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Archive for 15. Februar 2020


Am Donnerstag war von dem „Projekt Friedensvioline“ im Kulturteil der Erlanger Nachrichten ausführlich zu lesen, und bereits am 11. Januar hatte der Blog von dieser einzigartigen Idee berichtet: https://is.gd/7SdC9u Was damals noch als Idee im Raum stand, nimmt nun Gestalt an und zeigt Gesicht. Zunächst in Person von Alfred Binner, einem Geigenbauer, aus einer Bubenreuther Familie stammend, dessen preisgekrönte Meisterwerkstatt in Großenseebach pro Jahr etwa ein Dutzend Violinen und Celli verlassen – in alle Welt. Besonders auch in Richtung Osteuropa, wo sich viele junge Talente kein hochwertiges Instrument leisten können. Im Gespräch mit einem Freund, der nach dem Verkauf seines Hauses etwas Gutes tun wollte, war so die Idee entstanden,  eigens angefertigte und von einem Mäzen finanzierte Geigen und Celli nach Bulgarien und Rumänien zu bringen, wo mittlerweile schon vierzehn solcher Spender-Instrumente aus Franken erklingen und von einer so in jungen Jahren geförderten Musikerin als Zeichen des Danks sogar ein Alfred-Binner-Wettbewerb ins Leben gerufen wurde. Auf Vermittlung von Bürgermeisterin Elisabeth Preuß kam es dann noch vor der Jahreswende zu dem denkwürdigen Gespräch mit dem Partnerschaftsbeauftragten, Peter Steger, wo die Idee entstand, eine solche Geige zum 75. Jahrestag des Kriegsendes als „Friedensvioline“ an ein Nachwuchstalent in Wladimir zu überreichen.

Alfred Binner, Olaf Kühne und Andrej Schewljakow

Hier kommen nun das zweite Gesicht ins Spiel, Olaf Kühne, ein Melomane, der sich kein Violinkonzert entgehen läßt und gerne helfen will, auch in Wladimir den Nachwuchs zu fördern. Sein Instrument ist bereits im Werden, und gemeinsam mit Alfred Binner will der Mäzen im Mai die Geige in der Partnerstadt übergeben. Doch wem? Bei der Suche wird der dritte im Bunde helfen, Andrej Schewljakow, Musikdozent an der Universität der Partnerstadt, dessen Vater, Walerij Schewljakow, der Jury des regionalen Jugend-musiziert-Wettbewerbs „Goldener Bogen“ vorsitzt, wo man als ersten Preis die Friedensvioline ausloben könnte. Aber warum im Optativ? Konkrete Planungen laufen schon, und die musikalische Verständigung kommt auf Touren: Geigenbauer und Mäzen besuchten bereits den Jazz-Abend am Donnerstag in der Volkshochschule mit Rainer Glas und Andrej Schewljakow, und auch das Konzert morgen, um 18.00 Uhr im Markgrafentheater, mit dem Quartett aus Wladimir und dem Universal Ensemble – Sounds of the Orient & Russia – werden sich die beiden nicht entgehen lassen. (Hierzu s. auch Kulturteil der Erlanger Nachrichten vom heutigen Samstag!)

Familie Eva, Gertraud und Gerhard Lohse mit ihren Freundinnen, Nadeschda Sidorowa und Olga Lisizyna, Febr. 2016

Zum Gesamtbild fehlen aber noch einige Gesichter. Pizzicato klingt zwar immer wieder verzaubernd, aber bei der Geige handelt es sich doch wesentlich um ein Streichinstrument. Und das erweckt erst der richtige Bogen zum Leben. Wenn das nicht zum Kalauern einlädt: Da soll also ein Wettbewerb unter dem Motto „Goldener Bogen“ klären, wer den Bogen raus hat, den ihrerseits eine ganze Familie aus Erlangen mit langjährigen Verbindungen zu Wladimir spenden wird, Eva Lohse und ihr Mann, Matthias Schmid, sowie ihre Eltern, Gertraud und Gerhard Lohse. Erst damit ist der goldene Bogen der Partnerschaft so richtig geschlagen. Doch jetzt schon ein DANKE an alle.

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