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Archive for 9. September 2018


Am 11. September begeht die Russische Föderation landesweit den Tag der Nüchternheit. Rechtzeitig zu diesem Datum veröffentlichte das Wladimirer Regionale Amt für Statistik Zahlen, die eine erfreuliche Entwicklung belegen: Bis zum Jahr 2014 nahm die Zahl der Alkoholtoten im Gouvernement stetig zu, von 306 an Leberversagen verstorbenen Menschen im Jahr 2012 auf 435 und 521 in den beiden Folgejahren. Seit 2015 aber fällt die Kurve wieder ab: von 482 über 400 bis auf 376. In den ersten sieben Monaten des laufenden Jahres zählte man gar nur noch 196 Todesfälle. Mehr noch, es sterben auch weniger Menschen an Ursachen, die mit Alkohol- und Drogenmißbrauch in Zusammenhang stehen: von 1.104 Fällen im Jahr 2016 auf 1.067 im Vorjahr und 547 in den ersten sieben Monaten des laufenden Jahres.

Wer den Wein liebt, richtet sich selbst zugrunde. Sprichwort. Sagst du nein zum Alkohol, lebst du hundert Jahre wohl!!!

Welche Bedeutung diese Zahlen haben, wird deutlich, wenn man weiß, daß Alkoholismus die Lebenserwartung im Schnitt um 20 Jahre drückt und das Trinken in der Altersgruppe zwischen 20 und 39 Jahren in der landesweiten russischen Statistik für etwa 25% aller Todesfälle verantwortlich gemacht wird. Ob damit auch die Gerüchte um Massenentlassungen in der Brennerei Wladalko, wenige Steinwürfe unterhalb vom Erlangen-Haus gelegen, in Zusammenhang stehen, ist bisher nicht belegt, aber bewiesen scheint in jedem Fall, daß Prävention und Aufklärung, gepaart mit Preiserhöhungen und einer moderaten Prohibition Wirkung zeigen. „Trink, trink, Brüderlein trink“ mag man da wirklich nicht mehr singen.

In diesem Sinne auch das „Wort zum Sonntag“ des Wladimirer Autors, Anatolij Gawrilow:

Neulich traf ich N. Er meinte, er mache keine Filme mehr, schreibe keine Stücke mehr, verfasse keine Literatur mehr, alles habe seinen Sinn verloren. Auf meinen Vorschlag, einen zu heben, gab er zurück, auch das habe seinen Sinn verloren.

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