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Archive for the ‘Humanitäre Hilfe / Rot-Kreuz-Zentrum’ Category


Das Rote Kreuz Wladimir

An einem schönen Spätsommertag präsentierten Wladimirer Vereine aus Sport und Kultur sowie ethnische Minderheiten und diverse Bildungseinrichtungen ihre Aktivitäten und Projekte. Am Stand des Wladimirer medizinischen Kollegs traf ich auch Olga Antropowa, die Vorsitzende des Roten Kreuzes, mit Studenten ihrer Berufsfachschule, z. T. auch mit T-Shirts vom Roten Kreuz. Die Vielfalt an Ständen und Informationen zeigt mir, welch hohen Stellenwert ehrenamtliches Engagement inzwischen auch in der Partnerstadt hat.

Rot-Kreuz-Jugend mit Olga Antropowa

Meine konkreten Gespräche mit dem Roten Kreuz fanden in der Wladimirer Berufsfachschule für Medizin statt. Zu dem Treffen kam dann auch die Direktorin, Inna Morosowa, dazu. In diesem Institut unterrichtet auch Olga Antropowa und rekrutiert junge Leute als freiwillige Helfer für das Rote Kreuz. Konkret ging es bei unserem Gespräch um das Projekt „Silbersträhnen“, in dem ältere Wladimirer Bürger als ehrenamtliche Helfer zur Unterstützung und Anleitung von Angehörigen schwerkranker Menschen gewonnen werden sollen. Dieses Projekt soll der Erlanger Förderverein für das Rote Kreuz in Wladimir unterstützen.

Schulungsraum des Wladimirer Roten Kreuzes

Es geht für uns dabei im ersten Schritt um die Mithilfe bei der Einrichtung eines Schulungs- und Beratungszentrums für das Rote Kreuz im Gebäude der Schule. Derzeit benutzt das Rote Kreuz bereits einen kleinen Schulungsraum für seine Erste-Hilfe-Kurse, der aber wegen des vorherrschenden Kapazitätsmangels primär vom der Bildungseinrichtung selbst genutzt wird und daher für die Arbeiten des Roten Kreuzes nicht ausreicht. Hier findet man auch die diversen, von unserem Verein gespendeten Unterrichtsmittel sowie ein Krankenbett als Demonstrationsobjekt, gespendet von einem Wladimirer Duma-Abgeordneten.

Olga Antropowa am Puls des Patienten

Die Wladimirer Berufsfachschule für Medizin steht weiter zu ihrer Zusage, dem Roten Kreuz ausreichende Kapazitäten zur Verfügung zu stellen, allerding erst nach dem Umzug in ein größeres Gebäude, das noch renoviert wird. Die Arbeiten werden aber sicher noch bis weit in das Jahr 2019 dauern. Ich konnte dieses „neue“ Gebäude besichtigen.

Neues Gebäude für die Räume des Roten Kreuzes

Die Renovierung ist voll im Gange, und die für das Rote Kreuz vorgesehenen Räume überzeugen. Direkt an einem Nebeneingang liegt, reserviert für das Rote Kreuz, ein kleiner Büroraum mit einem anschließenden kleinen Lagerraum, und daneben findet sich der vorgesehene Schulungsraum, den ich auf ca. 100 m² Fläche schätze.

Künftiger Raum für das Rote Kreuz

Mit diesen Eindrücken haben wir die zukünftige Zusammenarbeit diskutiert. Auch die Schule ist sehr an der Zusammenarbeit interessiert, und so konnten wir – d. h. das Rote Kreuz Wladimir, die Wladimirer Berufsfachschule für Medizin und ich – im Namen des Fördervereins eine Absichtserklärung unterschreiben, die eine gute Basis für unsere weitere Unterstützung sein kann. Zur gegebenen Zeit soll ein entsprechender Vertrag unterzeichnet werden.

Wolfram Howein, Inna Morosowa und Olga Antropowa bei der Unterzeichnung der Absichtserklärung

Das Erlangen Haus

Im Erlangen-Haus war in diesen Tagen ein ständiges Kommen und Gehen. Es liefen die Einschreibungen für die Sprachkurse. Wir hoffen, die Meldezahlen der letzten Jahre wieder zu erreichen.

In den Gesprächen mit den Deutschlehrerinnen kamen wir noch einmal auf den Sommersprachkurs in der Volkshochschule Erlangen zurück. Auch dieses Jahr waren die 18 Teilnehmer wieder voll des Lobes. Ein herzliches Dankeschön geht an alle Beteiligten, an die VHS mit Reinhard Beer, Heide Thies und das VHS-Café, an die Gasteltern, an den Freundeskreis – und dort vor allem an Gerhard Kreitz für die mühsame Zimmersuche – sowie an die Gruppe Kommunalka an der FAU und, und, und…

Es besteht der dringende Wunsch, den Sprachkurs 2019 fortzusetzen.

Es zeigt sich an einigen Stellen des Hauses Renovierungsbedarf, der in meinen Gesprächen konkretisiert wurde. Vordringlich gilt dies für den Heizraum, verbunden mit einer Modernisierung der ganzen Anlage. Im ersten Schritt findet bereits in diesen Tagen, also noch vor der Heizperiode, eine nach mehr als 20 Jahren überfällige Spülung der Anlage und ein Austausch der Heizungsventile statt. Im Frühjahr 2019 soll die Steuerung der Heizung durch eine wetterabhängige neue Automatisierung einschließlich neuer Pumpen und Armaturen ersetzt werden. Kessel und Brenner bleiben durch diese Installation unberührt erhalten. Neben einem nachhaltig gesicherten Betrieb erwarten wir von der Änderung eine Senkung der Heizkosten von mehr als 20%.

Mittelfristig stehen auch wieder Malerarbeiten im Flur und im Hotelbereich an. Insgesamt ist aber das Erlangen-Haus auch mehr als 20 Jahre nach seiner Restaurierung und Eröffnung in einem erfreulichen Zustand. Das gilt auch für die Zahlen. Immerhin müssen alle Aufwendungen selber verdient werden, und das gilt auch für die Reparaturen und Modernisierungen. Somit ist für Besucher aus Erlangen vielleicht verständlich, wenn das Erlangen-Haus für Zusatzleistungen, wie z. B. Dolmetscher und Transfers, Geld verlangt.

Irina Chasowa (stehend) und ihr Team vom Erlangen-Haus

Das engagierte Team um die Leiterin, Irina Chasowa, verdient immer wieder ein besonderes Lob!

Wolfram Howein

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Ganze 300 Euro hatte die Klasse 4a von Christine Delfs an der Heinrich-Kirchner-Schule beim Pausenverkauf vor den Weihnachtsferien für das Kinderkrankenhaus in Wladimir gesammelt. Eine Rekordsumme in der neunzehnjährigen Geschichte dieser Aktion „Kinder für Kinder“, von der zu berichten, immer wieder aufs neue Freude bereitet.

Christine Delfs und ihre 4a

Wie auch nicht angesichts der Freude auf dem Gesicht von Swetlana Makarowa, der ärztlichen Direktorin der Klinik, bei der Spendenübergabe Anfang Mai – und wie auch nicht im Licht der strahlenden Kinderaugen, als sich gestern im Klassenzimmer die Wundertüte mit all den Bastelarbeiten, Zeichnungen und Bildern der kleinen Wladimirer Patienten öffnete.

Swetlana Makarowa und Peter Steger

Die Klasse wird sich am Ende des Schuljahrs in alle Winde des bayerischen Schulsystems zerstreuen, aber alle werden als Erfahrung mitnehmen und sicher nicht für sich behalten, welche Freude es machen kann, anderen zu helfen. Diese Schule des Lebens prägt für alle Zeit. Was für eine Freude!

Mehr dazu unter: https://is.gd/CmXDUk und https://is.gd/OTjuwf

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„So jemand auch kämpft, wird er doch nicht gekrönt, er kämpfe denn recht.“ So lautet der Spruch aus dem 2. Brief des Timotheus, den sich Peter Weinicke zur Konfirmation gewählt und der ihn bis zu seinem Begräbnis gestern begleitet hatte. Seinen 80. Geburtstag hatte der Siemensianer noch auf dem Berg gefeiert, nun ging der Kampf gegen den Tod verloren.

Wir lieben… Wir erinnern… Wir trauern…

Peter Weinicke, 61 Jahre lang Mitglied der Bergwacht des BRK Erlangen-Höchstadt, gehörte zur Mannschaft von Jürgen Üblacker, die Anfang der 90er Jahre – erfolgreich! – mit der Aktion „Hilfe für Wladimir“ den Kampf gegen Mangel und Not in den Krankenhäusern der Partnerstadt aufnahmen. Da konnte man Menschen wie ihn brauchen, die recht zu kämpfen verstanden, die zuzupacken wußten und das Herz am rechten Fleck hatten. Eine Szene mag das veranschaulichen: Beim Entladen von medizinischem Gerät für das Kinderkrankenhaus – einen Gabelstapler gab es nicht – trat Peter Weinicke in einen Nagel, ließ sich aber zunächst nichts anmerken und zeigte erst, nachdem der Apparat an Ort und Stelle stand, mit einem tapferen Lächeln auf seinen Fuß. Eine kurze Notbehandlung – und schon war er wieder im Einsatz. Unvergessen auch seine Findigkeit, wenn es darum ging, der Zahnmedizin in Wladimir zu helfen. Beruflich war er für den Vertrieb dieses Bereichs zuständig, und eine Rolle spielte wohl auch, daß sein Vater Zahnarzt war. Über lange Jahre hinweg unterstützte er jedenfalls die Dentalabteilung einer Poliklinik in Wladimir und blieb der Partnerschaft auch durch sein Mitwirken im Förderverein Rotes Kreuz verbunden, immer für das Rechte kämpfend.

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So viel ist noch bei keinem Pausenverkauf in der Heinrich-Kirchner-Schule zusammengekommen, wie im Advent vergangenen Jahres: sage und schreibe 300 Euro. Nicht von ungefähr. Einer der Schüler der Klasse 4a verrät, wie sehr man sich angestrengt hat. „Wir haben dann auch noch in der zweiten Pause weiter verkauft und sind zu den anderen hingegangen und haben die Reste für die Hälfte verkauft. Bis nichts mehr übrig war.“

Der Geldbrief

Überhaupt diese Aktion von Christine Delfs – https://is.gd/1Sgmo1 – für das Kinderkrankenhaus Wladimir, die nun in das 19. Jahr geht. Einfach fabelhaft! Unter all den Fragen, die gestern in der ersten Unterrichtsstunde die Kinder – übrigens auch auf Russisch – an den Partnerschaftsbeauftragten stellten, sie hier nur eine wiedergegeben: „Was gefällt Ihnen am besten bei Ihrer Arbeit?“ – Welch eine Freude, darauf zu antworten: „Zu Euch in die Schule zu kommen und zu sehen, wie Ihr kranken Kindern in Wladimir helft…“

Christine Delfs mit Inessa und Anastasija

Aber dabei soll es heuer, im 35. Jahr der Partnerschaft, nicht bleiben. Die Kinder wollen das Schuljahr mit einer künstlerischen Aktion abschließen und mit ihren eigenen Bildern zeigen, wie sie sich Wladimir vorstellen, und aus dem Krankenhaus in der Partnerstadt kommen dann bestimmt auch kleine Kunstwerke, die man dann gemeinsam in der Heinrich-Kirchner-Schule zeigen kann. Auf diese Weise hätten wir dann auch etwas, das bisher im Programm des Jubiläumsjahrs und der Russisch-Deutschen Wochen noch fehlte: ein Kinderfest.

Die Klasse 4a mit Christine Delfs

Eine Frage sei aber doch noch nachgereicht. Ein Junge wollte wissen, worin sich denn die russischen Kinder unterscheiden. Das wäre ja auch einmal ein Thema für ein Partnerschaftsseminar in diesem Jahr. Einstweilen aber die Erinnerung an den Roman „Der Idiot“ von Fjodor Dostojewskij, der gestern vor 150 Jahren in Fortsetzungen zu erscheinen begann, und in dem man schon auf den ersten Seiten auf vorbehaltliche Unterschiede trifft, die bis heute zu gelten scheinen:

… Unter anderem erzählte er auch, als Antwort auf eine dieser Fragen, daß er allerdings schon längere Zeit, über vier Jahre, nicht in Rußland gewesen sei, und daß man ihn krankheitshalber – er sprach von einer sonderbaren Nervenkrankheit, ähnlich einer Epilepsie oder dem Veitstanz, die in Krämpfen und Zitteranfällen auftrat – ins Ausland gebracht habe. Der Schwarzhaarige lächelte mehrmals auffallend spöttisch, während der andere erzählte, und er lachte laut auf, als jener auf seine Frage, ob er denn dort auch geheilt worden sei, ganz offen antwortete: „Nein, ich bin nicht geheilt worden.“ – „Haha! Das konnt‘ ich mir denken, daß Ihr Euer Geld umsonst fortgeworfen habt! Und wir hier trauen denen immer noch!“ bemerkte der Schwarzhaarige gehässig. – „Da haben Sie ein wahres Wort gesagt!“ mischte sich ein schlecht gekleideter Herr ein, der neben ihm saß. Er mochte etwas von der Art eines im Amts- und Gerichtsschreibertum erfahrenen und gerissenen Beamten sein, vierzig Jahre zählen, war von kräftiger Statur, hatte eine rote Nase und ein finniges Gesicht. „Ein wahres Wort! Sie ziehen nur das ganze russische Geld zu sich hinüber, und wir haben das Nachsehen!“ – „Oh, was meinen Fall betrifft, so irren Sie sich sehr“, versetzte der in der Schweiz nicht geheilte Kranke in ruhigem und versöhnlichem Ton. „Natürlich kann ich Ihnen nicht grundsätzlich widersprechen; denn so genau kenne ich die Verhältnisse nicht. Mein Arzt jedoch hat mir von seinen geringen Mitteln noch das Geld zur Reise gegeben, und außerdem hat er mich dort fast zwei Jahre lang auf seine Rechnung unterhalten.“

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Unübersehbar die bunten Plakate, gestern verteilt über das ganze Gebäude der Heinrich-Kirchner-Schule, die auf eine bereits seit 18 Jahren gepflegte Tradition hinweisen: Kinder spenden für Kinder.

HSK 3

Zunächst sammelten die Klasse von Christine Delfs an der Grundschule Taschengeld, später hatte die Lehrerin die Idee, den Erlös eines Pausenverkaufs an das Kinderkrankenhaus in Wladimir weiterzugeben. Eine Initiative, die jetzt, immer im Advent, fest zum Jahresrhythmus der Schüler in Büchenbach gehört.

Der Verkaufsstand mit Müttern und Schulleiterin Susanne Schmid sowie Christine Delfs

Natürlich nicht möglich ohne die fleißig helfenden Hände zu Hause, wo Eltern mit ihren Kindern all die süßen Happen und Leckerbissen für den Stand vorbereiten. Und auf den ist der Ansturm wieder einmal groß, ganz wie der erste Pausenhunger.

Dieses Mal ist freilich etwas anders. Die Kinder wurden nämlich selbst beschenkt – aus Wladimir mit Lebkuchen. Dahinter steckt eine wahre Weihnachtsgeschichte, die hier erzählt werden soll.

Das Kammerensemble der Philharmonie Wladimir, das am Sonntag nach dem letzten Konzert in Herzogenaurach noch am Abend mit viel Post aus Erlangen an Bord des bedingt fahrtüchtigen Kleinbusses in Richtung Heimat aufbrach, hatte schon gegen Mitternacht ein Panne – mit Ansage. Das Fahrzeug hatte es am Montag vergangener Woche mit einem Getriebeschaden gerade noch so bis Erlangen geschafft, aber es gelang in der Kürze der Zeit nicht, Ersatz zu finden. Während die WAB Kosbach den Gästen einen eigenen Wagen für die Zeit der Tournee bereitstellte, bemühte sich Adam Neidhardt in seiner Werkstatt, den VW-Bus wieder in Gang zu bringen, warnte allerdings, mit ihm die Heimreise anzutreten. Doch nach einer problemlosen Probefahrt auf der Autobahn entschied Igor Besotosnyj, das Wagnis einzugehen. Auf der Höhe von Dresden dann mit Knirschen und Krachen das Aus. Der Notruf in Erlangen ging um 0.30 Uhr ein, und am Montagmittag sah man sich auf dem Parkplatz kurz vor der Abfahrt Hermsdorf wieder. Wenigstens brauchte niemand in der frostigen Nacht frieren, denn der Motor lief ja noch, und der Tank war gut gefüllt. Trotzdem ein harter Schlag: Der herbeigerufene Abschleppdienst diagnostizierte einen irreparablen Getriebeschaden und versprach, sich um Ersatz zu bemühen. Doch wie sollte das Ensemble nach Hause kommen? In Sankt Petersburg erwartet man sie heute schon wieder auf der Bühne… Es gibt zwar eine Busverbindung von Dresden nach Moskau, auch Plätze wären noch frei, aber die Strecke führt über Riga, die Reise dauert fast vierzig Stunden, und mit all den Instrumenten und dem vielen Gepäck auch noch umsteigen? Bleibt nur der Nachtzug. Und da geht tatsächlich einer gegen halb neun, es sind sogar noch vier letzte Betten frei. Aber nicht ab Dresden, sondern ab Berlin. Da ist es gut, einen Bus des Stadtjugendamtes zur Verfügung zu haben, der die Gestrandeten rechtzeitig zum Bahnhof Ost bringt. Gute 20 Stunden später trifft das Trio, unterstützt von seinem technischen Begleiter, gestern abend in Moskau ein, erwartet von Musikerkollegen, mit denen es gleich weiter nach Sankt Petersburg geht, während die Post aus Erlangen wohl schon heute in der Partnerstadt zugestellt wird. Als kleines Zeichen der Dankbarkeit teilte das Ensemble seinen eisernen Proviant an Lebkuchen mit den Kindern von der Heinrich-Kirchner-Schule, nachdem die Künstler von der Aktion erfahren hatten.

Christine Delfs und die Lebkuchen aus Wladimir

Wie geht die Geschichte weiter? Das hängt auch ein wenig von den Lesern des Blogs ab. Seit 1989 tritt Igor Besotosnyj in wechselnder Besetzung mit seinem Ensemble regelmäßig in Erlangen auf und begeistert sein Publikum. Ohne eigenen Bus würde das in Zukunft schwieriger. Das Erlanger Rathaus half zwar bei der Panne und der Heimreise der Gruppe, kann aber nicht die Reparaturkosten in Höhe von geschätzt bis zu 3.000 Euro übernehmen, eine Summe, die für das Ensemble nur schwer zu finanzieren wäre. Die Geschichte könnte also ein richtig gutes Ende nehmen, wenn auf das Konto der Stadt Erlangen DE 797635 0000 0000 000031 mit dem Vermerk „0117537 – Pannenhilfe Wladimir“ der eine oder andere Betrag – gegen Spendenbescheinigung – einginge. Die musikalischen Gäste würden sich bestimmt im nächsten Jahr mit einem Galakonzert für das Weihnachtsgeschenk aus Erlangen bedanken.

 

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Gestern fand die Jahresversammlung des Fördervereins Rotes Kreuz Wladimir statt. Schwerpunkt der Unterstützung bleibt das Projekt „Häusliche Pflege“, nachdem nun an jeder Klinik in der Partnerstadt zwar eine Stelle für Palliativmedizin eingerichtet wird, aber noch längst nicht für alle Patienten ein Bett zur Verfügung steht. Mit Hilfe von medizinischem Fachpersonal und begleitet von Freiwilligen aus der Fachschule für Pflegeberufe betreut deshalb das Rote Kreuz Wladimir schwerkranke Menschen und berät die Angehörigen in allen Fragen der Betreuung.

Melitta Schön, Barbara Wittig, Petra Müller-Hillebrand, Jürgen Üblacker und Wolfram Howein

Auch wenn der Wirkungskreis (noch) nicht sehr groß ist – ein gutes Dutzend Patienten ist derzeit die Obergrenze des Leistbaren – nimmt sich das Rote Kreuz in der Partnerstadt doch eines bisher unterschätzten und kaum wahrgenommenen Problems von höchster gesellschaftlicher Relevanz an, dessen Bedeutung mittlerweile von der Gesundheitspolitik erkannt wird, abzulesen daran, daß sich an dem Programm auch eine Poliklinik beteiligt, die ambulant die medizinische Versorgung der Kranken gewährleistet. Erste wichtig-richtige Schritte also bei der Pflege für Menschen in ihrem letzten Lebensabschnitt. Schritte, die Erlangen und Wladimir gemeinsam tun. Wie sonst?!

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Die Leute, die sich rühmten, eine Revolution gemacht zu haben, haben noch immer am Tag darauf gesehen, daß die gemachte Revolution jener, die sie machen wollten, durchaus nicht ähnlich sah.

