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Archive for 10. August 2018


Ihren Sohn Matwej hatten sie schon – noch als Schüler – alleine zu drei Besuchen nach Erlangen geschickt, nun kamen Swetlana und Eduard Grigorjew selbst zum ersten Mal für eine Woche in die deutsche Partnerstadt, von der sie so viel gehört, ohne sie je selbst gesehen zu haben. Eine Reise, die dem reiseunerfahrenen Ehepaar vor allem eines zeigte: Vorurteile und von Medien suggerierte Vorstellungen versagen im Praxistest den Dienst, fallen glatt durch.

Von all den vielen Begegnungen, die es wert wären, hier festgehalten zu werden, sei nur das eher zufällige Treffen mit dem Künstler Ingo Domdey in Rothenburg erwähnt, wo man sich auf die Feierlichkeiten zum 30jährigen Partnerschaftsjubiläum mit Susdal Anfang September vorbereitet.

Swetlana und Eduard Grigorjew

Dem Graphiker und Kunstsammler, vor drei Jahren nach Rothenburg gezogen, bleibt keine noch so unauffällige sprachliche Färbung verborgen, wenn man sich vor seinem Atelier im Dürerhaus an der Georgengasse über die von ihm gepflanzten und gepflegten Spalierbirnbäume unterhält. Dank seiner Schulzeit bei Leipzig hat er ein feines Gehör für den russischen Zungenschlag – und ein bisher ungestilltes Interesse, einmal Susdal und Wladimir kennenzulernen.

Ingo Domdey, Eduard und Swetlana Grigorjew

Dem Manne kann geholfen werden. Ehe man es sich versieht, steht man inmitten von Originalarbeiten aus der Hand von Francisco de Goya und Albrecht Dürer und erhält Einblick in das eigene Schaffen des sächsischen Künstlers. Nun gilt es, für ihn ein Pendant zu finden. Eher eine der leichteren Fingerübungen angesichts der vielköpfigen Graphikerschule, die Boris Franzusow in Wladimir wie in Susdal hinterließ. Und eine erste Bekanntschaft ist ja auch schon geschlossen.

Swetlana Grigorjewa

Auch wenn sie selbst sich da eher zurückhaltend gibt, ist Swetlana Grigorjewa mit ihren Decoupage-Arbeiten ja auch vom Fach, wenn auch eher der Richtung „angewandte Kunst“, zu der im Blog schon einmal vor sechs Jahren die Rede war unter: https://is.gd/k9T5UT Gleichviel: Wenn das Ehepaar heute wieder zurück nach Wladimir reist, haben wieder zwei Menschen mehr das Schöne gefunden, das Russen und Deutsche in dieser Partnerschaft verbindet. Ganz im Geiste des Erlanger Dichters, Friedrich Rückert: „Wahres und Gutes wird sich versöhnen, / wenn sich beide vermählen im Schönen.“

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