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Archive for 21. Oktober 2018


Auch dieses Jahr fand wieder ein Jugendaustausch zwischen Wladimir und Erlangen statt. Im August durften wir unsere russischen Freunde in Deutschland begrüßen, und Mitte September machten wir uns selbst auf die Reise in den Osten.

Trotz anfänglicher Schwierigkeiten mit ausfallenden Bahnverbindungen fanden sich 16 junge Erwachsene in München am Flughafen zusammen, um sich zum diesjährigen Abenteuer aufzumachen.

In Moskau angekommen, durften wir gleich unsere ersten russischen Gastgeber begrüßen, die uns halfen, uns in der Moskauer U-Bahn zurechtzufinden. Mit vereinten Kräften konnten wir am Abend müde, aber gut gelaunt den Rest unserer Gastgeber in Wladimir in die Arme schließen. Ein Wiedersehen wie von alten Freunden.

Die ersten Tage wohnten wir gemeinsam in dem Freizeitcamp Ladoga nahe Wladimir. Dort nutzten wir die gemeinsame Zeit, um durch ein Stadtspiel quer durch Wladimir Land und Leute besser kennenzulernen.Auch die folgenden Tage waren vom russischen Leitungsteam perfekt durchgeplant. Einige Highlights darunter: Schlittschuhlaufen, ein gemeinsames Fußballtraining unter professioneller Aufsicht, ein Besuch der Universität Wladimir und das gemeinsame Kochen eines russischen Festmahles. Auch eine spannende Diskussionsrunde mit einem orthodoxen Pfarrer war Teil unserer gemeinsamen Zeit.

Natürlich gab’s auch reichlich Zeit um miteinander zu diskutieren. So nahmen wir uns an einem Abend Zeit, um der Frage auf den Grund zu gehen: „Freundschaft zwischen Mann und Frau – geht das? Beziehungsweise welche Probleme bringt das mit sich?“

An einem anderen Tag durften wir ein russisches Sozialprojekt hautnah erleben. Zusammen mit der russischen Gruppe besuchten wir alte Menschen und halfen ihnen bei der täglichen Hausarbeit (Teppichklopfen, Fensterputzen, Saugen…) und hatten natürlich auch Zeit, einiges aus deren spannenden Leben zu erfahren.

Ein besonderer Höhepunkt war der Besuch bei den Kosaken, einer Gruppe in der Tradition des russischen Reitervolks. Dort wurden wir in die hohe Kunst des Kampfes mit dem russischen Kurzschwert, dem Schaschka, eingeführt. Außerdem zeigte uns der Leiter dieser Gemeinschaft einige Trainingsspiele. Zu guter Letzt gab er uns eine Kostprobe seiner meisterhaften Reiterkunst. Kurz gesagt: Einmalig!

Doch dann kam der Programmpunkt, auf den alle gewartet hatten: Rent a German.

Dafür wurden wir aufgeteilt, um einen Tag in einer russischen Familie zu erleben. So durften sich einige im Quadfahren üben, andere sausten mit Buggys durchs Land. Einige russische Traditionen, wie das Anfertigen von Blumengestecken oder der Volkstanz, gab es zu bewundern. Andere gingen Angeln. Und einige durften eine Datscha (vergleichbar mit einem Schrebergarten) bestaunen. Jeder dieser Punkte endete mit einem phantastischen Essen. Ein brillanter Tag.

Um noch ein wenig mehr von Land und Leuten zu erforschen, ging es am siebten Tage mit dem Bus nach Murom und von dort aus etwas entlang der transsibirischen Eisenbahn nach Kasan, der Hauptstadt der Teilrepublik Tatarstan.

Durch diese geschichtsträchtige Stadt erhielten wir dank einer Unidozentin eine überaus spannende Stadtführung und durften einen kurzen Einblick in die lutherische Gemeinde erhaschen. Abends besuchten wir noch die Universität von Kasan. Dort hörten wir einen Vortrag inmitten des Studentenbundes. Danach hielt einer der Studenten ein überaus interessantes Referat über die Tataren, eine überwiegend muslimische Volksgruppe, namensgebend für Tatarstan.

Mit dem Nachtzug der Transsibirischen ging es dann nach Moskau. Dort hatten wir noch kurz Zeit, um den Roten Platz genauer zu erforschen. Nachdem alle Sehenswürdigkeiten ausgiebig bestaunt waren, hieß es auch schon wieder, schweren Herzens Abschied nehmen.

Doch eins ist sicher: Durch diesen Jugendaustausch sind Verbindungen und Freundschaften entstanden, die selbst diese Distanz nicht mindern können.

Jonas Zelkowicz

Mehr, sehr viel mehr Bilder zu diesem bemerkenswerten Austausch gibt es auf Facebook unter: https://is.gd/kcgWkA

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