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Archive for 21. August 2018


Die „Goldene-Ring-Stadt“ Susdal und die „Romantische-Straße-Stadt“ Rothenburg ob der Tauber feierten ihr dreißigjähriges Partnerschaftsjubiläum. Der Partnerschaftsverein lud zu einer vorgeschalteten einwöchigen Reise nach Kasan und Nischnij Nowgorod ein. Daran nahmen 35 Personen teil. Am Donnerstag, den 9. August, trafen die Gruppe in Susdal mit der offiziellen Delegation aus Rothenburg zusammen. Mit dem Oberbürgermeister, den Stadträten, den Mitgliedern des Partnerschaftsvereines und den Gästen aus der französischen Partnerstadt Athis Mons kamen noch einmal 40 Personen dazu. Mit zusammen 75 Teilnehmern hatten wir eine stattliche Vertretung beisammen. Der Stadtdirektor von Susdal, Sergej Sacharow, wollte ein richtig großes Fest veranstalten und lud alle Partnerstädte von Susdal ebenfalls zu den Feierlichkeiten ein. Vertreter aus Tschechien, Italien, der Slowakei und aus dem Donbass waren deshalb auch vertreten. Vor allem mit den Gästen aus dieser politisch umstrittenen Region gab es interessante Gespräche und Live-Berichte von der sehr schwierigen Situation vor Ort.

Stadtdirektor Sergej Sacharow, Vorsitzender des Partnerschaftsvereines Kurt Förster, Dolmetscherin Anna Smirnowa und Oberbürgermeister Walter Hartl

Am Freitagnachmittag ging dann die große Festivität mit fast 300 Teilnehmern über die Bühne. Bei den offiziellen Reden standen vor allem die Begriffe „Partnerschaft und Freundschaft“ im Mittelpunkt. Alle zeigten sich stolz, nun bereits auf 30 Jahre enge Verbundenheit zurückblicken zu können. Anwesend waren sowohl der damalige Bürgermeister Markin auf Susdaler Seite als auch „Urgestein“ und Initiator auf Rothenburger Seite, Dekan Johannes Rau, der bei einer Sowjetunion-Reise 1984 den Stein zu der späteren Partnerschaft ins Rollen brachte.  Er ist heute stolze 86 Jahre alt.

Zweiter von rechts Dekan Johannes Rau, in der Mitte der bereits verstorbene, früherer Oberbürgermeister, Oskar Schubart, der damals den Partnerschaftsvertrag unterschrieb

Anschließend gab es von den aktiven Partnerschaftsvereinsmitgliedern einen bunten Strauß an lebendigen Erinnerungen aus den drei Jahrzehnten.  In den letzten beiden Jahren wurden zwei Ehen aus den Städten geschlossen, und es gibt eine schon langwährende Kinderpatenschaft von einem Rothenburger für „seine“ Susdaler Familie. Eine Reihe von musikalischen Beiträgen rundete das dreistündige Programm ab, zu dem die Rothenburger Hans-Sachs-Musikanten ihren Beitrag leisteten.

Hans-Sachs-Musikanten aus Rothenburg

Diese ganzen Feierlichkeiten wurden ja auch noch in das Stadtfest von Susdal eingebunden, welches von Jahr zu Jahr mehr Zuspruch genießt. Manche Susdaler Bürger klagen schon über den gewaltigen Menschenansturm, der an diesem Samstag in ihre Stadt strömt. Die verschiedenen internationalen Delegationen wurden in den „Stadtumzug“ mit eingebunden. Alle Länder marschierten mit ihren Landesflaggen und von Blasmusik begleitet durch die Stadt. Eine große Zahl an Schaulustigen verfolgte dies am Straßenrand mit.

Rothenburg zeigt Flagge beim Umzug

Das herausragendste Ereignis dieses Stadtfestes war das „Quilt-Festival“. Dort trafen sich rund 1.000 Frauen für eine Woche aus zehn Ländern, u.a. Südkorea und Japan, um sich auszutauschen, wie man Kleidung selbst gestalten kann. Ob durch Stricken, Nähen, Weben oder mit anderen Techniken. Am Samstagnachmittag zeigten diese Kunsthandwerkerinnen eine atemberaubende Modenschau und ein wahres Feuerwerk aus Kreativität, Farbenvielfalt und Schnittkombinationen. Untermalt mit sehr unterhaltsamer Musik war dies die reien Freude für Augen und Ohren.

Das Mode-Ensemble aus Jakutien mit selbstgenähten Kleidern

Der Sonntag ließ sich dann etwas ruhiger an. Es sollte ja auch noch Zeit für „normale“ Begegnungen bleiben. So trafen sich noch einmal alle Stadtoberhäupter zu einem erstklassigen Gala-Dinner und vor allem viele russische und deutsche Freunde in den Familien. Dort wird weiterhin die Freundschaft zwischen den Menschen gelebt. Unzählige Male wurde auf „Druschba“ angestoßen.

Musikprogramm beim Stadtfest

Am Montag ging es mit zwei Bussen auf die ewiglange Fahrt zum Moskauer Flughafen. Auffällig an diesem Tag: Bei diesem Aeroflot-Flug stellte Rothenburg fast jeden zweiten Passagier.

Feuerwerk über Susdal

Es war eine rundherum sehr gelungene Geburtstagsfeier. Auch einige Reiseteilnehmer, die das erste Mal nach Susdal kamen, waren begeistert und schmiedeten neue Freundschaften. Die Rothenburger müssen sich einiges einfallen lassen, um beim Gegenbesuch Anfang September im Frankenland die russische Gastfreundschaft zu übertreffen.

Erwin Bauer

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