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Archive for 2. November 2018


Ich heiße Chantal und bin 23 Jahre alt. Ich studiere in Hamburg Osteuropastudien. Jedoch bin ich nun seit einigen Wochen in Wladimir und werde die nächsten vier Monate als Kulturweit-Freiwillige im Erlangen-Haus arbeiten. Aufgrund meines Studiums habe ich mich für einen Einsatz hier entschieden. Allerdings hatte ich mich im Vorfeld nicht allzu viel mit der Stadt auseinandergesetzt. Wladimir wurde nur kurz während eines Seminares zur russischen Geschichte erwähnt, und das war es. Aus diesem Grund hatte ich bei meiner Ankunft keine großen Erwartungen und rechnete mit einer kleinen Stadt mit ein paar schönen alten Gebäuden.

Chantal Stannik 1. v.l. stehend

Bei meiner Ankunft in Moskau war ich zunächst überfordert, da mir jetzt erst klar wurde, was es bedeutet, die nächsten Monate in einem fremden Land zu verbringen, in dem ich nicht jedes Wort verstand. Zum Glück legte sich meine Aufregung schnell wieder, und ich kam nach Überwindung einiger kleineren sprachlichen Hürden in Wladimir an. Obwohl es bereits nach 22 Uhr, waren meine Vermieterin Nadeschda und eine zukünftige Kollegin des SLZ (Sprachlernzentrum) im Erlangen-Haus so nett und holten mich am Bahnhof ab. In meiner Wohnung angekommen, war ich positiv überrascht, da ich alles frisch renoviert vorfand. Ich fühlte mich bereits nach wenigen Stunden in meinem neuen Zuhause wohl.

In den darauffolgenden Tagen lernte ich meine Kolleginnen kennen. Besonders stark hat mich das hervorragende Deutschniveau von allen überrascht. Überdies übertraf die Stadt meine Erwartungen, da es zum einen nicht nur ein paar schöne Gebäude gab, sondern das ganze Stadtzentrum größer war als erwartet (inklusive vegetarischem Restaurant), und zum anderen waren alle Menschen sehr nett und hilfsbereit. Jedoch gibt es auch einige Unterschiede zu Deutschland, beispielsweise findet man hier keinen Fahrplan für die Busse, und man kann das Leitungswasser leider nicht trinken.

Zu Beginn war meine größte Angst, keine Leute kennenzulernen und die meiste Zeit alleine zu sein. Jedoch hat sich diese Angst schnell gelegt, da ich das Glück hatte, Lou Schmalbrock kennenzulernen. Wir versuchen, uns so oft wie möglich zu treffen, beispielsweise waren wir letzte Woche auf einem Konzert. Aber ich habe noch viele weitere nette Menschen kennengelernt, die ich nun zu meinen Freunden zählen kann.

Die Arbeit am SLZ macht mir von Tag zu Tag mehr Spaß, da ich immer stärker in die Aufgaben eingebunden werde, beispielsweise darf ich eigene Projekte planen und kann jeden Mittwoch und Samstag bei den Kinderkursen assistieren. Zudem habe ich sehr flexible Arbeitszeiten, weshalb ich häufig die Möglichkeiten nutze, an Ausflügen teilzunehmen.

Mein erster Ausflug fand schon nach zwei Wochen statt, da es ein Seminar des Goethe-Instituts in Moskau gab. Moskau ist eine vielfältige, große Stadt, die alles an Kultur, Musik, Graffiti, Bars und Restaurants zu bieten hat.

In den darauffolgenden Wochen und zum Teil sogar Tagen folgten Tagesausflüge nach Susdal, Sergijew Possad und Alexandrow. Somit hatte ich in kürzester Zeit schon einiges vom Goldenen Ring gesehen. Meiner Meinung nach erhalten diese Städte zu wenig Aufmerksamkeit, da nur sehr wenige Deutsche jemals etwas von ihnen gehört haben. Dabei haben all diese Orte wunderschöne, historische Sehenswürdigkeiten zu bieten. Überdies hätte jede dieser Städte einen eigenen Blog-Eintrag verdient, weshalb ich die Bilder für sich sprechen lasse, um mich kurz zu fassen.

Bis Bald!

Chantal Stannik

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