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Archive for 30. September 2018


Vom 28. August bis 2. September besuchte eine Delegation der Stadt Jena das partnerschaftlich verbundene Wladimir. Die Reise knüpfte an die einjährigen Kooperationsbemühungen im Bereich Gesundheit und Pflege an und war eingebettet in einen mehrjährigen, lebendigen Austausch. Angeführt wurde die Delegation von Norbert Hebestreit, Pflegewissenschaftler am Universitätsklinikum Jena, begleitet von Iwan Nisowzew, Vorstand der Eurowerkstatt Jena e. V., Johanna Großer, Studentin am Institut für Slawistik, Dagmar Kunze, stellvertretende Leiterin der Staatlichen Berufsbildenden Schule für Gesundheit und Soziales Jena, sowie Andreas Dippl, Bereichsleiter für Pflege und Soziale Dienste beim Deutschen Roten Kreuz Jena-Eisenberg-Stadtroda. Ebenfalls mit im Reiseteam – Ramona Schumacher, Sektionsleiterin Pflegewissenschaft am Koch-Metschnikow-Forum Berlin, begleitet von ihrem Mann Bernd.

Ziel des Besuches war die Weiterentwicklung der Kooperation zwischen der Berufsschule für Gesundheitsfachberufe Wladimir und den eingebundenen deutschen Partnerinstitutionen. Im Mittelpunkt der Kooperationsabsichten stehen Austauschprogramme für Schüler, Fach- und Lehrkräfte beider Schulen und angebundener Kliniken sowie gemeinsame Forschungsprojekte im niedrigschwelligen, drittmittelgeförderten Bereich. Entsprechend der vorgenannten Felder potentieller Projekte der Zusammenarbeit stellten die Gastgeber ein umfassendes Angebot an Besichtigungen fachlich unterschiedlich ausgerichteter Kliniken und Versorgungszentren zusammen. Hierzu zählen die Städtische Klinik für Notfall- und Unfallversorgung (Rot-Kreuz-Krankenhaus), das Zentrum für Tuberkuloseprävention und -behandlung, das Regionale klinische Onkologiezentrum sowie das Regionale Zentrum für Transfusionsmedizin. Neben dem fachlichen Austausch mit den jeweiligen leitenden Medizinern und Pflegekräften wurden auch Perspektiven des Austauschs von Fachleuten zu Hospitationszwecken eruiert und gegenseitige Fragen zum Schwerpunkt Fachausbildung erörtert.

Empfang im Rathaus mit Olga Dejewa

Von besonderer Bedeutung war der Empfang durch Oberbürgermeisterin Olga Dejewa im Rathaus, begleitet von der Leiterin des Roten Kreuzes, Olga Antropowa, und von Jelena Gusjewa, Vorsitzende des Euroklubs, einer Partnerorganisation der Eurowerkstatt Jena e. V. im Bereich Jugendaustausch. Frau Dejewa betonte ausdrücklich das Interesse ihrer Stadt an einem Auf- und Ausbau der Kooperationen zwischen Wladimir und Jena insgesamt und insbesondere im Bereich Gesundheit und Pflege, da die fachlichen Voraussetzungen und die zukünftigen Herausforderungen auf russischer wie auch auf deutscher Seite gleichermaßen hoch seien.

Norbert Hebestreit

Diesen Gedanken vertiefend, fand in der einladenden Berufsschule für Gesundheitsberufe unter Leitung der Direktorin, Inna Morosowa, die erste gemeinsam vorbereitete wissenschaftlich-praktische Fachkonferenz statt. Diese Tagung erwies sich aus fachlicher und kooperationsbezogener Sicht zweifellos als der Höhepunkt der Delegationsreise: aus beiden Ländern wurden Bildungsstandards, Curricula der unterschiedlichen Ausbildungsberufe und wissenschaftliche Projekte der Pflege- und Gesundheitsfachberufe präsentiert und als Impuls für einen intensiven – sprachmittlerisch herausfordernden – Fachdialog aufgegriffen. Die im Kreis der Fachkonferenz unter Pädagogen geführten Diskussionen setzte der kleine Kreis der Kooperationsentwickler – also die Leitungsebene der beteiligten Einrichtungen – im Hinblick auf zentrale Themen der zukünftigen Zusammenarbeit fort.

Jewgenij Jaskin, ärztlicher Direktor des Rot-Kreuz-Krankenhauses, und Norbert Hebestreit

Neben den fachlichen und kommunalpolitischen Programminhalten wurden die Delegationsmitglieder erneut Zeugen der ausgeprägten Gastfreundschaft und hohen Wertschätzung durch die Gastgeber. Ein den Arbeitsteil weit umspannender, kultureller und kulinarischer Anteil des Gesamtprogrammes führte die Teilnehmer gemeinsam mit den russischen Kollegen unter anderem nach Susdal, der heimlichen Hauptstadt des Goldenen Ringes, zu den architektonischen Denkmälern der Stadt Wladimir und an den neu erbauten und zum diesjährigen Stadtfest eingeweihten musikalischen Springbrunnen – magnetischer Anziehungspunkt für die gesamte Stadtbevölkerung.

Ausflug nach Susdal

Diese Mischung aus fachlichem Austausch, freundschaftlicher Begegnung und kultureller Erfahrung hinterließ einen tiefen Eindruck bei den Mitreisenden und ist zugleich Impulsgeber für die Zukunft der Zusammenarbeit beider Städte.

Inna Morosowa und ihre Gäste aus Jena

Die Reise fand im Rahmen des Jahres der Deutsch-Russischen kommunalen und regionalen Partnerschaft 2017/18 statt, wurde gefördert durch die Stadt Jena, die Stiftung West-Östliche-Begegnungen e. V. und das Koch-Metschnikow-Forum Berlin e. V. und organisatorisch vorbereitet, begleitet und nachbereitet durch die Eurowerkstatt Jena e. V.

Dr. Norbert Hebestreit, Delegationsleiter, Johanna Großer, Programmkoordination, Iwan Nisowzew, Delegationsleitung

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