Feeds:
Beiträge
Kommentare

Archive for 11. Juni 2019


Wladimir verlor nach dem Mongolensturm und dem Aufstieg Moskaus nicht nur seine Bedeutung als Hauptstadt der vorzaristischen Rus und Sitz des Patriarchen, sondern verschwand regelrecht in der provinziellen Bedeutungslosigkeit. Öffentliche Aufmerksamkeit erlangte die Partnerstadt nach allgemeinem Dafürhalten erst wieder mit Alexander Herzen, der 1838 als Verbannter die Erlaubnis erhielt sich in Wladimir niederzulassen, wo er heiratete, Vater eines Sohnes wurde und die Lokalzeitung leitete. Kurz darauf zog der Publizist schon wieder weiter nach Moskau und überließ Wladimir wieder der Bedeutungslosigkeit, wie der Politologe Roman Jewstifejew meint.

Doch der Dozent an der Akademie für Verwaltung und Wirtschaft läßt sich gern eines Besseren belehren. Das Buch der amerikanischen Historikerin Susan Smith-Peter „Imagining Russian Regions, Subnational Identity and Civil Society in Nineteenth-Century Russia“, erschienen 2018, nämlich bezeugt ein Wladimir auch ohne Alexander Herzen mit dem Bild auf dem Umschlag „Wladimir an der Kljasma“ von Andrej Martynow aus dem Buch „Eine Reise in Gemälden von Moskau bis zur chinesischen Grenze. Sankt Petersburg, 1819“, entstanden also vor genau 200 Jahren.

Read Full Post »

%d Bloggern gefällt das: