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Archive for 22. August 2018


Wer sagt’s denn, es geht doch! Stadt und Land Wladimir beteiligten sich gestern an der Aktion „Mit dem Fahrrad zur Arbeit“. Hinsichtlich Psychologie und Infrastruktur noch immer für viele in der Partnerstadt eine Herausforderung, aber möglich, wie jetzt die Redaktion des staatlichen Radio- und TV-Senders Gubernia 33 exemplarisch beweist.

Zur Arbeit kann man auf unterschiedliche Weise kommen, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit dem Auto. Es geht auch zu Fuß, wenn das Büro nicht weit ist und man gern morgendliche Spaziergänge unternimmt. Aber es gibt eine bessere Art, das Fahrrad! Tritt in die Pedale: keine Staus, gut für die Gesundheit und die Hauptsache – man spart Geld.

Karina Romanowa

Viele aus der Redaktion, so weiter im Text, brauche man davon gar nicht mehr überzeugen, etwa Karina Romanowa, die alle Wege zur Arbeit oder zum Training vorzugsweise im Sattel zurücklegt.

Zum ersten Mal saß ich wahrscheinlich mit drei Jahren auf einem Fahrrad. Aber erst mit ungefähr acht Jahren erwachte meine Liebe zu ihm, als ich bemerkte, daß meine schon lang genug waren, um die Pedale des riesigen „Storchs“ meines Großvaters zu erreichen. Ich strampelte los und stürzte natürlich, schlug mir die Knie blutig, aber die Liebe zum Fahrrad blieb von da an. Meine Lieblingsstrecke führt von der Arbeit nach Hause durch das Zentrum. Gern radle ich auch in der Gegend vom „Weißen Haus“, weil das eine recht anspruchsvolle Trasse ist, wo man gut trainieren kann. Ein großes Problem ist freilich das Fehlen von Radwegen. Dem Gesetz nach darf ich weder hier noch dort fahren…

Stas Tregubow

Weniger Probleme damit hat Kameramann Stas Tregubow, der von sich sagt, er fahre überall, wo asphaltiert sei. Dafür habe es bei ihm etwas gedauert mit der Liebe zum Zweirad.

Ich weiß noch, wie andere Kinder in meinem Alter schon auf so großen Rädern saßen, ohne mit den Füßen bis zum Asphalt zu kommen. Für mich undenkbar. Ich kann nicht aufs Fahrrad, wenn ich mit den Füßen nicht bis zum Asphalt komme. Es braucht die Verbindung zur Erde, möglichst die Haftung mit dem Wladimirer Boden. Die Region Wladimir ist der Ort, wo ich leben und radeln will. Radwege sind Unfug. Jedenfalls so, wie sie bei uns angelegt sind. Wenn man schon Radwege macht, dann bitte auf der Fahrbahn als eigener Streifen, damit alle Radler sich an die Regeln halten. So wie jetzt ist alles viel einfacher: Du schnappst dir dein Rad und fährst los, wohin zu willst.

Alexander Krawtschenko

Alexander Krawtschenko, Cutter bei dem Sender, ist schon lange ein Radfan. Für ihn geht es dabei aber mehr um Sport als um Vergnügen. Er fährt auch schon einmal 190 km am Stück, wenn ihm danach ist. An Werktagen freilich auch nur zur Arbeit und wieder heim oder zum Training.

Zunächst ist es einfach gut für die Gesundheit. Denn so trainierst du, dein Herz wird trainiert. Und dann ist da die Sache mit den Staus, die man gewöhnlich in der Stoßzeit nach der Arbeit hat und die man mit dem Rad einfach hinter sich lassen kann. In der Hitze ist das doch unerträglich. Und dann schaue ich mir vom Sattel aus auch immer die Leute an, die in den Bussen gequetscht stehen. Da fühle ich mich auch gleich leichter und besser. Denn es ist doch besser, in die Pedale zu treten, als sich so zu fühlen. Und schneller ist es auch noch. Und gesünder.

Und dann kommt Boris Putschkow, Autor dieses von der Blog-Redaktion übernommenen Berichts, noch fast ins Schwärmen:

Ungeachtet des faktischen Fehlens von Fahrradwegen wächst in Wladimir die Zahl der Freunde des Zweiradverkehrs mit jedem Tag. Dabei schrecken weder der schlechte Straßenbelag noch die hohen Bordsteinkanten unterwegs. Dies alles macht im Übermaß dieses Gefühl einer praktisch grenzenlosen Freiheit wett.

P.S.: Passend zum Thema ein Streitgespräch im Himmel, aufgezeichnet vom Nachrichtenmagazin Der Spiegel: https://is.gd/NRsWnS

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