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Archive for 21. Mai 2019


Wenn sich zwei Berufskollegen treffen, dann redet man nicht selten über den gemeinsamen Beruf. Und wenn sich zwei Ärzte aus Wladimir und Erlangen treffen, dann tauscht man sich erst recht über berufliche Themen aus. So war es auch als Anfang des Monats der Augenarzt Kirill Solotorewskij zu einem zweiwöchigen Austauschbesuch aus der Partnerstadt nach Erlangen kam und sich mit Stadtrat Jürgen Zeus traf. Der Gast, der in der Augenklinik der FAU hospitierte, pendelt als Augenspezialist zwischen Moskau und Wladimir. In Moskau arbeitet er in einer Hornhautbank, und in Wladimir ist er in einer privaten Augenklinik tätig.

Wenn man die Gelegenheit hat, sich mit einem Ophthalmologen ohne Termindruck zu unterhalten, kann man auch über die Vor- und Nachteile der Brille reden. Es gibt sicherlich einige Nachteile beim Brillentragen wie beispielsweise, wenn man den Backofen aufmacht und den Kuchen sich näher anschauen möchte oder, wenn man im Regen mit dem Rad fährt. Demgegenüber kann man als Vorteil für das Brillentragen neben den ästhetischen Gründen auch die Tatsache werten, daß das Augenglas dem Träger einen klaren Blick verschafft.

Jürgen Zeus und Kirill Solotorewskij

Im Zuge des Gesprächs zwischen den beiden Ärzten kam heraus, daß die Brille medizinisch gesehen keine Schwäche darstellt und sogar cool sein kann. In einigen Kulturkreisen assoziiert man das Brillentragen manchmal mit Blindsein, und dies ist nicht selten negativ behaftet. Aber „schlimmer als blind zu sein, sei nicht sehen wollen“ soll Wladimir Lenin einmal gesagt haben. Für eine Augenlaseroperation müßten jedenfalls viel mehr Gründe vorliegen, als ein kurzfristig fehlender Durchblick in der Küche mit offener Backofentür.

Amil Scharifow

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