Feeds:
Beiträge
Kommentare

Archive for the ‘Geschichte’ Category


Dmitrij Artjuch von der Redaktion der Wladimirer Internetplattform „Zebra-TV“ hat erstaunliches Material zum gestrigen hundertsten Jahrestag der „Oktoberrevolution“ zusammengestellt. Demnach hat  – am 25. Oktober 1917 (nach julianischem Kalender) bzw. am 7. November 1917 (nach der von den Sowjets später eingeführten gregorianischen Zeitrechnung) um 21.40 Uhr – den Befehl zum Warnschuß des Kreutzers „Aurora“ in Richtung der Winterresidenz in Petrograd, letzter Posten der bürgerlichen Regierung, ein gewisser Alexander Belyschew gegeben, geboren 1893 in Kletnjewo bei Wjasniki in der Region Wladimir und ausgebildet in Erlangens späterer Partnerstadt zum Maschinenschlosser an der Handwerksschule.

Aurora 3

Alexander Belyschew

Als Kommissar des „Revolutionären Kriegskomitees“ hatte Alexander Belyschew de facto das Schiff unter sich und handelte auf Anordnung des „Petrograder Zentralen Revolutionären Kriegskomitees“ und gab mit dem Schuß im Schein des Suchscheinwerfers den Auftakt zur Machtergreifung der Bolschewisten, die ihren Umsturz später propagandistisch zum „Sturm des aufständischen Proletariats und der Revolutionsarmee auf das letzte Bollwerk der alten Welt“ verklärten.

iHCRY-FXR7w.jpg

Gedenktafel am 152-mm-Geschütz der „Aurora“

Fünf Jahre lang, von 1908 bis 1913, machte der spätere Herold der „Oktoberrevolution“ seine Ausbildung in Wladimir an der Lehranstalt, später als Berufsschule für Luftfahrttechnik weitergeführt und – bis 1990 – nach ihrem berühmten Abgänger benannt. Im Archiv der Fachschule findet sich noch heute ein Gruppenbild der Absolventen, wo auch Alexander Belyschew zu erkennen ist.

DSCF5203[1].JPG

Alexander Belyschew

Unmittelbar nach seinem Abschluß erhielt der junge Wladimirer seine Einberufung zur Ostseeflotte, wo er ab 1914 im Maschinenraum auf dem Kreutzer „Aurora“ diente. Als das Schiff im Februar 1917 wegen Reparaturarbeiten in Petrograd ankerte, begeisterte er sich, wie es heißt, für die revolutionären Ideen und ließ am 27. Februar den Kapitän und seinen ersten Offizier verhaften.

t6KJdsClxfA.jpg

Das heutige Museumsschiff „Aurora“

Einen Monat später hatte Alexander Belyschew bereits den Mitgliedsausweis der Bolschewisten, und kurz darauf war er unter der Menge, die Wladimir Uljanow alias Lenin bei seiner Rückkehr aus dem Exil in der Schweiz via Deutschland auf dem Finnischen Bahnhof in Petrograd mit Jubelrufen begrüßte. Im Sommer des gleichen Jahres wählte man den Jungkommunisten zum Vertreter seines Kreutzers im „Kollegialen Organ der Matrosenmassen“ sowie zum Vorsitzenden des „Schiffskomitees“ der „Aurora“.

Die „Aurora“

Zwei Tage vor der „Oktoberrevolution“ erhielt Alexander Belyschew, unter dem ein weiterer Kamerad aus der Region Wladimir diente, die Anordnung, das Schiff in Gefechtsbereitschaft zu bringen und weitere Befehle abzuwarten. Tagsüber am 24. Oktober ernannte ihn schließlich Jakow Swerdlow, ein Vertrauter Wladimir Lenins, zum Kommissar des „Revolutionären Kriegskomitees“ auf der „Aurora“ und sollte mit allen Mitteln den Verkehr auf der Newa im Bereich der Nikolajew-Brücke unterbinden, die von regierungstreuen Truppen gehalten wurde. Um dies zu bewerkstelligen, ließ Alexander Belyschew auch den neuen Kapitän der „Aurora“ festnehmen. Tags darauf konnte er seiner Mannschaft mitteilen, die Regierung sei zurückgetreten und habe sich im Winterpalais verschanzt. Er war es dann auch, der beschloß, die Geschützsalve zum Sturm auf die Residenz mit Übungsmunition abzufeuern. Erst bei Gegenwehr, so seine Absicht, sollte scharf geschossen werden.

Alexander Belyschew in Leningrad

Der Künder der „Oktoberrevolution“ kehrte übrigens nach dem Sieg der Bolschewiken in die Heimat zurück, doch schon 1923 zog es ihn wieder in die Stadt an der Newa, wo er in verschiedenen Betrieben arbeitete und 1974 verstarb.

DSC05814.JPG

Berufsfachschule für Luftfahrtechnik, an der Alexander Belyschew ausgebildet wurde.

Schnitt und Sprung in die Gegenwart: Der Geist der „Oktoberrevolution“ wehte gestern auch noch einmal durch Wladimir, als – die Angaben der Veranstalter decken sich mit den Schätzungen der Journalisten – etwa eintausend Alt- und Jungkommunisten durch die Stadt zogen und einhundert rote Luftballons aufsteigen ließen. Gut, daß sie es dabei dann auch beließen, ohne zu schießen.

Ruhm dem Großen Oktober!

Mehr zu Alexander Belyschew in der russischen Quelle unter: https://is.gd/lvKJpV

Read Full Post »


Neuigkeiten aus der Jungsteinzeit: Anfang Oktober erschien im Fachjournal Science eine Artikel einer Gruppe von Wissenschaftlern aus Dänemark, Portugal, den USA, der Schweiz sowie aus Rußland und anderen Staaten zu ihren Erkenntnissen über die sterblichen Überreste von sechs Personen, die man bei Ausgrabungen in Sungir bei Wladimir gefunden hatte. Ergebnisse, die ungeahnte Einblicke in das Leben des Menschen in der Umgebung der Partnerstadt vor mehr als 30.000 Jahren geben. S. Abstract unter: https://is.gd/I4Ot2q

Seit Ende der 60er Jahre glaubte man, in Sugir die Begräbnisstätte eines Geschwisterpaars, von Bruder und Schwester, gefunden zu haben. Dank neuer Untersuchungstechnik weiß man es jetzt aber besser: Es handelt sich um zwei Knaben, wohl Vettern zweiten oder gar dritten Grades. In der Nähe bestattet liegt auch der Urgroßvater einer der beiden Jungs, alle Angehörige eines Stamms, der sich später weiter in selbständige Gruppen aufspaltete.

Der Sungir-Mensch, so schließen die Forscher, lebte in großen Verbänden mit 200 bis 250 Individuen und achtete streng darauf, es nicht zu Inzucht kommen zu lassen, die als einer der Gründe für das Aussterben des Neantalers gilt. Mit diesem Nebenzweig der Menschheitsgeschichte vermischten sich die Vertreter der Sungir-Linie übrigens nur wenig: Ihre Zahl der Neandertal-Gene liegt nicht höher als beim heutigen homo sapiens in Erlangen oder Wladimir.

Begräbnisstätte des Mannes und der beiden Knaben

In den mehr als 30 Jahren der Forschungen förderte man nicht weniger als 70.000 Objekte aus der Jungsteinzeit zu Tage: Pfeilspitzen, Lanzen, Elfenbeinschmuck, Knochen, Zähne, vieles davon offensichtlich in Eile gefertigt, was auch für die Kleidung gilt. Besonders interessant das Begräbnisritual, das dem von Shanidar im Iran gleicht, wo man die Toten mit Blumen bedeckte.

Die Erkenntnisse der Anthropologen gehen so weit, daß man an den Veränderungen von Knochen glaubt ablesen zu können, womit die Menschen hauptsächlich beschäftigt waren: Ein Mann bearbeitete wohl lange Zeit Steine, Holz und Stoßzähne; ein Junge kniete offenbar immer wieder und drehte etwas mit der rechten Hand, außerdem nimmt man an, er habe auf lange Strecken schwere Lasten auf dem Kopf getragen. Der andere Junge saß wohl die meiste Zeit in der Hocke… Was sie genau taten, läßt sich natürlich nicht mehr feststellen, dafür weiß man jetzt mehr über ihren Speiseplan, der hauptsächlich aus Insekten bestand, aus Käfern und Raupen. Dabei entsprach das Klima vor 30.000 Jahren im Umland von Wladimir den heutigen Bedingungen in Jakutien mit kurzen Sommern und langen Wintern. Erstaunlich, wie man unter diesen Umständen genug Kerbtiere fand. Freilich finden sich auch Anhaltspunkte für eine Ernährung mit Fleisch, Fisch und Pflanzen, mutmaßlich auch in gekochtem Zustand, denn der Gebrauch des Feuers war längst gegeben, sogar bei den Neandertalern.

Klarheit hat man jetzt – ähnlich wie bei Ötzi – hinsichtlich der Todesursachen. Das eine Kind starb nach einem Lanzenstich in den Bauch, ob rituell oder aus anderen Gründen erfolgt, bleibt freilich dahingestellt. Der Mann kam durch einen Pfeil ums Leben, der die Schläfe traf, wohl abgeschossen aus einigen Dutzend Metern Entfernung von einem Schützen, der auf einem Hügel stand, während sein Opfer unten vorbeiging. Beim zweiten Kind ist man sich noch nicht klar, woran es starb.

Und noch etwas fand man heraus. Während man bisher davon ausging, Sugir führe zurück in eine Zeit vor 30.000 bis 32.000 Jahren, datiert man die Fundstätte nun auf 34.000 bis 36.000 Jahre. Und das ist bestimmt noch nicht der Wissenschaft letzter Schluß…

Read Full Post »


Der Russe brauchte besonders starke Rippen und eine besonders dicke Haut, um unter der beispiellosen Last, die ihm die Geschichte auf die Schultern lud, nicht zerquetscht zu werden.

Diese Worte von Jewgenij Samjatin kamen gestern wohl vielen in den Sinn, die an den Gedenkveranstaltungen für die Opfer der Repressionen teilnahmen. Zwischen 1929 und 1953 schickte der Sowjetstaat unter dem „weisen Lehrer der Völker“, Josef Stalin, schätzungsweise 24 Millionen seiner Bürger in Straflager und ins Exil, von denen etwa vier Millionen die „Säuberungen“ nicht überlebten. Die Opfer des Terrors wurden zwar kollektiv und individuell rehabilitiert, doch eine Suche nach den Schuldigen blieb weitgehend aus, alles wurde und wird einzig dem Alleinherrscher im Kreml angelastet, von dem das Zitat stammen soll: „Der Tod eines Mannes ist eine Tragödie, aber der Tod von Millionen nur eine Statistik.“

Mauer der Trauer in Moskau

Gestern nun, 24 Jahre nach Einführung des Gedenktages, die Eröffnung der ersten zentralen Erinnerungsstätte für die Geschundenen und Ermordeten zwischen Karelien und Kamtschatka auf dem Andrej-Sacharow-Prospekt in Moskau, eine sechs Meter hohe Mauer der Trauer aus in Bronze gegossenen Figuren, die ohne Gesichtszüge ineinander übergehen, miteinander verschmelzen. Besonders eindrucksvoll die Mahnung „Erinnern wir uns“ in 23 Sprachen und die unbehauenen Steine aus 173 einstigen Straflagern.

Gedenkstätte für die Opfer der Repressionen in Wladimir

Ihren Blutzoll zu den Millionen trug auch die Region Wladimir bei: 11.298 Frauen und Männer verloren in jener Zeit, als vor 80 Jahren die Herrschaft des Schreckens ihren blutigen Höhepunkt erreichte, ihr Leben. Viele von ihnen wurden an die Mauer des Mariä-Geburts-Klosters im Wladimirer Kreml – der Geheimdienst hatte von 1918 bis 1991 das ganze Gelände für sich in Beschlag genommen –  gestellt und füsiliert, ihre Leichname an Ort und Stelle verscharrt.

Gedenkveranstaltung für die Opfer der Repressionen in Wladimir

Eine Handvoll Angehöriger gedachte gestern dieser Opfer mit Blumen und im Gebet, zu dem Martin Luther – an seinem heutigen Ehrentag sei er zitiert – meinte: „Je weniger Wort, je besser Gebet. Je mehr Wort, je ärger Gebet.“

Gedenkveranstaltung für die Opfer der Repression in Wladimir. Bilder: Wlad Sorokin

 

Read Full Post »


Beim heutigen Festakt zum dreißigjährigen Jubiläum der Städtepartnerschaft Erlangen – Jena um 18.00 Uhr im Redoutensaal mit Roland Jahn, dem Bundesbeauftragten für die Stasiunterlagen – herzliche Einladung an alle! – wird die Dokumentation „Wege zueinander“ vorgestellt. Enthalten darin ist auch ein Artikel des Professors für Politologie, Autors und Bloggers Roman Jewstifejew aus Wladimir, der mit seinem subjektiven Blick auf die Wiedervereinigung Deutschlands hier sein Podium findet:

Roman Jewstifejew

Als jemand, der 25 Jahre in der UdSSR und 25 Jahre in Rußland lebte, insgesamt also mehr als ein halbes Jahrhundert, habe ich die Möglichkeit, darauf zurückzublicken, wie die russische Gesellschaft den Prozeß der Vereinigung der beiden Deutschlands aufnahm. Dabei kann man, wie ich meine, mindestens drei Etappen definieren, wie dieses so außerordentlich wichtige, gesamteuropäische Ereignis aus russischer Sicht gewertet wird.

Die erste Etappe von 1988 bis 1998 kann man als Übergang vom Gefühl des Mitwirkens an einem großen Ereignis hin zu einer gewissen Enttäuschung bezeichnen. Ende der 80er Jahre glaubte man in der UdSSR, die Geschehnisse in Deutschland seien nur der Auftakt zu noch bedeutenderen Ereignissen im eigenen Land. Der Glaube war groß, die Träume, die sich für die europäischen Nachbarn erfüllt haben, müßten auch zur Verwirklichung aller Sehnsüchte der Sowjetmenschen führen. Dabei träumte man von ebenso einfachen wie widersprüchlichen Dingen: Leben und Konsum sollten so sein wie im „idealen Westen“. Damals meinten die Leute, man brauche sich nur vom planwirtschaftlichen Parteisystem befreien, und dann werde sich alles von selbst ergeben. Der geheimnisvolle und unbekannte Markt werde es schon richten, wie das einst Adam Smith postuliert hatte.

Eben deshalb zeigten die Sowjetbürger Ende der 80er Jahre nicht nur viel Anteilnahme, sondern freuten sich aufrichtig mit den Deutschen über die Möglichkeit, ihren langgehegten Traum von einer geeinten Nation zu verwirklichen. Darüber hinaus konnte man diese Vereinigung für sich genommen als mächtigen außenpolitischen Schlag ins Kontor des sowjetkommunistischen Systems verstehen, dessen längst alle schon überdrüssig waren. Es bedurfte scheinbar nur noch eines Schlags von innen, um das Modell zum Einsturz zu bringen und zu erleben, wie an seiner Stelle auf wunderbare Weise eine neue staunenswerte Welt entsteht.

Bekanntermaßen vereinten sich die beiden Deutschlands, während die UdSSR zerfiel, ohne daß diese neue staunenswerte Welt entstanden wäre. Im Gegenteil: Anfang der 90er Jahre erlebte Rußland eine der tragischsten Perioden seiner Geschichte, als die Wirtschaft ebenso zusammenbrach wie das Sozialsystem oder die Bereiche Bildung und Wissenschaft. Eine gewisse Zeit verlor denn auch das Thema der Wiedervereinigung Deutschlands an Bedeutung, an seine Stelle traten die inneren Probleme des Überlebens. Doch Mitte der 90er Jahre hatten sich die Menschen ein wenig von den Erschütterungen erholt und begriffen nun, daß man die Wiedervereinigung Deutschlands insgesamt als großen Erfolg der deutschen Nation zu betrachten hatte, während es um das neue, unabhängige Rußland viel schwieriger stand. Dessen ungeachtet entwickelten sich die Beziehungen zu Deutschland damals recht freundschaftlich. Der Umstand, dass Rußland und seine Regionen Unterstützung seitens des deutschen Volks erhielten, ließ in der zweiten Hälfte der 90er Jahre in der russischen Gesellschaft ein Gefühl der Enttäuschung und sogar Verärgerung mit Blick auf die eigenen Probleme und Mißerfolge aufkommen, gerade auch vor dem Hintergrund dessen, was die europäischen Nachbarn erfolgreich zuwege brachten.

In der zweiten Etappe von 1999 bis 2008 sucht sich diese Frustration einen Ausweg und Lösungsansatz in den Bereichen Politik, Kultur und Ideologie. Allmählich – und nicht nur unter dem Einfluß der Staatsmacht – nehmen die Russen gegenüber der sie umgebenden Welt einen aggressiveren und feindseligeren Standpunkt ein. In der Gesellschaft reift ein greifbares Unbehagen wegen der Stellung, die Rußland nach der Transformation einnimmt, die doch ihrem Wesen nach den Übergang vom kommunistischen System zum demokratischen Modell hätte leisten sollen. Doch die Ergebnisse dieses Transits hatten sich für die Mehrheit der Russen als ganz unkenntlich erwiesen. In dieser Situation entwickelten sich nun bei einem Teil der Bevölkerung nicht nur eine UdSSR-Nostalgie, sondern auch recht starke Gefühle des Ressentiments an der Schwelle zum Revanchismus bei den extremen Anhängern der Wiedergeburt des Großmachtdenkens.

In diese Etappe fallen zwei bedeutende Erklärungen des Präsidenten der Russischen Föderation, Wladimir Putin. 2005 charakterisierte der den Zerfall der UdSSR als die „größte geopolitische Katastrophe des vergangenen Jahrhunderts“. Zwei Jahr später hielt er auf der Sicherheitskonferenz in München eine scharfe Rede, voller Vorwürfe an die westlichen Partner und mit der Definierung der neuen Position Rußlands in der Welt als Großmacht, die danach strebt, in dieser Welt zu einem Machtzentrum zu werden. Diese Worte gründeten nicht nur in der persönlichen Sicht des Präsidenten, sondern er brachte damit die bei einem großen Teil der Russen wiedergeborenen Großmachtgefühle zum Ausdruck.

Die dritte Etappe ab 2009 beschreitet dann festen Schrittes den Weg des Ressentiments. Dabei ist es schwierig zu sagen, wer voranging und wer den Anstoß gab: Putin der Gesellschaft oder die Gesellschaft Putin. Ihren Höhepunkt fand diese Entwicklung jedenfalls in den Ereignissen von 2014 auf der Krim. Durchaus möglich, daß eines der Motive der Kremlstrategen darin zu finden ist, eine eigene erfolgreiche „Wiedervereinigung“ zu erreichen, wie das Deutschland Ende der 80er Jahre gelungen war. Es ist dies auch die Zeit, wo die Idee vom russischen Volk als dem „zerstreutesten“ Volk dieser Welt aufkommt. Sprich, dieses durch Staatsgrenzen geteilte und zerstreute Volk müsse man im Rahmen eines Landes wiedervereinen. Und zur Lösung dieses Problems seien fast alle Mittel recht. Ich halte mir hier mit dem „fast“ ein Hintertürchen offen, denn auf offizieller Ebene beschreibt sich die Politik Rußlands als voll und ganz übereinstimmend mit dem internationalen Recht. Doch die tatsächliche Umsetzung dieser Politik versteht ebensowenig wie die die öffentliche Mehrheitsmeinung das internationale Recht als eine Instanz, die in Fragen der nationalen Wiedergeburt / Revanche eine übergeordnete Rolle spielt.

So kommt es, daß die Vereinigung einer Nation, die in der Politik Deutschlands in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine so große Rolle spielte, Anfang des 21. Jahrhunderts ihre russische Spezifik zu gewinnen beginnt. Diese Prozesse sind natürlich überlagert von wirtschaftlichen und politischen Besonderheiten Rußlands, von den eigenen Schwächen und einigen unangenehmen Zügen. Insgesamt, kann man sagen, verfestigt sich in den Köpfen der Russen in dieser Etappe die Frage danach, warum es den Deutschen – und das auch noch mit voller Rückendeckung der UdSSR – möglich war, sich zu vereinen, während dem russischen Volk dies verwehrt bleibe.

Ich weise darauf hin, daß diese Frage so noch nirgendwo formuliert wurde, vielmehr leite ich sie ab aus der gegenwärtigen Atmosphäre in der Gesellschaft, wie ich sie empfinde. Deshalb auch mein Hinweis im Titel auf den subjektiven Charakter meiner Gedanken, die keinen wissenschaftlichen Anspruch erheben. Doch eine ähnliche Idee äußerte Putin in dem Interview, das er kürzlich Oliver Stone gab: „Die Hauptsache liegt darin, daß sich nach dem Zerfall der Sowjetunion 25 Millionen Russen über Nacht im Ausland wiederfanden, und das ist wirklich eine der größten Katastrophen des 20. Jahrhunderts.“

Es ist offensichtlich, wie der Staatspräsident auf die Ereignisse am Ende des 20. Jahrhunderts abhebt, als eine Nation wieder zusammenfand, während die andere zu einem „zerstreuten“ Volk wurde. Diese Logik Putins kommt in großen Teilen einer Bevölkerung entgegen, die jene Katastrophe, die Suche nach neuer Orientierung, die Enttäuschungen, das Ressentiment und neue, bisher ganz unbestimmte Hoffnungen auf die Entstehung einer russischen Nation durchlebt hat.

Das moderne Rußland betrachtet Deutschland natürlich schon lange nicht mehr als Feind, als potentiellen Gegner, vielmehr blickt Rußland auf seiner Suche nach einem würdigen Leben unentwegt nach Westen und vergleicht seine neueste Geschichte mit den Entwicklungen der europäischen Staaten. Dabei sind die Russen sehr empfänglich für alle Fälle, die sie als Phänomene historischer Ungerechtigkeit empfinden. Ich hoffe, daß das Zusammenleben auf dem europäischen Kontinent und die aktive Zusammenarbeit uns ein besseres Verständnis füreinander und die Lösung aller schwierigen Probleme zwischen unseren Ländern ermöglichen.

Roman Jewstifejew, aus dem Russischen von Peter Steger

Read Full Post »


Immer wieder erstaunlich, was die Archäologen von der Russischen Akademie der Wissenschaften in der Region Wladimir so alles aus der Zeit vom 9. bis 11. Jahrhundert ans Tageslicht bringen. Vor allem Belege dafür, welch engen Austausch die Wladimirer Rus mit Byzanz, dem Nahen Osten und dem damals noch weitgehend von finno-ugrischen Stämmen besiedelten Wolgaraum pflegte. Bei den jüngsten Grabungen etwa fanden sich bei einer regelrecht „kosmopolitischen“ Frau, die im Alter zwischen 20 und 29 Jahren verstorben war, insgesamt 140 Objekte, Schmuck und Bestandteile ihrer Kleidung: Ringe aus Silber, Bronze und Glas, Halsketten aus Glasperlen, Anhänger aus Münzen, Armreife, Kopfgeschmeide. Im Kniebereich entdeckte man zwei bogenförmige Anhänger mit Voluten, an den Fersen mutmaßliche Accessoires der Schuhe in Form von rechteckigen Platten mit Anhängern – und im Leichenkleid ornamentale Fragmente aus dem slawischen wie finno-ugrischen Kulturkreis.

mailservice.jpg

Die weiten Hügellandschaft um Susdal und Wladimir bildete im Mittelalter den „Kern“ der Kern der Rus, bevor das Machtzentrum sich nach Moskau verlagerte. Deshalb nahm man hier unter Leitung von Graf Alexej Uwarow bereits im 19. Jahrhundert Grabungen vor, und seit 2011 untersuchen Wissenschaftler des Instituts für Archäologie diese Stätten, vor allem solche, die seinerzeit noch unberührt geblieben waren. Erschwert werden die Arbeiten dadurch, daß 1852 noch 244 Kurgane gezählt wurden, während heute wegen der intensiven Landwirtschaft keine Grabhügel mehr auf den Feldern zu erkennen sind. Man muß diese unsichtbaren Nekropolen also mit Hilfe moderner Technik, mit elektrotomographischen Aufnahmen, suchen. So fand man tatsächlich in diesem Sommer fünf bis dato unbekannte Kurgane mit einem Ausmaß von bis zu 600 qm mit insgesamt vier Begräbnisstätten.

mailservice (4).jpg

Bemerkenswert die Grabbeigaben der jungen Frau in Form von drei Münzen in der Halskette: zwei aus dem Nahen Osten, die in der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts in Umlauf waren, und eine aus Byzanz, geprägt unter Kaiser Konstantin VII und seinem Sohn und Mitregenten, Roman II. Ein seltener Fund, wie die Forscher vermerken, denn gerade aus dem einstigen Konstantinopel hatte man bisher nur vier dieser Miliarensia zu Tage gefördert.

mailservice (1).jpg
mailservice (2).jpg

In einem anderen Grab dann wieder eine Münze, ein arabischer Dirham aus dem späten 10. Jahrhundert, die man einem Mann in seinen Zwanzigern offenbar als Obolus mitgegeben hatte, gewissermaßen als Passierschein für den Übertritt ins Jenseits. Ein Zeugnis für die fruchtbare gegenseitige Durchdringung der Kulturen, lange bevor die krude Phobie vor „Mischvölkern“ entstand…

Material bearbeitet nach Zebra-TV

Read Full Post »


Es ist jetzt genau 155 Jahre her, seit es die Bahnstrecke Moskau – Nischnij Nowgorod gibt, an der Wladimir liegt. Der „Gußeiserne“, wie man den Zug nannte, ratterte freilich schon Jahrzehnte vor dem Verlegen von Gleisen und Schwellen in der Vorstellung von Visionären von der heutigen Hauptstadt in die „Tasche Rußlands“, wie man die Handelsmetropole am Zusammenfluß von Oka und Wolga nannte. Sogar von Alexander Puschkin, dem Großfürsten der russischen Literatur, ist überliefert, er hielte eine solche Verbindung für wichtiger als die Strecke von Sankt Petersburg nach Moskau. Fast hätte ihm die Geschichte recht gegeben, denn nach der Trasse zwischen dem Zarendorf Zarskoje Selo und Sankt Petersburg sowie von der Hauptstadt nach Moskau baute man als die dritte landesweit eine solche Verbindung zwischen Moskau und Nischnij Nowgorod.

Zarenzug aus dem Hause Stevenson mit dem Waggon „Berlin“

Ein Jahr vorher, 1851, hatte man bereits die Strecke von Moskau bis Wladimir freigegeben. Der berühmte Historiker, Wassilij Kljutschewskij, bestieg just in Wladimir zum ersten Mal in seinem Leben einen Zug und schrieb darüber seinem Vetter:

Ich bekam Gänsehaut, als ich mich in den Waggon setzte und die Maschine, dem Abfahrtssignal gehorsam, zunächst langsam, dann immer schneller und schneller Fahrt aufnahm, bis der Zug schließlich so eilig dahinsauste, daß es schwer war, die vorbeieilenden Gegenstände in den Blick zu nehmen. Ungeachtet dieser Geschwindigkeit (bis zu 30 Werst pro Stunde) ruckelt es gar nicht, die Räder rollen ohne Stöße über die Gleise.

Die Eisenbahnverwaltung freilich hatte vorsichtshalber die Warnung herausgegeben, man könne eine absolute Gleichförmigkeit der Bewegung der Lokomotive nicht garantieren. Gemeint war damit vor allem das starke Ruckeln vor allem beim Anfahren.

Interessant auch, was der Augenzeuge über die Mitreisenden zu berichten weiß:

Im Waggon herrscht ein Stimmengewirr: Man kommt ungezwungen miteinander ins Gespräch, raucht, hält einen Schwatz, stärkt sich mit einem Imbiß, schläft – jeder nach seinem Belieben. Die Maschine zieht in aller Ruhe ein ganzes Dorf hinter sich her. Und dabei kann man sich begeistert den Geräuschen hingeben, die von der unablässigen mechanischen Arbeit all der Hebel künden, die über die gußeisernen Gleise rattern und hämmern… Kurzum bekommt man hier nicht von ungefähr Gänsehaut, nicht vor Furcht – sie kommt einem gar nicht in den Sinn -, sondern vor Begeisterung.

Gebaut wurde die zunächst eingleisige Strecke mit Privatkapital, freilich unter Aufsicht des Staates, der denn auch die Firma wechselte, als das Projekt drohte, ins Stocken zu geraten. Am 13. August 1862 machte sich dann um 15.00 Uhr mit dem Segen des Bischofs der erste Zug von Nischnij Nowgorod nach Moskau auf den 400 km langen Weg. Lokomotive und Waggons mußte man damals noch importieren, der Maschinist kam aus Deutschland. Zugestiegen bei der Jungfernfahrt sind die Honoratioren und reiche Kaufleute, doch sie erlebten einen richtigen Schreck. Bei Kowrow, 60 km vor Wladimir, war nämlich eine Weiche falsch gestellt, so daß der Zug auf das Abstellgleis geriet. Da half kein Bremsen mehr, der Aufprall war unvermeidlich, Lokomotive nebst Kohlenwagen entgleisten, der Begleitingenieur mußte mit gebrochenen Beinen nach Moskau gebracht werden, wo er wenig später seinen Verletzungen erlag.

Der Fehlstart hielt aber den Siegeszug der Eisenbahn nicht auf. Schon 1864 fuhren zwei Paare Personenzüge die Strecke Moskau – Wladimir und Moskau – Nischnij Nowgorod. Im Sommer dauerte die Reise vierzehneinhalb Stunden, im Winter mehr als fünfzehn Stunden, der Güterzug brauchte fast einen ganzen Tag.

Blick auf die Kljasma und die Bahnstrecke, die in Wladimir am Fluß entlang verläuft

Klagen gab es auch damals schon: Ein Fahrgast klagt über den schlechten Service, die ständige Kontrolle des Billets, die vielen Zwischenhalte, den Zwang, das Gepäck gesondert befördern lassen zu müssen. Nirgendwo sonst herrsche eine derartig bösartige Willkür, der Reisende werde vom Personal wie ein Intimfeind behandelt. Nach all den – sogar polizeilichen – Kontrollen beim Einsteigen, werde man ständig geweckt, um die Fahrkarte gelocht zu bekommen. Das hatte freilich auch mit der Konstruktion der übrigens ganz bunten Waggons zu tun, die so in Abteile ohne Gang separiert waren, daß die Schaffner nur von außen über kleine Stufen hereinkamen. Nur so konnte es am 9. Juli 1864 zu einem Vorfall kommen, der wie folgt aktenkundig ist:

Gegen 17.00 Uhr saß ein General im Zug Nr. 3 von Moskau nach Nischnij Nowgorod in einem Waggon der 1. Klasse. Auf der Höhe von Petuschki schlief er ein. Doch da hört er plötzlich einen Ruf: „Den Fahrschein, bitte!“. Der Militär, zum ersten Mal auf der Strecke unterwegs, schreckte auf, warf seinen Mantel ab, ruderte mit den Armen und zerbrach dabei das Glas in der Abteiltür. Am nächsten Bahnhof fordert man vom General, den Schaden zu bezahlen, doch der erklärt, er werde gern für alles aufkommen, was er durch Unachtsamkeit oder eigenes Verschulden beschädigt habe, nicht aber in einem Fall wie diesem, wo er vom Schaffner nachgerade mutwillig erschreckt worden sei. Und so gab er seinen Namen zu Protokoll und fuhr weiter – mit gültigem Billet.

Blick auf den Bahnhof und die Kathedralen von Wladimir

Klagen gab es natürlich auch hin und wieder wegen überteuerten Reiseproviants. So erschienen einem Fahrgast am Bahnhof Wladimir die – nota bene – auf Französisch angebotenen Pfirsiche alles andere als wohlfeil, kosteten sie doch zehn Kopeken mehr als auf dem Markt. Da hat wohl schon damals jemand die Marktwirtschaft nicht recht verstanden.

Heute ist man auf der Strecke – je nach Wahl des Zuges – zwischen vier und sechs Stunden unterwegs, und im nächsten Jahr soll der Bau der Hochgeschwindigkeitsstrecke beginnen. Eines ist aber bei allen Erweiterungen und Verbesserungen der Angebote geblieben: Die Fahrkarten kontrolliert man bereits beim Einsteigen, vergleicht die Daten mit dem Paß, und während der Fahrt auf dem reservierten Platz darf man das Billet dann nochmals knipsen und sich zu diesem Behufe sanft wecken lassen. Sicher ist sicher auf der russischen Eisenbahn, damals wie heute.

Zusammengestellt nach einem Artikel von Alexander Iswestow, der hier im Original nachzulesen ist: https://is.gd/VeT5dG

Read Full Post »


Die Wladimirer Archäologie kann schon auf so manchen Fund verweisen, der in der Fachwelt für Aufsehen sorgte. Doch die Ausgrabungen, die schon seit zwei Jahren im Patriarchengarten mit Blick auf die Mariä-Entschlafens-Kathedrale im Gange sind, überbieten alle berechtigten Erwartungen, geben völlig neue Einblicke in das städtische Leben des Mittelalters in Wladimir.

2016 hatte man bereits an verschiedenen Stellen die sterblichen Überreste von Menschen aus dem 12. bis 15. Jahrhundert entdeckt, insgesamt 80 Skelette. Von besonderem Interesse dabei die vier Begräbnisstätten aus dem 12. Jahrhundert mit Fragmenten von byzantinischen Seidenkrägen mit einer Maria orans und heidnischen Greifen, gestickt mit Goldfaden. Doch mehr als die prächtigen Stoffe aus der Ferne, in die sich die prämongolische Gesellschaft Wladimirs gewandet hatte, faszinierte die Wissenschaftler Besonderheiten der Beisetzungskultur im mittelalterlichen Wladimir.

Unmittelbar über den Gräbern aus dem 12. Jahrhundert hatte man 50 Jahre später Erde aufgeschüttet und den Friedhof in einen Befestigungswall verwandelt, der entweder an die bereits bestehende Erdmauer im Westen zum Goldenen Tor hin anschließen oder eine Verteidigungsanlage zur Kljasma hin bilden sollte. Wieder einige Zeit später, im 14. und 15. Jahrhundert, also nach dem Mongolensturm, nahm man hier wieder die Bestattungen auf, ein bis zwei Schichten über den Toten aus dem 12. Jahrhundert. Über sieben Gräbern kamen nämlich behauene Platten zum Vorschein, wie sie für das 15. und 16. Jahrhundert charakteristisch sind. All diese Beisetzungen aus dem 12. bis 15. Jahrhundert weisen auf christliches Brauchtum hin, wonach die Toten mit über der Brust gekreuzen Händen in Ost-West-Richtung im Sarg liegen.

Nur wenige Meter entfernt vom „Wallfriedhof“ entdeckte man nun aber eine ganz andere Bestattungsweise. In einer Tiefe von mehr als drei Metern lagen in einem engen, 20 Meter langen Graben in mehreren Reihen zehn Särge mit Toten in Nord-Süd-Richtung, was zu der Vermutung Anlaß gibt, es habe sich dabei um Fremde, um Andersgläubige gehandelt.

Im Juni nun ein neuer Fund: wieder unter den dichten Schichten aus dem 14. bis 15. und dem 12. bis 13. Jahrhundert die sterblichen Überreste eines in Bast eingewickelten Menschen. Wie sich später herausstellte, war nicht nur die Leiche, sondern auch der Sarg mit Bast umhüllt, etwas, das einigen finno-ugrischen Stämmen eigen war, das man so aber in Wladimir noch nie ausgegraben hatte, ein Hinweis auf einen gemischten Kult. Der Leichnam nämlich liegt nach christlicher Tradition von Ost nach West, tritt aber den Weg ins Jenseits in Bast gekleidet an, also nach heidnischem Brauch der finno-ugrischen Kultur, auf die heute fast nur noch Toponyme wie Susdal oder Hydronyme wie Kljasma hinweisen.

Dann aber die wirkliche Überraschung unter drei Schichten von Bestattungen aus dem 12. bis 15. Jahrhundert die Umrisse einer Schale, die bei näherer Untersuchung eine echte Sensation bietet: verbrannte Überreste von Menschenknochen, nichts anderes als der Beweis für eine Feuerbestattung nach heidnischem Brauch. Ein ähnliches Behältnis hatte man schon im Vorjahr entdeckt, doch ohne Inhalt. Es müssen also im mittelalterlichen Wladimir verschiedene Kulturen friedlich miteinander zusammengelebt haben, die Assimilierung der finno-ugrischen Stämme war noch nicht abgeschlossen, die Slawen definierten sich wohl auch noch nicht eindeutig als Ethnie, kurzum es herrschte ein tolerantes Klima, das, was wir heute „Multi-Kulti“ nennen. Anders ist es nicht zu erklären, daß heidnische und christliche Kulte ausgerechnet dort zusammentreffen, wo es um das Allerheiligste des Menschen geht, um das Leben nach dem Tod. Schön zu sehen, daß schon damals in Wladimir jeder nach seiner Façon glücklich, nach seinem Glauben selig werden durfte.

Read Full Post »

Older Posts »

%d Bloggern gefällt das: