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Archive for the ‘Gesichter’ Category


Am Vorabend des Poetenfestes und zu Ehren des Germanisten Wiktor Malygin, der Anfang des Monats für einige Tage Erlangen besuchte und über den mehr hier https://is.gd/3dzq36 zu lesen ist, heute ein Auszug aus dem Poem „Zerfall des Atoms“ von Georgij Iwanow. Als eine der überragenden Gestalten der russischen Emigration vollendete der Dichter diesen Text 1937, der erst jetzt im Berliner Verlag Matthes & Seitz in deutscher Übersetzung von Alexander Nitzberg erschien. Spät, aber zeitlos aktuell in seiner verstörenden Radikalität und in so mancher Aussage, wie der folgenden, die heute wie seherisch für die Postmoderne zu lesen erscheint.

Elisabeth Preuß und Wiktor Malygin

Was gestern noch möglich war, erweist sich heute als undenkbar, unerreichbar. Wer glaubt heute an die Erscheinung eines neuen Werther, die auf einmal in ganz Europa begeisterte Schüsse von faszinierten, berauschten Selbstmördern nach sich zöge? Genauso unverstellbar wäre ein Heft voller Verse, das dem modernen Menschen, der es durchblätterte, echte spontane Tränen entlockte und ihn zum Himmel, zu demselben abendlichen Himmel in schmerzlicher Hoffnung emporblicken ließe. Unmöglich. Und zwar derart unmöglich, daß man bezweifelt, es sei überhaupt jemals möglich gewesen. Neue eiserne Gesetze, die unsere Welt wie nasses Leder hin- und herzerren, kennen keinen Trost in der Kunst. Mehr noch, diese – noch unklaren, bereits unabdingbaren – Gesetze, die in der neuen Welt geboren werden oder die neue Welt gebären, so seelenlos und so gerecht, bewirken genau das Gegenteil: Nicht nur ist es unmöglich, etwas auf geniale Weise Tröstendes zu erschaffen, es ist auch beinahe nicht mehr möglich, sich mit dem Bestehenden zu trösten. Noch gibt es Menschen, die fähig sind, Anna Kareninas Los zu beweinen. Noch stehen sie auf jenem mit ihnen zusammen schwindenden Grund, in den das Fundament des Theaters eingearbeitet ist, wo Anna, gestützt auf den Samt der Loge und leuchtend vor Schönheit und Qual, ihr Schmach erleidet. Dieses Leuchten reicht kaum noch bis zu uns. Nur noch schwache und schiefe Strahlen – als letzter Abglanz des Verlorenen oder als Bestätigung dessen, daß der Verlust endgültig ist. Bald wird alles für immer verblassen. Was bleibt, ist ein Spiel der Phantasie und des Talents, unterhaltsame Lektüre, die keinen verpflichtet, ihr Glauben zu schenken, und auch gar nicht glaubhaft ist. Eine Art „Drei Musketiere“. Was schon Tolstoj als erster geahnt hat, jene verhängnisvolle Grenze – und dahinter kein Trost von erdachter Schönheit, keine Träne um erdachtes Glück.

Alexander Markin und sein Grabmal für Oleg Popow

Wiktor Malygin ist als großer Förderer des Schauspielhauses Wladimir und der Literatur in der Partnerstadt einer, der noch auf jenem „schwindenden Grund“ steht und auch noch hinüberreicht in jene Zeit, geprägt von großen Namen wie des Clowns Oleg Popow, dessen Grab er zusammen mit Familie Herbert und Ute Schirmer besuchte – und dabei, ganz in der Gunst des Augenblicks und des Genius loci, nicht nur des Künstlers Witwe Gabriele, sondern auf dem Friedhof von Egglofstein auch den Bildhauer des Grabmals, Alexander Markin, traf, dessen „erdachte Schönheit“ sehr wohl zu trösten weiß. Aber Georgij Iwanow hätte sich sicher gern widerlegen lassen:

Wiktor Malygin und Alexander Markin

Ich will ganz einfache, ganz gewöhnliche Dinge. Ich will weinen, ich will mich trösten. Ich will in schmerzlicher Hoffnung zum Himmel emporblicken. Ich will dir einen langen Abschiedsbrief schreiben, einen beleidigenden, himmlischen, schmutzigen, den zärtlichsten Brief auf der Welt. Ich will dich einen Engel nennen, ein Biest, dir Glück wünschen und dich segnen…

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Manche Leser mögen sich noch an den Bericht über den Abschiedsabend für die Gäste aus dem Erlangen-Haus und an das Programm erinnern, zu dem auch Marina Bit-Ischo mit ihrem Blitzkurs „Keramikmalerei“ beitrug. Auffällig ihr Nachname, der so gar nicht slawisch klingt. Auf Nachfrage gab die Schwiegertochter von Semjon Bit-Ischo, des ehemaligen Leiters von „Awtopribor“, dem leider mittlerweile zerschlagenen Autozulieferbetriebs, Einblick in ihre außergewöhnliche Familiengeschichte.

Töpfermalkurs

Zunächst zum Namen, der assyrischen Ursprungs ist und so viel bedeutet wie „Jesu Haus“. Der Teil „Bit“ für „Haus“ läßt sich mehrfach in Rußland nachweisen, in der Verbindung mit „Ischo“ für „Jesus“ findet er sich offenbar nur in Wladimir. Aber wie kam die Familie mit diesem exotischen Namen in die Partnerstadt? Um das zu erkunden, muß man gute einhundert Jahre zurückblicken, als während des Ersten Weltkriegs die Türkei gegen das Russische Reich zu Felde zog und im gesamten Osmanischen Reich die christlichen Völker – man denke nur an die Armenier – schlimmsten Verfolgungen ausgesetzt waren. In der Tat waren vor allem die Assyrer eher unsichere Kantonisten, standen sie doch bei allen türkisch-russischen Kriegen auf der Seite des Zarenreichs, und so rief denn auch im April 1915 der assyrische Patriarch Benjamin Mar-Schimun sein Volk zum Aufstand gegen die Türken auf. Doch die Kräfte waren ungleich verteilt, die Erhebung wurde rasch niedergeschlagen, und die unterlegenen Assyrer flohen zum einen Teil in den heutigen Irak, damals ein von den Engländern gehaltenes Gebiet, zum andern Teil ins Russische Reich.

Marina Bit-Ischo beobachtet Tatjana Krutogolowa und Gerhard Kreitz beim Stricken am Freundschaftsschal

Über Persien, Noworossijsk und Moskau kamen die Eltern von Semjon Bit-Ischo schließlich nach Wladimir – möglicherweise, weil ihnen als Dorfbewohnern die Hauptstadt zu laut war -, wo der spätere Direktor von Awtopribor als eines von elf Kindern, von denen aber nur fünf überlebten, am 5. September 1931 getauft wurde. Die ganze Familie hatte damals noch die persische Staatsangehörigkeit, ein gelegener Vorwand für den Generalverdacht der Spionage in den Terrorjahren der Stalin-Ära. Badel Bit-Ischo, das Familienoberhaupt, wurde verhaftet und „gestand“ nach einwöchiger Folter, ein Komplott gegen das angeblich „rüstungsrelevante“ Awtopribor geschmiedet zu haben, wofür man den Flickschuster schließlich hinrichtete, ohne erklären zu können, wie der „Verschwörer“ mit seinem einfachen Beruf derlei hätte zustande bringen können. Auch sein Sohn Anatolij geriet in die Fänge der Menschenschinder, ließ sich aber nicht brechen und kam nach einem Jahr mit einem Rücken voller Narben aus der Haft frei, meldete sich im Juni 1942 an die Front, nachdem kurz vorher die ganze Familie die sowjetische Staatsangehörigkeit angenommen hatte, und fiel ein Jahr später in der Schlacht um Leningrad. Vater und Sohn wurden erst in den 50er Jahren postum rehabilitiert.

