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Archive for 1. Februar 2019


Seit dem 25. Januar streitet man in Wladimir, wie die Nachrichtenplattform Zebra-TV berichtet, über etwas, von dessen Existenz wohl nur wenige Kenntnis hatten. Auf einer Militärbasis in der Nähe der Partnerstadt lagern Dutzende von Kisten voller Beutegut aus dem Zweiten Weltkrieg, Waffen der Wehrmacht: Pistolen des Typs Walther P38 und Parabellum P08 sowie Maschinengewehre der Bauart MG42B.

Ginge es nach den Plänen des Verteidigungsministerium würde das ganze Arsenal eingeschmolzen und – nach Meinung der Bauherren – sinnvoll verwendet für die Stufen, die zu einer Kirche der Superlative führen sollen, geplant im monumental-byzantinischen Stil als das landesweit größte Gotteshaus mit 11.000 qm, einer Höhe von gut 95 m und Platz für etwa 6.000 Gläubige, das man schon 2020 zum 75. Jahrestag des Sieges über die Hitlertruppen im Park „Patriot“ vor den Toren Moskaus als Symbol der „Spiritualität des russischen Militärwesens, das einzig und allein zum Schutz seines Vaterlandes das Schwert erhebe“ fertigstellen will.

Die zu erichtende Kathedrale im Themenpark „Patriot“ bei Moskau

Nun erheben sich aber – vor allem in Internetforen – erzürnte Stimmen, die meinen, die Waffen gehörten nicht in den Schmelzofen, sondern sollten als kulturelles und historisches Erbe an Museen, patriotische Vereine und Reenactment-Gesellschaften abgegeben werden, die historische Ereignisse nachstellen. Auch den Verkauf des Beuteguts an Sammler können sich die Kritiker vorstellen, um den Erlös dann dem Kirchenbau zukommen zu lassen. Sogar eine Petition in dieser Sache gibt es bereits, die innerhalb von nur vier Tagen 2.000 Unterschriften gesammelt haben soll.

Wie auch immer diese Sache entschieden wird, eines ist klar: Deutsche tun gut daran, sich in diese Auseinandersetzung nicht ungebeten einzumischen. Immerhin waren es Deutsche, die jene Waffen herstellten und damit gegen die Völker der Sowjetunion den verheerendsten Vernichtungskrieg aller Zeiten führten.

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