe, denn ich war damals ja schon sechs Jahre alt.

1974 nahm ich an einer touristischen Reise in die DDR teil. Wir waren in vielen Städten, am meisten aber gefielen mir Berlin und Dresden, sehr schöne und saubere Städte. Gar nicht vorzustellen, daß die Alliierten die Stadt am Ende des Krieges kurz und klein bombardierten. Wozu?!

Den größten Teil meines Lebens war ich Sowjetbürgerin und wurde also im Geist des Internationalismus und Patriotismus erzogen. Bis heute liebe ich mein Land und bin stolz auf mein Rußland.

Nochmals danke für Ihre Wohltaten. Mit den besten Wünschen an Sie und einem Gruß an Erlangen verbleibe ich Ihre Ljubow Suchowa

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Vorgestern erschien auf der Homepage der Allrussischen Volksfront ein Artikel über eine Aktion, die im Blog bereits Gegenstand der Berichterstattung war, hier nun aber in einen größeren Zusammenhang gestellt wird.

Zehn Familien in der Region Wladimir erhielten dank dem ehrenamtlichen Team der Aktion „Wir Gemeinsam“ #МыВместе und regionalen gemeinnützigen Organisationen in Zusammenarbeit mit Peter Steger, Beauftragter für die Partnerschaft zwischen Wladimir und der deutschen Stadt Erlangen, gezielte humanitäre Hilfe in Form von Lebensmittelpaketen.

Unsere Städte verbinden jahrzehntelange enge Verbindungen. Derzeit befindet Peter sich in häuslicher Quarantäne* in Erlangen, von wo aus er unter anderem die Lage in Wladimir verfolgt, das ihm zur zweiten Heimat geworden ist. Wir zitieren ihn hier:

Der Corona-Virus betrifft uns alle. Jeder erlebt diese Zeit auf ganz eigene Weise. Die einen fühlen sich einsam und isoliert, aus ihrem gewohnten Leben gerissen. Andere erfahren das Phänomen der zweiten Luft, sie kümmern sich um ihre Nächsten, arbeiten ehrenamtlich und helfen in Not geratenen Menschen. Wieder andere erinnern sich daran, daß sie auch schon andere Zeiten durchmachen mußten, viel schlimmere als jetzt in der Pandemie.

Dieser Aufruf half, die Bemühungen von gemeinnützigen Organisationen und dem Ehrenamtsteam zu bündeln und Möglichkeiten sowie Mittel zu finden, um notleidenden kinderreichen Familien die helfende Hand zu reichen. Der Hotel- und Gaststättenverband der Region Wladimir übergab nun zusammen mit dem Wohltätigkeitsfond „Offene Herzen“, die auf Anweisung des Gouverneurs Menschen in der Region gezielte Hilfe zukommen läßt, und mit Freiwilligen an zehn kinderreiche Familien in Wladimir Hygieneartikel, Lebensmittel und Mittel zum individuellen Infektionsschutz.

Viele von uns, die ein gewisses Einkommen und ihren Lebensstandard haben, denken oft gar nicht darüber nach, daß im benachbarten Haus, Block oder sogar in der Nachbarswohnung Menschen recht ärmlich leben können, die sich nicht einmal die allerwichtigsten Dinge leisten können. Dabei sind sie zu stolz, um sich ihre Armut anmerken zu lassen oder gar jemanden um Hilfe zu bitten. Das sollten wir nie vergessen und deshalb als erste die Hand zur Hilfe ausstrecken.

Anna Schukowa, Teilnehmerin an der Aktion „Wir Gemeinsam“ #МыВместе und Präsidentin des Hotel- und Gaststättenverbands der Region Wladimir

Anna Schukowa bei der Übergabe eines Hilfspakets

Dies ist längst nicht die einzige Aktion gemeinnütziger Organisationen während der vergangenen zweieinhalb Monate, seit das Ehrenamtsteam vor allem alten und in ihrer Mobilität eingeschränkten Menschen hilft. Diese Hilfe für Bedürftige soll auch nach Ablauf der Einschränkungen durch die Quarantäne fortgesetzt werden.

Wir freuen uns darüber, wie gemeinnützige Organisationen sich der Aktion „Wir Gemeinsam“ #МыВместе anschließen. Besonders froh sind wir über die aktiven und energiegeladenen Leute, die sich in dieser schwierigen Zeit tatsächlich von ihrer besten Seite zeigen.

Wiktoria Deripasko, Teilnehmerin der Aktion „Wir Gemeinsam“ #МыВместе, Vorsitzende des regionalen Wladimirer Exekutivkomitees der Allrussischen Volksfront

Wiktoria Deripasko

Die Aktion „Wir Gemeinsam“ #МыВместе wird in allen Regionen des Landes durchgeführt. Die Hotline ist rund um die Uhr unter 8 (800) 200-34-11 erreichbar. Freiwillige helfen alten und in ihrer Mobilität eingeschränkten Menschen dabei, Lebensmittel und Medikamente zu kaufen, den Müll wegzubringen, die Nebenkosten zu bezahlen. Außerdem verteilen sie kostenlose Lebensmittelpakete an bedürftige Menschen, geben am Telephon psychologische und juristische Auskunft, unterstützen das medizinische Personal. Seine Hilfe anbieten oder Freiwilliger werden können alle, wenn sie die Hotline anrufen oder sich auf folgender Homepage registrieren: мывместе2020.рф

Zum Originalartikel auf der Homepage der Allrussischen Volksfront geht es hier: https://is.gd/q1tylH

* Anmerkung: Der Partnerschaftsbeauftragte befindet sich natürlich nicht in der häuslichen Quarantäne, die im Russischen als „Selbstisolation“ bezeichnet wird. Er erfreut sich bester Gesundheit und geht im Rathaus seiner Arbeit nach.

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Ein einziges Bild zeigt, wie anders heuer der Tag des Sieges in Wladimir begangen wurde.

Oberstadtdirektor Andrej Schochin, Weltkriegsveteran Nikolaj Schtschelkonogow und Oberbürgermeisterin Olga Dejewa

Aber auch für all die Tausende, die ansonsten auf dem Platz des Sieges gestanden oder die Straßen gesäumt und an den Massenveranstaltungen teilgenommen hätten, verlief der 75. Jahrestag des Kriegsendes ganz anders als sonst: zu Hause, in Quarantäne, mit nur wenig Kontakt nach draußen und – besonders im Fall von kinderreichen Familien oder alten Menschen – oft auch in schierer materieller Not. Diese zu lindern sind derzeit Freiwilligentrupps unterwegs, die von Tür zu Tür gehen, um Essenspakete zu verteilen und Zuspruch zu geben.

Michail Mojsejantschik

Einer dieser Helfer und Tröster in Zeiten von Corona ist Michail Mojsejantschik, der hier im Blog mit seiner Aktion bereits vorgestellt wurde: https://is.gd/MHecfm

Sein Bericht von einer alten Frau, die er dieser Tage fast ohnmächtig vor Hunger vorgefunden habe, gab den Anstoß für eine Gemeinschaftsaktion: Mit einem Zuschuß der Stadt Erlangen in Höhe von 1.500 Euro kochte das Hotel Wosnessenskaja Sloboda unter Leitung von Anna Schukowa ein Festessen, das von den jungen Leuten um Michail Mojsejantschik an bedürftige Familien und Weltkriegsveteranen verteilt wurde.

Von dieser humanitären Geste der Partnerschaft berichtet der Regionalsender Gubernia 33 in folgender Sendung.

Bleibt noch die traurige Corona-Statistik nachzutragen: Mittlerweile sind, Stand 11. Mai, 10.00 Uhr 1.326 Menschen in der Region Wladimir infiziert, 249 davon in der Partnerstadt,  15 Personen verstarben, 100 gelten als genesen.

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Wenn der Advent eingeläutet wird, ist es in der Redaktion des Blogs, als erklänge die Pawlow’sche Glocke. Da ist kein Halten mehr, die ansonsten lustlosesten und trägsten Mitglieder melden sich plötzlich freiwillig für die Berichterstattung über den Pausenverkauf in der Heinrich-Kirchner-Schule. Kein Zweifel, es handelt sich im Kollegium um den beliebtesten Termin im Jahreskreis. Und das nicht von ungefähr.

Anno 2000 war es, als Christine Delfs zum ersten Mal ihre Aktion mit einer ihrer Klassen durchführte und aufforderte, das Taschengeld für das Kinderkrankenhaus in Wladimir zu spenden. Später entstand die Idee, für die kleinen Patienten in der russischen Partnerstadt einen Verkauf von Süßigkeiten und Leckereien in der Pause zu veranstalten. Und so gingen Jahr für Jahr zwischen 150 und 270 Euro von den Kindern zu den Kindern. Bis im Juli die Lehrerin in den Ruhestand trat – und nicht so ganz klar war, wie und ob ihre Aktion weiterhin bestehen würde.

Helga Corpus und Ulrike Rascher

Doch an dieser Grundschule geschah etwas, das alles andere als selbstverständlich ist. Die Idee blieb nicht unlösbar mit einer Person verbunden, sondern sie wurde weitergegeben an zwei Kolleginnen, Ulrike Rascher und Helga Corpus, die nun mit ihren zweiten Klassen den Pausenverkauf zu Gunsten des Kinderkrankenhauses Wladimir fortsetzen. Zunächst ganz nach dem Muster von Christine Delfs, aber auch schon mit ersten Neuerungen.

Die Kinder nämlich sind um zwei Jahrgangsstufen jünger und bedürfen einer noch besseren Vorbereitung und Anleitung. Doch da scheint alles gelungen. Die Preise wurden aufgerundet, damit sich niemand verrechnet, die ersten Klassen haben den Vortritt, damit sie nicht im Pulk der 250 Kinder untergehen, und die Unterstützung durch die Eltern ist etwas deutlicher sichtbar als früher.

Aber die Begeisterung ist die gleiche, und die Phantasie kennt bei den Plakaten keine Grenzen.

Der Termin für die Übergabe der Einnahmen steht übrigens auch schon: der 27. Januar. Und dann geht die Aktion in ihr zwanzigstes Jahr. Zu dem Jubiläum hat sich die Redaktionsleitung eine Überraschung ausgedacht. Die freiwilligen Meldungen zur Berichterstattung gehen bereits ein. Süßer die Pawlow’schen Glocken nie klingen.

 

 

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Unlängst kam Wolfram Howein von seiner jüngsten Reise in die Partnerstadt zurück, wo er als stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins Rotes Kreuz Wladimir auch an einer Veranstaltung teilnahm. Hier nun sein Bericht dazu:

Ich war zu der Jahresversammlung eines physiotherapeutischen Informationskreises eingeladen, der von sozialen Organisationen der Region Wladimir und dem Roten Kreuz veranstaltet wurde. Das Publikum im Saal (ich schätze, etwa 80 Personen) bestand aus Mitarbeitern der Veranstalter, Angehörigen pflegeberdürftiger Personen und aus Behinderten, die noch ausreichend mobil waren. Auch ein regionaler Fernsehsender war zugegen und hat u.a. auch mich befragt.

Irina Sokolowa, die Vorsitzende des Roten Kreuzes der Region Wladimir, begrüßte die Anwesenden und übergab dann Prüfungszertifikate an sechs freiwillige Helferinnen des RK Wladimir. Die sechs Damen kommen aus dem Kreise der „Silbersträhnen“, sind also Rentnerinnen, die sich ehrenamtlich bei der ambulanten Pflege engagieren. In Rußland geht natürlich nichts ohne Zertifikat, also wurde die Frauen nach Besuch einen Kurses interaktiv durch das RK in Sankt Petersburg geprüft und zertifiziert. Nur acht von 14 Teilnehmerinnen haben die Prüfung bestanden, ein Zeichen; es handelte sich also durchaus um ein ernsthaftes Unterfangen. Im Anschluß daran erhielt ich dann auch noch eine Dankesurkunde aus der Hand von Frau Sokolowa.

Irina Sokolowa und Wolfram Howein

Ich habe anschließend den zweiten Teil unserer Spende an Olga Antropowa, die Leiterin des Wladimirer Ortsverbands des Roten Kreuzes, übergeben, die dann ihrerseits die bisher mit Hilfe unserer Spenden gekauften Objekte dem Publikum sehr geschickt und eindrucksvoll vorführte.

Olga Antropowa

Die Reaktion des Publikums und deren Fragen zeigte, welch ein Informationsbedarf hier offenbar besteht. Und welch ein Potential für eine weitere Zusammenarbeit…

Wolfram Howein

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Im Blogbeitrag vom letzten Donnerstag https://is.gd/eFamCl berichtete Ute Schirmer u.a. auch von unserem gemeinsamen Besuch im Wladimirer Psychoneurologischen Heim und dem Treffen mit dem Dichter Stanislaw Katkow. Leider ohne Photos. Ute bat mich, meine Aufnahmen vom Besuch der Einrichtung dem Blog zur Verfügung zu stellen, was hiermit geschieht.

Prospekt des Altenheims

Ich selbst war von dem „Internat“, wie man es auf Russisch nennt, mehr als positiv überrascht. Deshalb habe ich noch einige Photos vom Hausprospekt mit aufgenommen. Bisher kannte ich ähnliches nur von der Kinderpsychiatrie, in die mich Tatjana Parilowa vor zehn Jahren mitnahm, weil sie dort Musiktherapie anbot. Und vor vier Jahren hatte ich Gelegenheit, das Kinderkrankenhaus detailliert kennenzulernen.

Aus dem Prospekt

Diesmal also das Psychoneurologische Internat. Das Angebot an die Bewohner könnte nicht vielseitiger sein. Zur Zeit unseres Besuches fand gerade eine kleine Musik- und Tanzdarbietung statt.

In der Aula

Viele andere Talente werden gefördert. Und so verfaßt hier auch Stanislaw Katkow, der nicht mehr schreiben und sich nur mit für uns unverständlichen Lauten äußern kann, seine Gedichte. Seine Frau muß eine besondere Begabung des Verständnisses haben, um seine lyrischen Gedanken zu Papier zu bringen. Das war denke ich, für uns alle, eine Begegnung, die lange nachwirkt.

Stanislaw Katkow, Tatjana Kolesnikowa (Deutschdozentin aus dem Erlangen-Haus), Ute Schirmer und Hans Gruß

Die Ordnung und Sauberkeit innerhalb und außerhalb der Gebäude ist vorbildlich. Nicht umsonst ist ein Platz in diesem Heim sehr begehrt. Es steht nicht nur den Bürgern der Stadt Wladimir offen , sondern allen aus der ganzen Region.

Irina Morosowa, Tatjana Kolesnikowa und Ute Schirmer

Die Direktorin, Irina Morosowa, führt eine sehr moderne und menschliche Institution, und sie wurde bei unserem Rundgang oft erfreut angesprochen und geherzt. Chapeau! Die beiliegenden Photos mögen sprechen.

Hans Gruß

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Mit 110 Jahren ist die Fachschule für Pflegeberufe die älteste Ausbildungseinrichtung in Wladimir. Hier erhalten im Verlauf von drei Jahren mehr als einhundert junge Leute die praktischen und theoretischen Voraussetzungen, um an Krankenhäusern im ganzen Land zu arbeiten.

In diesen Tagen beginnt schon einmal der Probelauf zum Jubiläum, das man im Herbst feierlich begehen will. Nicht nur mit einem stolzen Blick in die Vergangenheit, sondern auch mit der Zuversicht, dann bereits einen Austausch mit der Berufsfachschule für Krankenpflege und Krankenpflegehilfe am Malteser Waldkrankenhaus aufgenommen zu haben. Erste Kontakte in diese Richtung sind bereits vielversprechend geknüpft.

Damit das auch so richtig gelingen möge, gibt es schon ein Maskottchen. Nicht von ungefähr mit dem roten Kreuz geschmückt, denn die stellvertretende Leiterin des Instituts, Olga Antropowa, fungiert ehrenamtlich als Vorsitzende des Wladimirer Ortsverbands des Roten Kreuzes, der ja bereits seit 1990 mit Erlangen zusammenarbeitet und derzeit neue Projekte vorbereitet. Aber davon und vom andern Thema später mehr.

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Eine ganze Unterrichtsstunde lang mußte sich gestern morgen der Gast aus dem Rathaus den Fragen – schön durchnumeriert und immer fein der Reihe nach, obwohl natürlich auch Zwischenmeldungen erlaubt waren – der Klasse 4c an der Heinrich-Kirchner-Schule stellen, bevor die Prüfungskommission ihm einmütig das „Bestanden“ bescheinigte und einen Umschlag mit 270 Euro überreichte, nicht als Leistungsprämie, sondern als Spende für das Kinderkrankenhaus Wladimir. Ins zwanzigste Jahr geht diese Initiative von Christine Delfs nun schon: Zunächst zwackten ihre Schulkinder für die kleinen Patienten in der Partnerstadt etwas von ihrem Weihnachtstaschengeld ab, später kam der Grundschullehrerin die Idee, die Spende alle Jahre wieder im Advent mit einem Pausenverkauf von Süßem und Köstlichem aus der elterlichen Küche „zu erarbeiten“. Und nun also der Erlös aus der Aktion vom Dezember vergangenen Jahres.

Christine Delfs und ihre 4c

Eine der 24 Fragen nach dem Wohl und Wehe der kranken Kinder in Wladimir lautete übrigens, ob es auch in der Partnerstadt Menschen gebe, die dem Krankenhaus helfen. Die gibt es dort natürlich auch, ja, aber es können nie genug sein. Und daß es bald mehr werden, dafür will sogar die hohe Politik sorgen. Als nämlich vor kurzem Gouverneur Wladimir Sipjagin die Klinik besuchte, berichtete ihm die ärztliche Direktorin, Swetlana Makarowa, von den Spenden der Erlanger Schüler, was den Landesvater derart beeindruckte, daß er spontan zusagte, ähnliche Aktionen auch in Wladimir unterstützen zu wollen. So könnte die Heinrich-Kirchner-Schule auch in der Partnerschaft Schule machen. Danke und спасибо!

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