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Archive for the ‘Erlangen-Haus’ Category


Für jeden, der viel reist oder mit unseren Städtepartnerschaften zu tun hat, ist es mehr als eine Binsenweisheit: Sprachen öffnen Türen. Russischlernen im Erlangen-Haus hat dabei auf mehreren Ebenen viele Vorteile:

1. Das Haus:

Das Erlangen-Haus ist den Lesern des Blogs bestens bekannt, viele durften die sagenhafte Gastfreundschaft dort schon genießen. Für den Kursaufenthalt bucht man es am besten direkt bei der Geschäftsführerin, Irina Chasowa. Nach einem immer frisch zubereiteten, warmen Frühstück braucht man nur die Treppe hinunterzugehen und ist im Unterrichtsbereich, wo neben größeren Räumen auch kleinere für Einzelunterricht zur Verfügung stehen. Wifi ist selbstverständlich im ganzen Haus und kostenlos vorhanden. Im Sommer locken eine Veranda und ein Garten. Es fühlt sich also fast wie ein Campus auf kleinstem Raum an, Leben und Lernen sind eng miteinander verwoben. Gemeinsames Kaffeetrinken, Kochen, Pausengespräche inklusive, auch Außer-Haus-Aktivitäten wie Besuche auf der Datscha oder in der Banja „bei gegenseitiger Sympathie“ nicht ausgeschlossen. So wird der Sprachaufenthalt durch das Ambiente und die Protagonisten im Erlangen-Haus zu einem Gesamtkunstwerk.

2. Die Dozentinnen:

Als Dependance des Goethe-Instituts Moskau ist die eigentliche Aufgabe des Lehrangebots im Erlangen-Haus das Vermitteln der deutschen Sprache und Kultur. Die Lehrerinnen setzen ihre pädagogischen Fähigkeiten aber auch für das Vermitteln der mindestens genauso komplexen russischen Sprache ein. Im Einzelunterricht können sie auf Bedürfnisse der Schüler eingehen und den Unterricht perfekt auf diese abstimmen. Nie habe ich das Gefühl, vorgefertigte Unterrichtseinheiten zu bekommen. Der Unterricht ist vielmehr abwechslungsreich, Wechsel gibt es nicht nur bei (Sprach)-Themen, wie Aussprache, Grammatik, Vokabeln, Übungen etc., sondern auch bei den angewendeten Methoden. Von (viel) Selberschreiben über Lückentexte und Lesen bis zu modernen Medien kommt alles zum Einsatz. Ich nehme täglich 2 x 90 Minuten Unterricht, und nachmittags kommt mindestens die gleiche Zeit nochmals für die (reichlichen) Hausaufgaben und das Selbststudium dazu.

Elisabeth Preuß und Natalia Dumnowa

Noch eine Binsenweisheit: Zu lernen hat man am Ende alles selber, und Vokabeln müssen gebüffelt werden. Eine große Hilfe ist dabei das „Russland-Journal“, wo viele Podcasts und vor allem die Konjugationen von Verben nachzuhören und nachzusprechen sind.

3. Die Stadt:

Das Sahnetüpfelchen ist nun, das Erlangen-Haus in eine Stadt eingebettet zu finden, die nicht nur eine Vielzahl historischer Sehenswürdigkeiten bietet, sondern auch ein überreiches Kulturleben. Wer (ausgestattet mit ersten Lesefähigkeiten) die Plakate entziffert, kann abends viele, immer hochqualitative Veranstaltungen genießen, viele auch schon durch den Blog bekannt. Vom Chor Raspew „Pаспев“, über die Ensembles von Vater und Sohn Markin, das Philharmonische Orchester etc. bis zu Gastauftritten ist viel geboten. Die Eintrittspreise sind für unsere Verhältnisse günstig. Beginn ist meist am frühen Abend, weshalb danach noch Zeit für ein Treffen mit Freunden, für ein Café oder ein paar Vokabeln bleibt. Das Theater am Goldenen Tor ist dabei mein Ziel: Denn vorerst bleibe ich auf solche Kulturveranstaltungen beschränkt, die sich der Lingua franca Musik oder Tanz bedienen.

Fazit: Ein Russischkurs im Erlangen-Haus ist Urlaub und Lernen bei Freunden! Dann öffnet die Sprache nicht nur Türen, sondern auch die Herzen der Russen!

Elisabeth Preuß

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Ich heiße Chantal und bin 23 Jahre alt. Ich studiere in Hamburg Osteuropastudien. Jedoch bin ich nun seit einigen Wochen in Wladimir und werde die nächsten vier Monate als Kulturweit-Freiwillige im Erlangen-Haus arbeiten. Aufgrund meines Studiums habe ich mich für einen Einsatz hier entschieden. Allerdings hatte ich mich im Vorfeld nicht allzu viel mit der Stadt auseinandergesetzt. Wladimir wurde nur kurz während eines Seminares zur russischen Geschichte erwähnt, und das war es. Aus diesem Grund hatte ich bei meiner Ankunft keine großen Erwartungen und rechnete mit einer kleinen Stadt mit ein paar schönen alten Gebäuden.

Chantal Stannik 1. v.l. stehend

Bei meiner Ankunft in Moskau war ich zunächst überfordert, da mir jetzt erst klar wurde, was es bedeutet, die nächsten Monate in einem fremden Land zu verbringen, in dem ich nicht jedes Wort verstand. Zum Glück legte sich meine Aufregung schnell wieder, und ich kam nach Überwindung einiger kleineren sprachlichen Hürden in Wladimir an. Obwohl es bereits nach 22 Uhr, waren meine Vermieterin Nadeschda und eine zukünftige Kollegin des SLZ (Sprachlernzentrum) im Erlangen-Haus so nett und holten mich am Bahnhof ab. In meiner Wohnung angekommen, war ich positiv überrascht, da ich alles frisch renoviert vorfand. Ich fühlte mich bereits nach wenigen Stunden in meinem neuen Zuhause wohl.

In den darauffolgenden Tagen lernte ich meine Kolleginnen kennen. Besonders stark hat mich das hervorragende Deutschniveau von allen überrascht. Überdies übertraf die Stadt meine Erwartungen, da es zum einen nicht nur ein paar schöne Gebäude gab, sondern das ganze Stadtzentrum größer war als erwartet (inklusive vegetarischem Restaurant), und zum anderen waren alle Menschen sehr nett und hilfsbereit. Jedoch gibt es auch einige Unterschiede zu Deutschland, beispielsweise findet man hier keinen Fahrplan für die Busse, und man kann das Leitungswasser leider nicht trinken.

Zu Beginn war meine größte Angst, keine Leute kennenzulernen und die meiste Zeit alleine zu sein. Jedoch hat sich diese Angst schnell gelegt, da ich das Glück hatte, Lou Schmalbrock kennenzulernen. Wir versuchen, uns so oft wie möglich zu treffen, beispielsweise waren wir letzte Woche auf einem Konzert. Aber ich habe noch viele weitere nette Menschen kennengelernt, die ich nun zu meinen Freunden zählen kann.

Die Arbeit am SLZ macht mir von Tag zu Tag mehr Spaß, da ich immer stärker in die Aufgaben eingebunden werde, beispielsweise darf ich eigene Projekte planen und kann jeden Mittwoch und Samstag bei den Kinderkursen assistieren. Zudem habe ich sehr flexible Arbeitszeiten, weshalb ich häufig die Möglichkeiten nutze, an Ausflügen teilzunehmen.

Mein erster Ausflug fand schon nach zwei Wochen statt, da es ein Seminar des Goethe-Instituts in Moskau gab. Moskau ist eine vielfältige, große Stadt, die alles an Kultur, Musik, Graffiti, Bars und Restaurants zu bieten hat.

In den darauffolgenden Wochen und zum Teil sogar Tagen folgten Tagesausflüge nach Susdal, Sergijew Possad und Alexandrow. Somit hatte ich in kürzester Zeit schon einiges vom Goldenen Ring gesehen. Meiner Meinung nach erhalten diese Städte zu wenig Aufmerksamkeit, da nur sehr wenige Deutsche jemals etwas von ihnen gehört haben. Dabei haben all diese Orte wunderschöne, historische Sehenswürdigkeiten zu bieten. Überdies hätte jede dieser Städte einen eigenen Blog-Eintrag verdient, weshalb ich die Bilder für sich sprechen lasse, um mich kurz zu fassen.

Bis Bald!

Chantal Stannik

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Vorab: Vom ersten Augenblick der Landung in Moskau an flutschte es. Aber davor wurde eine vermeintlich einfache, samstägliche Reise nach Wladimir zu einem Drei-Tages-Trip. Immerhin mit einem erklecklichen Ergebnis auf der Habenseite, auch wenn im Soll zwei versäumte Tage Russisch Intensivkurs von Natalia standen.

Tag 1: Samstag, 27. November, erster Ferientag. Mein Ziel: Sprachkurs im Erlangen-Haus nach Anreise mit SWISS über Zürich nach Moskau. Mit Bedacht hatte ich rechtzeitig gebucht und fuhr auch mit reichlich Zeit zum Nürnberger Flughafen, denn mir war klar, es würde so mancher nach Mallorca, nach Kreta oder eben über Zürich sonstwohin in die Welt unterwegs sein. Leider kamen die Ferien für Swiss offensichtlich völlig überraschend.

Als man mir am Schalter sagte: Ihren Sitz erfahren Sie beim Boarding, dachte ich mir noch nichts. Mit einem Kaffee versorgt, begann ich, was ich seit Wochen tun wollte, nämlich russische Verben zu konjugieren. Ich war gerade so richtig mittendrin: я отдыхаю, ты отдыхаешь… und hatte die vage Hoffnung, Natalia doch nicht ganz zu enttäuschen, als ich am Gate Unruhe wahrnahm. Drei Passagiere waren offensichtlich ziemlich in Rage. Mir fiel ein, noch keinen Sitzplatz zu haben und gesellte mich zu den Aufgebrachten. Der Grund des Ärgers wurde schnell klar: Die Maschine war überbucht und alle, die in den Urlaub fliegen wollten, waren tatsächlich gekommen, um in den Urlaub zu fliegen.

Die Dame vom Bodenpersonal versuchte sich mit „Wir dürfen 10% überbuchen, und eigentlich kommen immer einige Geschäftsleute nicht“, herauszureden, aber das generierte auch keine Plätze. Ich wies darauf hin, man wisse in der Schweiz vielleicht nichts vom Beginn der Herbstferien in Bayern, weshalb am ersten Ferientag vielleicht auch weniger Geschäftsleute und dafür mehr Urlauber fliegen wollten – und überdies sei ja heute kein Arbeitstag, sondern Wochenende. Ich gebe zu, wenig hilfreich, aber ich war sauer, denn ich fand dieses Buchungsgehabe wenig professionell.

Überbuchte Flüge sind ja leider keine Seltenheit, und gewöhnlich gibt es immer Passagiere, die sich gegen mehrere Hundert Euro Entschädigung auf einen späteren Flug umbuchen lassen. Swiss aber versuchte das gar nicht erst: Alles ging an Bord, und am Ende war ein Grüppchen zurückgelassene Passagiere übrig, deren Gemütszustand von stoisch über sauer bis verzweifelt reichte. Der Verzweifelte bekam dann noch einen Jump-Seat zugewiesen, man merkte ihm die Erleichterung deutlich an. Der Rest, mich eingeschlossen, zog von dannen.

Das freundliche Angebot, doch über Frankfurt zu fliegen, konnte ich leider nicht annehmen, da nach Ankunft in Moskau auch der allerletzte “Lumpensammler“ nach Wladimir, der Cапcан, nicht mehr zu erreichen sein würde, und eine Nacht auf dem Kursker Bahnhof schien mir wenig attraktiv. Also nahm ich das Angebot von Swiss an, es am nächsten Tag nochmals zu versuchen.

Und so war ich, zur freudigen Überraschung meiner Familie, gegen Mittag wieder zu Hause. Ich hatte nun die Wahl, mich zu ärgern, oder Straße, Hof und Balkon vom Eichenlaub zu befreien, zwei Maschinen Wäsche zu waschen, eine ebensolche von vor einer Woche zu bügeln und Papierkram zu erledigen. Ich entschied mich für die zweite, deutlich produktivere Variante. Zufrieden ging’s zu Bett, am nächsten Morgen, da Sonntag war und der Busverkehr etwas ausgedünnt, gönnte ich mir ein Taxi zum Flughafen.

Tag 2: Und tatsächlich, dieses Mal war es deutlich ruhiger, und offensichtlich hatte jeder Passagier auf seiner Bordkarte auch einen Sitzplatz. Ich machte also weiter: он отдыхает, мы отдыхаем, вы от… Da überkam mich ein Déjà-vu-Gefühl, denn am Boarding-Schalter gab es wieder Unruhe. Wie am Vortag geübt, ging ich dazu und ja, tatsächlich, unser Flieger würde deutlich später starten. Vorsichtig erwähnte ich, mein Weiterflug sei relativ knapp (allerdings eine Verbindung, die von Wladimir-Reisenden häufig gebucht wird). Schon leicht genervt, sagte mir der Mitarbeiter, das werde wohl nicht mehr klappen, aber ich solle doch auf alle Fälle mit nach Zürich fliegen, da sei ich doch schon einen Schritt weiter.

Dem konnte man nicht widersprechen, und so stand ich kurze Zeit später in Zürich am Transfertisch, wo mir das zweite Déjà vu beschert wurde, nämlich das Angebot des gleichen Flugs über Frankfurt, den ich mit dem gleichen Argument ablehnte. Und so fuhr ich wenig später, ausgestattet mich einem Hotelgutschein, einem 24-Stundenticket für den ÖPNV, einem Gutschein für ein Abendessen über 20 € (in der Schweiz reicht das gerade für einen Toast Hawaii) in ein nahegelegenes Hotel, stellte mein Gepäck ab und fuhr in das mir bis dato unbekannte Zürich, wo ich zum Bürkli spazierte, Töffli sah, bei Sprüngli Kaffee trank, und abends zufrieden mit dem Gesehenen wieder im Hotel eintraf. Ich meinte, mich aber vage zu erinnern, Grund der Reise sei nicht Sightseeing in der Schweiz, sondern ein Sprachkurs in Wladimir gewesen. Und so nahm ich mir noch mal отдыхать vor.

Unter dem Strich zwei ertragreiche Tage, wenn auch anders als geplant. Ich war wirklich nicht unzufrieden, denn Zürich hat mir gut gefallen, aber der Sonntag hätte halt mein erster Tag Russischkurs sein sollen!

Tag 3: Nach einem ausgezeichneten Birchermüsli zum Flughafen, eingecheckt, Sitzplatz (!), und nur mit leichter, kaum erwähnenswerter Verspätung ging’s nach Moskau. Nach der Landung betrat ich russischen Boden, und dann passierte Folgendes: An der Grenzkontrolle stand niemand, außer Beamten, die auf uns warteten. Mein Gepäckband war das erste und nicht das hinterste. Direkt am Gepäckband befand sich ein Ticketautomat für den Aero-Express. Mein Koffer kam nicht als letzter, sondern ziemlich bald. Der Aero-Express brachte mich zur Ringlinie 5, der Metroautomat nahm meine Münzen, die U-Bahn fuhr gerade ein. Zwei Stationen kuschelig eng mit Moskauern auf dem Weg zum Feierabend. Am Kursker Bahnhof alles perfekt ausgeschildert zum Cтриж nach Wladimir. Mein Waggon 15 wartete gerade dort, wo ich vom Tunnel hochkam, und der Zug nach Wladimir fuhr auf die Minute ab.

Elisabeth Preuß auf der Loggia des Erlangen-Hauses

Und das Allerbeste: Knapp zwei Stunden später erwartete mich Irina Chasowa und fuhr mich ins Erlangen-Haus, unser gemütliches Zuhause in Wladimir. Und dann heißt es: Я люблю отдыхать вo Владимире. Ich freue mich auf die Urlaubstage in Wladimir!

 

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Seit Beginn des neuen Semsters Anfang September ist Chantal Stannik als neue Sprachassistentin am Erlangen-Haus  tätig. Nun stellt sie sich in einem Kurzvideo vor. Zu sehen hier: https://is.gd/sUlCSw – Vielleicht nicht für alle von Ihnen, denn das Portrait ist nicht auf youtube hochgeladen, sondern auf Vkontakte, dem russischen Klon von Facebook, zu sehen. Sie müssen sich also möglicherweise erst anmelden, was ohnehin einmal fällig ist, wenn man in sozialen Medien des postsowjetischen Raums unterwegs sein will: https://vk.com

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Das Rote Kreuz Wladimir

An einem schönen Spätsommertag präsentierten Wladimirer Vereine aus Sport und Kultur sowie ethnische Minderheiten und diverse Bildungseinrichtungen ihre Aktivitäten und Projekte. Am Stand des Wladimirer medizinischen Kollegs traf ich auch Olga Antropowa, die Vorsitzende des Roten Kreuzes, mit Studenten ihrer Berufsfachschule, z. T. auch mit T-Shirts vom Roten Kreuz. Die Vielfalt an Ständen und Informationen zeigt mir, welch hohen Stellenwert ehrenamtliches Engagement inzwischen auch in der Partnerstadt hat.

Rot-Kreuz-Jugend mit Olga Antropowa

Meine konkreten Gespräche mit dem Roten Kreuz fanden in der Wladimirer Berufsfachschule für Medizin statt. Zu dem Treffen kam dann auch die Direktorin, Inna Morosowa, dazu. In diesem Institut unterrichtet auch Olga Antropowa und rekrutiert junge Leute als freiwillige Helfer für das Rote Kreuz. Konkret ging es bei unserem Gespräch um das Projekt „Silbersträhnen“, in dem ältere Wladimirer Bürger als ehrenamtliche Helfer zur Unterstützung und Anleitung von Angehörigen schwerkranker Menschen gewonnen werden sollen. Dieses Projekt soll der Erlanger Förderverein für das Rote Kreuz in Wladimir unterstützen.

Schulungsraum des Wladimirer Roten Kreuzes

Es geht für uns dabei im ersten Schritt um die Mithilfe bei der Einrichtung eines Schulungs- und Beratungszentrums für das Rote Kreuz im Gebäude der Schule. Derzeit benutzt das Rote Kreuz bereits einen kleinen Schulungsraum für seine Erste-Hilfe-Kurse, der aber wegen des vorherrschenden Kapazitätsmangels primär vom der Bildungseinrichtung selbst genutzt wird und daher für die Arbeiten des Roten Kreuzes nicht ausreicht. Hier findet man auch die diversen, von unserem Verein gespendeten Unterrichtsmittel sowie ein Krankenbett als Demonstrationsobjekt, gespendet von einem Wladimirer Duma-Abgeordneten.

Olga Antropowa am Puls des Patienten

Die Wladimirer Berufsfachschule für Medizin steht weiter zu ihrer Zusage, dem Roten Kreuz ausreichende Kapazitäten zur Verfügung zu stellen, allerding erst nach dem Umzug in ein größeres Gebäude, das noch renoviert wird. Die Arbeiten werden aber sicher noch bis weit in das Jahr 2019 dauern. Ich konnte dieses „neue“ Gebäude besichtigen.

Neues Gebäude für die Räume des Roten Kreuzes

Die Renovierung ist voll im Gange, und die für das Rote Kreuz vorgesehenen Räume überzeugen. Direkt an einem Nebeneingang liegt, reserviert für das Rote Kreuz, ein kleiner Büroraum mit einem anschließenden kleinen Lagerraum, und daneben findet sich der vorgesehene Schulungsraum, den ich auf ca. 100 m² Fläche schätze.

Künftiger Raum für das Rote Kreuz

Mit diesen Eindrücken haben wir die zukünftige Zusammenarbeit diskutiert. Auch die Schule ist sehr an der Zusammenarbeit interessiert, und so konnten wir – d. h. das Rote Kreuz Wladimir, die Wladimirer Berufsfachschule für Medizin und ich – im Namen des Fördervereins eine Absichtserklärung unterschreiben, die eine gute Basis für unsere weitere Unterstützung sein kann. Zur gegebenen Zeit soll ein entsprechender Vertrag unterzeichnet werden.

Wolfram Howein, Inna Morosowa und Olga Antropowa bei der Unterzeichnung der Absichtserklärung

Das Erlangen Haus

Im Erlangen-Haus war in diesen Tagen ein ständiges Kommen und Gehen. Es liefen die Einschreibungen für die Sprachkurse. Wir hoffen, die Meldezahlen der letzten Jahre wieder zu erreichen.

In den Gesprächen mit den Deutschlehrerinnen kamen wir noch einmal auf den Sommersprachkurs in der Volkshochschule Erlangen zurück. Auch dieses Jahr waren die 18 Teilnehmer wieder voll des Lobes. Ein herzliches Dankeschön geht an alle Beteiligten, an die VHS mit Reinhard Beer, Heide Thies und das VHS-Café, an die Gasteltern, an den Freundeskreis – und dort vor allem an Gerhard Kreitz für die mühsame Zimmersuche – sowie an die Gruppe Kommunalka an der FAU und, und, und…

Es besteht der dringende Wunsch, den Sprachkurs 2019 fortzusetzen.

Es zeigt sich an einigen Stellen des Hauses Renovierungsbedarf, der in meinen Gesprächen konkretisiert wurde. Vordringlich gilt dies für den Heizraum, verbunden mit einer Modernisierung der ganzen Anlage. Im ersten Schritt findet bereits in diesen Tagen, also noch vor der Heizperiode, eine nach mehr als 20 Jahren überfällige Spülung der Anlage und ein Austausch der Heizungsventile statt. Im Frühjahr 2019 soll die Steuerung der Heizung durch eine wetterabhängige neue Automatisierung einschließlich neuer Pumpen und Armaturen ersetzt werden. Kessel und Brenner bleiben durch diese Installation unberührt erhalten. Neben einem nachhaltig gesicherten Betrieb erwarten wir von der Änderung eine Senkung der Heizkosten von mehr als 20%.

Mittelfristig stehen auch wieder Malerarbeiten im Flur und im Hotelbereich an. Insgesamt ist aber das Erlangen-Haus auch mehr als 20 Jahre nach seiner Restaurierung und Eröffnung in einem erfreulichen Zustand. Das gilt auch für die Zahlen. Immerhin müssen alle Aufwendungen selber verdient werden, und das gilt auch für die Reparaturen und Modernisierungen. Somit ist für Besucher aus Erlangen vielleicht verständlich, wenn das Erlangen-Haus für Zusatzleistungen, wie z. B. Dolmetscher und Transfers, Geld verlangt.

Irina Chasowa (stehend) und ihr Team vom Erlangen-Haus

Das engagierte Team um die Leiterin, Irina Chasowa, verdient immer wieder ein besonderes Lob!

Wolfram Howein

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Das Goldene Tor mit Sergej

Das Wahrzeichen Wladimirs ist das Goldene Tor, erbaut als westliches Stadttor 1164. Es ist ein sehr gut erhaltenes Beispiel russischer Militärarchitektur aus dem 12. Jahrhundert. Heute vom Verkehr umtost, war es früher Teil der Wall-Befestigungsanlagen. Hier treffe ich mich mit Sergej, einem Deutsch-Schüler meiner ‚Gastmutter‘  Irina Dolganowa. Er studiert in Moskau Englisch und Deutsch und freut sich über die Gelegenheit, Deutsch zu sprechen. Wir besuchen die sehenswerte Militärausstellung im Goldenen Tor.

Goldenes Tor

Im Jahr 1238 fiel Wladimir den mongolisch-tatarischen Eroberern zum Opfer. Dieses traumatischen historischen Ereignisses wird in Multimedia hinter einer riesigen Glaswand gedacht. Eine realistische Abbildung des westlichen Stadttors, des Goldenen Tors, im eisigen Winter mit Blick auf die Wallanlagen und die weite Ebene zeigt die damalige Schlacht in all ihrer Brutalität. Überall kämpfende Soldaten, zerfetzt, blutend, mit Speeren im Körper, Tote und Erfrorene. Alles ist in in blau-weiß-rotes Licht getaucht, die russischen Nationalfarben. Dazu erzählt in Überlautstärke eine mächtige, sonore, schwebend-feierliche Stimme von der historischen Schlacht, die zum Abstieg Wladimirs führte. Es läuft einem kalt den Rücken herunter vor lauter martialischer Feierlichkeit. Vor der Glaswand Fahnen und Gewehre aus Kriegen der späteren Jahrhunderte, z.B. gegen Schweden oder die Türkei.

Panorama des Mongolensturms

Die oberen Gänge werden gesäumt von Portraits der sowjetischen Helden aus dem Zweiten Weltkrieg, dem Großen Vaterländischen Krieg. Interessante Karikaturen gegen Hitler, Mut-mach-Plakate für die Sowjetarmee beim Marsch nach Westen gegen Nazi-Deutschland und Photos vom Einmarsch nach Berlin und dem brennenden Reichstag.

Am Ende der Ausstellung wird quasi als Zeichen der friedlichen Zusammenarbeit heute der Raumanzug von Walerij Kubassow, dem Kosmonauten aus der Region Wladimir, in russisch-amerikanischer Weltraummission (Sojus-Programme) gezeigt.

Sergej und der Raumanzug von Walerij Kubassow

Diese Ausstellung ist besonders interessant für deutsche Besucher, weil sie einen Blick auf den Zweiten Weltkrieg aus Sicht der russischen Seite zeigt. Das ist sehr ergreifend und macht einem einmal mehr die Sinnlosigkeit eines Krieges deutlich.

Ein Junggesellinnenabend im deutschen Max Bräu

In Wladimir gibt es seit 2014 ein deutsches Brauhaus mit Namen Max Bräu. Dort schenkt man verschiedene leckere Biersorten nach dem Rezept des deutschen Braumeisters Hans Maurer aus und serviert Deftiges zum Essen. Ein- oder zweimal im Monat wird ein Quizabend ausschließlich für Frauengruppen angeboten.

IQ-Junggesellinnenabend. Es spielen nur Damen!

Irina fragt, ob ich Interesse hätte, als Zaungast dabei zu sein und mit ihr dabei an der Theke ein leckeres Bier zu trinken. Hatte ich natürlich. Ihre Freundin Swetlana fährt uns mit ihrer schwarzen Limousine hin.

Das Sudhaus der Max Bräu

Der Saal faßt mindestens 250 Personen. Das riesige messingblitzende Sudhaus von der bayerischen Caspary GmbH gibt einem das original-bayerische Brauhausgefühl.  Es hatten sich 34 Frauengruppen, also insgesamt etwa 170 Frauen, angemeldet, um ihre Intelligenz im Wettbewerb gegeneinander zu messen. Drei Frauen moderieren die Veranstaltung sehr kurzweilig und mit Niveau. Die Fragen – oft in Form von Bilderrätseln – aus Film, Literatur, Musik, Film und Allgemeinwissen werden auf sechs riesige Leinwände projiziert. Die Frauen sind mit Freude dabei, denken nach, beraten sich, kauen an den Stiften und jubeln über ihre richtigen Antworten. Die drei Siegergruppen erhalten Preise wie Freibier, Blumen oder Sekt.

Im Saal der Max Bräu

Das Startgeld geht an karitative Institutionen. Die Organisation von Irina und Swetlana für behinderte Kinder hat schon einmal davon profitiert. Ihre Gruppe landete diesmal leider „nur“ auf Platz 4.

Russisch-bayerische Gemütlichkeit im Max Bräu

Die Frauengruppen haben zum Teil sehr witzige Namen, unter denen sie antreten wie „Mutterschaft ist nicht alles“, „Die bessere Rippe Adams“, „Rüschi-Plüschi“, „Ohne Wäsche“, „Die Frigiden“ (Wortspiel im Russischen mit: „Die Spiegeleier“) und viele andere. – Ein sehr vergnüglicher Abend!

Künstlern in Susdal über die Schulter geschaut

Es gäbe noch viel zu erzählen. Etwa von den Ausflügen nach Bogoljubowo, nach Jurjewez, von der Bootsfahrt auf der Wolga, vom Besuch im Filzstiefelmuseum in Kinesсhma mit den größten Filzstiefeln der Welt, vom Auflug in die wunderschöne kleine Museumsstadt Susdal und von den Abschlußtagen in Moskau. Über vieles davon wurde schon im Blog berichtet. So beschränke ich mich auf meine Erlebnisse in Wladimir.

Mariä Schutz und Fürbitt am Nerl

Ich bedanke mich bei allen, die diese Reise zu einer ganz besonderen gemacht haben: Irina Dolganowa, Anna Lesnjak, Irina Chasowa und Peter Steger, der mir die Tür dazu geöffnet hat.

Hanns Jasse

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Irina, meine „Gastmutter“

Treppenhäuser in russischen Mietshäusern sind oft nicht sehr einladend: dunkel, Stolperstufen, Beton, keine Bilder, häufig muffig; die Eingangstüren in die Wohnungen aus doppeltem Stahl, Farbe abgeblättert, immer mit zwei Sicherheitsschlössern versehen.

Mein Gastzimmer

Doch kaum betrete ich die Drei-Zimmerwohnung mit Balkon, umfängt mich Gemütlichkeit. Die meisten Wohnungen sind zwar klein und beengt, aber liebevoll eingerichtet. So auch die von Irina Dolganowa. Sie wohnt dort mit ihrem 18jährigen Sohn Nikita, den ich fast nie zu Gesicht bekomme, weil er stets in einem Restaurant in Küche und Service arbeitet oder mit Freunden unterwegs ist. Was soll er auch machen? Schließlich hat er sein Zimmer für zwei Wochen an den fremden deutschen Typen abgetreten, der in Wladimir Russisch lernen möchte, also an mich. Er schläft im geräumigen Zimmer seines 8jährigen Bruders Matwej. Dieser wiederum kuschelt sich nachts zu seiner Mutter ins große Bett. Die Wohnung platzt aus allen Nähten. Alles ist übervoll. Auf dem Balkon hängt die Wäsche. Aus allen Vitrinen und Regalen schauen mich Nilpferde an, Irinas Lieblingstier, in allen Größen, Formen und Materialien, ganz zu schweigen von den vielen weiteren Kuscheltieren des kleinen Matwej.

Irinas Nilpferde

Ich befinde mich plötzlich in einer  typischen russischen Familie mit einer typisch russischen Wohnung, genau so, wie ich es mir gewünscht hatte. Und obwohl ich mit Irina nur Übernachtung und Frühstück vereinbart hatte, wird daraus eine fürsorgliche Vollversorgung. Sobald ich nach Hause komme, verwöhnt sie mich mit den leckersten Dingen. Es gibt Borschtsch, Bliny (Pfannküchlein) mit Smetana (saure Sahne), Marmelade oder Fleisch, Pelmeni (Teigtaschen), geräucherten Wels (natürlich mit viel Bier oder auch Wodka), Kascha  (Buchweizenbrei) oder Müsli zum Frühstück und – zu jeder Tageszeit – Konfety (russisches Konfekt), Waffeln oder Kekse mit Tschai (Tee) oder Kaffee.  Ich lerne die russische Küche gründlich kennen.

Wkusno, lecker!

Irina ist selbständige Deutschlehrerin, Übersetzerin (Deutsch und Englisch), Dolmetscherin und Begleiterin von ausländischen Touristengruppen. So hat sie ständig zwei Mobiltelephone bei sich, um ihre Unterrichtsstunden zu organisieren, mit Reiseagenturen, Firmen oder der russischen Handelskammer zu sprechen. Da sie so ausgezeichnet Deutsch beherrscht, können wir uns wunderbar über viele Themen, über ihre Erfahrungen in Deutschland und die Situation vor Ort unterhalten. Das bereichert uns beide.

Irina Dolganowa und Matwej in Wjatkino

Als Selbständige und alleinerziehende Mutter ist es nicht einfach, für die steigenden Lebenshaltungskosten aufzukommen und für die Versorgung und Ausbildung ihrer beiden Söhne zu sorgen. Sie tut es mit vollem Einsatz und ist dabei sehr liebevoll.

Verkehr in Wladimir

Die Wohnung befindet sich in der Nähe der Bushaltestelle „Wladimirskij Gosudarstwennyj Universitet“, ein Zungenbrecher, den ich mir nur mit Mühe merken kann. Er bedeutet Staatliche Universität von Wladimir. Da ist das Bild der Haltestelle auf dem Smartphone hilfreich, das ich den Passagieren oder auch der „Konduktor“, der Schaffnerin, zeigen kann.

Ich fahre ich mit dem Trolleybus 8 oder der Marschrutka 5 in 25 Minuten zum Unterricht. Marschrutki sind privat betriebene kleinere Busse, die eine feste Linie in der Stadt bedienen. Der Fahrschein kostet 20 oder 21 Rubel (= 30 Eurocent).

Hin und wieder sehe ich Busse mit deutscher Reklameaufschrift aus bayerischen Städten. Diese verdankt Wladimir wohl der Partnerschaft mit Erlangen, denn einige Busse sind ja tatsächlich an die Stadt vermittelt worden

Übrigens ist es äußerst wichtig, auf die sechsstellige Nummer des Busfahrscheins zu schauen, bevor man ihn wegwirft. Ergeben nämlich die ersten drei auf dem Schein abgedruckten Ziffern die gleiche Summe wie die letzten drei, dann sollte man den Fahrschein zerkauen und runterschlucken. Das bringt Glück! Ja, Russen sind sehr abergläubisch. Einer Freundin ist das mit den Zahlen an einem Tag ein paar Mal passiert. Und? Hatte sie Glück? Nein, dafür aber leichte Bauchschmerzen.

Die Straßen in Wladimir sind, wie in vielen anderen Städten, breit, oft vierspurig. Es ist lebensgefährlich, einfach über die Straße zu rennen, um den Bus noch zu bekommen. Dafür gibt es Unterführungen. Autos und Motorräder sind meist mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs, und Fußgänger gelten nicht als gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer. Andererseits habe ich oft an Zebrastreifen erlebt, wie Autofahrer anhalten, sobald man den Fuß auf die Straße setzt. Vorbildlich!

Anna, meine Lehrerin

So komme ich täglich zwei Wochen lang zu meiner Russischlehrerin, Anna Lesnjak, am ersten Tag natürlich fürsorglich begleitet von Irina, damit ich die Strecke kennenlerne und ja nicht verloren gehe…

Anna Lesnjak und Hanns Jasse

Anna Lesnjak ist eine nette junge Frau und Deutschlehrerin der Kindergruppe im Erlangen-Haus. Dazu hat sie ein Zertifikat zum Russischunterricht für Ausländer. Sie wohnt mit ihrem Mann in einem Hochhaus mit einem phantastischen Blick über das grüne Wladimir, auf die weiter entlegenen Vorstädte und die Mäander der Kljasma, die (leider nicht zum Baden geeignet), von Nordwest aus der Region Moskau kommt und später in die Oka, einen Zustrom der Wolga, mündet.

Anna hat den Unterricht mit mir vorzüglich vorbereitet. Den Einstufungstest finde ich schwierig, aber mit ihrer Hilfe kämpfe ich mich durch. So hat sie einen Eindruck, wo ich nach zwei Monaten Unterricht in Deutschland (einmal die Woche) stehe: sehr am Anfang. Aber das sollte sich ändern.

Annas Unterricht war sehr strukturiert, und sie hat mich mit viel Geduld und Einfühlungsvermögen weitergebracht: Am Ende meines Urlaubs komme ich vier Tage allein in Moskau gut zurecht, kaufe Tickets, gehe Einkaufen, frage nach dem Weg. Ich kann schon kleine Dialoge führen. Ein guter Erfolg!

Umgestaltung des Theaterplatzes

Nach dem Unterricht gehen wir in die Stadt. Anna ist stolz, mir ihre Heimat zu zeigen. Und Wladimir ist nicht nur eine schöne Stadt, sondern auch eine der bedeutungsvollsten für die russische Geschichte. Die Stadt wurde im Jahr 990 erstmals urkundlich erwähnt. Ihre Gründung wird dem Kiewer Fürsten Wladimir Swjatoslawowitsch zugeschrieben. Ihre Bedeutung liegt darin, daß hier einer der Begründer des Altrussischen Reiches, der Rus, lebte und regierte, nämlich Großfürst Andrej Bogoljubskij. Ein Besuch im acht Kilometer entfernten Bogoljubowo (von Gott geliebt) lohnt sich.

Wladimir wurde Mitte des 12. Jahrhunderts, als Kiew seine dominierende Stellung in der Rus verloren hatte, zum Zentrum von Staat und Kultur. Es entstanden bedeutende Bauten, Befestigungsanlagen, Klöster und Kirchen. Hier war der Ort, an dem die russisch-orthodoxe Kirche ihren Patriarchensitz hatte, von hier aus entwickelte sich der Kern des großrussischen Reiches unter Vereinigung der Fürstentümer.

Anna Lesnjak und Hanns Jasse vor der Mariä-Entschlafens-Kathedrale

Anna zeigt mir das Goldene Tor mit den Wallanlagen. Sie umgaben früher die gesamte Stadt auf fast sieben Kilometer Länge. Leider konnten nicht einmal sie dem Mongolensturm im 13. Jahrhundert standhalten. Wladimir wurde erobert und erlebte bald darauf seinen Niedergang. Wir sehen die stattliche Mariä-Entschlafens-Kathedrale (1158-1160), davor das Denkmal des berühmten Ikonenmalers Andrej Rubljow (1360?-1430), das Schauspielhaus mit dem Backsteinbau der Dreifaltigkeitskirche (jetzt Museum für Lackarbeiten, Kristallglas und Stickerei), das Lebkuchenhaus, das Löffelmuseum, den Wasserturm, die Schmiede und das neue Symbol für Wladimir: das Denkmal für die Kirschen.

Andrej Rubljow

Und, aktuell zur Fußball-Weltmeisterschaft 2018, das Maskottchen, Sobaka Sabiwaka, der Hund, der immer das Tor trifft.

Besuch im Erlangen-Haus (Erlangenskij Dom)

Anna hat mit Irina Chasowa, der Direktorin des Erlangen-Hauses, einen Termin gemacht. Ich bin gespannt auf das Haus, von dem ich so viel gelesen und gehört hatte. Es ist wirklich eine wunderbare Villa mit Garten.

Das Erlangen-Haus

Irina Chasova empfängt mich und Elina, eine Schülerin von Anna, und zeigt uns bereitwillig und mit Freude die Räumlichkeiten. Es ist ein sehr gut eingerichtetes Haus. In letzter Zeit sind einige Möbel dazugekommen. Die Lehrmaterialien sind dank der engen Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut Moskau auf dem neuesten Stand. Wir können uns vorstellen, daß es Spaß macht, an diesem Ort Deutsch zu lernen.

Irina Chasowa und Hanns Jasse

Zur Zeit meines Besuchs waren leider Ferien, weshalb ich den Unterrichtsbetrieb nicht mitbekam und die Lehrerinnen nicht kennenlernen konnte. Aber Irina schildert ihre Arbeit so lebendig und voll Begeisterung, daß wir einen guten Eindruck davon bekommen. Und ich bedanke mich bei Irina für die Vermittlung einer so guten Russischlehrerin wie Anna Lesnjak.

Hanns Jasse

Fortsetzung folgt.

 

 

 

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