Feeds:
Beiträge
Kommentare

Archive for 23. Mai 2020


Seit gestern hält die S-Bahn auch wieder an den neun Stationen des Landkreises Petuschki, der neben Wladimir als Corona-Brandherd gilt und an die Region Moskau angrenzt. Einen ganzen Monat lang waren alle, die zur Arbeit nach Moskau wollten, gezwungen, die überfüllten Busse, zu nutzen, um zum einzig geöffneten Tor Richtung Moskau, zum Bahnhof Petuschki, zu kommen. Keine ideale Lösung unter den bis auf weiteres geltenden Bedingungen der Quarantäne, weshalb es viele Beschwerden gab, die bis hinauf zum Präsidenten gingen.

Blick vom Goldenen Tor in Wladimir nach Osten, gesehen von Michail Mojsejantschik

Unterdessen wird, anders als in Petuschki, in einer anderen Kreisstadt, Koltschugino, die Quarantäne ab dem 26. Mai aufgehoben. Überhaupt nutzt die Gouvernementsregierung nun mutig die gesetzlichen Vorgaben, nach Lage der Fallzahlen vor Ort punktuell Lockerungen einzuführen, sprich bestimmte Handelszentren wieder zu öffnen oder Kindergärten und Krippen nach ähnlichen Regeln wieder aufzumachen, wie sie auch bei uns gelten. Gleichzeitig fuhr man die COVID-19-Tests auf den Rekordstand von mehr als 3.000 täglich hoch.

Blick vom Goldenen Tor in Wladimir nach Westen, gesehen von Michail Mojsejantschik

In Susdal könnten nach dem 1. Juni die Hotels und Pensionen wieder öffnen, die nun zwei Monate lang geschlossen waren. Stadtdirektor Sergej Sacharow bittet jedenfalls Gouverneur Wladimir Sipjagin in einem Brief darum und weist auf die sozialen Folgen des Stillstands für die 10.000 Einwohner hin, die im wesentlichen vom Tourismus leben. Mit gerade einmal 30 bestätigten Infizierten erscheine die Wiederbelebung des Fremdenverkehrs, jedenfalls aus Sicht des City-Managers, als vertretbar.

Musterung in Zeiten von Corona, gesehen von Wladimir Tschutschadejew

Dabei schlägt die Pandemie nicht nur auf die Wirtschaft, sondern natürlich auch auf den Haushalt der Kommunen durch. So entließ kürzlich die Kreisstadt Kowrow mit Hinweis auf notwendige Einsparungen sieben Leiter von kommunalen Kulturhäusern und Kunstschulen. Erst die Intervention der Regionalregierung verhinderte eine weitere Kündigung für 18 Mitarbeiter der Sportschulen.

Musterung in Zeiten von Corona, gesehen von Wladimir Tschutschadejew

Soweit der kurze Blick auf einen kleinen Teil der sozialen, wirtschaftlichen und politischen Nebenwirkungen der Maßnahmen rund um die Pandemie, die sich in der Region Wladimir noch immer ausbreitet: Als infiziert gelten mit Stand 23. Mai 2.194 Personen, von denen 435 auf die Partnerstadt selbst entfallen. 16 Corona-Patienten sind mittlerweile verstorben.

Read Full Post »

%d Bloggern gefällt das: