Feeds:
Beiträge
Kommentare

Archive for 12. Juli 2018


Eine Studie, aus der dieser Tage die Süddeutsche Zeitung zitiert, besagt, die Russen schienen stärker als alle anderen 35 in die Untersuchung einbezogener Völker von der einzigartigen Stellung ihres Landes überzeugt zu sein: 61% der weltgeschichtlichen Entwicklung seien direkt auf den Einfluß ihres Staates zurückzuführen. An zweiter Stelle liegen mit 55% die Briten. Die Deutschen bringen es auf 33% und die US-Amerikaner auf gut 29% der Selbstüberschätzung. Nachzulesen unter https://is.gd/Ch0OiD

Stoke-on-Trent und Wladimir in Erlangen vereint

Was aber nun, wenn Vertreter solcher Alpha-Völker im Rahmen der Städtepartnerschaft aufeinandertreffen? Hierzu eine lehrreiche Schnurre, die sich am Vorabend des Dreiländer-Fußballturniers am vorvergangenen Wochenende wie folgt zutrug: Als der Trainer der Mannschaft aus Wladimir nach der Ankunft erfuhr, zu dem Treffen sei nur ein weiteres Team aus dem Ausland angereist, nämlich aus Stoke-on-Trent, meinte er in Anspielung auf die gegenwärtigen zwischenstaatlichen Spannungen bedauernd: „Aber mit den Engländern sind wir ja nicht gerade befreundet.“ Darauf der Gastgeber: „Aber dafür haben wir doch die Partnerschaft. Da haben noch alle zusammengefunden.“ – „Da hast du wohl recht. An uns soll’s nicht liegen“, gab der Russe noch zurück und wechselte das Thema. Am Ende des Turniers, nach all den Spielen, den gemeinsamen Bus- und Bahntransfers sowie den Nächten in der Jugendherberge war schließlich gar nicht mehr so wichtig, wer den Pokal holte, sondern nur noch eines: Die Trainer beider Mannschaften hatten einander mit ihren Teams eingeladen – nach Stoke-on-Trent und nach Wladimir. Fazit der beiden: „Wir Russen und Engländer haben so viel unangenehme Dinge voneinander nur gehört, jetzt, wo wir einander persönlich kennen, wollen wir Freundschaft halten.“ – Eben dafür haben wir ja die Partnerschaft, die beste Remedur gegen übersteigertes Selbstwertgefühl.

 

Read Full Post »

%d Bloggern gefällt das: