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Archive for 9. Februar 2019


Immer mehr russische Printmedien stellen – wie wohl fast überall auf der Welt – zunehmend auf Internetausgaben um. Diese Entwicklung trifft nun auch das Wladimirer Amtsblatt, die Wladimirskije Wedomosti“, das seit 1997 von der Staatskanzlei und der Duma der Region Wladimir herausgegeben und finanziert wird. Schon im Dezember hatte Gouverneur Wladimir Sipjagin angekündigt, die amtlichen Mitteilungen, neuen Gesetze und normativen Akte nur noch digital zu veröffentlichen. Nun setzt der Landesvater dies auch um und will damit kräftig sparen: von den bisher p.a. verausgabten 20 Mio. Rubel immerhin dreieinhalb Mio. Rubel. Allerdings offenbar nicht im Konsens mit dem Chefredakteur, der nach sieben Jahren als Chef des Amtsblattes seinen Rücktritt einreichte. Vielleicht ja auch, weil er weitere „Optimierungen und Anpassungen“ fürchtet oder politisch mit dem Gouverneur hadert. Der freilich fordert von den Medien grundsätzlich, wie schon im Wahlkampf, das gesamte Meinungsspektrum widerzuspiegeln, keinen Bereich auszusparen und sich gern auch kritisch mit ihm selbst und seinem Wirken auseinanderzusetzen.

Wladimirer Amtsblatt

Neben dem Amtsblatt leistet sich das „Weiße Haus“, Amtssitz des Gouverneurs und des Regionalparlaments, der Duma, seit März 2015 auch den Fernsehsender Gubernia 33. Auch dieses Medium wird sich auf eine Verschlankung einstellen müssen, denn der Hausherr weist darauf hin, mit dem dafür bereitgestellten Steuergeld könnte man jährlich einen neuen Kindergarten bauen. Wladimir Sipjagin selbst will nun regelmäßig einmal im Quartal bei einer Pressekonferenz den Medien Rede und Antwort stehen – und natürlich jederzeit auf Anfrage zu aktuellen Entwicklungen. Und selbstverständlich gibt es einen Internetauftritt unter https://gubernator33.ru, wo man sich stets auf den aktuellen Stand bringen kann. Mit Facebook und seinem russischen Ableger, dem Portal VKontakte, fremdelt der Gouverneur allerdings noch; in den sozialen Medien ist er persönlich nur sporadisch unterwegs. Schadet ja auch nicht, wenn man besonnen und mit Bedacht zu Werke geht.

Mehr zur Medienlandschaft in Wladimir findet sich hier: https://is.gd/vNv8BW

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