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Archive for 5. Januar 2019


Wer sich je mit der Waffentechnik des Zweiten Weltkriegs beschäftigt hat, kennt die Wunderwaffe der Roten Armee, den ebenso robusten wie wendigen und fast unverwundbaren Panzer des Typs T-34 mit seiner dem Tiger und Panther der Wehrmacht überlegenen Panzerung und Motorleistung, aufzuhalten nur, wenn es gelang, den 30-Tonnen-Tank von der Seite oder von hinten anzugreifen, oder, wie Zeitzeugen berichten, mit einer Granate von unten. Unbemerkt von der deutschen Aufklärung standen bereits zu Beginn des Überfalls auf die UdSSR, von der Führung „Unternehmen Barbarossa“ genannt, gut 1.200 der Zwölf-Zylinder-Dieselmaschinen gefechtsbereit zur Verfügung, und es sollten ständig mehr werden, denn die fahrendenden Festungen waren ohne großen Aufwand sogar mit Hilfsarbeitern in großer Stückzahl zu bauen. Deutsche Wertarbeit versus russische Ingenieurskunst, in diesem Fall klar zum Vorteil der letzteren, auch dank einem Motto, nach dem man die noch bekanntere Kalaschnikow fertigte und bis heute für den Einsatz in aller Welt produziert: „Quantität besitzt eine eigene Qualität“, ein dem Generalissimus zugeschriebener Aphorismus.

Ein Panzer, eine Mannschaft, eine Chance – Die Geschichte eines großen Sieges – T-34

Aber auch auf sich alleine gestellt, bewies der Panzer seine Stärken, wie der in russischen Kinos soeben angelaufene Spielfilm mit dem schlichten Titel „T-34“ zeigen will, wo es 1944 einem Trupp von Soldaten gelingt, mit einem halbzerstörten Tank dieser Bauart – eigens für den Streifen machte man einen historischen Panzer wieder fahrtüchtig – aus deutscher Gefangenschaft zu fliehen. So schlagkräftig auf dem Schlachtfeld, so erfolgreich auf der Leinwand: Der Film unter der Regie von Alexej Sidorow, in dem Vinzenz Kiefer den deutschen Gegenspieler zum russischen Helden spielt, sticht an den Kinokassen von Pensa bis Perm und Magnitogorsk bis Murmansk die Konkurrenz mit Abstand aus und will auch das Festival von Cannes im Sturm nehmen. In Wladimir jedenfalls ist das Publikum begeistert; der staatliche Lokalsender berichtet von stehenden Ovationen nach Fall des Vorhangs. Und in Erlangen? Da ist „T-34“ am morgigen Sonntag, den 6. Januar, in einer Sondervorstellung im russischen Original zu sehen: Filmpalast Cine-Star, 17.00 Uhr. Eine seltene Gelegenheit, die leider zusammenfällt mit dem zeitgleich in der evangelisch-reformierten Kirche beginnenden Konzerts der Ural-Kosaken mit Gastsängerin Dorothee Lotsch, die man hier dank ihrer Auftritte mit dem Kammerensemble Wladimir kennt. Die Qual der Wahl.

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