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Archive for the ‘Humanitäre Hilfe / Rot-Kreuz-Zentrum’ Category


Wenn der Advent eingeläutet wird, ist es in der Redaktion des Blogs, als erklänge die Pawlow’sche Glocke. Da ist kein Halten mehr, die ansonsten lustlosesten und trägsten Mitglieder melden sich plötzlich freiwillig für die Berichterstattung über den Pausenverkauf in der Heinrich-Kirchner-Schule. Kein Zweifel, es handelt sich im Kollegium um den beliebtesten Termin im Jahreskreis. Und das nicht von ungefähr.

Anno 2000 war es, als Christine Delfs zum ersten Mal ihre Aktion mit einer ihrer Klassen durchführte und aufforderte, das Taschengeld für das Kinderkrankenhaus in Wladimir zu spenden. Später entstand die Idee, für die kleinen Patienten in der russischen Partnerstadt einen Verkauf von Süßigkeiten und Leckereien in der Pause zu veranstalten. Und so gingen Jahr für Jahr zwischen 150 und 270 Euro von den Kindern zu den Kindern. Bis im Juli die Lehrerin in den Ruhestand trat – und nicht so ganz klar war, wie und ob ihre Aktion weiterhin bestehen würde.

Helga Corpus und Ulrike Rascher

Doch an dieser Grundschule geschah etwas, das alles andere als selbstverständlich ist. Die Idee blieb nicht unlösbar mit einer Person verbunden, sondern sie wurde weitergegeben an zwei Kolleginnen, Ulrike Rascher und Helga Corpus, die nun mit ihren zweiten Klassen den Pausenverkauf zu Gunsten des Kinderkrankenhauses Wladimir fortsetzen. Zunächst ganz nach dem Muster von Christine Delfs, aber auch schon mit ersten Neuerungen.

Die Kinder nämlich sind um zwei Jahrgangsstufen jünger und bedürfen einer noch besseren Vorbereitung und Anleitung. Doch da scheint alles gelungen. Die Preise wurden aufgerundet, damit sich niemand verrechnet, die ersten Klassen haben den Vortritt, damit sie nicht im Pulk der 250 Kinder untergehen, und die Unterstützung durch die Eltern ist etwas deutlicher sichtbar als früher.

Aber die Begeisterung ist die gleiche, und die Phantasie kennt bei den Plakaten keine Grenzen.

Der Termin für die Übergabe der Einnahmen steht übrigens auch schon: der 27. Januar. Und dann geht die Aktion in ihr zwanzigstes Jahr. Zu dem Jubiläum hat sich die Redaktionsleitung eine Überraschung ausgedacht. Die freiwilligen Meldungen zur Berichterstattung gehen bereits ein. Süßer die Pawlow’schen Glocken nie klingen.

 

 

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Unlängst kam Wolfram Howein von seiner jüngsten Reise in die Partnerstadt zurück, wo er als stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins Rotes Kreuz Wladimir auch an einer Veranstaltung teilnahm. Hier nun sein Bericht dazu:

Ich war zu der Jahresversammlung eines physiotherapeutischen Informationskreises eingeladen, der von sozialen Organisationen der Region Wladimir und dem Roten Kreuz veranstaltet wurde. Das Publikum im Saal (ich schätze, etwa 80 Personen) bestand aus Mitarbeitern der Veranstalter, Angehörigen pflegeberdürftiger Personen und aus Behinderten, die noch ausreichend mobil waren. Auch ein regionaler Fernsehsender war zugegen und hat u.a. auch mich befragt.

Irina Sokolowa, die Vorsitzende des Roten Kreuzes der Region Wladimir, begrüßte die Anwesenden und übergab dann Prüfungszertifikate an sechs freiwillige Helferinnen des RK Wladimir. Die sechs Damen kommen aus dem Kreise der „Silbersträhnen“, sind also Rentnerinnen, die sich ehrenamtlich bei der ambulanten Pflege engagieren. In Rußland geht natürlich nichts ohne Zertifikat, also wurde die Frauen nach Besuch einen Kurses interaktiv durch das RK in Sankt Petersburg geprüft und zertifiziert. Nur acht von 14 Teilnehmerinnen haben die Prüfung bestanden, ein Zeichen; es handelte sich also durchaus um ein ernsthaftes Unterfangen. Im Anschluß daran erhielt ich dann auch noch eine Dankesurkunde aus der Hand von Frau Sokolowa.

Irina Sokolowa und Wolfram Howein

Ich habe anschließend den zweiten Teil unserer Spende an Olga Antropowa, die Leiterin des Wladimirer Ortsverbands des Roten Kreuzes, übergeben, die dann ihrerseits die bisher mit Hilfe unserer Spenden gekauften Objekte dem Publikum sehr geschickt und eindrucksvoll vorführte.

Olga Antropowa

Die Reaktion des Publikums und deren Fragen zeigte, welch ein Informationsbedarf hier offenbar besteht. Und welch ein Potential für eine weitere Zusammenarbeit…

Wolfram Howein

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Im Blogbeitrag vom letzten Donnerstag https://is.gd/eFamCl berichtete Ute Schirmer u.a. auch von unserem gemeinsamen Besuch im Wladimirer Psychoneurologischen Heim und dem Treffen mit dem Dichter Stanislaw Katkow. Leider ohne Photos. Ute bat mich, meine Aufnahmen vom Besuch der Einrichtung dem Blog zur Verfügung zu stellen, was hiermit geschieht.

Prospekt des Altenheims

Ich selbst war von dem „Internat“, wie man es auf Russisch nennt, mehr als positiv überrascht. Deshalb habe ich noch einige Photos vom Hausprospekt mit aufgenommen. Bisher kannte ich ähnliches nur von der Kinderpsychiatrie, in die mich Tatjana Parilowa vor zehn Jahren mitnahm, weil sie dort Musiktherapie anbot. Und vor vier Jahren hatte ich Gelegenheit, das Kinderkrankenhaus detailliert kennenzulernen.

Aus dem Prospekt

Diesmal also das Psychoneurologische Internat. Das Angebot an die Bewohner könnte nicht vielseitiger sein. Zur Zeit unseres Besuches fand gerade eine kleine Musik- und Tanzdarbietung statt.

In der Aula

Viele andere Talente werden gefördert. Und so verfaßt hier auch Stanislaw Katkow, der nicht mehr schreiben und sich nur mit für uns unverständlichen Lauten äußern kann, seine Gedichte. Seine Frau muß eine besondere Begabung des Verständnisses haben, um seine lyrischen Gedanken zu Papier zu bringen. Das war denke ich, für uns alle, eine Begegnung, die lange nachwirkt.

Stanislaw Katkow, Tatjana Kolesnikowa (Deutschdozentin aus dem Erlangen-Haus), Ute Schirmer und Hans Gruß

Die Ordnung und Sauberkeit innerhalb und außerhalb der Gebäude ist vorbildlich. Nicht umsonst ist ein Platz in diesem Heim sehr begehrt. Es steht nicht nur den Bürgern der Stadt Wladimir offen , sondern allen aus der ganzen Region.

Irina Morosowa, Tatjana Kolesnikowa und Ute Schirmer

Die Direktorin, Irina Morosowa, führt eine sehr moderne und menschliche Institution, und sie wurde bei unserem Rundgang oft erfreut angesprochen und geherzt. Chapeau! Die beiliegenden Photos mögen sprechen.

Hans Gruß

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Mit 110 Jahren ist die Fachschule für Pflegeberufe die älteste Ausbildungseinrichtung in Wladimir. Hier erhalten im Verlauf von drei Jahren mehr als einhundert junge Leute die praktischen und theoretischen Voraussetzungen, um an Krankenhäusern im ganzen Land zu arbeiten.

In diesen Tagen beginnt schon einmal der Probelauf zum Jubiläum, das man im Herbst feierlich begehen will. Nicht nur mit einem stolzen Blick in die Vergangenheit, sondern auch mit der Zuversicht, dann bereits einen Austausch mit der Berufsfachschule für Krankenpflege und Krankenpflegehilfe am Malteser Waldkrankenhaus aufgenommen zu haben. Erste Kontakte in diese Richtung sind bereits vielversprechend geknüpft.

Damit das auch so richtig gelingen möge, gibt es schon ein Maskottchen. Nicht von ungefähr mit dem roten Kreuz geschmückt, denn die stellvertretende Leiterin des Instituts, Olga Antropowa, fungiert ehrenamtlich als Vorsitzende des Wladimirer Ortsverbands des Roten Kreuzes, der ja bereits seit 1990 mit Erlangen zusammenarbeitet und derzeit neue Projekte vorbereitet. Aber davon und vom andern Thema später mehr.

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Eine ganze Unterrichtsstunde lang mußte sich gestern morgen der Gast aus dem Rathaus den Fragen – schön durchnumeriert und immer fein der Reihe nach, obwohl natürlich auch Zwischenmeldungen erlaubt waren – der Klasse 4c an der Heinrich-Kirchner-Schule stellen, bevor die Prüfungskommission ihm einmütig das „Bestanden“ bescheinigte und einen Umschlag mit 270 Euro überreichte, nicht als Leistungsprämie, sondern als Spende für das Kinderkrankenhaus Wladimir. Ins zwanzigste Jahr geht diese Initiative von Christine Delfs nun schon: Zunächst zwackten ihre Schulkinder für die kleinen Patienten in der Partnerstadt etwas von ihrem Weihnachtstaschengeld ab, später kam der Grundschullehrerin die Idee, die Spende alle Jahre wieder im Advent mit einem Pausenverkauf von Süßem und Köstlichem aus der elterlichen Küche „zu erarbeiten“. Und nun also der Erlös aus der Aktion vom Dezember vergangenen Jahres.

Christine Delfs und ihre 4c

Eine der 24 Fragen nach dem Wohl und Wehe der kranken Kinder in Wladimir lautete übrigens, ob es auch in der Partnerstadt Menschen gebe, die dem Krankenhaus helfen. Die gibt es dort natürlich auch, ja, aber es können nie genug sein. Und daß es bald mehr werden, dafür will sogar die hohe Politik sorgen. Als nämlich vor kurzem Gouverneur Wladimir Sipjagin die Klinik besuchte, berichtete ihm die ärztliche Direktorin, Swetlana Makarowa, von den Spenden der Erlanger Schüler, was den Landesvater derart beeindruckte, daß er spontan zusagte, ähnliche Aktionen auch in Wladimir unterstützen zu wollen. So könnte die Heinrich-Kirchner-Schule auch in der Partnerschaft Schule machen. Danke und спасибо!

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Es gibt wahrhaftig viele schöne Termine im Partnerschaftsjahr, aber unter all den beglückenden Begegnungen gehört seit 1999 immer im Advent die Aktion der Heinrich-Kirchner-Schule.

Pausenverkauf in der Heinrich-Kirchner-Schule

Christine Delfs hatte damals die Idee, mit ihrer Klasse etwas für das Kinderkrankenhaus in Wladimir zu tun. Was zunächst mit einer Taschengeldspende begann, wandelte sich später in einen Pausenverkauf, dessen Erlös dann in die Partnerstadt geht.

Pausenverkauf in der Heinrich-Kirchner-Schule

Gestern war es wieder so weit: Überall in den Gängen und Fluren hingen die selbstgestalteten Plakate, die Eltern hatten fleißig gebacken und gekocht, und der Hunger in der ersten Pause war ebenso groß wie die Auswahl.

Heute schon, so berichtet Christine Delfs, bringen die Kinder all das gezählte Kleingeld zur Bank, lassen es dort in größere Scheine wechseln und übergeben es dann im Januar, wenn Wladimir auf dem Stundenplan steht, dem Partnerschaftsbeauftragten zur Weiterleitung an das Krankenhaus.

Kasse machen für die kranken Kinder von Wladimir

So schön also dieses Partnerschaftsjahr endet, so schön wird es bald schon wieder beginnen. So macht helfen Freude.

So lecker!

Wer, wenn nicht Johann Wolfgang von Goethe fände dafür in einem Brief an Charlotte von Stein die richtigen Worte: „Auf diesem beweglichen Erdball ist doch nur in der wahren Liebe, der Wohltätigkeit und den Wissenschaften die einzige Freude und Ruhe.“

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Seit zwanzig Jahren gibt es nun schon den Förderverein für das Rote Kreuz in Wladimir, ein Jahrzehnt schon sind in dessen Vorstand Barbara Wittig, zuständig für die Finanzen, und Gründungsmitglied Jürgen Üblacker als Schriftführer tätig. Beide wurden gestern bei der Mitgliederversammlung für weitere vier Jahre im Amt bestätigt, ebenso wie Melitta Schön als Vorsitzende und Wolfram Howein als ihr Stellvertreter.

Melitta Schön, Wolfram Howein, Barbara Wittig und Jürgen Üblacker

Einen kleinen Grund zu feiern gibt es auch vor Ort in Wladimir. Es besteht nämlich Aussicht auf die langersehnten Räumlichkeiten, in denen das Rote Kreuz, unweit des Zentrums der Partnerstadt, die geplanten Kurse für Ehrenamtliche aufnehmen kann, die in der häuslichen Pflege ausgebildet werden sollen. Wenn alles nach Plan laufen sollte, könnte das neue Domizil der Organisation schon im nächsten Jahr eröffnet werden. Dann kann auch der Verein in Erlangen seine Arbeit wieder aufnehmen und finanziell wie organisatorisch Unterstützung leisten.

Siehe auch: https://is.gd/5BKqfe

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