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Archive for 26. April 2019


Erstes Schachspiel zwischen Rothenburg und seiner russischen Partnerstadt Susdal

Wie kann man eine Städtepartnerschaft weiterentwickeln? Welche Gemeinsamkeiten gibt es zwischen zwei Ländern? Diese Fragen stellte sich auch der Städtepartnerschaftsverein in Rothenburg. Hierauf Antworten zu geben, gehört immerhin zu seinen originären Aufgaben. Schach ist sowohl in Deutschland als auch in Rußland weit verbreitet. Mit Aljochin, Botwinnik, Smyslow, Spasskij, Kasparow oder Karpow können die Russen sogar eine Reihe von Weltmeistern vorweisen. Dieses Denkspiel ist denn auch in den Partnerstädten Rothenburg und Susdal sehr bekannt. An der Kamenka wird dies auf hohem Niveau mehr privat gespielt, während es ob der Tauber einen eigenen Schachklub als Verein gibt. Dort nehmen immerhin vier Mannschaften am Liga-Spielbetrieb teil. Das erste Team macht in der Regionalliga, der vierthöchsten deutschen Klasse, seine Züge. Für Kinder ab sechs Jahren gibt es eine eigene Jugendgruppe, die von erfahrenen Mannschaftsspielern an dieses Brettspiel herangeführt wird.

Alexander Finoschkin und Erwin Bauer mit der Kamera in Susdal

Erwin Bauer, ein aktives Mitglied des Partnerschaftsvereins, hatte nun die Idee dieses sportliche Element verbindend zwischen beiden Städten einzusetzen. Es fanden sich auf der einen Seite schnell gute Freunde aus Susdal, die von dieser Idee begeistert waren, und auch der Rothenburger Schachklub unter der Leitung von Marko Köhl stimmte diesem Vorhaben sehr wohlwollend  zu. Die Umsetzung fand dann Ende Januar im Rahmen der Winterreise statt. Erwin Bauer organisierte in Susdal eine Skype-Verbindung, und in Rothenburg wartet Marko Köhl mit verschiedenen Mannschaftsspielern in ihrem Vereinslokal „Post“ auf den Anruf. Die Technik stand, und das Schachbrett in Susdal wurde via Internet nach Rothenburg live übertragen. Im ersten Spiel standen sich Alexander Finoschkin und der Vereinsvorsitzende, Marko Köhl (2. Mannschaft), gegenüber. Erwin Bauer spielte auf Zuruf von Rothenburg den deutschen Part auf dem russischen Brett. Es entwickelte sich eine spannende Partie, wo man merkte, daß beide Teilnehmer nicht das erste Mal spielten, sondern bereits weitreichende Erfahrung haben. Nach einer Stunde mußte sich der Rothenburger geschlagen geben und reichte dem Kontrahenten virtuell die Hand. In Susdal knallten die Sektkorken. Das Spiel fand in einem Privathaus statt, wo immerhin zwölf Schlachtenbummler anwesend waren. So wurde der erste Sieg für die Russen in diesem Vergleichskampf gefeiert.

Peter Diller und Marko Köhl in Rothenburg

Die Rothenburger sahen dies jedoch sportlich und wollten eine Revanche. Man schickte daraufhin einen Spieler aus der 1. Mannschaft, Peter Diller, ins Rennen. Nach fast zwei Stunden und zu sehr später Nachtzeit gestand dann Alexander Finoschkin seine Niederlage ein.

Für den Ideengeber kam ein ideales Ergebnis zustande, ein Remis. Somit waren alle zufrieden und es wurde wieder ein kleiner Baustein für die deutsch-russische Völkerverständigung gesetzt.

Erwin Bauer

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