Semjon Bit-Ischo

Semjon Bit-Ischo hingegen schaffte es unter entbehrungsreichen Bedingungen nach oben. 1958 trat er die Arbeit bei Awtopribor an und leitete den Betrieb später über drei Dekaden hinweg bis Mitte der 90er Jahre. Heute lebt der Patriarch zurückgezogen, hoch geachtet – und steht für eine einzigartige Geschichte der Flucht und des hart erkämpften Erfolges im Gastland. Bedenkenswert gerade auch heute, wo so viele Menschen wie nie zuvor auf der Flucht sind und immer mehr Länder die Zugbrücken hochziehen.

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Da trafen sich gestern in Regensburg zwei große Gestalter der Städtepartnerschaft: Wolf Peter Schnetz, der als Autor und Kulturreferent schon in den 70er Jahren Kontakte zu sowjetischen Schriftstellern aufgenommen und den Kontakten zwischen Erlangen und Wladimir entscheidende Impulse gegeben hatte, und Wiktor Malygin, seinerzeit als stellvertretender Leiter des Pädagogischen Instituts Initiator des bis heute andauernden Austausches mit dem Institut für Fremdsprachen und Auslandskunde und bis heute Mitglied im Vorstand der Stiftung „Erlangen-Haus“.

Wiktor Malygin und Wolf Peter Schnetz

Nun also das Wiedersehen, um, wie der Gast aus Wladimir ankündigte, über die Situation von „Lyrik auf der Welt“ zu sprechen. Ein großes Thema, zu groß für die kurze Begegnung. Die Freunde tauschten dann doch lieber Erinnerungen aus. Wie kam die Städtepartnerschaft zustande? Was hat sich seitdem verändert? Was macht dieser und was jene? Und wie geht es Deiner Familie, wollte Wolf Peter Schnetz vom Besucher wissen. Er lebe gern den Sommer über auf seiner Datscha, umgeben von alten Bäumen, Blumenbeeten und Johannisbeersträuchern, wo er häufig von seinen drei Kindern und fünf Enkeln besucht werde, erzählte er. Wenn er sich nicht seiner Familie oder seinen Studenten widme, sei er viel auf Reisen oder er schreibe: wissenschaftliche Erörterungen, Essays, Theaterkritiken und Lyrik. „Der Dichter schafft, schreibt, liebt, träumt“, sagt Wiktor Malygin und fragt sich manchmal: „Was bleibt, was nimmt er mit?“ Ein paar Gedichte werden vielleicht bleiben, meint Wolf Peter Schnetz, Menschen, die Lyrik lieben, wird es immer geben.

Regine Arends

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Ihren Sohn Matwej hatten sie schon – noch als Schüler – alleine zu drei Besuchen nach Erlangen geschickt, nun kamen Swetlana und Eduard Grigorjew selbst zum ersten Mal für eine Woche in die deutsche Partnerstadt, von der sie so viel gehört, ohne sie je selbst gesehen zu haben. Eine Reise, die dem reiseunerfahrenen Ehepaar vor allem eines zeigte: Vorurteile und von Medien suggerierte Vorstellungen versagen im Praxistest den Dienst, fallen glatt durch.

Von all den vielen Begegnungen, die es wert wären, hier festgehalten zu werden, sei nur das eher zufällige Treffen mit dem Künstler Ingo Domdey in Rothenburg erwähnt, wo man sich auf die Feierlichkeiten zum 30jährigen Partnerschaftsjubiläum mit Susdal Anfang September vorbereitet.

Swetlana und Eduard Grigorjew

Dem Graphiker und Kunstsammler, vor drei Jahren nach Rothenburg gezogen, bleibt keine noch so unauffällige sprachliche Färbung verborgen, wenn man sich vor seinem Atelier im Dürerhaus an der Georgengasse über die von ihm gepflanzten und gepflegten Spalierbirnbäume unterhält. Dank seiner Schulzeit bei Leipzig hat er ein feines Gehör für den russischen Zungenschlag – und ein bisher ungestilltes Interesse, einmal Susdal und Wladimir kennenzulernen.

Ingo Domdey, Eduard und Swetlana Grigorjew

Dem Manne kann geholfen werden. Ehe man es sich versieht, steht man inmitten von Originalarbeiten aus der Hand von Francisco de Goya und Albrecht Dürer und erhält Einblick in das eigene Schaffen des sächsischen Künstlers. Nun gilt es, für ihn ein Pendant zu finden. Eher eine der leichteren Fingerübungen angesichts der vielköpfigen Graphikerschule, die Boris Franzusow in Wladimir wie in Susdal hinterließ. Und eine erste Bekanntschaft ist ja auch schon geschlossen.

Swetlana Grigorjewa

Auch wenn sie selbst sich da eher zurückhaltend gibt, ist Swetlana Grigorjewa mit ihren Decoupage-Arbeiten ja auch vom Fach, wenn auch eher der Richtung „angewandte Kunst“, zu der im Blog schon einmal vor sechs Jahren die Rede war unter: https://is.gd/k9T5UT Gleichviel: Wenn das Ehepaar heute wieder zurück nach Wladimir reist, haben wieder zwei Menschen mehr das Schöne gefunden, das Russen und Deutsche in dieser Partnerschaft verbindet. Ganz im Geiste des Erlanger Dichters, Friedrich Rückert: „Wahres und Gutes wird sich versöhnen, / wenn sich beide vermählen im Schönen.“

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Heute freut sich das Festkomitee des Blogs, Altoberbürgermeister Siegfried Balleis zum 65. Geburtstag gratulieren zu dürfen. Wann, wenn nicht zu diesem Jubiläum, sollte eine besonders erfreuliche Nachricht bekanntgemacht werden: Erlangen und Wladimir nahmen an dem Wettbewerb deutscher und russischer Städte und Initiativen anläßlich des Abschlusses des „Deutsch-Russischen Jahres der kommunalen und regionalen Partnerschaften 2017/2018“ teil. Unter den fast 250 Bewerbungen aus beiden Ländern entschied sich die Jury als „Beispiel herausragender Partnerschaftsarbeit“ für den „Wladimir-Blog“, der vor fast zehn Jahren – noch während der Amtszeit von Siegfried Balleis – ins Netz ging und, wie man hört, zur täglichen Morgenlektüre des Erlanger Ehrenbürgers gehören soll. Ausgezeichnet wurde aber auch das Gesprächsforum „Prisma“, angeregt vom Begründer der Städtepartnerschaft, Dietmar Hahlweg, und mit großem persönlichen Einsatz ins Leben gerufen von Florian Janik, der die partnerschaftlichen Traditionen seiner beiden Vorgänger im Amt gerade in diesen schwierigen zwischenstaatlichen Turbulenzen ebenso beherzt wie umsichtig weiterführt. Die nicht dotierte Ehrung wird am Freitag, den 14. September, im Rahmen einer Veranstaltung des Deutsch-Russischen Forums im Außenministerium zu Berlin durch die Minister Heiko Maas und Sergej Lawrow vorgenommen. Bürgermeisterin Elisabeth Preuß und ihre Wladimirer Kollegin, Olga Dejewa, nehmen die Urkunde an.

Olga Dejewa und Siegfried Balleis

Olga Dejewa wollen wir denn auch in der Reihe der Geburtstagsgratulanten den Vortritt lassen:

Lieber Herr Balleis,

zu Ihrem Geburtstag gratuliere ich Ihnen herzlich und wünsche Ihnen, Ihren Verwandten und Freunden Wohlergehen, Gesundheit, Glück und Erfolg!

Ihr Jubiläum fällt mit einem anderen Datum zusammen, 35 Jahre Partnerschaft zwischen Wladimir und Erlangen. Was in den fernen 80er Jahren begann und in den 90er Jahren mit der humanitären Hilfe so richtig Fahrt aufnahm, mündete in vergleichsweise kurzer Zeit in eine Vielzahl von gemeinsamen Aktionen in den verschiedensten Bereichen: Wirtschaft, Bildung, Medizin, Kultur, Sport. Besonders wichtig aber: Jahr für Jahr können Hunderte von einfachen Bürgern unserer Städte ungezwungen einander kennenlernen und miteinander Freundschaft schließen. Wir geben damit ein ausgezeichnetes Beispiel einer Volksdiplomatie am Werk.

In Ihrer Zeit als Oberbürgermeister bewahrten Sie sowohl die Traditionen als auch die Prinzipien unserer Partnerschaft, indem Sie das Format des Austausches erweiterten, unsere Völker einander näherbrachten und die kulturellen sowie andere Verbindungen stärkten. Und das alles taten Sie mit großer Offenheit, Herzlichkeit und Verständnis. Dank Ihnen bleiben Erlangen und Wladimir Partnerstädte mit beachtlichen Entwicklungsperspektiven. Und nach wie vor helfen Erlanger uneigennützig Wladimirern im Rahmen aktueller Wohltätigkeitsprojekte.

Ich freue mich, Ihre persönliche Bekanntschaft gemacht zu haben, und hoffe, lieber Siegfried, Sie auch bald einmal wieder in Wladimir begrüßen zu dürfen.

Mit den besten Wünschen, Ihre Olga Dejewa

Sergej Sacharow und Siegfried Balleis

Mein lieber Freund Siegfried,

von ganzem Herzen möchte ich Dir zum Geburtstag gratulieren und meine herzlichen Glückwünsche zu diesem Tag übermitteln! Ich erinnere mich immer mit viel Freude und Wärme an unsere gemeinsame Zeit der Festigung und Fortsetzung der Partnerschaft zwischen Erlangen und Wladimir. Ich bin Dir dankbar für die Erfahrung einer positiven Kommunikation, für die persönliche Begegnungen und Familientreffen, für Deine guten beruflichen Ratschläge und für Dein Vorbild, das mich anregte, das Fahrradtraining wieder aufzunehmen. Dank Dir treibe ich noch immer Radsport und versuche, mich fit zu halten. Das hilft mir sehr im Leben und im Beruf.

Ich bin sicher, uns stehen noch viele Treffen unter Freunden bevor, und wir werden noch so manches Gläschen Wodka oder Schnaps auf unser Wohl und das Wohl unserer Familien sowie das Fortbestehen unserer Freundschaft trinken. Nochmals meine herzlichsten Glückwünsche zum Geburtstag und feiere heute schön im Kreise Deiner Familie sowie mit Freunden und Verwandten!

Mit meinen besten Grüßen und Wünschen, Dein Sergej Sacharow aus Susdal und Wladimir

Julia Starikowa, Siegfried Balleis und Julia Krajnowa

Die Reihe der Gratulanten – auch aus den anderen Partnerstädten von Jena bis Umhausen, von Riverside bis Cumiana – ließe sich ad infinitum fortsetzen, und überall verdiente der Beitrag des Jubilars zum Gelingen des Austausches alle Ehren. Hier aber nur noch ein kleiner Hinweis auf eine große Initiative, die Siegfried Balleis als Rotarier wesentlich mitträgt: die Finanzierung von jährlich zwei vierzehntägigen Hospitationen aus Wladimir an den Universitätskliniken. Eine Aktion, die auch heuer im Herbst wieder fortgesetzt wird.

Siegfried Balleis mit Frau Angelika, beklatscht von Florian Janik und Edmund Stoiber bei der Verleihung der Ehrenbürgerwürde 2014

Auch wenn schon alles gesagt und gewünscht scheint, danke sagen kann man nie genug. Siegfried Balleis ließ sich bereits 1989, damals noch Wirtschaftsreferent, von Dietmar Hahlweg auf den „steinigen Acker“ der ökonomischen Kontakte nach Wladimir entsenden, radelte 1993 mit einer Stafette in die Partnerstadt und übernahm 1996, an die Spitze des Rathauses gewählt, das Erbe der Volksdiplomatie, um es, reich vermehrt, vor vier Jahren an seinen Nachfolger, Florian Janik, zu übergeben. Gäbe es nicht dieses hohe Maß an kommunalpolitischer Kontinuität im kommunalen auswärtigen Dienst – hier wie in Wladimir -, hätte sich auch die Bürgerpartnerschaft nie so erfolgreich entwickeln können, gäbe es sicher nicht die bevorstehende Auszeichnung in Berlin, wie schon einmal im Jahr 2002… Dafür Dank an den Jubilar und seine beiden Erlanger Kollegen sowie an Igor Schamow, Alexander Rybakow und Sergej Sacharow, mit denen Siegfried Balleis zusammenarbeitete, aber auch an Olga Dejewa, die nun in Wladimir diese Tradition mit eigenen Ideen am Leben erhält.

 

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Es ist wichtig, einander in die Augen schauen zu können. So lernen Menschen einander kennen und schätzen. Wenn sie aber miteinander in die gleiche Richtung blicken, haben sie ein gemeinsames Ziel, das andere möglicherweise gar nicht sehen. Dies mag auch für Anna Schukowa, Vorsitzende des Hotel- und Gaststättenverbands der Region Wladimir und Hotelbesitzerin, und Nicole Kobjoll, Geschäftsführerin und Inhaberin des Hotels „Schindlerhof“, gelten, die sich im Dezember erstmals in Nürnberg begegneten und Ende April in Wladimir Freundschaft schlossen.

Anna Schukowa und Nicole Kobjoll

Wohin die zwei Unternehmerinnen an diesem Wochenende, als Anna Schukowa wieder nach Franken kam, nun steuern, wissen nur die beiden. Wir werden sie aber hoffentlich an der einen oder anderen Station ihres Weges wiedersehen. Einstweilen bescheiden wir uns hingegen mit einer Adaption der Schlußworte des Romans „Die toten Seelen“ von Nikolaj Gogol, in dem mutatis mutandis zu lesen steht:

Stürmst nicht auch du, Partnerschaft, so dahin, wie ein kühnes Cabriolet, das niemand einholen kann?… Wohin stürmst du, Partnerschaft? Gib Antwort! Du schweigst. Wundersam tönt die Hupe. Die vor deinem Ansturm zurückflutende Luft wird zum heulenden Sturm. Alles zwischen Erlangen und Wladimir weicht dir aus, und es geben dir den Weg frei alle anderen…

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Persönliche Beratung und Assistenz für Menschen mit Behinderungen ist das zentrale Anliegen des 1989 gegründeten „Zentrums für Selbstbestimmtes Leben“, Themen, mit denen Jürgen Ganzmann als langjähriger ehrenamtlicher Behindertenberater des Landkreises Erlangen-Höchstadt bestens vertraut ist, Themen, die den seit Anfang Juni als Geschäftsführer der Einrichtung tätigen Weisendorfer auch eng mit Wladimir verbinden.

Jürgen Ganzmann

Noch als Leiter der Behindertenwerkstatt der Barmherzigen Brüder Gremsdorf baute er das Projekt „Lichtblick“ mit der Psychiatrie in der russischen Partnerstadt ab 1999 auf und führte dieses einzigartige und mehrfach ausgezeichnete Werk, das schließlich im „Blauen Himmel“ mündete, über alle seine weiteren Stationen als Direktor des Altenheims in Etzelskirchen und später als Geschäftsführer der WAB Kosbach fort.

Jürgen Ganzmann

Nun also das ZSL mit fast 200 Assistenzkräften und einem dreißigjährigen Erfahrungsschatz, der übrigens schon Anfang der 90er Jahre auch in Jena beim Aufbau eines ähnlichen Zentrums fruchtbar wurde. Wer Jürgen Ganzmann kennt, weiß, es wird nicht lange dauern, bis er auch in dieser Funktion im Austausch mit Wladimir ganz neue Akzente setzt. Es sei nur auf die wiederholten Besuche von Jurij Katz hingewiesen, der ja mit seiner Selbsthilfeorganisation „Swet“ etwas durchaus Vergleichbares geschaffen hat.

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