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Archive for 8. Januar 2019


„Ein ganz gewöhnliches Mädchen“, so beschreibt sich Aljona Schuwalowa bescheiden. Dabei hat die Studentin, die am Erlangen-Haus die Deutschkurse besuchte, das Zeug zu einer Botschafterin zwischen unseren Ländern zu werden. Geboren vor 17 Jahren in der sibirischen Region Kemerowo, kam das Mädchen 2011 mit ihrer Familie nach Wladimir. Ein Wendepunkt in ihrem Leben, wie die junge Frau heute meint, ohne den sie wohl kaum ihr Studium in Sankt Petersburg und erst recht nicht in Deutschland aufgenommen hätte.

Aljona Schuwalowa

Dabei zögerte Aljona nach eigener Auskunft lange, die Eltern hätten sie gern Juristin werden lassen, selbst wollte sie lieber Chinesisch lernen. Vor allem konnte sie in der Schule nichts mit Geschichte anfangen, das einzige Fach, wo sie nicht die besten Noten nach Hause brachte. Zum Glück fand sich in Sankt Petersburg eine juristische Fakultät mit vertieftem Chinesischstudium und ohne eine Aufnahmeprüfung in Geschichte. Zeitgleich der Sprachtest des Goethe-Instituts zur Erlangung der Hochschulzugangsberechtigung und im Juli vergangenen Jahres dann schon gemeinsam die Reise mit der Mutter nach Deutschland. Eine schwierige Entscheidung, die nicht ohne Tränen und Verzweiflung gefallen sei.

Aljona Schuwalowa mit Kommilitoninnen

Gar nicht so leicht auch, eine deutsche Universität zu finden, wo ein Studium gewissermaßen aus dem Stand möglich ist. Eine Zusage kam schließlich aus Nordhausen in Thüringen, wo im August die Prüfung abzulegen war und die Möglichkeit bestand, Sankt Petersburg als Option nicht fallenlassen zu müssen. Doch nun ist die Entscheidung gefallen. Die Prüfung ist bestanden, das erste von zwei notwendigen Semestern im Studienkolleg – hier lernt Aljona mit Gleichaltrigen aus aller Welt zusammen – liegt schon fast wieder hinter ihr, und dann kann es im Herbst mit dem Studium der Wirtschaftsinformatik beginnen.

Aljona Schuwalowa

Die Weihnachtsferien nutzte Aljona für einen kurzen Heimaturlaub und einen Vortrag im Erlangen-Haus über ihre Erfahrungen in Deutschland. Dieser Tage kehrt sie an die Hochschule in Nordhausen zurück, das ja gar nicht so weit von Erlangen entfernt liegt. Zumindest für einen Wochenendausflug in die fränkische Partnerstadt sollte genug Zeit sein, und vielleicht wird ja dieses „ganz gewöhnliche Mädchen“ zum Vorbild für weitere junge Leute aus Wladimir, die derartige Möglichkeiten nutzen, um unsere Länder noch enger zu verbinden. Davon können wir gar nicht genug haben!

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