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Archive for 3. Oktober 2019


Das Seminar für Geschichte und Theologie des Christlichen Ostens der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Philosophische Fakultät und Fachbereich Theologie, ist im Besitz einer einmaligen historischen Sammlung theologischer Literatur aus der Bibliothek des Heiligsten Regierenden Synods der Russischen Orthodoxen Kirche. Und hier, im 1. Stock der Kochstraße 6, beugen sich Natalia Markowa, Dekanin des Instituts für Geisteswissenschaften, und Jewgenij Arinin, Inhaber des Lehrstuhls für Philosophie und Religionswissenschaften an der Staatlichen Universität Wladimir, wieder über die Bücher, mit denen sie ihre Seele auftanken.

Jewgenij Arinin, Natalia Markowa und Witalij Galkin

Hier, in der Synodalbibliothek, sind ca. 4.300 Titel, also mehr als 6.000 Bände, in russischer und kirchenslawischer Sprache aus allen theologischen Disziplinen gesammelt. Die Ausgaben stammen aus dem mittleren 18. bis beginnenden 20. Jahrhundert. Darunter befinden sich auch kostbare Originaleinbände sowie kultur- und kunsthistorisch wertvolles Bildmaterial (Radierungen, Photographien, Kartenmaterial).

Im Verbund mit der Seminarbibliothek Christlicher Osten (ca. 10.000 Signaturen) und der zugehörigen Microfiche-Sammlung der wichtigsten historischen theologischen Zeitschriften aus Rußland (110 Titel in ca. 1.300 Kassetten) bietet sie eine hervorragende Infrastruktur zur Erforschung der russisch-orthodoxen Theologie und Kirchengeschichte, insbesondere des 19. und 20. Jahrhunderts.

Der größte Teil des Erlanger Synodalbibliotheksbestandes trägt alte Signaturen der Bibliothek des Heiligsten Synods der Russischen Orthodoxen Kirche. Darüber hinaus finden sich ca. 45 weitere private und kirchliche Besitzeinträge russischer Provenienz. Überlieferte Dokumente belegen, daß die Bücher in den 30er Jahren über das sowjet-russische Staatsantiquariat Международная книга – International Book an den Martin-Luther-Bund Erlangen verkauft wurden. 1954 gingen sie an die Erlanger Universität und bildeten den Grundstock der heutigen Seminarbibliothek Christlicher Osten am Fachbereich Theologie.

Etwas in der Art wie hier, so die Gäste, finde man nirgendwo auf der Welt, „auch nicht bei uns in Rußland“. Und alles so zugänglich. Besonders jetzt, wo noch Ferien sind. „Das wollen wir nutzen, auch am Tag der Einheit. Wir haben den Schlüssel… Man kennt uns ja hier.“ Und dann ist da immer noch das Projekt zur Untersuchung von Auswirkungen des Religionsunterrichts an russischen Schulen auf Jugendliche, an dem das Team beharrlich arbeitet. Für den Winter ist schon der nächste Besuch vorgesehen. Da kann die russische Seele in Erlangen wieder auftanken.

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