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Archive for 9. November 2019


Eine Einladung anläßlich des 50. Todesjahres der beliebten deutschen Chansonsängerin Alexandra („Zigeunerjunge“, „Sehnsucht – Das Lied der Taiga“) aus der Deutschen Botschaft in Moskau war im Frühjahr 2019 eine willkommene Gelegenheit für meine insgesamt vierte Reise nach Rußland. Dem vorausgegangen war meine langjährige Bekanntschaft zu dem Botschaftsmitarbeiter und begnadeten Jazz-Gitarristen, Jean-Pierre Froehly, seines Zeichens genau wie ich ein Fan der Chansons von Alexandra. Gemeinsam verabredeten wir uns für ein spannendes „Experimentalkonzert“ an der Deutschen Schule in Moskau: „Alexandra – Portrait einer Sängerin – Ein musikalischer Gedenkabend zum 50. Todesjahr“.

Unsere russisch-deutsche Combo bestand aus den Instrumenten Gitarre, Piano, Kontrabaß, Querflöte, Bajan, Balalaika und Dombra – dazu die Stimmen von Jean-Pierre und mir. Ein Schulprojekt sorgte für einen bestens organisierten Konzertabend. Die überwiegend deutschen Botschaftsmitarbeiter wurden bei Häppchen und Getränken in der fürstlich hergerichteten Aula zunächst mit Videos der Sängerin unterhalten.

Jean-Pierre Froehly und Dorothee Lotsch

Nach der Begrüßung durch den Schulleiter und einführende Worte zum Anlaß und Verlauf des weiteren Abends begann ein fulminantes Konzert mit Geschichten aus Alexandras Leben und ihren beliebtesten musikalischen Klassikern. Mal jazzig, mal in typisch russischem Gewand oder auch spontan komplett gemischt – und immer mit Stimmen aus dem Publikum, das die Lieder von Alexandra erfreulich gut kannte. So verschmolzen beliebte russische Volkslieder wie die „Moskauer Nächte“ und die „Schwarzen Augen“ ebenso wie „Mein Freund der Baum“ zu einem denkwürdigen „Highlight“, eben einer ganz besonderen, einzigartigen Nacht in Moskau.

Als besondere Überraschung hatte ich dem Publikum Grußworte von Alexandras Familie, ihrem Entdecker, Fred Weyrich, und ihres Komponisten, Hans Blum, in Deutschland vorab eingeholt und dem Ideengeber Jean-Pierre final signierte Schallplatten und Plakate von Alexandras Weggefährten überreicht.

Lotsch Jean-Pierre

Jean-Pierre Froehly und Dorothee Lotsch

In tiefer Dankbarkeit möchte ich an dieser Stelle erwähnen, daß ein solches Konzert ohne die großartige menschliche und musikalische Flexibilität meiner Freunde aus dem Kammerensemble der Philharmonie Wladimir – Olga Besotosnaja, Igor Besotosnij und Alexander Schaposchnikow – nicht möglich gewesen wäre.

Sergej Nefjodow, Dorothee Lotsch und Igor Besotosnyj

Mit spielerischer Leichtigkeit veredelten sie spontan die ihnen unbekannten Stücke von Alexandra im Konzert, wie sie andererseits in perfekter Manier „unsere“ gemeinsamen Stücke – im Rahmen der Recherche zu diesem Artikel kam ich auf über 70 gemeinsame Konzerte mit Igor Besotosnij – präsentierten. Und wenn wir mal nicht gemeinsam musizierten, dann prägte das musikalische „Damals“ und „Heute“ die viel zu knapp bemessene Zeit.

Lotsch Sacharow

Dmitrij Sacharow und Dorothee Lotsch

In Wladimir traf ich meinen – noch aus den gemeinsamen Zeiten im Ural Kosaken Chor – guten Freund und großartigen Komponisten Dmitrij Sacharow wieder. Er ließ mich teilhaben an seinen neuesten musikalischen Werken und weihte mich in seine frisch zubereiteten kulinarischen Köstlichkeiten der russischen Küche ein.

Lotsch Sakwuschkin

Wladimir Sachwuschkin und Dorothee Lotsch

Ein fröhliches „Hallo“ folgte in den Räumen der Philharmonie, wo ich einem weiteren Ex-Mitglied meines Ural Kosaken Chors und heutigem Hauptakteur des Ensembles Rus, Wladimir Sawuschkin einen Kurzbesuch abstattete. Ebenfalls nicht fehlen durfte ein „hochprozentiges“ Wiedersehensfest mit dem „kleinen“ Sergej, seines Zeichens bester Freund der Familie Besotosnij und Lieferant einer zentralen Requisite für das Konzert in Moskau, einer „Schwarzen Balalaika“.

Pjotr Dranga

Eine weitere Überraschung hielt Igor Bezotosnij bereit, als er mich zum Konzert des russischen Sängers und Bajanspielers, Pjoter Dranga, in die Philharmonie Wladimir einlud. Der Künstler bot in der ausverkauften Konzerthalle eine heißblütige Mischung aus Klassik und Pop.


Zu guter Letzt hatte ich dank Swetlana Besotosnaja sogar die Möglichkeit, bei Studioaufnahmen ihres Streicher-Quartetts in einem der größten Tonstudios in Moskau dabei zu sein. Staunend fand ich mich zwischen riesigen Mischpulten und diversen Instrumenten wieder. Und ebenso bewunderte ich das disziplinierte Feilen aller Beteiligten am perfekten Klang jeder einzelnen Note.

Swetlana Besotosnaja, 3. v.l.

Und ehe ich mich versah, verklang auch wieder das schöne Lied der „Moskauer bzw. Wladimirer Tage und Nächte“… Und schon sehr bald, ab dem 05.12.2019, werden die Lieder – dieses Mal jedoch nach zehn Jahren mit mir und nach 30 Jahren seit dem ersten Auftritt in Erlangen als „Abschiedstournee“ – in Erlangen, Herzogenaurach, Bad Heilbrunn, Penzberg und Starnberg erklingen. Wir freuen uns auf Ihr Kommen! Bis bald!

Dorothee Lotsch

Lotsch Tonstudio

Swetlana Besotosnaja und Dorothee Lotsch

Die Musikredaktion des Blogs liefert die Daten der Tournee demnächst nach.

 

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