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Archive for the ‘Gesichter’ Category


Einer der Granden der Städtepartnerschaft Erlangen-Wladimir ist vorgestern für immer von uns gegangen, ohne jede Vorankündigung, völlig überraschend. Brüne Soltau stand als Vorsitzender des Kreisverbandes Erlangen-Höchstadt des BRK gemeinsam mit seinem Geschäftsführer und Direktor, Jürgen Üblacker, wie niemand sonst für die Aktion „Hilfe für Wladimir“. Niemand tat für das Gesundheitswesen und den sozialen Bereich in der Partnerstadt mehr als diese beiden. Man kann auch ohne Übertreibung sagen, daß es das Rote Kreuz in Wladimir ohne die Unterstützung der tatkräftigen Freunde aus Erlangen – sie gründeten auch den Förderverein für das RK Wladimir – gar nicht mehr gäbe. Irina Chasowa, Direktorin des Erlangen-Hauses, erinnert denn auch im Namen der vielen Wladimirer, die sich mit Brüne Soltau verbunden fühlten:

Dies ist ein schwerer Verlust. Brüne war immer so voller Optimismus und Lebensfreude. Ihm gelang es, auch noch die schwierigsten Probleme mit Leichtigkeit zu lösen. Dabei klagte er nie über gesundheitliche Probleme, lächelte stets und scherzte gern. Sein Weggang trifft uns deshalb alle desto unvorbereiteter und schwerer. Wir werden ihm in unseren Herzen für alle Zeit ein lichtes Andenken bewahren.

Brüne Soltau und Wera Guskowa, Sozialbürgermeisterin von Wladimir, 2009, bei der Verabschiedung aus dem Amt des Vorsitzenden des BRK Erlangen-Höchstadt

Lesen Sie anstelle eines Nachrufes die Gedanken des Blogs vom 12. März d.J. anläßlich des 80. Geburtstags von Brüne Soltau. Der Verstorbene wird uns allen schmerzlich fehlen, wir sind ihm zu großem Dank und viel Anerkennung verpflichtet: https://is.gd/rpp0UV

P.S.: Nach Redaktionsschluß ging noch ein Kondolenzschreiben des Kinderorthopäden, Guram Tschotschjew ein:

Ein Jahr des unendlichen Verlustes. UNSER uns allen vertrauter und seelenverwandter Brüne hat uns verlassen. Es ist unendlich schade, daß diese Panisolierung uns allen die Möglichkeit nahm, solche außergewöhnlichen Menschen wiederzusehen. In dieser Welt, wo die Toleranz mehr propagiert als praktiziert wird, war Brüne ein Mensch mit grundlegenden und nicht gespielten Qualitäten: Aufrichtigkeit, Offenheit, höchster Anspruch an Freundschaft und Menschenliebe. Für unser Haus und meine Familie war und bleibt er ein Beispiel für echte Männerfreundschaft und Menschenverstand. Und natürlich werden wir seiner am Tisch und in der Kirche gedenken.

Und schließlich kondoliert auch das Rote Kreuz Wladimir mit folgenden Worten:

Der Regionalverband Wladimir des Russischen Roten Kreuzes nahm die Nachricht vom unerwarteten Tod Brüne Soltaus mit großer Trauer auf. Die Wladimirer behalten ihn als einen großartigen Menschen in Erinnerung, gedenken seiner als Freund und Partner, der zusammen mit seinen Kollegen in den für unser Land so schweren 90er Jahren uns zur Seite stand und half, die partnerschaftlichen Sozialprogramme gemeinsam mit dem Roten Kreuz in Wladimir zu verwirklichen.

Über viele Jahre hinweg leitete Herr Soltau den Kreisverband Erlangen-Höchstadt und teilte seine professionelle Erfahrung mit den Koordinatoren der Sozialprojekte des Wladimirer Roten Kreuzes, womit er große Hilfe beim Aufbau und bei der Festigung des Ansehens des Wladimirer Roten Kreuzes bei den Wladimirern leistete. Wir schätzten und schätzen bis heute seinen Verstand, seine Anständigkeit und sein Verständnis für die Partnerschaftsbeziehungen.

Ein treuer Sohn seines Landes hat uns verlassen, aber die Erinnerung an ihn wird nicht nur in den Herzen der Erlanger, sondern auch der Menschen in Wladimir fortleben.

Wir bringen den Angehörigen Brüne Soltaus unsere aufrichtige Anteilnahme zum Ausdruck.

Wir bewahren ihm ein ehrendes Andenken!

Irina Sokolowa, Vorsitzende des Regionalverbands Wladimir des Russischen Roten Kreuzes

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Heute feiert Lydia Petrowa ihren 95. Geburtstag, eine Frau, die wie kaum eine zweite mit dem Tanz- und Folklore-Ensemble „Rus“ verbunden ist. Vor allem in den späten 80er und die ganzen 90er Jahre baute sie für den Stadtverband Kultur die sprachlichen Brücken nach Wladimir und leistete einen wichtigen Beitrag zu der damals noch im Aufbau befindlichen Bürgerpartnerschaft. Grund genug, der Jubilarin seitens der gesamten Blog-Redaktion herzlich zu danken und ihr gemeinsam mit Nikolaj Litwinow und seiner Gruppe alles Gute zu wünschen:

Michail und Lydia Petrow, dahinter Nikolaj Litwinow, ganz links im Bild, 1995 mit der „Kinder-Rus“

Liebe Lydia Michajlowna,

zu Ihrem Jubiläum schicke ich Ihnen die herzlichsten und aufrichtigsten Glückwünsche!

Ich danke dem Schicksal dafür, mich mit Ihnen, mit einer derart weisen, zugewandten, entschiedenen Frau, und Ihrem Mann, Michail Jefimowitsch, einem derart guten und einfühlsamen Menschen, bekanntgemacht zu haben.

Sie leisteten dem Ensemble „Rus“ und mir von unserem ersten Aufenthalt in Deutschland an, also seit 1987, eine unschätzbare Unterstützung, halfen uns, das anfängliche Mißtrauen zu überwinden, uns zurechtzufinden und jede Menge Freunde in Erlangen zu finden, das uns zur zweiten Heimat wurde.

Jelena Litwinowa und Lydia Petrow

Mir wird ganz warm ums Herz, wenn ich an die Begegnungen voller Gastfreundschaft und an Ihren unübertroffenen Borschtsch zurückdenke!!! Herzlichen Dank für die guten Ratschläge und die mütterliche Fürsorge, mit der Sie mich umgaben. Ich tue mich schwer, die Worte zu finden, die meine Begeisterung über und Hochachtung für Sie ausdrücken könnten.

Das Ensemble „Rus“ am gestrigen Nationalfeiertag

Ich wünsche Ihnen, meine liebenswürdige Lydia Michajlowna, Gesundheit, Wohlergehen und noch viele-viele Jahre! Gott schütze Sie!

Ihr Nikolaj Litwinow

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Der Senior der deutschen Veteranen, dem man als Kriegsgefangenem in Wladimir das Leben rettete, feiert heute seinen 99. (in Worten: neunundneuzigsten) Geburtstag, zu dem ihm sein Freund aus der Partnerstadt, Witalij Gurinowitsch, mit diesen Zeilen gratuliert.

