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Archive for 14. Juli 2019


Wladimir Putin versprach es bei seiner letzten TV-Sprechstunde einer Bloggerin: Er werde persönlich die Reformen zur Müllproblematik kontrollieren. Und Wladimir Sipjagin, Gouverneur der Region Wladimir, will die Sache auch angehen, wenn er sagt:

Wilde Müllkippe bei Wladimir

Wir bezahlen jetzt tatsächlich für die vielen Jahre des achtlosen Umgangs mit der Frage des Naturschutzes. Das Unternehmen produzierte Mineralwasser in einer Plastikverpackung, der Konsument kaufte es und warf die Flasche in den Mülleimer. Und dann? Vergraben auf einer Deponie? Niemand will die in der Nähe seines Hauses. Wiederverwerten? Niemand will in der Nähe seines Hauses eine solche Anlage. Diese Anlage und eine Deponie weit weg von bewohntem Gebiet und den vorhandenen Straßen einrichten? Niemand will für die Müllentsorgung ein Vielfaches vom bisherigen Tarif bezahlen. Also müssen wir einen Kompromiß suchen und begreifen, daß es keine raschen Veränderungen geben wird. In einigen Dingen sind wir durch Gesetzesnormen und Verfahrensweisen eingeschränkt. Wenn wir auch nur einmal das Gesetz verletzen, legen wir den Grundstein für die Anarchie. In der Ökologie wäre ein solches Risiko ein Verbrechen. Die Rolle der Behörden beim Umweltschutz ist systembildender, organisierender und kontrollierender Natur. Doch jede einzelne Person und die Gesellschaft insgesamt sind Teilnehmer am ökologischen Umbau. Davon bin ich überzeugt. Bei der Müllreform sind wir alle gefragt.

Alexandra Jewstjunina braucht man das nicht mehr zu sagen. Die 92jährige Weltkriegsveteranin übernimmt lieber selbst die Initiative und sammelt die Hinterlassenschaften anderer in einem Waldstück an der Stadtgrenze von Wladimir. Sogar Zettel heftet sie an die Bäume mit der Bitte, die Natur sauber zu hinterlassen. Hier die Reportage dazu von Anastasia Sacharowa, die man auch ohne Russischkenntnisse ganz gut verstehen kann: https://is.gd/bMyZqw

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