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Archive for 27. Juli 2019


Sie hatte es schon angedeutet, ihr Ruhestand sei nicht mehr fern. Und dann kam es doch so unvorbereitet und überraschend: Christine Delfs verabschiedete sich gestern von ihrer vierten Klasse, von ihrer Heinrich-Kirchner-Schule, von dem Projekt, das sie fast zwei Jahrzehnte lang betreute. Seit 2000 nutzte die Grundschullehrerin den Unterricht auch dazu, ihren Kindern den Stoff zu vermitteln, aus dem das Leben gewoben ist, ihre Kleinen im Geist des Miteinanders und Füreinanders zu erziehen, sie erspüren zu lassen, was es bedeutet, etwas für andere zu tun. Diese anderen, die Patienten des Kinderkrankenhauses Wladimir, wurden Klasse für Klasse, Jahrgang für Jahrgang den Erlanger Schülern zu vertrauten, zu anvertrauten Altersgenossen. Auch wenn es nie zu persönlichen Begegnungen kam, kennt man einander, hört voneinander, interessiert sich füreinander und hilft einander. Und sei es mit nur kleinen Beträgen.

Christine Delfs mit ihrer 4c an der Heinrich-Kirchner-Schule

Begonnen hatten die Aktionen mit der freiwilligen Abgabe des Taschengeldes im Advent für die Nöte der kranken Kinder in der Partnerstadt. Dann entstand die Idee – ebenfalls immer in der Vorweihnachtszeit -, in der Pause von daheim mitgebrachte Leckereien zu verkaufen und den Erlös für Wladimir zu spenden. Einmal, vor nunmehr zehn Jahren, kam es sogar zu einem Projekt gemeinsam mit Soroptimist International, wo Karten und Bilder zu Gunsten des Kinderkrankenhauses verkauft wurden, siehe hier: https://is.gd/FNXxT2 – Und nun, zum Ausklang, kamen noch einmal einhundert Euro zusammen, eingenommen aus der Versteigerung von Zeichnungen, die sich im Lauf der Jahre im Schulschrank von Christine Delfs angesammelt hatten. Nun sind die Bilder unter die Leute gekommen und erzählen ihre wunderbare Geschichte von deutschen Kindern, die russischen Kindern helfen – und von russischen Kindern, die deutschen Kindern eine Freude bereiten. So gelingt Erziehung, so kann Schule fruchten: Beispiel und Liebe – sonst braucht es nichts, weder Technik noch pädagogische Theorien. Danke dafür und до свидания, Frau Delfs!

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