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Archive for the ‘Gesichter’ Category


Wieder ist eine prägende Persönlichkeit der Zusammenarbeit zwischen den Partnerstädten für immer gegangen. Klemens Stehr, von 1977 bis 1998 Direktor der Klinik mit Poliklinik für Kinder und Jugendliche der Universität Erlangen-Nürnberg, ist am 6. Oktober im Alter von 79 Jahren verstorben. Während seiner 21jährigen Leitungstätigkeit baute der Professor für Pädiatrie an seiner Wirkungsstätte die Neonatologie, Intensivmedizin, Kardiologie, Nierenkrankheiten mit Dialyse und Nierentransplantation sowie Onkologie mit Knochenmarktransplantation weiter aus. Seinem Spezialgebiet, der Infektiologie, insbesondere der Prävention durch Impfungen, und der Jugendmedizin galt sein großes Engagement. Da vor allem chronisch kranke Kinder bis zum Abschluß des Wachstums von Pädiatern betreut werden, benannte man konsequenterweise im Jahre 1985 das Erlanger Krankenhaus als erstes zusammen mit der Universitäts-Kinderklinik in Essen um in Klinik für Kinder und Jugendliche. Dies hatte Signalwirkung für viele andere Kliniken. Aber erst 1996 folgte die Deutsche Gesellschaft für Kinderheilkunde diesem Beispiel und heißt nun Deutsche Gesellschaft für Kinderheilkunde und Jugendmedizin.Seit 1989 war Prof. Stehr fast 10 Jahre Mitglied der Ständigen Impfkommission des Robert-Koch-Institutes in Berlin. Auch im Ruhestand blieb er ein gefragter Impfexperte. Für seine Tätigkeit wurde Klemens Stehr 1995 mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt. 1999 erhielt er den Bayerischen Verdienstorden als „Zeichen ehrender und dankbarer Anerkennung für hervorragende Verdienste um den Freistaat Bayern und das bayerische Volk“.

Swetlana Makarowa und Klemens Stehr, September 2018 in Erlangen

Unter der Ägide von Klemens Stehr begann 1990 die Kooperation mit dem Kindernotfallkrankenhaus Wladimir, koordiniert und vorangetrieben von Dieter Wenzel, mit all den Lieferungen an Gerät – vom Labor über die Wasseraufbereitungsanlage bis hin zu Inkubatoren und Medikamenten – sowie den Schulungsangeboten und Hospitationen für das medizinische Personal aus der Partnerstadt. Was damals seinen segensreichen Anfang nahm, wirkt bis heute nach und fand einen harmonischen Höhepunkt, als im Vorjahr Swetlana Makarowa, ärztliche Direktorin des Kinderkrankenhauses zur Verabschiedung von Wolfgang Rascher, dem Nachfolger von Klemens Stehr, nach Erlangen kam und noch einmal mit dem emeritierten Kollegen zusammentraf und für die bald dreißigjährige Unterstützung dankte.

Adolf Hüttl, Klemens Stehr und Peter Steger, April 2002 in Wladimir

Klemens Stehr zeichnete sich auch durch ein großes ehrenamtliches Engagement aus. Seit 1980 gehörte er als Gründungsmitglied dem Rotary Club Erlangen an, dem er im Jahr 2001/2002 als Präsident vorsaß. In diese Zeit fiel auch seine Reise nach Wladimir, begleitet von seinem rotarischen Freund und früherem KWU-Chef, Adolf Hüttl, mit dem Ziel, die Verbindungen zu dem damals eben erst gegründeten russischen Partnerklub auszubauen. Für seine besonderen Verdienste wurde der Kinderarzt von Rotary International die Paul-Harris-Fellow-Auszeichnung verliehen. Klemens Stehrs großer Beitrag zum Gelingen der Städtepartnerschaft bleibt unvergessen.

Einträge ins virtuelle Kondolenzbuch sind hier möglich: https://is.gd/9zBz2B

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Bürgermeisterin Elisabeth Preuß konnte gestern nicht wissen, wie passend sie das russische Sprichwort „Hab nicht hundert Rubel, sondern hundert Freunde“ bei der gestrigen Moderation des Empfangs zur Verleihung des Ehrenbriefs für besondere Verdienste auf dem Gebiet der Städtepartnerschaften und Internationalen Beziehungen an María Elena Schaer und ihr San-Carlos-Engagement gewählt hatte. Ebensowenig konnte Gerhard Kreitz, Sprecher des Freundeskreises Wladimir, ahnen, an dem Abend gleich alle drei zu Bescherenden, die beiden Bürgermeisterinnen und den Partnerschaftsbeauftragten, anzutreffen, für die das so individuelle Geschenk vorgesehen war, das ihm Marina Trubizyna zur Verwahrung und späteren Überreichung bei ihrem Besuch Anfang des Monats hinterlassen hatte. Und schon gar nicht konnte Othmar Wiesenegger damit rechnen, ausgerechnet an diesem Abend gebeten zu werden, mit einer fremden Kamera Bilder von den drei Beschenkten zu machen.

Susanne Lender-Cassens, Peter Steger und Elisabeth Preuß

Wie auch immer: Zu einem gelungenen Geschenk gehört auch, den richtigen Zeitpunkt zur Überreichung zu wählen, die passende Stimmung zu treffen, das rechte Drumherum zu finden. All das hätte nicht besser gelingen können als gestern. Danke deshalb für die perfekte Überraschung.

Mehr zu Marina Trubizyna siehe: https://is.gd/ZaEi9O

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Heute feiert Ute Schirmer ihren 85. Geburtstag. Grund genug, um an einen Artikel in der Wladimirer Zeitung „Molwa“ zu erinnern, der fast auf den Tag genau vor sechs Jahren hier im Blog nachgedruckt wurde: https://is.gd/wJuhN7. Aber auch willkommener Anlaß für ihren russischen Begleiter, Wiktor Malygin, wie sie ein Schutzengel der Partnerschaft, der Jubilarin zu gratulieren:

Ute und Herbert Schirmer beim Ehrenamtsempfang 2013

Meine liebe Ute!

In herzlicher Verbundenheit wünsche ich Dir zu Deinem Geburtstag alles, alles Gute! Möge Dir das kommende Lebensjahr in jeder Beziehung Freude und Glück bringen! Auf Grund unserer langen und herzlichen Freundschaft darf ich Dir auch gute Genesung wünschen! Die Zeithetze hat uns davon abgebracht, einen regelmäßigen Briefwechsel zu führen. Aber ich habe mit dieser Grußbotschaft eine wunderbare Möglichkeit, mich an Dich zu wenden, und ich freue mich immer, Deine liebevollen Lebenszeichen zu bekommen.

Seit wir uns kennen, bist Du mit Leib und Seele immer dabei, unsere Bürgerpartnerschaft zu erweitern und zu vertiefen! Unvergeßlich sind jene vier Wochen, die ich in Eurem gemütlichen Haus in voller Zufriedenheit verbrachte! Nie werde ich unsere Treffen und zahlreichen Begegnungen sowohl in Erlangen als auch in Wladimir zu verschiedenen Anlässen vergessen! Sie bleiben in meinem Herzen und in meiner Seele auf immer! Vielen Leuten in Wladimir und sicher auch in Erlangen hast Du, liebe Ute, mit Wort und Tat auf Deine eigene Initiative hin selbstlose Hilfe geleistet!

Dir und Deinem lieben Ehemann Herbert habe ich viele schöne Stunden voll liebevoller Gespräche und Diskussionen zu verdanken! So viele Gedichte wurden rezitiert, so viele Lieder wurden gesungen! Ihr beide seid aus unserer Partnerschaft nicht mehr wegzudenken!

Hoffentlich erhältst Du, liebe Ute, meine Glückwünsche rechtzeitig!
Nochmals alles Gute und Liebe wünscht Dir Dein
Prof. Dr. Wiktor Malygin

Herbert und Ute Schirmer, Christian Meier, Gabriele Popow, Boris Laskin und Wiktor Malygin, Februar 2018

Da beide eine innige Liebe zur Literatur und insbesondere zur Lyrik verbindet, hier noch ein druckfrisches Gedicht des Germanisten in der Übertragung von Peter Steger und im Original.

Völlig gleich, wen man auch fragt, / gilt in Rußland, unverzagt / in der Banja sich zu baden, / denn es kann gewiß nicht schaden, / sich mit Reisern zu bestreichen, / ein Genuß, ganz ohnegleichen! / Etwas, das man nicht beschreibt. / Ob man dünn ist, ob beleibt, / Kraft gibt das und macht gesunden, / schenkt im Schweiß uns frohe Stunden! / Ob aus Kiefer oder Tanne, / Banja heißt nicht Badewanne, / sondern ist die schönste Wonne / unter Gottes bester Sonne. / Rutenschläge auf den Rücken, / damit kann man sich beglücken: / erst den Freund, dann selbst sich auch, / gerne fest auf Brust und Bauch. / Gieß noch Wasser auf die Steine! / So kommst wieder auf die Beine.

Хоть кого о том спроси, / Повелось так на Руси: / В бане парились и мылись, / В бане силою хвалились, / В бане веником хлестались / И шутили и смеялись! / Баня точно не предаст, / Баня только силы даст! / Баня лечит, баня правит / И здоровьица прибавит! / То за чудо банное! / Это вам не ванная! / Подставляй, товарищ, спину! / Я мочалочкой пройдусь! / Жару я ещё подкину, / А потом собой займусь! / Ах, ты, веничек дубовый / И берёзовый родной! / Выхожу из бани новый, / Абсолютно молодой!

Schirmer

Ute Schirmer und Natalia Oserowa-Pedersen, Oktober 2013

P.S.: Als Kommentar ging gegen Mittag noch ein Gruß ein, der hier seinen Platz finden soll:

Liebe Ute!

Alles Liebe und Gute zu Deinem Geburtstag: Glück, Gesundheit und Lebensfreude! Deine Hilfe und Menschenliebe sind unvergeßlich. Vielen Dank für Deinen Besuch in Wladimir in diesem Sommer.
Weil Du in all den Jahren so gut Russisch gelernt hast, kommt nun ein kleiner Gruß mit einem Lied von Bulat Okudschawa in russischer Sprache an Dich, unseren Schutzengel:

Тьмою здесь все занавешено
и тишина как на дне…
Ваше величество женщина,
да неужели — ко мне?

Тусклое здесь электричество,
с крыши сочится вода.
Женщина, ваше величество,
как вы решились сюда?

О, ваш приход — как пожарище.
Дымно, и трудно дышать…
Ну, заходите, пожалуйста.
Что ж на пороге стоять?

Кто вы такая? Откуда вы?
Ах, я смешной человек…
Просто вы дверь перепутали,
улицу, город и век.

Herzliche Glückwünsche von Tatjana und Natascha Oserowa

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Vor viereinhalb Jahren stand Otmar Koch, begleitet von seiner Frau Anni, an dem Ort, wo sein Vater mutmaßlich Ende August 1947 auf dem Gelände des Wladimirer Traktorenwerks beigesetzt wurde, und besuchte zusammen mit dem Weltkriegsveteranen, Philipp Dörr, jene Kirche, wo der Wehrmachtssoldat einquartiert war, der seine Familie nie mehr sehen sollte.

Peter Steger und Otmar Koch

„Möglich wurde das nur dank dem Blog“, erinnert sich der Künstler dankbar. „Ich war beseelt von dem Gedanken, das Grab meines Vaters zu finden, aber erst eine Frau aus der weiteren Verwandtschaft, der ich von meinen Plänen berichtete, fand die Verbindung zwischen Erlangen und Wladimir und machte mich auf die Städtepartnerschaft und den Blog aufmerksam. Was da daraus entstanden ist – unglaublich!“

Otmar und Anni Koch mit der Arbeit von Kirill Wedernikow im Skulpturengarten Tennenlohe

Das Ehepaar aus der Wachau verfolgt zwar seither regelmäßig den Blog, erfuhr aber erst gestern in Erlangen vom elften Geburtstag dieses Mediums der deutsch-russischen Verständigung. Wieder so eine Fügung und Wendung, wie sie nur das Leben und der Blog bereithalten. Und so wurde der gestrige Tag unversehens zur kleinen Feier einer vom Blog gestifteten Freundschaft fürs Leben.

Mehr zu Otmar Koch und zum gestrigen Tag unter: https://is.gd/ZwAIeG und https://is.gd/Dlyc6c

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Heute gibt es drei Geburtstage zu feiern: den elften des Blogs, den 79. von Heinrich Niemann, Ehrenprofessor der Staatlichen Universität Wladimir, und den 80. von Wolf Peter Schnetz, der sich 1981 zusammen mit Altoberbürgermeister Dietmar Hahlweg, wie er selbst einmal sagte, in der Verständigung und Aussöhnung mit der Sowjetunion und Rußland „auf dem richtigen Weg“ sah. Als wie richtig sich dieser Weg der Annäherung und des Austausches erweisen sollten, konnten sich damals nicht einmal diese beiden großen Visionäre des deutsch-russischen Dialogs vorstellen. Aber sie machten sich auf diesen Weg, unbeirrt und zielstrebig, ungeachtet aller Hindernisse, nachlesbar hier im Archiv des Blogs: https://is.gd/EPfXgC

Wolf Peter Schnetz

In einem Gespräch mit dem Granden der Städtepartnerschaft, Wiktor Malygin, Germanistikprofessor, Vorsitzender des Freundeskreises Wladimirer Schauspielhaus und Vorstandsmitglied des Erlangen-Hauses, um nur einige Funktionen zu nennen, meinte Wolf Peter Schnetz: „Am Ende blieben vielleicht ein paar Gedichte.“ Auch wenn er durchaus nicht nur nebenher poetisch verdichtete Prosa schreibt, war und bleibt die Lyrik wesentliche Ausdrucksform des promovierten Germanisten aus Regensburg, der im Ruhestand in seine Heimat zurückkehrte und in seiner Zeit als Referent von 1973 bis 2000 das Kulturleben Erlangens prägte wie niemand sonst – mit den internationalen Schriftstellertreffen, dem Poetenfest, dem Comic Salon, dem Figurentheaterfestival…

Manche Menschen schlägt man mit ihren eigenen Worten, einen Lyriker ehrt man am besten mit seinen eigenen Versen, mit Gedichten wie diesem, übertragen von seiner bereits verstorbenen Kollegin aus Wladimir, Julia Alexandrowa:

September

An solchen Tagen saß ich oft / in alten Gärten. Ein leichter Wind. / Septemberlicht. Den Schatten sah ich wandern / unter Apfelbäumen…

В такие дни сидел я часто / в садах старинных. Лёгкий ветер / и свет сентябрский. Я движение теней / под яблонями видел…

Manchmal ein Brief

Manchmal ein Brief. / Federleicht / im sandweißen Umschlag, / leichter / als der luftigste Vogel, / wenige Gramm.

Aufgewogen / gegen / die Schwere der Welt, / ein freundlicher Gruß / aus der Ferne.

Ein Brief / kann Berge versetzen.

Иногда письмо

Иногда письмо. / Лёгкое, как пёрышко, / в белом, как песок конверте, / легче птицы в воздухе, / несколько граммов.

Защита от всех / тягот мира, / дружеский привет / издалека.

Письмо / может сдвигать горы.

Wiktor Malygin und Wolf Peter Schnetz, August 2018

So einen Brief schickte nun auch Wiktor Malygin an die Redaktion des Blogs:
Mein langjähriger, echter Freund, Wolf Peter Schnetz, begeht heute seinen 80. Geburtstag. Wir kennen uns seit längerer Zeit. In meinem Gedächtnis bleibt er auf immer als ein kluger, eleganter Mann, der nicht nur schön schreiben, sondern auch  ausdrucksvoll und überzeugend reden kann. Seine originellen und poetisch reichen Gedichte zitierte ich mehrmals für meine Studenten, und sie haben immer großen Anklang gefunden.
Lieber Freund! Bleib gesund und munter auf viele Jahre!

Dietmar Hahlweg und Wolf Peter Schnetz, 1981 in Moskau

Wer mehr über diesen vorausblickenden Wegbereiter der Partnerschaft und sein fortlebendes Werk der Volksdiplomatie erfahren möchte, gebe in der Suchfunktion des Blogs das Stichwort „Wolf Peter Schnetz“ ein, wer seine lyrische Welt entdecken möchte, greife am besten zur Anthologie „Täglich ein Wunder. Gedichte aus 40 Jahren.“
P.S.: Heute feiert noch jemand Geburtstag, eine Mitarbeiterin der Volkshochschule, die eher im Hintergrund der Partnerschaft mit Wladimir Gestalt gibt: Edith Kaluza, deren Portrait demnächst in Ihrem Blog folgt.

