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Archive for 11. Oktober 2018


Ludmila Mironowa verfolgt beharrlich ihre pädagogischen Ziele. Alle zwei Jahre gibt die Deutschlehrerin an der Schule Nr. 23 in Wladimir einer Gruppe aus verschiedenen Klassen die Gelegenheit, die graue Theorie der Sprache mit deren lebendiger Praxis zu verbinden. Die zehn Gäste im Alter zwischen elf und siebzehn Jahren sind denn auch während ihres Besuchs in Familien untergebracht – stellvertretend für die Gastgeber stehen Bürgermeisterin Elisabeth Preuß und Helmut Aichele -, und sie besuchen vormittags in drei Kleingruppen auf ihre Kenntnisse zugeschnittene Deutschkurse, bevor nachmittags erlebte Landeskunde mit Streifzügen durch Erlangen sowie Ausflügen in die nähere und fernere Umgebung – für zwei Tage geht es sogar bis nach Berlin – auf dem Stundenplan steht.

Olga Mironosizkaja, Ludmila Mironowa, Elisabeth Preuß, Susanne Lender-Cassens und Helmut Aichele mit der Schülergruppe

Ein derartiges Engagement im Rahmen der Städtepartnerschaft verdient besondere Anerkennung. Und die erlebten die Schüler denn auch gestern, am dritten Tag ihres Aufenthalts, der heute in einer Woche endet, im Ratssaal, wo beide Bürgermeisterinnen, Susanne Lender-Cassens und Elisabeth Preuß, die Gruppe empfingen: „Mit besonderer Freude gerade in politisch schwierigen Zeiten, wo es auf den zwischenmenschlichen Austausch ankommt“, wie Susanne Lender-Cassens betonte, die bei ihrem Besuch vor einem Jahr in Wladimir die Schule von Ludmila Mironowa und Olga Mironosizkaja selbst besucht hatte. Wie erfolgreich diese Verbindung ist, zeigte sich bei der Frage, ob denn jemand aus der Gruppe schon einmal in Erlangen gewesen sei, worauf prompt zwei Hände in die Höhe gingen.

Die Schülergruppe in der Sing- und Musikschule nach dem Unterricht mit Sandra Dichtl, Renate Aigner und Tamer Eisha

Und im Unterricht, so das Pädagogen-Trio Sandra Dichtl, Renate Aigner und Tamer Eisha, zeigten sich alle aufmerksam und interessiert, gut vorbereitet und lernwillig. Nur trauten sich die meisten noch nicht so recht, selbst mit der Sprache herauszurücken. Aber dafür sind die Mädchen und Jungs ja auch gekommen, denn Sprache kommt von Sprechen, und das lernen sie nun vor allem – in den Kursen wie in den Familien, denen an dieser Stelle nochmals ausdrücklich gedankt sei.

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