Feeds:
Beiträge
Kommentare

Archive for the ‘Gesichter’ Category


Persönliche Beratung und Assistenz für Menschen mit Behinderungen ist das zentrale Anliegen des 1989 gegründeten „Zentrums für Selbstbestimmtes Leben“, Themen, mit denen Jürgen Ganzmann als langjähriger ehrenamtlicher Behindertenberater des Landkreises Erlangen-Höchstadt bestens vertraut ist, Themen, die den seit Anfang Juni als Geschäftsführer der Einrichtung tätigen Weisendorfer auch eng mit Wladimir verbinden.

Jürgen Ganzmann

Noch als Leiter der Behindertenwerkstatt der Barmherzigen Brüder Gremsdorf baute er das Projekt „Lichtblick“ mit der Psychiatrie in der russischen Partnerstadt ab 1999 auf und führte dieses einzigartige und mehrfach ausgezeichnete Werk, das schließlich im „Blauen Himmel“ mündete, über alle seine weiteren Stationen als Direktor des Altenheims in Etzelskirchen und später als Geschäftsführer der WAB Kosbach fort.

Jürgen Ganzmann

Nun also das ZSL mit fast 200 Assistenzkräften und einem dreißigjährigen Erfahrungsschatz, der übrigens schon Anfang der 90er Jahre auch in Jena beim Aufbau eines ähnlichen Zentrums fruchtbar wurde. Wer Jürgen Ganzmann kennt, weiß, es wird nicht lange dauern, bis er auch in dieser Funktion im Austausch mit Wladimir ganz neue Akzente setzt. Es sei nur auf die wiederholten Besuche von Jurij Katz hingewiesen, der ja mit seiner Selbsthilfeorganisation „Swet“ etwas durchaus Vergleichbares geschaffen hat.

Read Full Post »


Zu denen, die unsere Partnerschaft mit Wladimir entscheidend prägen, gehört ohne Zweifel Reinhard Beer, dem gestern im Innenhof seiner Volkshochschule gut einhundert Gäste zum 60. Geburtstag gratulierten. Da er lieber anderen etwas Gutes tut, als für das Gute selbst gelobt zu werden, hier statt der verdienten Eloge nur eine verdichtete Würdigung seiner Rolle im Austausch mit der russischen Partnerstadt.

Reinhard Beer

Obwohl als Leiter der Sprachenabteilung und stellvertretender Direktor der Volkshochschule durchaus gefordert, nimmt er sich Zeit für die Biennale „Russisch-Deutsche Wochen“ mit einem ebenso vielfältigen wie anspruchsvollen Programm und organisiert im elften Jahr in Folge jeden Sommer wieder einen zweiwöchigen Deutschkurs für eine Gruppe aus dem Erlangen-Haus in Wladimir. Ein Verwaltungs- und Gestaltungsaufwand, der so wohl kaum in seiner Arbeitsplatzbeschreibung stehen dürfte, aber in guter Tradition von all seinen Vorgesetzten – Klaus Wrobel, Christine Flemming und Markus Bassenhorst – mitgetragen wird.

Reinhard Beer mit Jutta Brandis und Lux

Entscheidend aber die Unterstützung für den Aufbau der Deutschkurse am Erlangen-Haus, die so nicht denkbar wären ohne Reinhard Beer, der das Goethe-Institut schon 1995 für eine Zusammenarbeit mit dem heutigen Sprachlernzentrum gewann und somit für die international anerkannte Qualität des Unterrichts sorgte. Seine eigenen Fortbildungen für die Lehrkräfte am Erlangen-Haus sind mittlerweile legendär, und all das pädagogische Material, das er von Verlagen für Wladimir gespendet erhielt, füllt ganze Bücherschränke.

Reinhard Beer

Reinhard Beer beim Programmgespräch mit der Gruppe aus dem Erlangen-Haus am 14. Juli 2018, gesehen von Georg Kaczmarek

Und dann noch dies: Dank dem Bemühen von Reinhard Beer kann man an der Volkshochschule Erlangen seine Russischkenntnisse zertifizieren lassen. Da mutet es allerdings verwunderlich an, wenn der bekennende Rockmusikfan und gelernte Hispanologe selbst noch kein Russisch spricht. Deshalb hier als Nachgesang auf den Geburtstag mit den besten Wünschen von Sting der auf Englisch gesungene Song „Russians“: https://is.gd/rukkjm

Read Full Post »


Nur wenige Wochen nach dem Tod seiner Frau, deren Pflege ihn während der letzten Jahre derart in Anspruch genommen hatte, daß er es sich versagte, sie auch nur für kurze Zeit alleine zu lassen und die Einladung anzunehmen, noch einmal nach Wladimir zu reisen, folgte ihr nun gestern Alfons Rujner selbst auf seinem letzten Weg. Ein Menschenfreund von hohen Gnaden ist mit ihm für immer gegangen, ein nie verzagter Streiter für die gute Sache der Verständigung und Versöhnung zwischen Deutschen und Russen, der als Vermächtnis hinterläßt, sich bedingungslos für den Frieden einzusetzen. Denn er hatte ihn am eigenen Leib erlebt, den Krieg und dessen verheerende Macht, die er über des Menschen Denken, Fühlen und Handeln entwickelt.

Philipp Dörr, Alfons Rujner und Kurt Seeber, Berlin, im November 2010

Das jüngste von fünf Kindern eines Bauarbeiters absolvierte auf Betreiben der Mutter im Rathaus von Stettin eine Verwaltungslehre, fand sich aber schon mit 16 Jahren beim Katastrophenschutz der Hitlerjugend wieder, „wo man oft nur noch Tote bergen konnte“. Essen gab es 1943 auf Marken, die älteren Brüder waren schon an der Ostfront, die Stadt lag in Schutt und Asche. Anfang Februar 1945 dann, die Lehre gerade vorfristig beendet, meldet sich der Inspektoranwärter auf Betreiben des Personalchefs und gegen den Willen der Mutter freiwillig zum Militär, zum „letzten Aufgebot“, erhält eine dreiwöchige Kurzausbildung und steigt Ende März in einen Truppentransporter Richtung Slowakei / Ungarn. Die Heeresgruppe Mitte unter Generalfeldmarschall Ferdinand Schörner, berüchtigt als der „blutige Ferdinand“, war längst in Auflösung begriffen, doch der fanatisch grausame Befehlshaber gab die Devise aus: „einigeln und ausharren“. Viel mehr als das Aushaben von Schützenlöchern können die Jungspunde freilich nicht mehr tun. Die Stalinorgeln zeigen bald ihre verheerende Wirkung:

Es war furchtbar. Nicht beschreibbar. Nicht vergleichbar. Nie wieder habe ich solchen Schrecken, eine so tiefe Angst erlebt. Die Schreie der Verwundeten, das Getöse der Granaten, die Rufe der Kameraden, die Befehle, alles ging in eins unter.

Alfons Rujner bei der Präsentation des Bandes „Komm wieder, aber ohne Waffen“ im Dezember 2015 in Erlangen

Verhetzt von der Nazipropaganda, stellte sich der Jüngling in Uniform den Bolschewisten als gehörntes Ungeheuer vor. Man mag sich die Befürchtungen deshalb gar nicht vorstellen, als er Anfang Mai, nach gerade einmal 68 Tagen an der Front, in der Oberpfalz von US-Truppen gefangen genommen und dann vereinbarungsgemäß an die Sowjetarmee überstellt wurde. Und dann dies: Die Russen gaben ihm zu essen – und das obwohl die Wehrmacht auf ihrem Rückzug, wie Alfons Rujner beschämt auf der langen Strecke ins Lager von Wladimir via Brjansk und Moskau zu sehen bekam, verbrannte Erde hinter sich gelassen hatten. Bereits auf dem Transport änderte sich die Weltsicht des noch Minderjährigen grundlegend.

Die alten Ideen hatten sich als falsch erwiesen. Wem hatte Deutschlands Großmannssucht genutzt? Wer hatte dafür bezahlt? Wie viele Millionen Menschen waren für die irrwitzigen Pläne von der Eroberung neuen Lebensraums verblutet? Diese Fragen stellten sich mir. Und ich versuchte, auch in der Folgezeit in Wladimir darauf eine Antwort zu finden.

Alfons Rujner im Gespräch mit Erlangens Oberbürgermeister, Florian Janik, im Oktober 2017

Seine Antwort kann man nachlesen in der autobiographischen Schrift „Mit 17 Jahren hinter Stacheldraht“, in vielen Leserbriefen und Artikeln, er gab sie bei ungezählten Auftritten an Schulen – und sie liegt dem Erinnerungsband „Komm wieder, aber ohne Waffen!“ zugrunde, der seinen Titel den Worten verdankt, die eine alte Frau in Wladimir Alfons Rujner im September 1948 beim Abtransport in die Heimat zugerufen hatte. Seine Antwort schwingt in dem gleichnamigen Theaterstück nach, dessen Aufführung der Veteran – ebenso wie die Präsentation des Buches – in Erlangen noch erlebte. Seine Antwort ist verborgen in dem Koffer aus Wladimir, den er am 8. Mai d.J. dem Deutsch-Russischen Museum in Berlin-Karlshorst übergab. Seine Antwort verbündet und verbindet aber vor allem jene, die ihm je begegneten, ihn begleiteten und sich ergreifen ließen von seinem so zugewandten Zeugnis für den Frieden.

Museumsdirektor Jörg Morré und Alfons Rujner bei der Übergabe des Koffers am 8. Mai 2018 in Berlin-Karlshorst

Alfons Rujner ist nun, neunzigjährig, dort angelangt, wo kein Krieg mehr herrscht und auch kein Hunger. Möge er ruhen in Frieden.

Read Full Post »


Sie kennt Erlangen bereits von ihren Besuchen mit der Klöppelgruppe von Jelena Gorbunowa – zuletzt zum Auftakt der Russisch-Deutschen Wochen an der Volkshochschule – und natürlich aus den Schilderungen ihres Vaters, der hier in den 90er Jahren Slawistik studierte, bevor er der Liebe wegen nach Wladimir zog. Nun ist Anna Schellenberger seit einer Woche wieder einmal in der Partnerstadt, um hier eine zweiwöchige Hospitation im Bauamt zu absolvieren.

Anna Schellenberger und Sabine Kern

Drei Jahre hat Anna Schellenberger schon an der Wladimirer Berufsfachschule für Architektur hinter sich, nach einem weiteren Jahr will sie den Abschluß machen und dann an der Universität studieren.

Jetzt einmal zu erleben, wie das alles in der Praxis aussieht, macht mir viel Freude, und Sabine Kern mit dem ganzen Team kümmern sich großartig um mich. Ich kann alles fragen, bekomme alles gezeigt und darf sogar mein eigenes kleines Projekt bearbeiten.

Read Full Post »


Wir blicken heute nochmals zurück auf den Besuch von Ute Schirmer und ihrer Freundin, Gabriele Erkelenz, in Wladimir. Während die Erlanger Ärztin seit 1991 engstens mit der Partnerstadt verbunden ist und dort einen riesigen Freundeskreis hat, besuchte die promovierte Rechtsanwältin aus Bonn Wladimir ersten Mal, freilich auf den Spuren ihrer bereits verstorbenen Mutter, die den Goldenen Ring einst bereist hatte. Machen wir nun aber den Rückblick auf den Besuch mit Anastasia Filimonowa, die ebenso wie Gabriele Erkelenz, einen kleinen Bericht an die Blog-Redaktion schickte.

