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Archive for 4. Januar 2019


Nach 28 Jahren im Amt verabschiedete sich gestern in der Mariä-Entschlafens-Kathedrale Erzbischof Jewlogij in den Ruhestand. Der Heilige Synod würdigte den Geistlichen als jemandem, den es gelungen sie, die Entwicklung des kirchlichen Lebens in alle Richtungen zu entwickeln, die Zahl der Gemeinden und Priester sowie der Ordensleute zu erhöhen und einen konstruktiven Dialog mit der Öffentlichkeit und der Politik zu führen. Der promovierte Theologe trägt seit dem 14. Jahrhundert, als dieses Amt nach Moskau verlegt wurde, als erster wieder den Titel eines Metropoliten.

Florian Janik, Sergej Sacharow und Erzbischof Jewlogij, 8. Mai 2015

Bereits 2012, mit 75 Jahren, hatte sich Erzbischof Jewlogij ins Kloster zurückziehen wollen, doch der Heilige Synod bat ihn, im Amt zu bleiben. Aus Sicht der Städtepartnerschaft ist dem Kirchenmann nur zu danken. Er begleitete stets wohlwollend den Wiederaufbau der katholischen Rosenkranzgemeinde und gab auch dem Projekt des Pilgerzentrums seinen Segen. Wenn die Region Wladimir wenn schon nicht vom Geist der Ökumene, so doch von einem Klima der gegenseitigen Hochachtung der Konfessionen und Religionen geprägt ist, darf das wesentlich dem auf Ausgleich und Verständigung bedachten Wirken des kontemplativ gestimmten Seelenhirten angerechnet werden.

Generalvikar Warfolomej, Erzbischof Jewlogij Smirnow, Erzbischof Ludwig Schick und Pfarrer Markus Günther, 12. August 2012

Im Amt folgt Jewlogij nun Tichon, 1948 in Woronesch geboren und mit Unterbrechungen seit 1990 Erzbischof von Nowosibirsk und Berdsk, wo es ihm, ebenso wie Jewlogij in Wladimir, gelang, das kirchliche Leben wiedererstehen zu lassen. Was es bedeuten kann für seinen Glauben einzustehen, weiß der 1981 in Moskau zum Priester geweihte Pater aus der Geschichte der eigenen Familie: Sein Großvater wurde 1931 erschossen, weil er sich offen und aktiv zu seiner Gemeinde bekannte. Aber Erzbischof Tichon versteht auch, für die Sache der Orthodoxie zu kämpfen. Auf seine Anzeige hin wurde 2015 in Nowosibirsk eine Tannhäuser-Inszenierung wegen „Verletzung der religiösen Gefühle von Gläubigen und Gotteslästerung“ abgesetzt und der Intendant des Theaters entlassen, worüber seinerzeit die FAZ ausführlich berichtete: https://is.gd/j1enJg

Erzbischof Tichon Jemeljanow

Erzbischof Tichon ist nun gutes Gelingen an seiner neuen Wirkungsstätte zu wünschen, wo freilich auch große Herausforderungen warten, etwa die Rückführung von bisher noch museal genutzten Gotteshäusern und Klöstern der Region Wladimir in den Besitz und in die Verantwortung der Kirche. Da wird viel Verhandlungsgeschick vonnöten sein.

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