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Archive for 13. Oktober 2018


Nachdem das Wladimirer Zentralgefängnis erst im August wegen des nur wenige Tage währenden Hungerstreiks von drei Häftlingen in die Schlagzeilen geraten war, schreckte dieser Tage die von Menschenrechtlern verbreitete Meldung auf, zwanzig Häftlinge hätten sich aus Protest gegen die Bedingungen ihrer Unterbringung die Pulsadern aufgeschnitten. Die Ombudsfrau für Menschenrechte der Region Wladimir, Ludmila Romanowa, die bereits einen Tag vor Erscheinen dieser besorgniserregenden Nachricht die JVA inspiziert hatte, nahm dies zum Anlaß, gleich noch einmal alle Zellen einzeln zu besuchen und sich von den Inhaftierten die Handgelenke zeigen zu lassen. Ergebnis: keine einzige Spur von Selbstverletzung oder gar Suizidversuch.

Ludmila Romanowa bei ihrer Inspektion

Gegenüber dem Internetportal Zebra bekundete Ludmila Romanowa denn auch ihren Unmut über selbsternannte Menschenrechtler, die „Desinformation verbreiten und Angehörige der Häftlinge in den Zustand der Hysterie versetzen“. Ja, die Bedingungen im Gefängnis seien noch nicht in allen Bereichen so, wie man sie sich wünsche, aber die Mehrzahl der Probleme, auf die man sie hinweise, ließen sich operativ lösen. So gebe es derzeit Klagen über das eine oder andere verspätet eingetroffene Päckchen oder Schwierigkeiten, selten verschriebene Medikamente zu erhalten. Aber schneidet man sich deshalb die Pulsadern auf? Deshalb ihr Rat an die Menschenrechtler: „Nicht den eigenen Status mit alarmistischen Verlautbarungen diskreditieren, die einer Überprüfung nicht standhalten.“

Unterdessen erschüttern drei Tötungsdelikte aus den letzten Tagen die Region Wladimir. Allesamt von besonderer Grausamkeit und Tragik geprägt: Ein 29jähriger verübte nachts einen Überfall auf ein Geschäft und verletzte dabei mit zwölf Messerstichen die Verkäuferin tödlich. Die Polizei stellte ihn noch am Tatort und schoß ihn an, weil er seine Waffe nicht hatte fallen lassen wollen. Eine 19jährige stach 90 Mal auf die Großmutter ihres Freundes ein und befindet sich nun in psychiatrischer Behandlung. Und schließlich erschlug ein 30jähriger die eigene Mutter, mit der er zusammenlebte, nachdem die noch den Notdienst hatte anrufen können, weil ihr psychisch kranker Sohn wohl schon länger seine Medikamente nicht mehr nahm und ein auffälliges Verhalten zeigte.

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