Friedrich Engels

Geschieht die Zertrümmerung des Staates durch revolutionäre Elemente, so wird der geschichtliche Kreislauf immer in verhältnismäßig kurzer Zeit zur Diktatur, zur Gewaltherrschaft, zum Absolutismus zurückführen, weil auch die Massen schließlich dem Ordnungsbedürfnis unterliegen.

Otto von Bismarck

Massenerschießungen sind ein legitimes Mittel der Revolution.

Wladimir Uljanow alias Lenin

Zum heutigen hundersten Jahrestag der „Oktoberrevolution“, die nichts anderes als ein Staatsstreich war, marschieren auch in Wladimir wieder alte und neue Kommunisten, die dem Dogma anhangen: „Lenin lebte, Lenin lebt, Lenin wird leben.“ Sie sollten lieber die Toten beklagen, die dessen „Diktatur des Proletariats“ auf dem blutroten Gewissen hat.

Als Kontrapunkt zum Schrecken der Geschichte heute eine Geschichte aus der Partnerschaft, die Menschlichkeit in diesen Gedenktag bringt:

Sascha, ein Waisenkind wie viele. Für mich aber ein besonderes. Er ist im selben Alter wie meine Tochter und begegnete mir bei meinem Praktikum in der Kinderpsychiatrie in Wladimir 2006. Mittlerweile ist er erwachsen, aber vielleicht auch schon nicht mehr am Leben. Wegen seiner unzähligen Ausbruchsversuche aus Waisenhäusern und Selbstmordversuche habe ich seine Spur verloren. Vergessen habe ich ihn nie.

Junge aus dem Waisenheim

Bei Besuchen in den russischen Heimen sah ich viele Kinder, deren Zukunft leider ebenso düster ausschaut. Seitdem hat sich aber schon viel getan. Es gibt viele Bemühungen von öffentlichen und privaten Stellen, die Situation der Kinder zu verändern. Ein Netzwerk aus ehrenamtlichen Helfern macht es möglich, Spenden auch aus der Partnerstadt Erlangen direkt den Waisenhäusern in Wladimir als Sachwert zukommen zu lassen.

Auf dem Spielplatz

Dem Karl-Liebknecht Waisenhaus konnte dieses Jahr wieder eine private Spende überbracht werden. Anläßlich des Todes meines Vaters im vergangenen Jahr spendeten Freunde und Familienmitglieder einen erfreulichen Betrag. Hiermit konnten Sitzmöglichkeiten für den Garten und ein Motoriktuch für die pädagogische Arbeit angeschafft werden.

Anastasia Blasch bei der Spendenübergabe im Karl-Liebknecht-Waisenheim

Ein sehr, sehr großes Dankeschön geht hier an Anastasia Blasch, Peter Steger, Jelena Borisowna und  viele andere, die den Austausch zwischen Erlangen und Wladimir möglich machen.

Die Gefangenschaft meiner Großeltern in Sibirien, die sich dort kennenlernten, und die Erlebnisse meines Vaters in der Kriegsgefangenschaft haben tiefe Wunden hinterlassen. Dennoch konnte ich meinem Vater durch meine Reisen nach Wladimir und die vielen wertvollen Freunde das Land wieder näher bringen. Er war offen für meine Freunde und all die Eindrücke die ich sammeln durfte. Den Berichten von meinen Reisen folgte er mit großem Interesse. Wenn er uns sehen kann, wird er dieser Spende sein Lächeln schenken. Da bin ich mir ganz sicher.

Mein Vater

Es ist übrigens gar nicht so schwer, die Waisenhäuser zu unterstützen. Einfache Artikel, die für uns nur eine Kleinigkeit bedeuten, können den Waisenhäusern eine große Hilfe sein. Haarbänder, Socken, Toilettenpapier und Windeln werden reichlich benötigt. Bei der nächsten Reise nach Wladimir gibt es bestimmt noch einen Platz im Koffer für eine kleine Spende?

Christine Hubrach

Wer mit einer Geldspende helfen möchte, überweise seinen Betrag auf: Stadtsparkasse Erlangen, BIC/SWIFT-Code: BYLADEM1ERH, IBAN DE79 7635 0000 0000 0000 31, Empfänger: Stadt Erlangen, Verwendungszweck: EIN-HILFEWLAD-17/0117537 Waisenheim

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