 

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Hätte es den Blog damals schon gegeben, könnte Soja (als russische Variante von Zoe mit stimmhaftem S ausgesprochen) Litwinowa auf eine Vielzahl von inspirierenden Einträgen zurückblicken. So bietet leider nur eine zufällige Begegnung vor einem internationalen Folkloreabend am Montag in Wladimir Gelegenheit, das verdiente Licht auf diese außergewöhnliche Persönlichkeit und ihre Arbeit zu werfen. Von 1987 bis 2006 leitete Soja Litwinowa das im April 1945 geschaffene Kulturamt der Stadt Wladimir. Wenn es heute in der Partnerstadt noch immer die vielen Musik- und Kunstschulen, Bibliotheken, Galerien, Kleinbühnen und Ensembles, kurz die nach der Sowjetperiode von der Auflösung bedrohte Infrastruktur für alles Kreative, zu erleben gibt, ist das großenteils das Verdienst dieser ebenso resoluten wie charmanten Grande Dame, die es nicht nur trefflich verstand, Veranstaltungen auf akurate Weise administrativ vorzubereiten, sondern diese auch mit – man verzeihe das Oxymoron – pathetischer Leichtigkeit auf offener Bühne zu moderieren.

Soja Litwinowa und Peter Steger

Soja leitet sich vom griechischen Zoe her, das so viel bedeutet wie Leben. Und just dieses Leben hauchte diese begnadete Choreographin des internationalen Austausches auch der Städtepartnerschaft ein. Unter ihrer Regie fanden die großen Jubiläumsfeiern ebenso statt wie die kleineren Konzerte oder Lesungen. Mit ihren Erlanger Kollegen, Georg Leipold und Karl Heinz Lindner, besprach sie noch das letzte Detail, damit am Ende die große Sache auch gelinge. Kaum zu glauben, daß sie sich heute weitgehend auch aus der ehrenamtlichen Arbeit zurückgezogen hat. Andererseits: Warum soll sie nicht auch endlich einmal die Kultur einfach so genießen! So wie alle anderen auch, heute wie damals, als sie noch verantwortlich zeichnete – in einer schweren Zeit der sozio-kulturellen Umbrüche, an die sie aber gerne zurückdenkt, vor allem dann, wenn die Erinnerungen mit Erlangen zu tun haben.

Siehe auch: https://is.gd/k2yjTA

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Die meisten in Wladimir kennen sie nur als die Witwe ihres 2002 verstorbenen Mannes, des deutsch-russischen Künstlers Pjotr Dik, die sich bis heute um dessen graphisches Erbe kümmert und Ausstellung um Ausstellung organisiert, dabei spielt Kira Limonowa als vielfach ausgezeichnete Architektin für die Städtepartnerschaft mit Wladimir eine im Wortsinne aufbauend-konstruktive Rolle. Unter ihrer kundigen Leitung nämlich erstand das baugeschichtlich wertvolle Erlangen-Haus buchstäblich aus Ruinen. Zusammen mit ihrem Erlanger Gegenpart, Helmut Eichler, achtete sie während der Arbeiten von 1993 bis zur Eröffnung 1995 auf jedes Detail und lieferte – wer wollte da widersprechen – ein Meisterwerk dafür ab, wie man alte Bausubstanz – ein ehemaliges Kaufmannshaus aus dem späten 19. Jahrhundert, jahrzehntelang als Gemeinschaftsunterkunft heruntergewohnt – wieder sinnvoll nutzen kann.

Nicolas Celoro, Kira Limonowa, Jekaterina Zwetkowa und Peter Steger im Mai 2018

Bis heute steht Kira Limonowa bei den immer wieder notwendigen Unterhalts- und Renovierungsarbeiten dem Team vom Erlangen-Haus beratend zur Seite und sorgt so dafür, daß diese Schaltstelle der Städtepartnerschaft auch nach bald 25 Jahren nicht erhalten bleibt, sondern immer noch ansprechender und einladender wird. Für die Baumeisterin stellte dieses Heim der deutsch-russischen Begegnung den krönenden Abschluß ihrer beruflichen Karriere dar. Im Ruhestand bleibt ihr die „Erlanger Botschaft“ das Anliegen einer tiefen Freundschaft und Verbindung zwischen Deutschen und Russen, was es zu bewahren gilt. Dafür – nicht nur heute, an ihrem 80. Geburtstag, zu dem der Blog herzlich gratuliert – ein großes Dankeschön!

Und für alle des Russischen mächtigen Leser eine Trouvaille aus dem Netz: In dieser zwanzigminütigen Reportage aus dem Jahr 1982 sieht man nicht nur ein winterliches Wladimir aus einer präpartnerschaftlichen Zeit, sondern man begegnet auch späteren Akteuren des Austausches, dem Chorleiter Eduard Markin und Igor Stoletow, dem ehemaligen Vorgesetzten von Kira Limonowa: https://is.gd/3YtBWq

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