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Archive for 6. Mai 2019


Immer wieder erhellend zu hören, wie Gäste aus Wladimir Deutschland erleben. Heute deshalb der Reisebericht von Tamara Mironowa, die im Dezember mit dem Kammerchor in Erlangen auftrat und nun dieser Tage eine Reise nach Prag mit einem Ausflug nach Dresden machte. Auch wenn sie es nicht ganz bis nach Erlangen schaffte: lesenswert.

Natürlich ist es unmöglich, eine Stadt, in die man als Gast kommt, innerhalb weniger Tage kennenzulernen. Nach Prag zum Beispiel möchte ich wieder und wieder kommen – und möglichst zu unterschiedlichen Jahreszeiten. Die Stadt ist immer herrlich und märchenhaft. Prag hat aber auch einen weiteren Vorteil für Besucher, denn es bietet (dabei ausgesprochen günstig für russische Touristen) die Möglichkeit, auch einen Abstecher in die Nachbarländer der Tschechei zu machen. Und so kamen wir bei der jüngsten Fahrt auch nach Deutschland. Eine Stunde per Bus – und schon waren wir im prächtigen Dresden. Mein Gott, wie sich diese Stadt von Prag durch ihre Atmosphäre, Luft und Farbgebung unterscheidet! Dresden ist gedämpfter, verhalten, stiller als Prag. Und dann der Zwinger mit seinen einzigartigen Museen, wo sich auch Raffaels Sixtinische Madonna findet, oder der Königspalast mit dem Bild des Fürstenzugs gleich nebenan, der die Geschichte Sachsens zeigt.

Tamara Mironowa

Am stärksten aber beeindruckte mich die Frauenkirche! Sie stellt eines der Symbole der Stadt dar, wurde 1945 zerstört und erst in den 90er Jahren wiederaufgebaut. Die Originalsteine erkennt man vor dem hellen Hintergrund der Fassade an den schwarzen Flecken. Dresden ist eine Stadt von erstaunlicher Schönheit, die sorgfältig wiedererstand. Seelische Wunden lassen sich heilen, aber auch die Wunden einer Stadt wachsen irgendwann zu. Früher oder später werden die neuen und die alten Steine die gleiche Farbe annehmen…

Und als Mahnung an die für Dresden schrecklichste Zeit, ist auch das Graffito eines russischen Scharfschützen erhalten: „Geprüft. Keine Minen mehr.“

Tamara Mironowa

 

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