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Archive for 1. Mai 2021


Manchmal nimmt einem die Chronologie des digitalen Alltags die Entscheidung aus der Hand. Da überlegt also die Kulturredaktion des Blogs seit Tagen, wann sie denn Original und Übersetzung eines Sonetts von Andrej Filinow, Dichter und Intendant des Staatlichen Wladimirer Lokalsenders, veröffentlichen solle. Und dann zeigt der Autor gestern selbst in seinem Facebook-Profil das neueste Werk aus seiner Feder. Da gibt es dann also kein Zögern mehr: Tag der Arbeit hin, orthodoxes Ostern her, der Blog zeigt sich heute wieder einmal von seiner lyrischen Seite.

Andrej Filinow: Gedichte aus verschiedenen Jahren
Lexikon

Ein Lexikon ist voller Sinn und Worte.
Das gilt wohl auch für unsre Zeit.
Wo alles schnell geht, immer forte,
die Muttersprache man entweiht.

Bewahre sie an Tor und Pforte,
sei sie zu schützen stets bereit.
Denn sie gehört nicht auf Aborte!
So war und ist es weit und breit.
 
Die Ignoranz pfeift aus den Löchern.
Das Wort am Seidenfaden hängt,
mit seinem Sein ins Leben drängt.

Denn Gold und Silber sind nur blechern,
wenn wir nicht rein und reich mehr sprechen,
der Schatz der Sprache nicht verfängt.

Übersetzung: Peter Steger



ЛЕКСИКОН 

Как много смыслов в лексиконе! 
И в наши суетные дни,
У века мутного в полоне 
Храни родной язык, храни.  

И даже «журналист в законе» 
«Пургу» какую ни гони –
Нет, наш язык не «двинет кони»!
Так есть и было искони. 

Невежеством сквозит из окон, 
Но помни: слово - это кокон 
Всей сущей жизни испокон.  

Гордись не серебром и златом  –
Пусть будет чистым и богатым 
И твой, и общий лексикон.

Andrej Filinow

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