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Archive for 10. Januar 2019


Walentina Litwinowa, die gestern wieder die Heimreise antrat, unterrichtet an der Fachhochschule für Musik in Wladimir Akkordeon und Bajan sowie das Dirigieren von Folklore-Orchestern. Daneben hält sie Vorträge, gibt Meisterklassen und hat ihre Privatschüler. Gefragt nach dem Nachwuchs, betont sie das nicht nachlassende Interesse an der Musik und das große Potential an Talent. In jedem Kurs habe man zwei bis drei junge Leute mit absolutem Gehör. Nur an Fleiß und Ernsthaftigkeit, an Sitzfleisch und Konzentration mangele es bisweilen. Nicht weiter verwunderlich bei der Masse an Ablenkungsverlockungen. Dennoch sei die Nachfrage groß, und man könne es sich leisten, unbegabte oder lernunwillige Aspiranten wieder nach Hause zu schicken. Dabei ist das Soll an einer der 60 Musikschulen in der Region Wladimir mit ihrem Nachmittagsangebot durchaus anspruchsvoll: pro Woche zwei Unterrichtsstunden im Hauptinstrument sowie im Ensemble und dann noch Stimmbildung, Kompositionslehre. Da ist man rasch bei sechs Einheiten, die obligatorischen 60 Minuten des täglichen Übens zu Hause gar nicht eingerechnet. Da braucht man sich dann nicht zu wundern, wenn es bei einer solchen Nachwuchsarbeit in der Partnerstadt derart viele hervorragende Gruppen und Chöre aller Stilrichtungen zu entdecken gibt.

Bärbel Hanslik und Walentina Litwinowa

Die Städtische Sing- und Musikschule hat da einen anderen Ansatz und ist eher darauf angelegt, Kinder möglichst für ein Instrument oder einen Chor zu gewinnen, bei nur einer einzigen Unterrichtsstunde pro Woche. Dennoch gibt es auch hier für besonders talentierte Schüler Fördermöglichkeiten sowie zusätzliche Angebote, und derzeit, so Bärbel Hanslik, die Leiterin der Einrichtung, verfolge sie mit viel Erwartung die Entwicklung eines vielversprechenden Ensembles für Alte Musik, das man vielleicht in ein oder zwei Jahren auch einmal nach Wladimir schicken könnte. Doch die Besucherin will so lange nicht warten, sie möchte möglichst noch in diesem Jahr ein Trio oder Quartett für einige Konzerte an Erlanger Schulen schicken, und dann wird man sehen, wie der Austausch auf Dozentenebene weitergehen könnte, zumal man ja in drei bis vier Jahren im neu entstehenden Frankenhof dann endlich auch einen eigenen Konzertsaal haben wird. Noch ein wenig Geduld braucht es also, aber die gehört ja ohnehin zu den Kardinaltugenden aller, die in der Pädagogik zugange sind.

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