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Archive for 30. Mai 2019


Wie klein die Welt der Partnerschaft zwischen Erlangen und Wladimir ist, beweist nachfolgender Bericht von Rolf und Rotraud Steidel.

Vor genau einem Jahr waren meine Frau und ich zum Urlaub auf Rhodos. Dabei besuchten wir im Zentrum der Insel auch das Kloster Moni Thari, ein einsam gelegenes, stimmungsvolles und bedeutsames Bauwerk aus dem 14. Jahrhundert mit einer sehr eindrucksvollen Ikonostase. Lange saßen wir im Kirchenraum, wobei uns ein Ehepaar auffiel, das einige der Ikonen küßte. Ich vermutete, es handele sich um ein russisches Paar. Nachdem ich gerne mit Menschen aus anderen Ländern spreche, ging ich auf die beiden zu, und meine Vermutung bestätigte sich. Eine sprachliche Verständigung war nicht möglich. Wir konnten aber deutlich machen, daß wir schon einmal mit unserem Chor von St. Sebald in Wladimir waren. Hier war das Eis gebrochen, denn das Paar machte uns deutlich, daß sie selbst aus der Partnerstadt stammten.

Das Ehepaar aus Wladimir und Rotraud Steidel

Mühsam kramten wir aus unserem sehr geringen, verschütteten Wortschatz einige russische Wörter hervor, und wir alle spürten, wie schade es ist, sich nicht austauschen zu können. Wir sangen dann zweistimmig in slowakischer Sprache das Lied „Prídi ty, šuhajko, rano k nam“. Und es klang recht russisch! Da sang die Dame plötzlich in gutem, verständlichem Deutsch ohne jeden Akzent das Lied von der „Weißen Friedenstaube“.

Rolf Steidel

Uns beide hat dies sehr, sehr bewegt und gerührt. Wir umarmten uns ganz spontan und fest. Das war/ist Völkerverständigung. Wir versuchten dann noch, deutlich zu machen, daß wir im Laufe des Jahres 2018 einen Chor aus Wladimir bei uns zu Gast in Erlangen haben würden, konnten dies aber nicht erklären. Bei den vorweihnachtlichen Konzerten in Kirchenehrenbach und Herz Jesu mußten wir immer wieder an diese Begegnung im Kloster Thari denken.

Rolf Steidel

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