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Archive for 8. Mai 2021


Als die beiden Oberbürgermeister, Dietmar Hahlweg und Igor Schamow, am 7. Mai 1995 in Wladimir das Erlangen-Haus eröffneten, geschah dies bewußt am Vorabend des 50. Jahrestages des Kriegsendes und des Tages des Sieges als Symbol des Friedens und der freundschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Deutschen und Russen. So wie damals eine etwa fünfzigköpfige Bürgergruppe aus Erlangen zu den Festlichkeiten, in deren Rahmen Dietmar Hahlweg auch die Ehrendoktorwürde der Pädagogischen Universität verliehen wurde, nach Wladimir gereist war, so hatte sich auch 2020 eine gut fünfundzwanzigköpfige Delegation zum 25jährigen Jubiläum des Erlangen-Hauses auf den Weg gemacht, den dann aber wegen der Pandemie doch nicht angetreten. Auch Hoffnungen darauf, die Feier heuer nachzuholen zerschlugen sich bei realistischer Einschätzung der Lage schon im Januar. Aber wir alle wissen uns ja in diesen Zeiten von Corona uns selbst zu helfen und zumindest eine virtuelle Nähe über Videokonferenzen und Soziale Netzwerke herzustellen.

Dietmar Hahlweg und Igor Schamow, eingerahmt von Peter Steger u. Tatjana Garischina, der ersten Leiterin des Erlangen-Hauses, am 7. Mai 1995

Und so nahmen denn gestern am frühen Nachmittag mindestens 25 Gäste an der digitalen Feier des 26. Geburtstages des Erlangen-Hauses teil und teilten dabei vor allem eines: die Hoffnung auf ein baldiges Wiedersehen von Mensch zu Mensch.

Elisabeth Preuß bei der Eröffnung der Geburtstagsfeier

Noch ist es aber nicht so weit, und so bleibt zumindest dieser Weg offen. Glücklicherweise. Damals, Mitte der 90er Jahre, wäre die gestrige Geburtstagsparty ja noch ein Ding der Unmöglichkeit gewesen. Doch so konnte Altbürgermeisterin Elisabeth Preuß gegen 13.00 Uhr das Fest mit den Worten eröffnen: „Ein Teil meines Herzens ist für immer in Wladimir geblieben.“ – Und anschließend mit ihrem Vater, Hans-Joachim Preuß und dessen Frau, Rose Ebding, ein Geburtstagsständchen singen.

Irina Snjatkow (Mitte) und Tatjana Kirssanowa (rechts) mit dem gemalten Geburtstagsgeschenk

Es gab dann sogar ein kleines Festprogramm, das mit einem Bildervortrag über Erlangens Neubürger, die Biber an der Schwabach“, begann und seine Fortsetzung mit der Präsentation des immer länger werdenden Freundschaftsschals und einer Galerie von Arbeiten der Deutschkurshörerin, Irina Snjatkowa, fand. Und dann das: Das Publikum am Bildschrim sollte seine landeskundlichen Kenntnisse unter Beweis stellen und raten, welche Stadt die Hobbymalerin dargestellt habe. Wie das ausging – so eine Entscheidung der Redaktion des Blogs – soll zu einem späteren Zeitpunkt Gegenstand der Berichterstattung werden.

Florian Janik

Und dann erschien Oberbürgermeister Florian Janik auf den Monitoren und versprach, die im letzten Jahr ausgefallene Reise möglichst schon 2022 nachzuholen. Sein Dank ging an das Team des Erlangen-Hauses, das, wie es sein ebenfalls zugeschalteter Vorgänger im Amt, Dietmar Hahlweg, formulierte, einen Traum habe wahr werden lassen. Und gerade jetzt brauchen wir, meinte Erlangens Stadtoberhaupt, diese Verbindungsstelle mehr denn je, wo doch die Beziehungen zwischen unseren Ländern sich derzeit als so schwierig gestalten. Aber man besten drücke das der Brief des Deutsch-Russischen Forums aus, unterzeichnet von dessen Vorstandsvorsitzenden, Matthias Platzeck, und dem geschäftsführenden Vorstandsmitglied, Martin Hoffmann. Für alle, die gestern nicht dabei sein konnten, hier das Schreiben im Wortlaut:

Während Dietmar Hahlweg ausdrücklich Rudolf Schwarzenbach und Igor Schamow sowie Helmut Eichler und Irina Chasowa dafür dankten, diesen Traum wahr gemacht zu haben, erinnerte sein Nachfolger im Amt, Siegfried Balleis, an jene Zeit, als das Erlangen-Haus noch baufällig war und man sich kaum vorstellen konnte, wie hier einmal „das Stein und Holz gewordene Symbol unserer Partnerschaft“ entstehen könnte.

Blick in die Geburtstagsrunde im Erlangen-Haus

Die Gratulationen gingen noch lange hin und her, bis Ute Schirmer, unterstützt von Hans Gruß, mit einem Abendlied die Feier musikalisch ausklingen ließ. Und heute, am 76. Jahrestag des Kriegsendes, dürfen wir dankbar sein, in Frieden mit dem russischen Volk zu leben und weiter gemeinsam an der Verständigung mitwirken zu können. Mut und Weitsicht von Dietmar Hahlweg und Igor Schamow bleiben da Vorbild und Verpflichtung.

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