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Archive for 9. August 2018


Wir setzen heute die lose Reihe mit Kurzprosa von Anatolij Gawrilow aus Wladimir mit drei Skizzen fort:

Endlich bin ich zu Hause. Eine Zeitlang mache ich nichts, mich zieht es nirgendwohin, und ich unterhalte mich mit niemandem. Hier kam ich zur Welt, hier träumte ich davon, zur See zu fahren. Hier gibt es Wälder, einen kleinen Fluß, Pilze, Beeren, Leute aus dem gleichen Dorf. Dann baute ich ein Haus in der Art eines Schiffes. Nachts gehe ich an Deck und rufe „SOS“.

***

Bei der Armee wollte man mich wegen der Augen nicht. Die Augen richtete man wieder, aber dann hörte ich nicht mehr. Das Gehör richtete man wieder, aber dann kamen die Beine ab. Die Beine richtete man wieder, aber dann kam der Kopf ab. Dennoch diene ich im Namen der Heimat.

***

Ich schaue gern in den Sternenhimmel. Ein großmächtiges Bild. Sie sterben ja auch. Man steht, schaut. Man liegt, schaut. Ein großmächtiges Bild. Und die Leute hetzen ihren nichtigen Angelegenheiten nach. Einige fragen, ob ich nicht Hilfe brauche. Schon, aber nicht jetzt.

Anatolij Gawrilow, übertragen von Peter Steger

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