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Archive for 20. Oktober 2018


Vorbei die Zeiten, als in Wladimir die öffentlichen Busse dicke Rußfahnen hinter sich herzogen und einem den Atem anhalten ließen, gezählt damit auch die Tage jener gebrauchten Busse, die aus oder via Erlangen seit Anfang der 90er Jahre in die Partnerstadt rollten, um die dortigen Linien zu bedienen. Noch ist es nicht ganz so weit, aber die Vorgaben sind eindeutig. Man will weg vom Diesel und hin zum Flüssiggas als Treibstoff des innerstädtischen Verkehrs.

Geht es nach den Plänen von einem der beiden Unternehmen, die in Wladimir die Personenbeförderung gewährleisten, wird die ganze Flotte von mehr als 50 Fahrzeugen durch gasbetriebene Busse der Firma Volgabus mit ihrem Stammsitz in Wolgograd und einer Niederlassung in Sobinka, vor den Toren der Partnerstadt ersetzt. Und die ersten fünf stehen nun schon bereit, nach eingehender technischer Prüfung, Schulung des Personals, Zulassung und Abschluß der Versicherung.

Eine kostspielige Investition. Die Gasbusse kosten nämlich nicht nur bis zu zwei Millionen Rubel mehr als die Dieselvariante, sie benötigen auch mehr teure Wartung, die Schulungen des etwa zweihundertköpfigen Personals schlagen zu Buche… Mittel- und langfristig sind die neuen Fahrzeuge demnach – auch wenn bei den Ausgaben für Treibstoff gespart werden kann – nicht günstiger als die konventionellen Busse, ohne Subventionen sogar eher unwirtschaftlich für das Unternehmen. Aber welch ein Gewinn für die Luftqualität!

Ein anderes Projekt bringt freilich Wladimirs Ökobilanz wieder zum Kippen, wenn sich denn bewähren sollte, was gerade fertiggestellt wird: eine elektrische Bodenheizung für eine Bushaltestelle. Schon in diesem Winter soll der Probelauf an einer Station beginnen, auf sechs Quadratmetern. Von 6 Uhr bis 8 Uhr und von 17 Uhr bis 19 Uhr, also nur in den Stoßzeiten (damit keine frierenden Berber hier platte machen), will man den Strom anstellen, den, ebenso wie die Installation der Technik, ein Unternehmen für Außenreklame bezahlt. Immerhin 700 Euro würde das für den Betrieb während der fünf kalten Monate insgesamt bedeuten, nach Meinung der Stadtverwaltung ein verkraftbarer Betrag, während der Einbau der Heizung auf etwa 800 Euro kommt. Gelingt das Experiment, sollen die Fahrgäste Schritt für Schritt an allen 450 Haltestellen keine kalten Füße mehr bekommen. Die Rechnung für den Klimaschutz ist da freilich noch nicht eingepreist.

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