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Archive for 19. Februar 2019


Anders als der Zweite Weltkrieg, im Russischen „Großer Vaterländischer Krieg“ genannt (der „Vaterländische Krieg“ wurde gegen Napoleon geführt), ist der zehnjährige Afghanistankrieg weitgehend aus dem öffentlichen Bewußtsein verschwunden. Ähnlich wie die anderen 38 Kriege – von Angola bis Vietnam -, an denen sowjetische Soldaten in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts beteiligt waren. Jetzt, wo sich der Rückzug vom Hindukusch zum dreißigsten Mal jährt, erinnert man sich überall im Land der Opfer und gedenkt jener Tage, als auch die Region Wladimir 3.000 Mann an die Front schickte, von denen 78 fielen und 180 verwundet, 116 als Invaliden in die Heimat zurückkehrten. Und man hört ihnen zu. Einer von ihnen erinnert sich, wohl im Namen von vielen:

Ehrenwache an den Trauernden Engeln, dem Denkmal für die Gefallenen der Region Wladimir im Afghanistankrieg

Im Krieg ist wirklich alles schlimm: keine Hygiene, schlechte Verpflegung. Einmal schob ich mehr als 30 Tage und Nächte lang Wache. Dabei gestand man mir pro Tag nur zwei Stunden Schlaf zu. Und dann noch die Schikanen der Dedowschtschina. Die „Großväter“ drangsalierten die Jungspunde. Aber bei den Kampfeinsätzen gingen sie vorneweg, verteidigten uns, als wären sie unsere älteren Brüder. Kaum zurück bei der Einheit jedoch ging es wieder zu wie vorher, als herrschte Krieg im eigenen Lager. Vor dem Tod hatten wir seltsamerweise keine Angst. Ich ging einmal mit einer Mine hoch, Freunde von mir kamen dabei ums Leben. Aber Todesangst kam erst einen Monat vor der Heimkehr auf, die Angst, im letzten Moment noch getötet zu werden. (…) Die erste Reaktion, als ich von meinem Einsatz in Afghanistan erfuhr, war: „Ich will nicht!“ Ein richtiger Schock für einen achtzehnjährigen Mann. Das Gefühl, als ob man dir das Leben zerstört. Ich träume noch oft vom Krieg. Uns „Afghanen“ hat man vergessen. Alles, was wir bekommen, sind 2.000 Rubel im Monat.

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