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Archive for 2. August 2018


Erst vor wenigen Tagen fragte der Blog, ob hinter den Gefängnismauern der Region Wladimir alles mit rechten Dingen zugehe (siehe: https://is.gd/oBj59h). Der nach offizieller Lesart an einer Lungenentzündung verstorbene Armenier – seine Angehörigen sehen ihn als Folteropfer – könnte nun Anlaß für ein diplomatisches Nachspiel geben, denn die Armenische Botschaft verlangt von der Wladimirer Staatsanwaltschaft Auskunft in dieser Causa. Unterdessen hat die schon Sorgen genug. Im Laufe eines Prozesses gegen einen Staatsbürger Aserbajdschans fanden sich nämlich Belege für systematische Folter in einem Gefängnis der Partnerstadt, weshalb bereits ein Prozeß gegen sechs verdächtige Mitarbeiter im Strafvollzug und zwei Häftlinge begonnen hat, die den Beamten bei den Quälereien zur Hand gegangen sein sollen.

Ins Rollen hatte die Sache ein Mitglied der aserbajdschanischen Bande „Schwarze Makler“ gebracht, die Sozialmieter um ihre Wohnungen prellte und dabei – in fünf Fällen – auch vor Mord nicht zurückschreckte. Bereits lebenslänglich verurteilt, brachte der junge Mann zunächst einen Mithäftling um und später auch noch einen Vollzugsbeamten. Wohl aus Rache, denn in dessen Fall bestätigte sich der Verdacht, er könne zu dem Foltertrupp gehören, von dem der Strafgefangene in einer speziell eingerichteten Zelle malträtiert wurde. Und nicht nur er. 20 Zeugen machten gegenüber einem Gericht Angaben über diese gesetzeswidrigen Umstände, die, wie der Richter feststellte, nicht nur mit Wissen, sondern sogar auf Anweisung der Gefängnisleitung herrschten. Man darf nun vermuten, daß zum einen auch die Botschaft von Aserbajdschan Aufklärung fordern wird, während zum andern eine umfassende Untersuchung der Umstände in den Gefängnissen in und rund um Wladimir anlaufen dürfte. Hoffentlich nicht mit weiteren Ergebnissen dieser Art.

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