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Archive for 2. März 2019


Sie erkennen auf dem Bild unser Wladimir nicht wieder? So könnte es aber heute aussehen, wenn die Pläne von Moskauer Architekten in den 60er Jahren Stein geworden wären. Der damaligen städteplanerischen Ideologie folgend, sollte auch die einstige Hauptstadt der Rus ein neues, ein sozialistisches Antlitz erhalten. Weg mit der alten Bausubstanz aus Holz und Stein und her mit fünf- bis neunstöckigen Wohnblöcken aus Glas und Beton. Ganze Straßenzüge wollte man umgestalten, ein Zirkus war vorgesehen, ein Wolkenkratzer unweit vom Goldenen Tor schwebte den Planern vor.

Zukunftspläne für Wladimir in den 60er Jahren

Warum dann doch alles anders kam? Dafür gibt es wohl zwei Gründe. Zum einen erhob sich erheblicher Widerstand seitens der lokalen Historiker und Stadtarchitekten, zum andern machte die rasche industrielle Entwicklung es notwendig, neue Stadtteile zu bauen, weshalb die Umgestaltung des Zentrums zunächst hintangestellt und später ganz aufgegeben wurde. Beinahe aber hätte Wladimir, im Zweiten Weltkrieg hinter der Frontlinie gelegen und so vor Zerstörung bewahrt geblieben, sein Wesen an die vermeintlich lichte Zukunft des architektonischen Sozialismus verloren. Manchmal meint es die Geschichte eben auch gut mit Städten und Menschen.

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