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Archive for 26. Oktober 2018


In einem Brief an die Redaktion des Blogs schreibt Sigrid Köhn, seit vielen Jahren Gastgeberin, wann immer Gruppen aus Wladimir unterzubringen und zu betreuen sind:

Herbert und Ute Schirmer, Marina Trubizyna sowie Sigrid und Johannes Köhn, Mai 2011

Hiermit sende ich Ihnen Eindrücke meiner Reise nach Wladimir (6. – 13. Oktober). Dies war jetzt mein dritter Besuch in Wladimir, nachdem ich meine Freundin und ihre Familie beim Fränkischen Fest 1993 in der Partnerstadt kennengelernt hatte. Sie sprach mich damals an und war dann auch dreimal in Erlangen. Als Deutschlehrerin (seit zehn Jahren im Ruhestand) ist sie immer noch an der deutschen Sprache interessiert, die sie mit ihrem Enkel früh geübt hat. Nun unterstützt sie ihn auch im Deutschstudium und hilft Schülern beim Erlernen der Sprache. Sie beklagt allerdings die „neuen“ Unterrichtsmethoden und den Umstand, auch als ehemalige Lehrerin in der Gesellschaft nicht die rechte Anerkennung zu erfahren. So habe sie zum Beispiel am Tag des Lehrers nur von einer einzigen ehemaligen Schülerin eine Grußkarte bekommen. Doch sie kennt ihren Wert und tritt im Alltag selbstbewußt und resolut auf und läßt, wenn nötig, ihre Beziehungen zu ehemaligen Schülern spielen. Auf diese Weise hatte ich auch die Möglichkeit, mit ihr zwei Tage in Moskau zu verbringen.

Wladimir

Mariä-Entschlafens-Kathedrale, gesehen von Wladimir Putschkow

Die überwältigende Gastfreundschaft kann man nur bewundern. Dabei hat meine Freundin nur eine Drei-Zimmer-Eigentumswohnung, in der sie vor meinem Besuch auch eine Erlanger Studentin beherbergt hatte (Bericht folgt, Anm. d. Red.), und besitzt einen Schrebergarten, in dem wir zusammen gearbeitet haben. In den vier Tagen Wladimir waren wir im Puppenmuseum, in Klöstern und Kirchen in der Stadt, in der Kirche an der Nerl und in verschieden Markthallen und Geschäften mit reichem Angebot, besonders im Globus, in dem mich das Fischangebot beeindruckte. Meine Freundin beklagt zwar die hohen Preise, achtet aber sehr auf Qualität und „gönnt“ sich auch etwas. Dabei wollte sie auf keine Weise, daß ich bezahle. Freilich hinterließ ich dann meinen Anteil als „Abschiedsgeschenk“ bei der Tochterfamilie und ihrem Enkel.

Wladimir Fedins Blick auf die Mariä-Entschlafens-Kathedrale

So schwierig die politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse von uns aus erscheinen, trifft man in Wladimir überall höfliche und freundliche Menschen, und es ist es deshalb wert, die Kontakte zu pflegen. Vielen Dank für Ihre Unterstützung bei der Vorbereitung der Reise.

Sigrid Köhn

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