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Archive for 4. Juli 2018


Am 8. Juli feiert man überall im Land – besonders aber in Murom, wo die beiden Schutzpatrone des Festes, Pjotr und Fewronia, herkommen und verehrt werden – den „Tag der Liebe und Treue“, auch „Tag der Familie“ genannt. Leider unter einem unguten Vorzeichen. Die Statistiker nämlich vermelden keine Zahlen, die Vorfreude aufkommen ließen, sind doch 2017 die Geburtenraten in der Region Wladimir nach einem Jahrzehnt des Anstiegs nun wieder auf das Ausgangsniveau gefallen.

Von 2003 bis 2015 stiegen die Geburten auf 1.000 Einwohner von der Kennziffer 9,3 auf 11,6. Allerdings gibt es seit 2016 einen Knick von 11,2 auf aktuelle 9,7 Kinder, was einem Rückgang von 2.300 auf insgesamt 13.400 Neugeborene entspricht. Eine Tendenz, die sich heuer fortsetzen dürfte. Man geht von einem zu erwartenden Koeffizienten bei etwa 9,3 aus.

Damit liegt das Gouvernement Wladimir im Trend der zentralrussischen Regionen sowie des gesamten Landes, wo im Vorjahr 1.690.000 Geburten verzeichnet wurden, 198.400 weniger als 2016. Am niedrigsten liegt die Rate im Umland von Sankt Petersburg mit 8,3 Kindern auf 1.000 Einwohner, am höchsten in der schamanisch-buddhistisch geprägten Republik Tywa sowie in den muslimisch dominierten Kaukasusregionen Tschetschenien und Dagestan mit je 21,9, 22 und 16,4 Geburten.

Mütterkapital 2018

Damit scheint sich der Effekt des 2007 eingeführten und immer wieder erhöhten „Mütterkapitals“ in Höhe von gegenwärtig 453.000 Rubel ab dem zweiten Kind verflüchtigt zu haben.

Einige Zahlen mehr: Zum Stichtag 01.01.2018 lebten in der Region Wladimir 252.400 Kinder, davon 129.600 Buben und 122.800 Mädchen, die große Mehrheit, 80%, in Städten und 20% außerehelich. 100.300 wachsen in Familien oder mit Alleinerziehenden auf, die Sozialhilfe beziehen. 4.500 Kinder im Alter von sechs bis fünfzehn Jahren betreiben organisiert Sport und etwa 50.000 kamen in den Genuß eines Kur- oder Sanatoriumaufenthalts.

Anmerkung zum Mütterkapital: Das Geld wird nicht einfach ausbezahlt, sondern kann ab dem zweiten und jedem weiteren Kind verwendet werden für die Verbesserung der Wohnverhältnisse der Familie, die Ausbildungskosten eines Kindes, als Kapitalanlage für die Mütterrente, die Anschaffung von Gegenständen oder die Bezahlungen von Dienstleistungen für die Integration und Inklusion von behinderten Kindern sowie eine monatliche Zahlung je nach Bedürftigkeit bis das Kind eineinhalb Jahre alt ist. Das Programm wurde soeben bis zum 31. Dezember 2021 verlängert.

 

 

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