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Archive for 5. Oktober 2018


Jetzt gibt es keine Ausrede mehr. Wer bisher den Empfehlungen der Bücherecke des Blogs nicht folgen wollte oder keine Zeit hatte, sich im Vorjahr in Meiningen die so überaus gelungene Bühnenfassung von „Moskau – Petuschki“ oder „Die Reise nach Petuschki“ – im Deutschen mit je unterschiedlichem Titel nach der Übersetzung von Peter Urban oder Natascha Spitz – anzusehen, hat nun gleich an vier Abenden in der Reihe TRESENLESEN des Erlanger Theaters unter dem Motto „Reisen auf Russisch“ das Poem des Wladimirer Autors Wenedikt Jerofejew in der Interpretation von Ralph Jung kennenzulernen. In der Ankündigung der Lesung heißt es:

Wenedikt Jerofejew

Die beliebte Reihe TRESENLESEN zieht weiter durch die Kneipen der Stadt und lockt Erlanger Nachteulen aus ihrem Versteck. In der vierten Ausgabe liest Ralph Jung nur einen Bierdeckelwurf von den Bühnen des Markgrafentheaters entfernt aus der kultigsten Sauftour der russischen Literaturgeschichte: Die Reise nach Petuschki von Wenedikt Jerofejew. Was mit einer Zugfahrt zur Geliebten von Moskau in die Provinz beginnt, endet als irrwitzige Reise ins Delirium. Auftritte des Satans, einer rätselhaften Sphinx und mehrerer Schnapsleichen inklusive. Jerofejews hochprozentiges Meisterwerk läßt weder Auge noch Schnapsglas trocken. Na sdorowje!

Wenedikt Jerofejew: Moskau – Petuschki

Da sind keine Hyperbeln am Werk. Der 1969 entstandene Text aus der Feder eines Dichters, der als Student wegen antisozialistischer Umtriebe vom Pädagogischen Institut Wladimir exmatrikuliert wurde, ist tatsächlich nicht stubenrein und erst recht nicht politisch korrekt oder gar gendergerecht, weder damals noch heute, weder dort noch hier, aber darum schert sich ja auch große Dichtung nicht. Und um nichts weniger als große Dichtung handelt es sich hier, um das Prosapoem eines Autors, der Wladimir wie kein zweiter in der literarischen Welt berühmt machte, wie zahlreichen Einträgen hier im Blog zu entnehmen, etwa hier: https://is.gd/M0GMgp

Moskau – Petuschki in Meiningen

Nun also die Lesung dieser halluzinierten Reise von der Hauptstadt nach Petuschki in der Region Wladimir am Tresen der Kulisse, Theaterstraße 8, an vier Abenden, jeweils um 21.00 Uhr, – ohne Eintritt – am 20. Oktober, 14. und 20. November sowie am 1. Dezember. Der Schauspieler, Ralph Jung, stammt übrigens aus Leipzig und arbeitete bis 2016 in Jena: https://is.gd/foT6iY

Der Griff zum Buch selbst sei dennoch erneut mit dem Hinweis auf die Russischen Wochen in der literarischen Buchhandlung Ilse Wierny, Südliche Stadtmauerstraße 40, vorbereitend und begleitend empfohlen.

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