Anastasia Filimonowa, Gabriele Erkelenz, Ute Schirmer und Galina Postnikowa im Mariä-Schutz-Nonnenkloster, Susdal

Vom 2. bis 7. Juni besuchte Ute Schirmer uns zusammen mit ihrer Schulfreundin Gabriele Erkelenz aus Bonn. Die beiden hatten ein pralles Programm, trafen die Familien russischer Freunde aller Generationen. Frau Schirmer kommt nicht einfach müßig zu uns. All ihre Reisen hatten immer einen wohltätigen oder spirituellen Anspruch.

Ute Schirmer und Gabriele Erkelenz im Kreis der Familie Filimonow

Das war auch dieses Mal nicht anders. So brachte sie Aufnahmen ihres Mannes aus Erlangen mit, mit denen sie an einem Abend im Erlangen-Haus ihre ausführliche und interessante Schilderung unserer Partnerstadt bebilderte.

Ute Schirmer

Der zweite Teil der Veranstaltung war dem Schaffen des Wladimirer Dichters Stanislaw Katkow gewidmet, dessen Gedichte erfüllt sind von Freude, Schönheit und Zartheit, obwohl er im Pflegeheim lebt, wo die beiden Freundinnen ihn später auch noch besuchten.

Blick ins Publikum im Erlangen-Haus

Frau Schirmer rezitierte seine Gedichte in ihrer eigenen Übersetzung. Zu dem Abend hatte sie Freunde eingeladen, mit denen sie schon seit vielen Jahren eine enge Verbindung pflegt.

Ute Schirmer und Tatjana Kolesnikowa bei der Lesung im Erlangen-Haus

Dann war da noch der Besuch in der Schmiede, wo die Handwerkstraditionen der Familie Borodin am Leben erhalten werden. Alles wird hier nach überlieferter Art gemacht, etwas, das man kaum noch so antrifft. Wir hatten sogar die Gelegenheit gezeigt zu bekommen, wie wir unseren eigenen Nagel schmieden können. Diese ungewohnte Betätigung machte unseren Damen richtig Spaß.

Ute Schirmer in der Kunstschmiede

Natürlich durfte bei dem Besuch auch Susdal nicht fehlen. Wir konnten auf den Glockenturm des Erlöser-Euphemius-Klosters, erbaut Anfang des 16. Jahrhunderts. Vor unseren Augen brachte der Glöckner 16 Glocken zum Klingen. Später erlaubte er es auch uns, es als Glöckner zu versuchen. Der Aufstieg war mühsam. Es führt eine Wendeltreppe nach oben, die in alten Zeiten auch eine Wehrfunktion hatte. Im Fall einer Verschwörung konnte jemand da oben in der vorteilhaften Position eine große Zahl von Angreifern abwehren. Derartige Treppen erlauben es dem Angreifer nicht, sich zur vollen Größe aufzurichten. In seiner Rüstung und mit dem Schwert in der Hand ist der Krieger gezwungen, sich langsam und seitwärts nach oben zu bewegen, wobei er die Waffe gar nicht erheben kann. Somit ist er schutzlos den Schlägen von oben ausgeliefert. Zu zweit kommt man gar nicht hoch.

Ute Schirmer und Gabriele Erkelenz

Leider verging die Zeit in Wladimir mit unseren Freundinnen viel zu schnell. Und jetzt überkommt mich eine ganze Welle farbenfroher Erinnerungen. Wir hoffen auf neue Begegnungen!

Anastasia Filimonowa

 

Zwischenmeldung: Der Freundeskreis ist derart groß, daß Ute Schirmer manche ihrer Bekannten erst im Nachhinein wiedererkennt, wenn sie sich nicht selbst zu erkennen geben. Da ist beispielsweise der Fahrer, Jewgenij Tschilimonow, den sie bereits 1991 traf und auf dessen Heirat sie später zu Gast war. Aber so eine Reise offenbart auch unbekannte Seiten der eigenen Freundin, wenn etwa bei dem Treffen mit Damen von Soroptimist International Gabriele Erkelenz plötzlich zu erkennen gibt, dem gleichen Serviceklub anzugehören. Aber bleiben wir noch kurz bei den russischen Freunden, zu denen die Familien der Musiker Alexander und Dmitrij Tichonow gehören, wo Ute Schirmer spät abends noch Flötenunterricht gab und nach Auskunft der Gastgeber so anrührend sang, daß niemand mehr zu Bett gehen wollte.

Galina Postnikowa, Anastasia Filimonowa, Ute Schirmer und Gabriele Erkelenz in Susdal

Es ist eine besondere Reise, wenn man mit Ute Schirmer nach Wladimir fährt und dort im Erlangen-Haus wohnt. Dank Ihrer vielen Freunde und der russischen Gastfreundschaft habe ich viele Menschen kennengelernt und einen kleinen Einblick in das russische Leben gewinnen können.

Abschied und Willkommen für Ute Schirmer im Erlangen-Haus

Das Erlangen-Haus ist ein Schmuckkästchen; die Partnerstädte dürfen stolz auf ihr großartiges Werk sein. Aus einer unbewohnbaren Ruine ist ein bildschönes, repräsentatives Gebäude geworden, behaglich zum Wohnen und zweckmäßig für Kurse und Verwaltung. Das dort beschäftigte russische Team ist liebenswürdig und sympathisch, hilfsbereit und kompetent.

Auf einem Empfang, den Ute Schirmer für ihre Freunde im Erlangen-Haus gab, präsentierte sie Gedichte des russisches Dichters Stanislaw Katkow, der gelähmt in einem Heim für neurologisch Kranke lebt. Zunächst las eine russische Deutschlehrerin den russischen Text sehr ausdruckstark vor, danach Ute Schirmer ihre hervorragende deutsche Übersetzung. Naturbetrachtungen und tiefsinnige Gedanken haben alle sehr beeindruckt.

Ute Schirmer und Stanislaw Katkow, 2013

Tags darauf besuchten wir zusammen mit Ute Schirmers Freundin, Tatjana Oserowa, Stanislaw Katkow  in dem Heim. Begleitet von der liebenswürdigen Leiterin des Hauses, Irina Morosowa, und einer Schwester, wurden wir zu Stanislaw Katkow geführt, der uns im Rollstuhl sitzend empfing. Er war überglücklich, als ihm Tatjana Oserowa in lebhafter Weise von der Präsentation seiner Gedichte im Erlangen-Haus erzählte.

Tamara Neiswestnaja und Ute Schirmer

Bei verschiedenen Einladungen habe ich verschiedene Wohnungen kennengelernt, von einfach bis wohlsituiert; gleich war überall eine wunderbare Herzlichkeit und Gastfreundlichkeit. Ich hatte den Eindruck, die Freundschaft und die guten Kontakte zu Erlangen liegen allen sehr am Herzen.

Gabriele Erkelenz

Die Bilder sind übrigens von Wladimir Fedin mit Ausnahme des Photos von der Hausmusik, das Dmitrij Tichonow machte. Einen kleinen Videofilm vom Glockenspiel gibt es hier zu sehen: https://is.gd/QMJoBu (bitte auf das Symbol VID_ klicken).

Read Full Post »


„So jemand auch kämpft, wird er doch nicht gekrönt, er kämpfe denn recht.“ So lautet der Spruch aus dem 2. Brief des Timotheus, den sich Peter Weinicke zur Konfirmation gewählt und der ihn bis zu seinem Begräbnis gestern begleitet hatte. Seinen 80. Geburtstag hatte der Siemensianer noch auf dem Berg gefeiert, nun ging der Kampf gegen den Tod verloren.

Wir lieben… Wir erinnern… Wir trauern…

Peter Weinicke, 61 Jahre lang Mitglied der Bergwacht des BRK Erlangen-Höchstadt, gehörte zur Mannschaft von Jürgen Üblacker, die Anfang der 90er Jahre – erfolgreich! – mit der Aktion „Hilfe für Wladimir“ den Kampf gegen Mangel und Not in den Krankenhäusern der Partnerstadt aufnahmen. Da konnte man Menschen wie ihn brauchen, die recht zu kämpfen verstanden, die zuzupacken wußten und das Herz am rechten Fleck hatten. Eine Szene mag das veranschaulichen: Beim Entladen von medizinischem Gerät für das Kinderkrankenhaus – einen Gabelstapler gab es nicht – trat Peter Weinicke in einen Nagel, ließ sich aber zunächst nichts anmerken und zeigte erst, nachdem der Apparat an Ort und Stelle stand, mit einem tapferen Lächeln auf seinen Fuß. Eine kurze Notbehandlung – und schon war er wieder im Einsatz. Unvergessen auch seine Findigkeit, wenn es darum ging, der Zahnmedizin in Wladimir zu helfen. Beruflich war er für den Vertrieb dieses Bereichs zuständig, und eine Rolle spielte wohl auch, daß sein Vater Zahnarzt war. Über lange Jahre hinweg unterstützte er jedenfalls die Dentalabteilung einer Poliklinik in Wladimir und blieb der Partnerschaft auch durch sein Mitwirken im Förderverein Rotes Kreuz verbunden, immer für das Rechte kämpfend.

Read Full Post »


Des Rauhreifs Gemälde / ließ all die Bäume lichtblau werden. / Blau geworden ist auch die Brücke über den Bach, / als wenn aus Eis sie wäre. / Hin zu den Bachufern neigt sich das Blau. / Und ringsumher, wohin man auch schaut – / Blau nah und in der Ferne. / Die Erklärung dafür ganz einfach: / Ein eisiger Wintertag. / Ausgebreitet überall das Blau des Himmels. / Laß uns hineingehen, ein paar Schritte nur, / in das Reich der Bläue. / Erfreuen wir uns doch, mein Freund, / an dieser zauberhaften Schönheit! / Wahrnehmen werden wir das Knistern des Rauhreifs, / und einatmen dürfen wir die reine Luft. / Von der Frische des Waldes ein wenig / nehmen nach Hause wir mit. / Noch lange im Gedächtnis wird uns sein / des blauen Zaubers Reich. (Stanislaw Katkow / Ute Schirmer)

Ute Schirmer und Tatjana Kolesnikowa

Im September 2013 wurde Ute Schirmer mit  dem „Ehrenbrief für besondere Verdienste auf dem Gebiet der Städtepartnerschaften“ ausgezeichnet, kein Grund, für die Ärztin, sich auf den Lorbeeren auszuruhen. Im Gegenteil, sie bleibt weiterhin unermüdlich aktiv im Austausch mit Wladimir und besuchte nun vom vergangenen Samstag bis heute die Partnerstadt erneut. Natürlich wieder mit einer selbstgestellten Aufgabe.

Tatjana Kirssanowa

Im Erlangen-Haus lud Ute Schirmer zu einem Poesie-Abend ein, wo sie ihre Übersetzungen des Wladimirer Lyrikers Stanislaw Katkow vortrug und sich mit alten und neuen Freunden traf. Aber auch eine Deutschstunde gab sie mit einem Vortrag über ihre Heimatstadt Erlangen.

Ute Schirmer und Tatjana Kolesnikowa

Die Redaktion dankt Wladimir Fedin für die Bilder und kann nun nur hoffen, bald einen ausführlichen Bericht von der Reisenden zu erhalten. Einstweilen sei auf diesen Eintrag verwiesen: https://is.gd/4LJWU8

Read Full Post »

Older Posts »

%d Bloggern gefällt das: