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Archive for 14. November 2018


Schon frieren die Gewässer in Wladimir zu, schon kündigt sich eisig der Winter an. Doch wir blicken noch einmal zurück in den Frühherbst, als das Institut für Fremdsprachen und Auslandskunde seinen Austausch mit der Staatlichen Universität in der Partnerstadt fortsetzte:

Ich war noch niemals in New York, ich war noch niemals auf Hawaii, ich war noch niemals in Wladimir. Dementsprechend neugierig war ich auf diese Stadt und allgemein auf das Land. Ich kannte nur wenige Details aus Berichten und Dokumentationen. Dieser Schüleraustausch, ausgehend vom Institut für Fremdsprachen und Auslandskunde in Erlangen, ermöglichte es, mir mein eigenes Bild zu verschaffen. Schon im Flieger war ich sehr aufgeregt, da ich mich auch noch nie richtig auf Russisch unterhalten hatte und ich mich etwas unsicher fühlte. Wir flogen jedoch zu zweit dorthin, was die Sache für mich erleichterte.

Also ging die Reise nun los, drei Wochen Wladimir, ich war gespannt.

Häuser an der Bolschaja Nischegorodskaja

Nach einem angenehmen Flug wurden wir sehr nett von einer unserer Gastfamilien empfangen und von Moskau nach Wladimir gebracht. Obwohl es schon sehr spät in der Nacht war, verspürten wir keinerlei Müdigkeit und schauten wie Kinder aufgeregt aus dem Fenster des Autos. Moskau mit seinen neuen schicken Hochhäusern zog an uns vorbei. Schon alleine die Luft hatte einen ganz anderen Geruch als zu Hause, wir waren wirklich angekommen, nach sechs Wochen Sommerferien. Vier Stunden Fahrt brachten wir hinter uns, bis wir Wladimir erreichten, eine Stadt von der Größe Nürnbergs. Das Leuchtschild mit der  Aufschrift “Wladimir“ an der Stadteinfahrt begrüßte uns ebenso herzlich wie die Gastfamilien.

Platz an der Bolschaja Nischegorodskaja

Ich wohnte bei einer sehr lieben Oma eines Austauschstudenten. Sie war früher Deutschlehrerin, was die Konversation etwas erleichterte. Es sollten sehr interessante und lehrreiche drei Wochen werden. Wir bekamen auf der einen Seite einen Einblick in den russischen Familienalltag und auf der anderen Seite ein Bild von der Stadt und ihren Sehenswürdigkeiten sowie von der Wladimirer Universität.

Der Bahnhof Wladimir

Ich verbrachte sehr viel Zeit mit der netten Dame, wir frühstückten zusammen Haferbrei und tranken Kaffee, dabei witzelten wir oft in russischen Floskeln. Sie zeigte mir die Stadt bei einem Spaziergang, und danach gab es ein deftiges Mittagessen, wozu manchmal auch ein kleines Schnäpschen serviert wurde. Dieser Kurze sollte vor allem einer Erkältung bei schlechtem Wetter vorbeugen. Genauso wie das sehr heiße Fußbad, was mir auf nette, aber auch sehr bestimmte Weise angeboten wurde.

Man versucht sich hierzulande durch natürliche Hausmittel und alte Weisheiten gesund zu halten, da Medikamente sehr teuer sind. Auch gibt es den einen oder anderen Aberglauben, wie bei uns eben auch. Jedoch ist es sehr interessant, wie dieser in anderen Ländern aussieht. Mir wurde zum Beispiel gesagt, ich solle nicht pfeifen, da ich sonst mein Geld „hinauspfeifen“ würde, oder man solle vor einer Reise eine Minute sitzen und warten, was die Reise begünstigen soll.

Ich lernte sehr viel, und wir gewöhnten uns gut aneinander: Wir verbrachten zusammen den Nachmittag im Gemüsegarten oder auf der Datscha. An den Abenden sahen wir manchmal russisches Fernsehen und diskutierten über die Themen.

Auf der Datscha

An den Vormittagen waren wir unter der Woche für drei Stunden am Pädagogischen Institut im Russischunterricht. Wir waren zu zweit bei einer sehr netten Lehrerin, was den Unterricht intensivierte. Ich brauchte meine Zeit, um mich einzufinden, da die Stunden nur auf Russisch waren und ich das so nicht kannte. Aber nach eineinhalb Wochen funktionierte es besser. Wir bekamen sehr viel Material und übten eine Menge. Nachmittags machten wir oft Ausflüge mit den Austauschstudenten, die uns dann die Stadt zeigten. Wir besuchten Museen, Sehenswürdigkeiten oder durchschlenderten Parkanlagen und Einkaufszentren. Es war jeden Tag etwas geplant. Mit der Zeit kannten wir uns auch ein wenig aus in der Stadt, da man mit dem Bus eigentlich überall hinfahren konnte, wie in Deutschland eben auch. Der Verkehr war auch sehr organisiert, nicht wie wir es immer dachten, chaotisch und ohne Regeln. Doch im Busverkehr war etwas anders als bei uns: Bei einer Frau wird das Ticket gekauft, die im Bus auf- und abgeht und sich genau merkt wer aus- und wer einsteigt. Das ist vielleicht für diese Person etwas belastend, aber dennoch eine gute Arbeitsbeschaffungsmaßnahme und eine Vermeidung von Schwarzfahrten. Ich fand das sehr interessant zu sehen.

Erlangen-Haus

Manchmal überrollten mich die Eindrücke, und ich fühlte mich unsicher, wie ich mit manchen Situationen umgehen sollte, doch ich denke das ist ganz normal. Man lernt und wächst an diesen interkulturellen Situationen, und man gewöhnt sich mehr und mehr an die Sprache. Insgesamt war es eine sehr interessante, lehrreiche und schöne Zeit.

Спасибо большое sagt Victoria Zollner

 

 

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