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Lieber Wolfgang,

alles Gute zum Geburtstag! Ich umarme Dich und wünsche Dir beste Feierlaune! Wir, alle Deine russischen Freunde, schicken Dir einen Riesengruß. Wir denken an Dich und sind von Dir begeistert. Der Herrgott schenkt Dir Kraft für ein langes Leben, weil Du ein guter, offener und vielseitiger Mensch bist. Du bist zum Botschafter des Friedens zwischen unseren Städten geworden, und jetzt, nach dem Film über Dich und Nikolaj Schtschelkonogow, noch viel mehr, nämlich für alle Deutschen und Russen, für alle, die diese Dokumentation gesehen haben.

Du liebst das pralle und erfüllte Leben, und ich bin sicher, Du hast noch immer einen kleinen Kreis von sympathischen Russinnen um Dich, mit denen Du an Deinem Russisch schleifst. Jetzt trittst Du in Dein hundertstes Lebensjahr ein, das ich Dir mit ganzer Hingabe und in stets gehobener Stimmung zu leben wünsche (an dieser Stelle solltest Du Dir ein Bier einschenken!).

Ich umarme Dich nochmals, bis bald wieder!

Dein Witalij

Und dann ging im Laufe des Tages noch ein ganz besonderes Glückwunschschreiben des Generaldirektors des Landesmuseum Wladimir-Susdal ein.

Sehr geehrter Herr Morell,

das Staatliche Landesmuseum Wladimir-Susdal gratuliert Ihnen zum 99. Geburtstag!

Sie wurden in ihrem Leben zwei Mal geboren: An Ihrem Geburtstag und dann noch einmal mit 20 Jahren, 1942, als sowjetische Ärzte im Wladimirer Militärhospital Ihnen das Leben retteten. Da ist es von großer Symbolkraft, wenn Sie nun schon seit mehr als 30 Jahren durch Ihre Erinnerungen und Besuche, durch Ihrer Freundschaft mit russischen Veteranen. Ihre Begegnungen mit der Jugend unserer Stadt und unserem Volk Dank sagen für die Barmherzigkeit, die Ihnen und anderen deutschen Kriegsgefangenen entgegengebracht wurde.

Wir bewahren Ihre Reisen aus Erlangen nach Wladimir in Erinnerung. Ihre unlängst an die russischen Freunde gerichteten Videogrußbotschaften wecken in uns Optimismus und den Glauben an ein internationales Einvernehmen. Wir hoffen auf neue Begegnungen und Gespräche.

Wir wünschen Ihnen viel Gesundheit, Standhaftigkeit, Munterkeit, Frieden und alles Gute!

Mit den besten Grüßen, Sergej Rybakow, Generaldirektor des Landesmuseums

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1986 feierte Erlangen das dreihundertjährige Jubiläum der Ansiedlung der hugenottischen Glaubensflüchtlinge. Da lag es nahe, zu den Kultur- und Sporttagen in Wladimir das Stück „Babette oder Peu à Peu“ zu zeigen, in dem Winfried Wittkopp einen jungen Franken spielte, der sich in eine Französin verliebte und damit etwas wie den literarischen Gründungsmythos der Hugenottenstadt mimte. Der Schauspieler, der in seinen 37 aktiven Jahren von 1976 bis 2014 das Erlanger Theater wie kein zweiter verkörperte, führte damals allerdings auch beim Kinderstück „Max“ von Beat Fäh Regie, stets begleitet von einer Dolmetscherin, deren erstaunliche Vertrautheit mit „unserem“ Goethe er nur dank seinem reichen klassischen Repertoire parieren konnte, die sogar Wilfried Minks, den Bühnenbildner aus Hamburg, kannte und mit der er für wenig Geld so unterschiedliche Dinge wie drei Bände in einer DDR-Ausgabe von Konstantin Stanislawskij, dem großen Meister des russischen Theaters, Schnittbögen für ein Hochzeitskleid und eine Mütze kaufte, deren Spur sich leider im großen Schlund der Requisitenkammer verlor.

Winfried Wittkopp in Wladimir 1986

Das Angebot, an der Reise nach Wladimir teilzunehmen, kam aus dem Rathaus, und Manfred Neu, der damalige Leiter des Theaters, sagte spontan zu. Mehr noch: Er packte gleich auch sein Solostück „Das letzte Band“ von Samuel Beckett ein. Doch bevor es auf die große Fahrt ging, gab es von Rudolf Schwarzenbach, schon damals der Kärrner und Kümmerer der Partnerschaft, eine Direktive für die Reise: „In der Sowjetunion herrscht Prohibition. Wer also Spirituosen zu brauchen meint, decke sich am Flughafen im Duty-Free-Laden ein.“ Der Rat wurde prompt befolgt, und tatsächlich leerte man später im Hotel „Kljasma“ auf den langen Fluren so manche Flasche. Und auch die drei Hundert-Liter-Fässer Kitzmann-Bier im Transporter mit den Requisiten, von denen freilich eines den Durst der Grenzer in Brest stillen sollte, rannen beim Bürgerfest rasch durch die deutschen und russischen Kehlen.

Winfried Wittkopp vor dem Hugenottenbrunnen in Erlangen, 2021

Winfried Wittkopp erzählt, als wäre all das erst gestern passiert: den Flug mit der Aeroflot, unterlegt mit einem klapprigen Soundtrack, bis Moskau; den unbeschwerten Spaziergang über den beeindruckenden Roten Platz, wo er, gekleidet in einen Alain-Delon-Trenchcoat, immer wieder als „Franzose“ angesprochen wurde; die kurze Nacht in der Hauptstadt; die von Polizei eskortierte Busfahrt nach Wladimir, die im Höllentempo eine Art Schneise in die Straße schlug; die Einquartierung im Hotel, in einem Kiefernwäldchen gelegen, durch das eher lässig gekleidete Pilzesammler zogen und die Gäste in ihrem fremden Aufzug wie Außerirdische anstarrten; die kalte Schale zum Frühstück; die Jugendlichen, die vergeblich nach Platten von Modern Talking fragten und stattdessen sich mit Kugelschreibern zufrieden geben mußten. Überhaupt die Kugelschreiber: Manfred Neu hatte tausend Stifte mit dem Aufdruck „Theater Erlangen“ in Auftrag gegeben, die als Gastgeschenk einen reißenden Absatz fanden und eine Art Ersatzwährung bildeten. Wer nämlich in der Bar des Hotels zehn Kulis auf die Theke legte und Tee bestellte, erhielt eine Tasse voll mit Wodka… Da kam Partystimmung auf.

Besonders aber bleibt in Erinnerung, wie das Publikum alle Zweifel entkräftete. Manfred Neu hatte durchaus Bedenken, sein Stück ausgerechnet im Traktorenwerk aufzuführen, kam dann aber begeistert von der Vorstellung, weil sich der Saal bestens vorbereitet zeigte und richtig mitging. Auch das Hugenotten- und Kinderstück liefen prächtig, alle waren voll bei der Sache. Dann das schöne Fest mit der E-Werk-Band; das Treffen mit Wiktor Malygin am Theater und all das offene Fachsimpeln bei Tee aus dem Samowar (ohne Kugelschreiber als Gegenleistung); die Freundschaftsgesten von Manfred Neu, der mitbekommen hatte, wie dürftig die technische Ausstattung vor Ort war, und deshalb dem Techniker alle Klinkenstecker überließ und dem Bühnenbildner die Noppenfolie vermachte, der sie für eine Dekoration verwenden wollte; die vielen Gegengeschenke, u.a. die Lackminiatur-Brosche, die eine Dame im Aufzug einem Kollegen vom Erlanger Theater schenkte, nur weil er zu erkennen gegeben hatte, wie sehr ihm der Schmuck gefiel. Auch an den mitgereisten Werner Heider, erinnert sich Winfried Wittkopp mit sichtlichem Vergnügen. Der Komponist konnte gar nicht fassen, wie seine ja doch nicht ganz einfache Musik aufgenommen wurde: „Die haben alles kapiert!“ Diese Reaktionen blieben hängen und führten natürlich zu Gegeneinladungen. Doch auch jene Besuche mit all den anregenden Begegnungen auf und hinter der Bühne liegen nun schon lange zurück. „Schade eigentlich“, meint der Künstler, der seither nie mehr in Wladimir war, aber gern an jene Zeit zurückdenkt. „Es wäre schon schön, wenn der Theateraustausch eine Wiederaufnahme erfahren würde.“

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Zu den Glücksmomenten des Blogs gehört es, wenn durch ihn Menschen einen Zugang zur Städtepartnerschaft finden, die in ganz anderen Teilen der Welt zu Hause sind, wohl aber eine innere Verbindung zu Erlangen oder Wladimir haben. Otmar Koch aus der Wachau gehört zu diesem Kreis, der sich auf der Suche nach seinem 1947 als Kriegsgefangener verstorbenen Vater an den Partnerschaftsbeauftragten, Peter Steger, wandte und sich zusammen mit seiner Frau Anni schon im Mai 2015 der Delegation anschloß, die zum 20jährigen Jubiläum des Erlangen-Hauses und zum 70jährigen Gedenken an den Tag des Sieges über das Dritte Reich nach Wladimir reiste.

Witalij Gurinowitsch, Pfarrer Wladimir, Philipp Dörr, Anni und Otmar Koch, Mai 2015, in Wladimir

Auch wenn sich unter den Überlebenden und Veteranen niemand mehr fand, der sich an den Vater, Anton Holzmann, erinnerte, auch wenn dessen letzte Ruhestätte nicht genau lokalisiert werden konnte, war es doch für den Sohn, heute vor 80 Jahren geboren, ein zutiefst bewegendes Erlebnis, an die Orte zu kommen, wo der Mann, mit dem er keine bewußte Erinnerung mehr verbindet, die letzten drei Jahre seines Lebens zubrachte.

Otmar und Anni Koch mit einer Arbeit von Kirill Wedernikow in Erlangen-Tennenlohe, September 2019

Otmar Koch ließ seither keines der Veteranentreffen aus und hat seinen inneren Frieden mit Wladimir geschlossen. Selbst ein begnadeter Maler, fühlt er sich besonders mit der dortigen Kunstszene verbunden.

Otmar Koch und Richard Dähler, Juli 2015, in Erlangen

Dem Jubilar von Herzen alles Gute – und noch viele freundschaftliche Begegnungen mit den neuen russischen und deutschen Freunden im Geist der Partnerschaft und Völkerverständigung über die viel zu oft nun wohl für immer unbekannten Gräber hinweg.

Otmar Koch vor einer seiner Arbeiten

Hier geht es zur Geschichte von Otmar Koch: https://is.gd/ZwAIeG

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Heute feiert Igor Tschernoglasow seinen 60. Geburtstag. Grund genug für den Blog, dem Bildhauer aus Wladimir wieder einmal die Bühne zu überlassen und die Werke in Erinnerung zu bringen, die er als Gast seines Künstlerfreundes Dieter Erhard vor allem in Tennenlohe schuf.

Dieter Erhard und Igor Tschernoglasow, 2016 beim Symposium im Isaak-Lewitan-Zentrum

Seit 1992 lebt der in Taschkent geborene Meister in Wladimir, wo er gewissermaßen aus dem Stand eine führende Rolle einnahm, für einige Jahre den Vorsitz im Regionalen Künstlerverband innehatte und bald auch Verbindung zu Erlangen aufnahm.

„Dialog“, 2005

2005 hieb Igor Tschernoglasow seine erste Skulptur aus fränkischem Sandstein, den „Dialog“. Schon ein Jahr später folgte der „Engel“, und im August 2019 schließlich das jüngste Werk, das „Antlitz“.

„Engel“, 2006

Damit nicht genug: Es gibt viele Kleinplastiken und Entwürfe im Besitz von Erlanger Freunden, und natürlich finden sich die meisten Arbeiten aus dem Atelier des Künstlers in seiner Heimatstadt. Lassen Sie sich bei Ihrem nächsten Besuch dort einmal eine spezielle Führung zusammenstellen.

Sergej Tschernoglasow, Susanne Lender-Cassens, Igor Tschernoglasow und Kirill Wedernikow mit dem „Antlitz“, 2019

So gut der Bildhauer zu sprechen versteht, er läßt am liebsten seine Werke für sich sprechen. Und deren Sprache versteht ja auch jedermann. Wir belassen es deshalb dabei, dem Freund und Künstler weiter viel Schaffenskraft und noch lange Jahre der fruchtbaren Zusammenarbeit mit Erlangen zu wünschen. Alles Gute zum Geburtstag, lieber Igor! Lang lebe die Kunst!

Helmut Zeitler mit der Skulptur „Behütet“, 2018

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Was es wohl zu bedeuten hat, wenn man von Otmar Krafft träumt, dem vor fast zwei Jahren verstorbenen Fuhrmann der Partnerschaft? Er klagte darüber, seit Monaten nicht mehr in Wladimir gewesen zu sein, sich endlich wieder ans Steuer setzen zu wollen, um seine Freunde wiederzusehen. Sein Gegenüber im Traum wußte sich auch keinen Rat und verwies nur ständig darauf, er selbst sei auch schon seit Ewigkeiten nicht mehr dort gewesen… Und dann wacht man auf und erkennt, daß man sich wohl noch weiter in Geduld üben muß. Bleibt die Frage, ob Tote Sehnsucht haben können…

Wladimir Sonne, gesehen von Wladimir Tschutschadejew

Immerhin hat Otmar Krafft hier im Blog eine Stimme, die man immer wieder nachlesen kann: https://is.gd/f5JAHd

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Es gibt auf russischer Seite viele Väter der Städtepartnerschaft, aber nur eine Mutter, die von Beginn an für das freundschaftliche Miteinander zwischen Wladimir und Erlangen sorgte. Lesen Sie heute den ganz persönlichen Rückblick vom 19. April d.J. aus der Feder von Margarita Malachowa, der langjährigen Vorsitzenden des Wladimirer Stadtrats, auf diese heute so ferne Zeit exklusiv im Blog. Dank an Wjatscheslaw Kartuchin für die Übermittlung der Erinnerungen.

Margarita Malachowa und Siegfried Balleis tanzen ins neue Jahrtausend hinein, gesehen von Sergej Uchin.

Danke für die Einladung, meine Erinnerungen für den Blog aufzuschreiben.

Ich gehöre wohl zu den wenigen noch lebenden Teilnehmern, die am Anfang der Entwicklung der freundschaftlichen Beziehungen zwischen Wladimir und Erlangen standen. Die Initiative ging von deutscher Seite, von Dieter Hahlweg, aus. Das Kooperationsabkommen ist seit fast 40 Jahren in Kraft, aber ich beginne mit dem Moment, als die Partnerschaftsurkunde 1987 nach fünf Jahren der „Verlobung“ unterzeichnet wurde.

Der damalige Oberbűrgermeister hieß Dietmar Hahlweg, ein sehr angesehener Mann, der Maßstäbe setzte und dieses Amt damals schon seit 1972 innehatte. Er war ein Vertreter der Sozialdemokraten.

Wir kamen damals mit einer offiziellen Delegation nach Erlangen. Ihr Leiter war Michail Swonarjow, Vorsitzender des Exekutivkomitees der Stadtdeputierten. Zur Delegation gehörten Alexander Nemontow, Held der sozialistischen Arbeit und Direktor des Technikbetriebs WZPO, Dmitrij Makejew, Rektor des Pädagogischen Instituts, meine Wenigkeit, Alissa Axjonowa, Leiterin des Landesmuseums Wladimir-Susdal, und die Journalistin Natalia Kondratenko. Beteiligt waren auch Sport- und Kulturgruppen wie zum Beispiel das Folklore-Ensemble Rus.

Der Besuch war eine wichtige Sache, und wir trafen uns mit vielen Leuten.

Für Dietmar Hahlweg war es sehr wichtig, die Vereinbarung einstimmig verabschieden zu können. Und das mit mehreren Parteien im Stadtrat. Die Sozialdemokraten hatten die Mehrheit, doch in der Oppositionspartei, der CSU, gab es einen leitenden örtlichen Polizeibeamten. Er hat uns irgendwie „genauer unter die Lupe genommen“. Manchmal spürte man beim Gehen seinen Blick auf dem Hinterkopf. Du drehst dich um, und er wendet sich ab. Das bemerkte auch Alissa Axjonowa. Ja, es war ein wenig unangenehm, aber auch wieder ganz natürlich: Da waren Leute aus einem feindlichen Land gekommen. Da herrschten ganz andere Einstellungen. Ich erinnere mich vor allem an die Pressekonferenz, die unsere offizielle Delegation für die Öffentlichkeit abhielt. Auch hier gab es unterschiedliche Auffassungen. Offensichtlich wurde ich als schwächstes Glied ausgewählt, und so richteten sich die Fragen hauptsächlich an mich: „Frau Malachowa, könnten Sie bitte folgende Frage beantworten: Wie ist Ihre Einstellung zu der Tatsache, daß Ihre Soldaten in Afghanistan sind?“ Ich verstehe Deutsch recht gut, aber ich brauchte Zeit, um eine Antwort zu finden. Also beantwortete ich mit einer Gegenfrage: „Was halten Sie davon, daß Ihre wunderbaren, schönen Straßen von amerikanischen Stiefeln zertrampelt werden?“ Ich war am Abend zuvor in der Stadt unterwegs und sah amerikanische Soldaten. Und wissen Sie, die eine Gruppe grummelte (anscheinend gefiel ihnen meine Antwort nicht), und der andere Teil applaudierte. Das heißt, es gab unterschiedliche Stimmungen. Dann folgten noch viele weitere Fragen, aber ich denke, daß wir sie angemessen beantworteten und diese Pressekonferenz erhobenen Hauptes verließen.

Margarita Malachowa

Aber das Interessanteste ist, daß der Besuch unserer Delegation in die Zeit fiel, als Matthias Rust auf dem Roten Platz landete. Und so sprach man uns beim Mittagessen in einem netten Restaurant darauf an: „Was halten Sie davon, daß unser Pilot auf dem Roten Platz gelandet ist?“ Ich antwortete: „Wissen Sie, das ist großartig! Ihr habt uns, wir haben ihn… Aber wir haben ein Geschwader, und Ihr habt ein schönes Flachdach auf dem Rathaus. Nächstes Mal werden unsere Piloten auf Eurem Rathaus landen.“ Nur so konnte man derart knifflige Fragen parieren.

Wir hatten mehrere Treffen vor der Unterzeichnung des Abkommens, und dieser Stadtrat versuchte immer wieder, uns in Verlegenheit zu bringen und zu provozieren. Ich war damals Parteifunktionärin, weshalb er mir gegenüber recht mißtrauisch gestimmt war. Ich spürte das natürlich, obwohl äußerlich alles ganz nett aussah. Ich griff deshalb zu den Waffen einer Frau und schmeichelte ihm, ließ mich von ihm umwerben.

Der Tag der Vertragsunterzeichnung kam. Der Konsul, ein Vertreter unserer Botschaft, war anwesend. Die Deutschen saßen nicht wie wir im Konferenzraum, ihre Tische waren in einem großen Viereck aufgestellt, einander vis-à-vis. Unsere Delegation saß auf der einen Seite. Dietmar Hahlweg leitete die Sitzung sehr souverän, wie es sich gehört. Er erklärte, wozu der Vertrag diente: zur Stärkung der wirtschaftlichen, kulturellen und sportlichen Beziehungen zwischen unseren Städten. Als die Abstimmung begann, beschlossen Alissa Axjonowa und ich, ohne vorherige Absprache, unseren weiblichen Blick zu nutzen und nahmen den CSU-Stadtrat ins Visier. Wir fragten uns: „Wird er mit Ja abstimmen – wird er die Sache ablehnen?“. Es gab eine lange, lange Pause, und dann hob er langsam die Hand, gefolgt von den anderen vier Vertretern seiner Fraktion. Die Abstimmung fiel einstimmig zu Gunsten des Vertrags aus. Applaus kam auf.

Dieser Vertrag ist nun über drei Jahrzehnte alt.

Margarita Malachowa, Angelika und Siegfried Balleis, Alexander Rybakow, Igor Schamow, Sergej Sacharow und Jelena Owtschinnikowa,Mai 2013 in Wladimir

In der für unser Land so schwierigen Zwischenzeit haben uns die Deutschen sehr geholfen. Vor allem mit Wärme. Wir lebten zwar nicht in Wladiwostok, aber die Winter waren eiskalt. Natürlich hatten wir Probleme, aber nicht so, daß die Leute erfroren wären. Das Erlanger Kesselhaus ist noch immer in Betrieb.

Und wie sehr sie unseren Ärzten, unseren Krankenhäusern geholfen haben! Zum Beispiel dem Notfallkrankenhaus. Wir wurden Zeuge, wie sie Geld sammelten, Hilfsgüter sammelten… Und dann holten wir die humanitäre Hilfe sogar selbst in Erlangen ab. Und das viele, viele Male.

Sie halfen den Kindern sehr, etwa vielen hörgeschädigten Kindern. Eines Tages bekamen wir dank Peter Steger zehn Hörgeräte von Siemens, vermittelt durch den Kinderschutzbund Erlangen, und eröffneten eine Klasse in der Schule Nr. 14 mit Alexander Mordassow als Leiter. Diese Kinder – sechs oder sieben Jahren alt – brauchten nicht mehr nach Kowrow gebracht zu werden, wo es eine Sonderschule gab. Als wir die Eltern einluden und ihnen sagten, ihre Kinder könnten nun deutsche Hörgeräte benutzen, die ihnen nicht in den Ohren wehtun, und daß sie außerdem nicht mehr von ihren Familien getrennt werden müssen und in Wladimir zur Schule gehen können – da hätten Sie die Augen der Eltern sehen sollen, ihre Freude darüber, daß ihre Kinder bei ihnen bleiben konnten!

Unsere Kulturensembles kamen bei den Deutschen immer sehr gut an. Immer wieder traten „Wladimirez“ unter Leitung von Nina Peschkowskaja oder der Knabenchor von Eduard Markin in Erlangen auf. Ich erinnere mich an den Besuch von Wladimir Putin in unserer Stadt, als er unser Ministerpräsident war. Er hörte sich Markins Chor an und lud ihn (als einen von wenigen) zur Teilnahme am Petersburger Dialog in Weimar 2001 ein.

Vieles gäbe es noch zu erwähnen. Zum Beispiel hatten wir einen Vorsitzenden des Veteranenrates, Oberst Jakow Moskwitin, einen großen Patrioten unseres Landes. Ich sagte zu ihm: „Die Deutschen, die Veteranen, wollen wirklich Kontakte herstellen.“ Er gab zunächst zurück: „Wie kommen Sie denn auf so etwas? Wir haben den Krieg mitgemacht…“ Doch ich gab nicht nach: „Es sind andere Zeiten, die jungen Leute wollen die Wahrheit über unseren Sieg wissen…“ Mit der Zeit war das Eis gebrochen, und es wurden auch Kontakte zu Veteranen geknüpft. Mehrmals besuchte unser verehrter Veteran, unser Ehrenbürger, Nikolaj Schtschelkonogow, Deutschland. Ihm zuzuhören war immer ein Vergnügen, und die deutsche Jugend begegnete ihm mit Respekt.

Bei all den vielen Begegnungen taute auch das Eis in den Beziehungen. Der CSU-Stadtrat hörte auf, uns als Feinde wahrzunehmen, wurde neutral. Seine Kollegen und er, der uns damals in Erlangen so besonders kritisch unter die Lupe genommen hatte, kamen nach Wladimir. Wir trafen uns mit ihnen in der damaligen Polizeistation, und es wurden persönliche Kontakte geknüpft. Ich glaube, es kam dann zu einem fruchtbaren Erfahrungsaustausch.

Während einer Führung durch Nürnberg kam einmal ein hochbetagter Mann auf Alissa Axjonowa und mich zu und fragte, woher wir kämen. „Aus Wladimir“, antworteten wir. „Oh, Wladimir, Susdal… Ich war dort… Eine russische Frau rettete mich vor dem Tod. Ich war ein junger Kerl, gefangengenommen, schon halbtot, und die Frau brachte mir kleine Milchflaschen unterm Hemd. Nur dank der Fürsorge dieser Frau habe ich überlebt“. Er erinnerte sich an diese Frau, die ihn gerettet hatte, sehr herzlich, buchstäblich mit Tränen in den Augen.

Dietmar Hahlweg und Margarita Malachowa, 2005

Ich erinnere mich mit großem Respekt an Dieter Hahlweg, der viel für unsere guten Beziehungen leistete.

Delegationen aus Erlangen kamen recht häufig in ganz unterschiedlicher Zusammensetzung nach Wladimir. Die Deutschen interessierten sich für alles, angefangen vom Verkehr, der Wasser- und Wärmeversorgung bis hin zu den Wohnhäusern, den kulturellen Veranstaltungen und der Entwicklung der Unternehmen.

Mein letzter Freundschaftsbesuch in Erlangen fand mit Igor Schamow statt. Ich glaube, er hat einen großen Anteil daran, daß diese Kontakte bestehen blieben. Igor Schamow ist ein echter Intellektueller, der einst das Labor im Chemiewerk leitete, dessen Mitarbeiter schon zu Sowjetzeiten viele wissenschaftliche Kontakte mit der deutschen Seite unterhielten. Und als Stadtoberhaupt pflegte er nun die internationalen Beziehungen auf kommunaler Ebene, besonders zu Erlangen mit seinem vielen Grün und all seinen interessanten Plätzen.

Margarita Malachowa, Jurij Fjodorow, Siegfried Balleis, Igor Schamow und Peter Steger im Russischen Dorf, Wladimir, 2000, gesehen von Karin Günther

In Erlangen waren wir immer im Hotel Bayerischer Hof untergebracht. Ein exzellentes, komfortables Hotel mit alter Tradition, im Herzen der Stadt gelegen, in einem Gebäude aus dem 19. Jahrhundert, mit einem herzlichen Gastgeber, der uns zuvorkommend behandelte, mit Respekt. Abends waren die Tische immer für uns gedeckt, und wir saßen dort noch bei einer Tasse Kaffee zusammen. Er war damals schon älter, etwa 80 Jahre. Er hatte eine Tochter, die nicht in das Geschäft einsteigen wollte, und der Besitzer machte sich große Sorgen, was aus dem Hotel werden sollte. Unsere Schulkinder, die Erlangen besuchten, wohnten während ihres Besuchs bei deutschen Familien.

Leider hat sich die Einstellung gegenüber Rußland in letzter Zeit geändert und nicht zum Besseren. Aber ich denke, daß die Menschen in Wladimir und Erlangen weiterhin einander etwas zu sagen haben, etwas gemeinsam unternehmen können, denn nichts ist wichtiger als der Friede. Der Krieg ist eine zerstörerische Macht – für das Leben, für ganze Länder, für überhaupt alles Menschlichen. Die Volksdiplomatie muß präsent bleiben. Und ich denke, daß wir mit der Unterzeichnung des Kooperationsabkommens zwischen Wladimir und Erlangen damals einen großen Beitrag zu dieser Volksdiplomatie leisten konnten. Nicht umsonst wurde die Partnerschaft zwischen Wladimir und Erlangen immer wieder mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet.

Ein großes Dankeschön an Peter Steger, der in all den Jahren ein Motor und Antreiber all unserer Kontakte war. Peter, Gott schenke Dir Gesundheit und noch viele Jahre!

Peter Steger und Margarita Malachowa, 2005

Ich habe jede Menge Dokumente aus diesen Jahren aufbewahrt – Zeitungsausschnitte, meine Notizen, Aufenthaltsprogramme von Delegationsreisen… Einen Teil davon habe ich dem Erlangen-Haus übergeben, und zu Hause liegen noch weitere Bilder.  Auf einem davon tanze ich mit Siegfried Balleis.

Ich denke, die jetzige Stadtverwaltung Wladimir und das Erlangen-Haus sollten all die guten Dinge aus früheren Zeiten nicht vergessen. Es lohnt sich nämlich, etwas zu tun, um die Zusammenarbeit fortzusetzen und die verlorenen Kontakte einigermaßen wiederherzustellen. Ja, es gibt neue Leute und neue Einstellungen in der Führung der Stadt, aber es gibt etwas noch Wertvolleres: Die zwischenmenschlichen Beziehungen müssen erhalten bleiben!

Margarita Malachowa

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Hinter der Geschichte mit den Fingerpulsoximetern, von der vorgestern hier https://is.gd/nlEdl0 die Rede war, steckt natürlich noch eine längere und ältere Geschichte, die heute Michail Mojsejantschik erzählt:

Freunde, wir leben in einer erstaunlichen Zeit. Diese herzerwärmende Geschichte dauerte mit dem ganzen bürokratischen Drahtverhau etwas mehr als vier Monate, fand dann aber doch ein gutes Ende. Heuer werden es schon mehr als dreizehn Jahre, seit ich als Ehrenamtlicher im sozialen Bereich tätig bin, und ans Aufhören denke ich noch lange nicht. Ich hatte immer wieder mit unterschiedlichen Schwerpunkten zu tun, und so konnte ich das ganze Wesen des Freiwilligendienstes en detail studieren.

Vor etwa fünfzehn Jahren lernte ich einen bemerkenswerten Menschen, Peter Steger, kennen. Es war im Sommer 2006 als ich – aus welchem Grund, das weiß ich nicht mehr – im Erlangen-Haus vorbeischaute, um etwas in Erfahrung zu bringen. Ich weiß nur noch, daß wir uns dort zum ersten Mal begegneten. Seither halten wir Freundschaft, die, wie ich hoffe, immer nur noch fester wird. In den Jahren 2008/2009 tat Peter alles zur Unterstützung unserer bescheidenen Delegation, die in der Partnerstadt Wladimirs, in Erlangen am Fraunhofer Institut für Integrierte Schaltungen hospitierte. Nach dieser „Auslandstournee“ kreuzten sich unsere Wege immer wieder bei einer Vielzahl von Veranstaltungen in Wladimir. Mal pflanzten wir Bäume, mal nahmen wir an einem Radrennen teil, oder wir trafen uns bei einer Diskussionsveranstaltung. Einmal im Jahr sahen wir uns mindestens… Doch dann kam das Jahr 2020, das so gewichtige Veränderungen in unser aller Leben brachte. Es blieb nichts übrig, als sich darauf einzurichten.

Michail Mojsejantschik und Elisabeth Preuß im Juni 2016

Das ganze vergangene Jahr über half ich älteren Menschen in Quarantäne, brachte ihnen Lebensmittel, ging für sie in die Apotheke. Ich machte wieder einen regelrechten Kopfsprung ins Ehrenamt. Ich erhielt viel Zuspruch und Dankadressen für diese – zugegeben – nicht immer ganz leichte Sache. Einer von denen, die mir schrieben, war Peter. Er ließ mich wissen, daß er wegen der geschlossenen Grenzen in Deutschland bleiben müsse, moralisch aber auch über die zweitausend Kilometer Entfernung mit den Freunden und Bekannten in Wladimir verbunden bleibe. Eines Tages machte er dann die Vorschlag, unserem Freiwilligenteam „Wir zusammen“ zu helfen. Wir nahmen gern an, und so kam die Idee in die Welt, am Vorabend der Maifeiertage vergangenen Jahres unseren hochverehrten Weltkriegsveteranen und kinderreichen Familien leckere Festessen nach Hause zu bringen. Dazu schalteten wir den Hotel- und Gaststättenverband der Region Wladimir ein. Wir kamen rasch überein und machten alle eine Freude. Noch heute bekomme ich zu hören, die Hechtsuppe sei von besonderer Qualität gewesen! Selber habe ich sie nicht probiert, allerdings stieg mir ihr Duft verführerisch in die Nase.

Michail Mojsejantschik in Aktion

Im November nahm dann diese Fernhilfe im Rahmen der Städtepartnerschaft eine neue Wendung. Peter machte damals den Vorschlag, doch auch einmal die Freiwilligen oder das medizinische Personal zu unterstützen, die ständig um das Leben der Menschen zu kämpfen hatten. Zu der Zeit kamen auch kaum noch Anfragen von Hilfsbedürftigen an unsere Einsatzleitung. Wir überlegten also gemeinsam und entschieden, Krankenhäuser in Wladimir zu unterstützen. Und jetzt ein kleiner Zeitsprung zum 15. April, als wir unsere Geschenke an die Krankenhäuser übergaben. Warum der Zeitsprung? Ich möchte jetzt nicht von all den bürokratischen Hindernissen sprechen, die wir zu überwinden hatten. Hauptsache, wir haben es geschafft. Im Ergebnis erhielten die Krankenhäuser Nr. 2, Nr. 5 und Nr. 6 je 17 Fingerpulsoximeter, wobei ich anfangs keine Vorstellung davon hatte, was das für seltsame Geräte sind. Schließlich kam ich aber dahinter. Die kleinen Dinger messen die Sauerstoffsättigung im Blut und fühlen gleichzeitig den Puls. So können die Ärzte schon bei der Erstuntersuchung und Patienten in der Ambulanz feststellen, ob eine Infizierung mit Corona vorliegt. So geht die kleine Geschichte, die eine einfache Wahrheit belegt: Wenn du jemandem helfen willst, findet sich auch eine Möglichkeit dazu – und keine Lossprechung. Wir leben halt, Freunde, wirklich in einer erstaunlichen Zeit. Und meine Freundschaft mit Peter bleibt, ungeachtet der Entfernung, bestehen. Da habe ich keinen Zweifel.

Michail Mojesejantschik

P.S.: Am 19. April wurde der Wladimir Freund Vater seines ersten Kindes, Anastasia. Angeblich kommt das Mädchen ganz nach dem Vater: Es schläft und ißt gern viel… Wir gratulieren jedenfalls herzlich!

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Portrait einer Unternehmerin und Mutter aus Wladimir

Florian Janik und Anna Schukowa, Dezember 2017

Dieser Tage führte die Blog-Redaktion per Videokonferenz ein Interview mit der Unternehmerin und vierfachen Mutter, Anna Schukowa, die in der Partnerstadt und in Susdal je ein Hotel betreibt und dem Gastronomieverband der Region Wladimir vorsteht. Dabei stammt sie gar nicht aus Zentralrußland, sondern – und damit sind wir schon bei der ersten Frage – aus dem Ural.

Aufgewachsen bin ich im Südural, ganz in der Nähe von Kasachstan, wo ich auch die Vielfalt der Küche schon als Kind am Rockzipfel meiner Großmutter kennenlernte. Nach seiner Ausbildung zum Forstwirt wurde mein Vater nach Koltschugino versetzt, und so kamen wir in diese Region. Meinen Beruf als Köchin und Gastronomin wählte ich nach meiner eigenen Neigung. Aber bei meinem ersten Beruf, Betriebswirtschafslehre, war es die Entscheidung meines Vaters, das Studium in Wladimir zu machen, denn in Moskau, so meinte er, gebe es zu viele Ablenkungen und Versuchungen. Ich fügte mich, tat aber im Rückblick wohl auch gut daran.

Wie schaffen Sie es, all die vielen Aufgaben – Unternehmerin, Autorin von Kochbüchern, Vorsitzende des Gastronomieverbands, Köchin, Mäzenin, Ausbilderin, Mutter von vier Söhnen – mit Bravour zu meistern?

Erst gestern sprach mich eine Frau auf die Sterne hin, die man sich in Küche und Hotel verdienen kann. Das „Geheimnis“ liegt darin, bereit zu sein, immer weiter zu lernen, nie stehenzubleiben, sich ständig fortzubilden. Ich bin da noch längst nicht am Ende und habe noch viel vor. Besonders in der Ausbildung des Nachwuchses. Es gibt für mich auch keine Priorisierung der Aufgaben. Alles ist gleich wichtig und will gut getan sein. Mein Lebensmotto lautet: Das Beste liegt noch vor mir.

Anna Schukowa in ihrer Küche

Aber was liegt Ihnen am meisten?

Alles, was ich gerade tue, nehme ich ernst, genießt bei mir volle Aufmerksamkeit. Es gilt für mich, was man bei „Alice im Wunderland“ lernen kann: „Hierzulande mußt du so schnell laufen, wie du kannst, wenn du am gleichen Fleck bleiben willst. Und um woanders hinzukommen, muß man noch mindestens doppelt so schnell laufen!“ Auch ein Trickfilm aus den 80er Jahren fällt mir dazu ein, wo zwei Brüder in den Wald gehen, aber nur einer zurückkommt. Die Mutter schickt ihn zurück, um den andern zu holen, und gibt ihm mit auf den Weg: „Denk dran, die Angst ist immer schneller.“ Klar, das Ideal erreicht man nie, aber es lohnt, sich ihm Schritt für Schritt zu näher.

Wenn Sie heute nochmals ganz von vorne anfangen müßten, was wäre da ganz anders?

Genau wie unsere Eltern sagen wir heute: „Früher war alles ganz anders.“ Und das stimmt. Ich kenne noch die Zeit der Mangelwirtschaft, wo man aus dem wenigen, das man hatte und bekam, möglichst viel machen mußte. Heute leben wir in jeder Hinsicht im Überfluß. Die jungen Leute – auch meine Kinder – suchen sich ihre Arbeit selbst, was in meiner Jugend noch anders war. Die Nachwuchskräfte entscheiden, wo sie arbeiten wollen, als Arbeitgeber muß ich deshalb attraktiver als andere sein, und das erreiche ich nicht nur über das Gehalt, sondern durch Vermittlung meiner Erfahrungen in Vorträgen und im unmittelbaren Umgang mit den jungen Leuten. Wer nämlich im Service arbeitet, gewinnt viel für sein ganzes Leben. Wir hatten einmal einen jungen Mann, der fünf Jahre lang bei uns tätig war und dann in eine ganz andere Branche, in den Finanzsektor, wechselte, wo er jetzt Aktien verkauft. Er profitiert nun, wie er erzählt, von seiner Erfahrung im Service, er weiß, wie man mit Menschen umgeht.

Anna Schukowa im Service

Sie erzählten einmal, bei Paul Bocuse persönlich in die Lehre gegangen zu sein. Was hat Ihnen das gegeben?

Ich kam ja über das Thema Gastlichkeit im Hotel zum Kochen und später zum Vorsitz im Regionalverband der Köche. In unserer Zunft geht es zu wie bei den Ärzten. Eifersüchtig und ehrgeizig. Jeder ist auf seine Schürze stolz, will an Wettbewerben teilnehmen, Sommelier werden, ein Diplom verliehen bekommen. Bocuse hatte das alles geschafft und wurde mir in vielem zu einem Vorbild. Ich konnte wirklich viel bei ihm lernen, vor allem, nie mit dem zufrieden zu sein, was man erreicht hat. Es geht immer noch besser… Er war ja ein echtes Arbeitstier, und es ist schon ein Glück, meine Ausbildung mit einem der weltweit besten Köche verbunden zu wissen. Ich zeigte mir, wohin man streben sollte. Ich hängte dann ja auch noch weitere drei Jahre Ausbildung in Moskau dran. Und später steckte ich mein Team an. Das wollte auch nicht immer nur den zweiten oder gar dritten Platz bei Wettbewerben machen, sondern ganz oben stehen. Dazu muß man den andern immer zehn Schritte voraus sein. Diese Einstellung half meinem Team und mir im landesweiten Wettbewerb „Chef à la Russe“ Gold zu holen – und das mit großem Abstand auf die anderen Mannschaften. Diesen Erfolg registrieren auch die Berufsschulen, die gern ihre jungen Leute für einige Zeit schicken, um sie fit für den Wettbewerb mit anderen zu machen. Ich bin gern dabei, dem Nachwuchs auf die Beine zu helfen und das weiterzugeben, was ich bei meinem Meister, Paul Bocuse, gelernt habe. Und wer weiß, in fünf oder vielleicht zehn Jahren schafft die nächste Generation dann auch, was mir gelungen ist.

Wie ist das mit den Sternen? Braucht es die überhaupt?

Michelin kommt jetzt auch nach Rußland und beginnt wohl in Moskau. Dafür braucht es aber viel Geld und Infrastruktur. Viele Fachleute meinen auch, unser Land sei noch nicht so weit, und das stimmt vielleicht sogar. Ich weiß schließlich, was dazu alles nötig wäre. Aber natürlich würde ich es sehr begrüßen, denn jeder Wettbewerb bringt einen vorwärts. Hauptsache, man arbeitet nicht mit Mastodonten und gibt sich mit Mittelmaß zufrieden. Michelin wäre natürlich ein Anreiz. Aber auch so gibt es bei uns inzwischen gastronomische Ecken, die ein Restaurantführer nie finden wird.

Anna Schukowa, Chef à la Russe

Sie sagten selbst, sich noch an die Mangelwirtschaft zu erinnern. Wie war das damals, wie ist das heute, und wie fällt der Vergleich zur deutschen Küche aus? Manchmal scheint es, die russische Gastronomie sei in puncto Service schon viel weiter.

Der sowjetische Service war nur möglich dank dem Defizit. Damals kamen die Gäste von selbst, waren froh, wenn es überhaupt etwas gab. Jetzt arbeiten wir in Zeiten großer Konkurrenz. Auch bei uns gaben zwar viele wegen der Pandemie auf, aber es kommen immer wieder neue, junge Leute nach, die ihre Betriebe aufmachen. Heute muß man reservieren, wenn man einen Platz bekommen will, und wir haben Städte wie Sotschi, wo Trends gesetzt werden. Sogar Moskauer Gastwirte sind inzwischen dort aktiv. Service ist dort eine Tugend, was vor 15 Jahren noch ganz anders war. Wenn du gut im Service bist, kann man auch viel verdienen, hat gute Marktchancen. Es steht und fällt alles mit der Orientierung am Kunden.

In Deutschland und in den EU-Ländern habe ich eigentlich einen guten Eindruck von der Gastronomie gewonnen. Ihr lebt ja dort und wollt auch, daß es immer noch besser wird, vielleicht seid ihr zu streng mit dem, was ihr habt. Wenn der Laden gut läuft, braucht man nicht unbedingt ständig neue Speisekarten, vor allem wenn man keine Stammkunden hat wie etwa in Susdal, wo der Tourist einmal zu Gast ist und dann wieder abreist. In Wladimir ist das schon ganz anders, da wollen die Leute möglichst alle Monate eine neue Speisekarte. Es gibt bei uns mittlerweile auch eine große Zahl von Restaurants, weshalb wir um die Gäste kämpfen müssen. Nicht umsonst bin ich immer hinter dem Service her, achte auf das Niveau bei den jungen Leuten, sie müssen auch die Speise- und Getränkekarte gut anbieten und verkaufen können. Viele können und wollen das nicht. Dabei ist es doch so einfach: Man muß seine Dienstleistung mit Liebe anbieten. Ich will, daß die Gäste als bessere Menschen gehen und auch meine Leute dabei wachsen.

Aber nochmals zur deutschen Küche. Wir haben ja auch zwei „deutsche“ Restaurants in Wladimir. Die gehen gut. Und ihr solltet weiter eure lokalen Traditionen pflegen. Es kommt immer auf die feinen und kleinen Unterschiede an.

Woher weht heute der kulinarische Wind?

Die Trends kommen aus den USA, aus England und Spanien. Unser Chefkoch sieht sich da um und lernt davon. Es kommt immer auch darauf an, ob ein Team arbeitet oder ein Koch allein. Wo man einen Chefkoch hat, bringt der auch manchmal etwas auf den Tisch, das man gar nicht anrühren möchte, weil es wie ein Kunstwerk wirkt. Es muß eben jeder seinen eigenen Weg zum Gast finden. Entscheidend bleibt der menschliche Faktor. Man darf nicht alles automatisieren, standardisieren, auf Technik abstellen und mit Gadgets arbeiten. Entscheidend ist die Qualifizierung der Mitarbeiter in Service und Küche. Der Russe spannt ja lange an und fährt dann mit Karacho. Das gilt auch für die vegetarische und vegane Kost. Vor fünf Jahren aß ich in Spanien meinen ersten vegetarischen Burger und staunte noch Bauklötze, aber jetzt ist das im Trend, bis hin zur Verpackung, wo man auf Plastik verzichten will. Es gibt sogar ein kleines veganes Restaurant in Wladimir. Noch haben wir ja Fastenzeit, und wir berücksichtigen das in der Speisekarte. Der Trend steht freilich noch am Anfang. 80% wollen gesundes Essen, aber gleichzeitig wollen sich 70% immer wieder auch „etwas Ungesundes“ genehmigen. So ist halt der Mensch.

Man fühlt sich als Gast wirklich wohl in Ihren Restaurants und Hotels. Kommt man aber aus dem Ausland, fehlt einem doch die Fremdsprachenkenntnis des Personals. Warum spricht kaum jemand im Service wenigstens Englisch?

Da muß man globaler rangehen. Warum lernen Russen so schlecht Fremdsprachen? Meine vier Kinder bekommen alle noch Privatunterricht, weil die Fremdsprachen an unseren Schulen zu schwach vertreten sind. Mein ältester ist perfekt im Englischen, ich drängte ihn, auch Französisch zu lernen. Jetzt, wo er es im Studium braucht, jetzt ist er plötzlich motiviert. Der zweite Sohn würde gern in Deutschland Jura studieren, dafür braucht er Deutsch. Und das lernt er jetzt. Der dritte hat eine englischsprachige Kinderfrau, aber er meint, sie solle doch Russisch lernen. Den jüngsten Sohn haben wir seit seiner Geburt zweisprachig mit Englisch erzogen.

Aber leider spricht niemand von meinem Personal Englisch, obwohl ich sogar Kurse anbiete, die ich zur Hälfte zu finanzieren bereit wäre. Aber null Interesse. Null. Neulich saß ich mit Gästen zusammen, und da bat mich eine Kellnerin, beim Übersetzen zu helfen. Der erste Ausländer nach einem Jahr. Eine echte Freude!

Ich weiß, bei euch ist das anders. Da spricht man nach der Schule sehr gut Englisch. Mein Schulenglisch half mir leider gar nicht. Ich mußte es mir erst später selbst beibringen. Jetzt nehme ich drei Mal die Woche Privatunterricht.

Oleg und Anna Schukow, Familie Kobjoll-Setzer, Peter Steger sowie Max und Gleb, Frühjahr 2018 in Susdal

Seit wann stehen Sie mit Erlangen in Kontakt?

Ich weiß gar nicht mehr, wann unsere Freundschaft begann, mir scheint, die besteht schon immer. Wenn wir früher dachten, nein, mit Freunden darf man nicht arbeiten, Freunde sollte man dienstlich und beruflich auf Distanz halten, so sehen wir das heute anders. Es ist durchaus gut, mit seinen Angehörigen und Freunden  zu arbeiten, mit Leuten, die deine Einstellung teilen. Das gibt zusätzliche Anregungen. Ich bin froh über die Freundschaft mit Erlangen, die ja schon vor fünfzehn Jahren mein Mann mit euch begonnen hat. Wenn ich euch mit etwas eine Freude machen kann, dann ist das nur gut so. Wir müssen das ändern, was wir beeinflussen können. Wir sind nicht auf der Ebene von Putin und Merkel. Aber wir können lokal etwas tun, um die Menschen in Wladimir und Erlangen zusammenzubringen und ein wenig glücklicher zu machen. Selbst kam ich zum ersten Mal zu euch über eine Einladung des Schindlerhofs. Den Kontakt halten wir, wenn auch derzeit nur virtuell. Ich träume davon, bald ein gemeinsames Kochfest machen können.

Diesen Traum können wir schon im Januar nächsten Jahres erfüllen, wenn wir wieder die Russisch-Deutschen Wochen an der Volkshochschule veranstalten. Dieses Mal unbedingt mit einem kulinarischen Akzent, den Sie setzen sollen! Wären Sie mit von der Partie?

Aber unbedingt. Das wäre eine Riesenfreude. Und wer weiß, vielleicht wird ja auch mehr daraus. Vielleicht findet sich ja auch in Erlangen jemand, der ein russisches Restaurant eröffnet. Man muß halt auf das Niveau von Essen und Service sowie Atmosphäre achten und den Markt gut kennen. Russische Küche ist ja mehr als Borschtsch. Sie hat viel Französisches und Deutsches in sich, viel von der Nachkriegszeit und der Mangelwirtschaft, es sollten deshalb vor allem auch russische Lebensmittel verwendet werden. Wichtig ist auch die saisonale Komponente, deshalb achten wir auch immer auf Gemüse, Pilze, Moosbeeren (aus Woronesch, wo sie derzeit am besten zu haben sind), Morcheln… Ich liebe Kunstwerke als Beilagen. Aber halt immer wichtig: Man sollte für alle etwas auf den Tisch bringen. Ich würde das wahnsinnig gerne einmal in Erlangen zeigen und gern auch eine Woche der deutschen Küche in Wladimir veranstalten. Aber jetzt suche ich erst einmal ein Rezept für euch in Erlangen heraus, das dann im Blog erscheinen kann. Ich bereite ja gerade ein neues Kochbuch. Vielleicht machen wir das sogar russisch-deutsch. Mal sehen.

Anna, wir danken Ihnen für das Gespräch und freuen uns auf ein Wiedersehen – gleich ob hier oder dort. Wir möchten aber auch für die Teilnahme an unserer humanitären Aktion für alte Menschen in der Pandemie danken. Sie haben das Schlußwort.

Ich wünsche allen Gesundheit! Mögen alle in Erlangen gut durch die Pandemie kommen und in der Krise zeigen, was in ihnen steckt. Möge nachher Erlangen und Deutschland noch schöner sein als vorher. Wir müssen zusammenhalten, füreinander da sein, für gute Stimmung sorgen, Verständnis dafür entwickeln, daß man selbst viel machen kann, wenn auch nicht unbedingt global, aber doch zwischen uns, lokal. Und das ist schon sehr viel. Wir können noch viel Gutes gemeinsam tun und unsere guten Gefühle teilen. Es liegt an uns, was wir aus der Partnerschaft machen.

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