Feeds:
Beiträge
Kommentare

Archive for 6. April 2019


Alle zwei Jahre lädt die Botschaft der Russischen Föderation in ihre Prunksäle ein und bietet dem Bundesverband Deutscher West-Ost-Gesellschaften (BDWO) ein Podium, um über die deutsch-russischen zivilgesellschaftlichen Beziehungen zu diskutieren. Eine hohe Anerkennung durch die Diplomatie für diesen zuallermeist ehrenamtlich geleisteten Beitrag zur Völkerverständigung. Um die, so freute sich Botschafter Sergej Netschajew gestern nachmittag bei seiner Begrüßung der etwa 70 Gäste, sei es besser bestellt, als man gemeinhin annehme, auch dank fortgesetzter Gespräche auf Regierungsebene – parallel zu dem Arbeitstreffen hielt sich der russische Vizeaußenminister Sergej Rjabkow zu Gesprächen in Berlin auf – und dem nun anlaufenden Partnerschaftsjahr der Wissenschaften.

Peter Franke und Sergej Netschajew

Die gut dreistündige Veranstaltung deckte ein breites Spektrum der bürgerschaftlichen Initiativen ab und stelle mit Impulsvorträgen und anschließender Diskussion Themen vor wie die Arbeit der deutsch-russischen Vereine, die Kulturbegegnungen in den Regionen, die Förderung des Russischen als Schulfach, den Hochschul- und Fachaustausch, die Zusammenarbeit mit der Krim und die Visa-Problematik.

Auditorium in der Botschaft der Russischen Föderation

Aber auch die Rolle der Städtepartnerschaften im deutsch-russischen Dialog kam zur Sprache mit Fallbeispielen aus Osnabrück, Karlsruhe und Erlangen. Blog-Lesern braucht man zur Bedeutung dieses Themas nicht mehr viel erzählen, und es ging dem Partnerschaftsbeauftragten auch nicht um eine „Leistungsschau“, vielmehr darum, an einigen Beispielen zu belegen, wie wichtig gerade in diesen Zeiten wieder die persönlichen Begegnungen sind, ganz im Sinne des Diktums des Weltkriegsveteranen Fritz Wittmann: „Da wo man Familienphotos austauscht, entstehen keine Feindbilder mehr“. Wichtig aber auch der Appell des Referenten, sich mehr darum zu bemühen, die Zahl der deutsch-russischen Städtepartnerschaften zu erhöhen. Das Verhältnis von 2.500 deutsch-französischen kommunalen Verbindungen gegenüber gerade einmal knapp über einhundert deutsch-russischen Allianzen dieser Art sollte zu denken geben und endlich auch handeln machen.

Peter Steger

Eine Anregung von Peter Franke, Vorsitzender des BDWO, findet hoffentlich auch Anklang: Treffen dieser Art nicht nur in Berlin, sondern darüber hinaus in den Regionen – verteilt nach den Zuständigkeiten der Konsulate der Russischen Föderation – zu veranstalten, um die Akteure vor Ort besser zu vernetzen und über die diplomatischen Möglichkeiten einer Unterstützung für Städtepartnerschaften und Freundschaftsvereine zu informieren. Es kann ja gar nicht genug solcher Foren zwischen Deutschen und Russen geben.

Ein P.S. erlaubt sich die Redaktion noch. Nach dem Vortrag des Partnerschaftsbeauftragten erhob sich Peter Franke und verkündete, er habe den Sozialen Netzen entnommen, der Gast feiere heute Geburtstag. Ein echter Überraschungseffekt – mit der Überreichung einer Flasche Wein. „Aber wo, wenn nicht hier“, so der Geehrte, „hätte ich heute sein sollen?! Die deutsch-russische Verständigung ist doch mein Lebenswerk…“

Read Full Post »

%d Bloggern gefällt das: