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Archive for 10. September 2018


In 985 Wahllokalen – alle videoüberwacht, einige sogar mit Internetkameras ausgestattet – konnten gestern die 1.130.678 wahlberechtigten Einwohner der Region Wladimir ihre Stimme abgeben. Sogar fünf Urnen wurden für Moskowiter aufgestellt, die hier ihre Datscha haben und am „Tag der einen Wahl“ ihren Oberbürgermeister wählen wollten. Neu zu besetzen – oder den Status quo zu bestätigen – galt es am Sonntag die höchsten Ämter in 26 Subjekten der Russischen Föderation sowie die Posten der parlamentarischen Vertretungen von 17 Subjekten der Russischen Föderation, darunter auch der Region Wladimir, wo neben 434 Kandidaten für den „Landtag“ und 134 Bewerbern um ein Amt in den Organen der kommunalen Selbstverwaltung ein Vierkampf um die höchste Stelle im Gouvernement zu entscheiden war. An die Spitze der regionalen Verwaltung bewarben sich für die nächsten fünf Jahre Wladimir Sipjagin von der Liberaldemokratischen Partei, Sergej Birjukow von der Partei Gerechtes Rußland, der von den Patrioten Rußlands ins Rennen geschickte Sergej Glumow – und Amtsinhaberin, Swetlana Orlowa, von der Partei Einiges Rußland. Die Kommunisten waren wegen Verfahrensfehlern gar nicht erst angetreten.

Swetlana Orlowa bei der Stimmabgabe

Spannend an der Wahl erschienen vor allem zwei Fragen: Wie hoch würde die Wahlbeteiligung, in der Region Wladimir traditionell eine der niedrigsten (2013 gerade einmal 28%), ausfallen, und mit welchem Abstand zu den Herausforderern würde Swetlana Orlowa siegen, die vor fünf Jahren fast 75% der Stimmen erhalten hatte. Das vorläufige Ergebnis sieht nun gegen 6 Uhr OZ, wo 98% der Stimmen ausgezählt sind, so aus: Bei knapp 33% Wahlbeteiligung liegt die Amtsinhaberin mit 36,46% zwar vorne, sie verfehlt aber deutlich ihr Ergebnis von 2013 und vor allem die notwendige Marke von mehr als 50% der Stimmen. Es wird also einen zweiten Wahlgang geben, noch in diesem Monat. Der Herausforderer dann: Wladimir Sipjagin, der auf fast 31,28% kommt. Interessant auch noch die Anteile der Parteien bei den Duma- oder „Landtags“-Wahlen: Knapp 30% holt die Kreml-Partei Einiges Rußland, doch dann folgen schon die beiden kommunistischen Parteien mit knapp 24% und gut 6%. Die liberaldemokratische Partei von Wladimir Schirinowskij kommt auf beinahe 21%, Gerechtes Rußland auf 10%, und die Rentnerpartei sowie Jabloko erhalten viereinhalb bzw. eineinhalb Prozent der Stimmen.

Aktualisiertes Ergebnis nach der kompletten Auszählung für Swetlana Orlowa: 36,42%. Damit muß die bisherige Gouverneurin am 23. September in der Stichwahl gegen Wladimir Sipjagin antreten, der am Ende 31,19% der Stimmen auf sich vereinen konnte. Durchaus unerwartet, wie man wohl sagen darf.

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