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Archive for 13. März 2020


Ab heute stellt Aeroflot seine Flüge von Deutschland aus nach Moskau und Sankt Petersburg bis zum 30. April ein. Die Maschinen landen war noch in München und Frankfurt, nehmen aber nur noch russische Staatsbürger als Rückkehrer mit. Das entspricht de facto einer Grenzschließung, die freilich auch zu erwarten war. Aktuell zählt man zwar „nur“ 34 mit dem Corona-Virus infizierte Personen, aber davon entfielen sechs „Zugänge“ allein auf den gestrigen Donnerstag. Und – die Erkrankung ist auch in den Regionen angekommen, in Kaliningrad und in Krasnodar. Alle Rückkehrer aus europäischen Risikogebieten.

Wladimir ist keine Insel. Auch in der Partnerstadt und dem Gouvernement leben derzeit etwa einhundert Personen in häuslicher Quarantäne. Zwar ist noch keine Infektion bestätigt, aber die Behörden stellen sich natürlich auf den Ausbruch der Pandemie auch auf regionaler Ebene aus. Dabei stellt man einen alarmierenden Mangel an Masken und Schutzkleidung fest, in Krankenhäusern wie in Apotheken, wo alles, was geliefert wird, am gleichen Tag noch über den Tresen geht. Nun stehen die Behörden im Dialog mit den Apotheken, um eine geregelte Abgabe zu vereinbaren, denn, so berichtet Zebra-TV, man sehe auf den Straßen kaum Menschen mit Maske, wisse also nicht, wohin diese verschwinden, ob diese gehortet werden, um später spekulativ höhere Preise zu erzielen.

Nun erhielt die Region Wladimir zwar eine Quote vom Ministerium für Gewerblichen Handel in Höhe von 40.000 Atemschutzmasken, die nach Bedarf auf die medizinischen Einrichtungen des Gouvernements verteilt werden sollen, aber das bedeutet, umgerechnet auf die 360.000 Einwohner zählende Partnerstadt, daß gerade einmal jede neunte Person versorgt werden könnte, hochgerechnet auf die ganze Region gar nur jeder 35. Mensch.

Nun ist ein Krisenstab unter Leitung von Gouverneur Wladimir Sipjagin dabei, alle Vorbereitungen zu treffen, um Stadt und Region möglichst lange frei von dem Virus zu halten. Besonders dabei natürlich im Blick die Rückkehrer aus Italien, Frankreich, Deutschland… Vor allem will man die Bevölkerung dafür sensibilisieren, wie man sich selbst schützt. Dafür ist schon vor Tagen eine Hotline eingerichtet. Und die Krankenhäuser haben eine eiserne Reserve an Medikamenten und Desinfektionsmitteln für zwei Wochen angelegt. Außerdem stehen 426 Geräte zur künstlichen Beatmung zur Verfügung, davon 113 mobiler Art. 518 Infektionsbetten gibt es, davon 304 für Kinder, überdies 230 isolierte Betten und 241 Plätze auf Intensivstationen, davon 18 für Neugeborene. Kurzfristig wären im Notfall weitere 624 Infektionsbetten.

Wladimir will den Vorsprung nutzen. Gut so! Bleibt zu hoffen, daß der Virus den Weg nicht in die Partnerstadt findet! Aber, wie gesagt, Wladimir ist keine Insel.

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