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Archive for 12. Januar 2020


Heute feiert Guram Tschotschjew seinen 60. Geburtstag. Der Orthopäde von Weltruf aus Wladimir war bei seinem ersten Besuch im April 1991 mit einer Ärztedelegation der jüngste in der Gruppe, aber wohl auch der lernbegierigste, der seine Deutsch-Lektionen bis heute beherrscht. Neben all dem Fachlichen – er bezeichnet sich als Vertreter der „deutschen Schule“ – lernte der gebürtige Nordossete vor allem eines: die ethische Verantwortung gegenüber dem Patienten. Sein Lehrmeister damals am Waldkrankenhaus – Dietrich Hohmann, der, damals bereits 62 Jahre alt, eine junge Frau, die sich vor einen Zug geworfen und dabei alles gebrochen hatte, was sich nur brechen läßt, 26 Stunden lang operierte und rettete. „Nur um auszutreten oder eine Tasse Kaffee zu trinken verließ der Professor den OP“, erinnert sich der russische Hospitant mit Bewunderung. „Und wie oft legen heute Ärzte schon nach zwei oder drei Stunden das Besteck beiseite und behaupten, es sei nichts mehr zu machen…“

Guramytschi

Guram Tschotschjew und Dominik Steger im Sommer 2000

Damals, in Erlangen, lernte der Hobby-Diätologe auch den Wert des Geldes schätzen. 120 DM erhielten die via Moskau und Prag per Bahn angereisten Gäste zur Begrüßung 1991 in einem Umschlag. Damals, vor fast drei Jahrzehnten, als es in Wladimir sogar Zündhölzer nur gegen Bezugsscheine gab, eine „phantastische Summe, für die alle anderen in der Gruppe kräftig einkauften.“ Guram Tschjotschjew hingegen, der sich sogar noch an die Stückelung des Betrags erinnert, schickte je einen Zehn-Mark-Schein an zwei Freunde, die bis heute die Banknoten als Talisman in ihrem Portemonnaie mit sich tragen. Und den Rest? Den steckte er in den Bau seines Hauses, in dem er heute all die Gäste aus Erlangen empfängt. Welch eine Investition in die Partnerschaft, in die Freundschaft!

Guram Tschotschjew in seiner Lieblingsrolle als Gastgeber mit Freunden

Zu seinen vielen Freunden in Erlangen und Umgebung gehören Jürgen Üblacker, seinerzeit als Geschäftsführer und Direktor des BRK Erlangen-Höchstadt Chefkoordinator der Aktion „Hilfe für Wladimir“, und seine Frau Josefa, die folgenden Gruß nach Wladimir schicken:

Lieber Guram,

wir gratulieren Dir, unserem langjährigen treuen Freund und Wegbegleiter zu Deinem Jubiläum, Deinem 60. Geburtstag.

Seit 1989 kennen und schätzen wir Dich, hast Du und Deine Familie uns bei unseren Aktivitäten in Deiner Heimat unterstützt. Wir danken Dir für Deine edle und humanitäre Arbeit, Dein hervorragendes medizinisches Wirken als hochgeschätzter und kompetenter Arzt. Wir danken Dir für Deine ehrliche Beratung und Unterstützung beim Ausbau und der Vertiefung der Partnerschaft zwischen Wladimir und Erlangen, der Partnerschaft zwischen den Rotkreuz-Organisationen von Wladimir und Erlangen.

Jürgen Ganzmann, Irina Chasowa, Guram Tschotschjew und Josefa Üblacker im Weinkeller

Ohne Deine Unterstützung, Deine Mitwirkung, Dein Engagement wären viele, über Jahrzehnte bestehende Verbindungen sowie die aktive Zusammenarbeit im ärztlichen Bereich zwischen den Partnerstädten nicht so erfolgreich und beständig verlaufen.

Besonderen Dank möchten wir Dir aber auch für Deine Offenheit anderen Menschen gegenüber sagen. Dir und Deinen Eltern war es stets eine Freude, Gäste in Deinem Haus zu empfangen und mit Köstlichkeiten zu bewirten. So denken wir stets gerne an die Begegnungen mit Dir, Deiner Familie und Deinen Eltern zurück und sagen Dank für die Stunden die wir dort verbringen durften und dadurch die einmalige Möglichkeit bekamen, Euch und Euer Land, so wie Ihr seid, kennen und schätzen zu lernen.

Jürgen Üblacker und Guram Tschotschjew

Lieber Guram, wir wünschen Dir viel Gesundheit, Glück und Zufriedenheit in der Familie, Wohlergehen und Erfolg bei all Deinen Tätigkeiten. So sind wir in Gedanken an Deinem Geburtstag bei Dir, heben unser Glas Wodka und rufen unserem guten alten Freund ein herzliches sa naschu druschbu (auf unsere Freundschaft) zu und hoffen auf ein baldiges Wiedersehen

Jürgen und Josefa

Wiedersehen mit dem Waldkrankenhaus 2018: die beiden Orthopädieprofessoren Raimund Forst und Guram Tschotschjew

Und hier ist nachzulesen, welche Laudatio der Blog zum 50. Geburtstag des Jubilars veröffentlichte: https://is.gd/l2Odig

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