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Archive for 25. Mai 2019


„Bescheidenheit ist eine Zier, doch weiter kommt man ohne ihr“ sagt sich Wassilij Nikitinskij aus Wladimir und behauptet denn auch, sein Blog werde von den besten Menschen des Planeten gelesen. Wenn Sie auch zu diesem erlesenen Kreis gehören wollen, empfiehlt sich ein Klick auf diesen Link: http://nikitinskiy.com/ob-avtore

Wie auch immer, man findet dort neben vielen anderen Reisereportagen auch einen Bericht zu einem Kloster, das kaum ein Wladimir-Reisender zu sehen bekommt, obwohl es unweit von Pokrow liegt, unmittelbar an der Strecke zwischen Moskau und Wladimir. Ein Schwenk dorthin würde sich durchaus einmal lohnen…

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Es war im 16. Jahrhundert, als sich in der Nähe der bereits damals bestehenden Landstraße zwei Mönche niederließen und eine kleine Kirche auf einer Insel bauten. Mit der Zeit gewann der Ort an Anziehungskraft, die örtliche Bevölkerung unterstützte die Ordensleute, und so entstand das heutige Frauenkloster im Wwedenskijsee. IMG_0244 copy.jpg

Zwei Brücken verbinden den Komplex mit dem Festland, die wichtigere und große ist sogar befahrbar, allerdings nicht für Gäste.IMG_0198 copy.jpg

Ein sicherer Stand mit schönem Ausblick.
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Der See selbst ist fast rund, wie die meisten stehenden Gewässer in der Region Wladimir. Ein Umstand, der mit der Karstlandschaft zusammenhängt.IMG_0204 copy.jpg

Von der Betonbrücke aus sieht man auch den Holzsteg.
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Kurz zur Geschichte: Den Segen zur Erhebung in den Rang eines Klosters gab Zar Peter I. Nach dem Aufblühen der Gemeinschaft unter Abt Sergij setzte unter seinem Nachfolger im Amt, Pater Nektarij, ein rascher Niedergang ein. Er hatte die neue Kirche und die Glocke für den Spottpreis von 28 Rubeln an die umliegenden Kirchdörfer verschachert. Wie durch ein Wunder kam der Besitz aber auf die Insel zurück, und man baute anstelle der Holzkirche ein Gotteshaus aus Stein. Im 19. Jahrhundert errichten die Mönche dann eine neue, Nikolaus dem Wundertäter geweihte Kirche, einen Wohntrakt mit den Zellen, einen Bau für den Abt und am Seeufer ein Pilgerheim. Nach der Oktoberrevolution kam hier alles zum Erliegen, im Kloster richteten die Sowjets ein Altenheim, eine Anstalt für Waisenkinder und schließlich sogar ein Frauengefängnis ein. Erst Anfang der 90er Jahre erfolgte die Rückgabe an die Kirche und die Auferstehung des Klosterlebens. Seit 1995 leben hier Nonnen. Besonders verehrt wird hier das Grab eines der Äbte, des Paters Kleopa, der zu den Lokalheiligen zählt.

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Zwei Kirchen schmücken heute die Kirche, die eine Nikolaj dem Wundertäter geweiht, die andere der Allerheiligsten Gottesmutter. Und rund herum wird im Garten gewerkelt.IMG_0207 copy.jpg

Als männlicher Gast, so der Autor, sollte man freilich mit seinem Objektiv nicht zu nahe herankommen und sich lieber in Richtung des Holzstegs aufmachen.IMG_0208 copy.jpg

So kommt man am neuen Glockenturm vorbei.
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Und geht weiter zur Kirche aus dem 19. Jahrhundert, die derzeit renoviert wird.
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Am Steg angelangt, hört und sieht man ganze Schwärme von Möwen.IMG_0212 copy.jpg

Mit all ihren Hinterlassenschaften…
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Von hier dann der Blick zurück.
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Und von hier könnte man dann rübergehen zu einem der „Lost Places“ der Region Wladimir, dem geschlossenen Bau der einstigen Sonderanstalt für minderjährige Mädchen mit gemeingefährlichem Verhalten.IMG_0216 copy.jpg

Das Frauenkloster soll einen Gegenentwurf dazu gegründet haben, ein Kinderheim mit dem Namen „Arche“, das der Blogger allerdings nicht zu Gesicht bekam.IMG_0218 copy.jpg

Noch einmal geht es zurück auf die Insel.
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Und dann eröffnet sich der Blick auf eine Kapelle im Wasser, die allerdings geschlossen war.
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Wieder Möwen, die überall an den Gebäuden und auf dem Gelände nisten.
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Da der Blogger früh am Morgen gekommen war, traf er nur eine ältere Nonne und zwei Bauarbeiter aus Usbekistan an.
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Das Wetter hätte besser sein können, aber man kann sich vorstellen, was hier an klaren Tagen für eine Morgendämmerung oder Abendstimmung möglich ist.IMG_0229 copy.jpg

Ein Landesteg?
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Landschaftsdesign.
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Verbote.
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Photo- und Videoaufnahmen in der Kirche werden nicht gutgeheißen.
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Das Haus der Äbtissin. Still und sauber.
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Hier gibt es, später am Tag, etwas zu essen, vor allem für Pilger und Besucher. Das Kloster hat auch eine eigene kleine Molkerei.IMG_0239 copy.jpg

Der Apostel Johannes nannte Klöster einmal „Inseln der Gottesliebe“. Hier, an diesem See, darf man diesen Ausspruch wörtlich nehmen.IMG_0240 copy.jpg

Also: Bei der nächsten Fahrt nach Wladimir oder von der Partnerstadt zurück nach Moskau einfach hier abbiegen https://is.gd/w0deEH und – reif für die Insel – eine halbe Stunde dem lieben Gott näher sein.

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