Feeds:
Beiträge
Kommentare

Archive for 1. April 2019


Was wurde nicht alles wider die Versuche der Europäischen Union geschrieben und gesagt, den Urheberschutz im Internet zu stärken! Vom Ende der Freiheit im Netz ging die Rede, es drohe eine nur noch gefiltert wahrnehmbare virtuelle Wirklichkeit. Keine Sorge, der Blog bleibt für Sie weiterhin frei zugänglich, die Plattform versteht sich weiterhin als offene Quelle, zumal hier ja bei all den Gastbeiträgen nicht immer die Meinung der Redaktion zum Audruck kommt.

Eine kleine, für Sie hoffentlich verschmerzbare Änderung bringt die Richtlinie, wenn sie denn in der gegenwärtigen Fassung vom EU-Parlament und den Mitgliedsstaaten so angenommen werden sollte. Nicht-kommerzielle Anbieter wie etwa Online-Enzyklopädien oder Open-Source-Software-Plattformen oder eben auch Ihr Blog sind außen vor. Zudem sollen kleine und junge Anbieter von den Regelungen ausgenommen werden: Plattformen, die weniger als zehn Millionen Euro Umsatz im Jahr machen und weniger als fünf Millionen Nutzer im Monat haben – alles Parameter, die der Wladimir-Blog noch erfüllt – unterliegen nicht den neuen Regeln. Im Kleingedruckten freilich findet sich ein wichtiger Hinweis, der auch für die Nutzer dieses Mediums gilt. Es sollen nämlich nicht nur die Urheberrechte geschützt werden, sondern man will auch die Witwen und Waisen von verarmt und vergrämt im ehrenamtlichen Dienst an der Allgemeinheit verblichenen Blog-Redakteuren gegen die Unzumutbarkeiten eines Lebens im materiellen Elend absichern. Ein Ziel, dem sich wohl niemand edlen Gemütes entziehen möchte. Sie erhalten deshalb ab morgen mit dem Zugriff auf den Blog die Aufforderung, einen automatisch nach Ihrem Nutzerverhalten errechneten Jahresbeitrag zur WWBK (Witwen und Waisen der Blogger-Kasse) zu entrichten. Nach Eingang Ihrer Überweisung werden Sie umgehend wieder für den Blog freigeschaltet. Schauen Sie morgen einfach wieder vorbei, Sie werden dann schon sehen. Im Namen der Witwen und Waisen sagt die Redaktion aber schon heute herzlich danke für Ihre Unterstützung. Denn: kein schwarzer Tag für den Blog, sondern eine lichte Zukunft für die Hinterbliebenen.

Einstweilen halten wir uns an ein Bonmot des Publizisten, Philosophen und Schriftstellers Alexander Herzen, der mehr als zwei Jahre in Wladimir lebte: „Wollten die Menschen, statt die Welt zu retten, sich selber retten; statt die Menschheit befreien, sich selber befreien, – wieviel würden sie da zur Rettung der Welt und zur Befreiung der Menschheit beitragen!“

Read Full Post »

%d Bloggern gefällt das: