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Archive for 5. August 2018


Es gibt wohl kaum etwas, woran der faszinierte Blick des Besuchers russischer Sehenswürdigkeiten länger haften bleibt, als an den vergoldeten Kuppeln der Kirchen, diesen Künderinnen der Herrlichkeit des Himmels, weithin sichtbare Wahrzeichen des wahren Glaubens, gern in der Tradition des Neuen Testaments gruppiert als vier (für die Evangelisten) plus eine (für den Messias). Doch in Wladimir – und das ausgerechnet am Beispiel der Mariä-Entschlafens-Kathedrale, die zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt – blättert das Blattgold ab.

Ins Auge fallen die Schäden von der Seite der Kljasma her und legen nahe, bald etwas gegen die schwarzen Flecken auf den Kuppeln zu unternehmen. Doch das scheint schwieriger, als man zu hoffen geneigt ist, dabei sind schon fast zwei Drittel von zwei Kuppeln im nordwestlichen und nordöstlichen Teil des Ensembles von dem schwindenden Glanz betroffen.

Die Crux: Die letzte große Renovierung der Beschichtung fand Ende der 70er, Anfang der 80er Jahre statt. All die Jahre war das Wladimirer Landesmuseum für den Unterhalt des Sakralbaus zuständig, wobei ein Vertrag mit der Erzdiözese die unentgeltliche Nutzung der Kathedrale für den Gottesdienst regelte. Bis dann die Erzdiözese am 24 Mai d.J. beim Föderalen Grundbuchamt die Unterlagen zur vollständigen Übergabe aller Zuständigkeiten einrichte. Seither ist die Kirche selbst für ihre Kirche verantwortlich – und hält sich bedeckt mit Auskünften darüber, wann und ob überhaupt in nächster Zeit die Goldschläger dem Gotteshaus aufs Dach steigen.

Noch sind es nur Flecken im Glanz des Goldes, keine schwarzen Löcher, in denen sich der Blick verlieren könnte, aber was, wenn auch die Hauptkuppel ihren strahlenden Nimbus verlöre.

Unterdessen sind leider – der Blog berichtete bereits einmal davon – auch die baulichen Mängel am Goldenen Tor, der zentrale Befestigungsbau, ebenfalls als Weltkulturerbe der UNESCO gelistet, nicht behoben. Ein Teil der Grundpfeiler bleibt dem Verfall preisgegeben. Auch hier ist noch nicht absehbar, wann Abhilfe geschaffen wird.

Drum heißt es: Eingeschritten unverzagt, bevor der Zahn der Zeit noch weiter nagt.

Nach Material von Zebra-TV

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