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Archive for 26. August 2019


Was haben die beiden Begriffe miteinander zu tun, Die berühmte russische Weltrekordfliegerin der 30er Jahre, Polina Ossipenko, und das 6o Jahre später entstandene Erlangen-Haus, als Zeichen und Zentrum der Partnerschaft zwischen Erlangen und Wladimir. Eigentlich nix!

Aber wie ein Bühnensprecher immer eine Überleitung zum nächsten Stück finden muß, egal wie unterschiedlich die Darbietungen sind, so habe ich mich auch bemüht. Aber eigentlich ist es mir in den Schoß gefallen. Während meiner letzten Reise in die Partnerstadt, Anfang August, wohnte ich wieder bei unserer langjährigen Familienfreundin, Tatjana Parilowa. Und sie wohnt an der Ecke der Straßen P. Ossipenko und Mir (Straße des Friedens). Die Bushaltestelle vor ihrer Tür ist auch nach P. Ossipenko benannt.

Da ich jeden Tag Unterrichtsstunden im Erlangen-Haus hatte, konnte ich wählen: mit dem Ringbus 28 in ca. 16 bis 20 Minuten zur Haltestelle „Sportschule“ – 100 Meter vom Ziel entfernt – oder zu Fuß in 18 Minuten ganz einfach immer die Polina-Ossipenko-Straße entlang. Luftlinie würde die Straße im Garten des Erlangen-Hauses landen, wäre da nicht das Lybjed-Stadion im Weg. Meistens habe ich mich für den Fußmarsch entschieden und dabei auch so einiges entdeckt. Ich habe mir gedacht, vielleicht interessiert es den einen oder die andere, wie so ein ganz normaler Fußweg aussieht, und deshalb habe ich ihn an verschiedenen Stellen photographiert.

Wenn ich morgens aus dem Haus in den sehr großen Innenhof trat, sah ich einen Trupp von Rentnern, die mit Besen und Eimern die ganze Anlage sauber hielten.

Eine sinnvolle Tätigkeit, weil es sonst kaum Beschäftigungsangebote für die Pensionisten gibt. Und in der Landeskunde lernte ich, daß sich viele Menschen vor der Pension fürchten, weil sie dann nicht wissen, was sie mit ihrer Zeit machen sollen. Da lauert natürlich der Alkohol im Hintergrund und wartet auf seine unheilvolle Chance. In vielen Köpfen herrscht außerdem das frühere Dogma vor, nur der arbeitende Mensch sei ein nützlicher Mensch. Ein Umdenken findet, wenn auch langsam, statt. So gibt es in Moskau schon Initiativen für die Pensionäre, um sich kostenlos mit Joga, Tanzen, Computer, Sport, Kunst u.s.w. zu beschäftigen. Im Sommer findet das in öffentlichen Parks statt. Infos bekommt man unter www.mos.ru/city/projects/dolgoletie .Dolgoletie bedeutet „hohes Alter“. Ein richtiger Weg meine ich.

Zur Haltestelle P. Ossipenko: Wie an vielen Haltestellen, gibt es auch hier einen Minimarkt mit frischestem Obst und Gemüse, gerade geerntet und garantiert „bio“, denn für Agrochemie hat niemand Geld, Gott sei Dank. Pilze gab es immer erst ab Mittag, da dann die Sammler aus den Wäldern zurückkamen.

Etwas weiter die Straße herunter befand sich links die Schule Nr. 33 und rechts das Lehrer-College.

Aber es war August und damit Ferienzeit, und alles war verschlossen.

Die ganze Straße entlang sieht man die neuen silbernen Fernwärmeleitungen. Der Verkehr wird dadurch nicht gestört, da sie sich kunstvoll über die Straßenkreuzungen schwingen.

Einfach gelöst ist auch der Regenrinnenabfluß. Das Wasser strömt direkt auf den Gehsteig und von da auf die Straße. Überschwemmungen gibt’s aber trotzdem nicht, da sich die Polina Ossipenko kontinuierlich zum ehemaligen Flußbett der Lybjed senkt.

Dieses Flußbett existiert heute nicht mehr. Es mußte einer modernen Schnellstraße weichen. Die frühere Gouverneurin, Swetlana Orlowa, hat sich damit ein Denkmal gesetzt.

Bevor ich die Schnellstraße überquere, komme ich noch an einem großen Second-Hand-Laden vorbei, der im 1. Stock angesiedelt ist, und rege frequentiert wird. Nach Überquerung der Schnellstraße geht es auf vielen Treppenstufen bergauf.

Und es ist, nicht nur hier, mit den Schienen an die Rollstuhl- und Radfahrer gedacht.

Am oberen Ende der Treppe befindet sich das Eingangstor zum Lybjed-Stadium.

Hier habe ich zu jeder Zeit dort Leichtathleten trainieren gesehen. Es scheint sehr beliebt zu sein.

Nur einen Steinwurf weiter kommt die berühmte Sportschule, die u.a. den vielfachen Olympia-Turn-Goldmedaillengewinner, Nikolaj Andrianow, hervorbrachte.

Wiederum nur einen Steinwurf entfernt, liegt das exklusive Restaurant Blackwood (oder Schwarzwald?)

Hiervor parkten oft teure Limousinen, deren Chauffeure bei den Wagen blieben. Ich habe einen Augenblick abgepaßt, in dem kein solches Gefährt parkten, denn vielleicht hätten sie ja ein Photo nicht so gerne.

Und hier um die Ecke liegt schon die Große-Nischegorodskaja-Straße, an der, 200 Meter weiter, an einem Einkaufstempel vorbei

das Erlangen Haus liegt. Damit habe ich mein Ziel erreicht und fühle mich fast wie zu Hause, dank der guten Atmosphäre im Erlangen-Haus!

Hans Gruß

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